Hieroglyphen

Geheimnisvoll

draufklick = großes Bild – please click to enlarge

Ich beobachte, dass zunehmend Schrift in Bildern verwendet wird. Auch in meiner Serie Z wie Zeit, die ich immer am Sonntag zeige, spielt sie eine wesentliche Rolle, auch wenn sie nicht immer gleich erkannt wird, wie bei meinem letzten Beitrag: Z wie Zeit wie Wurzel.

Schrift ist Zeugnis davon etwas festhalten zu wollen, sich mitzuteilen und/oder für Späterlebende zu erhalten. Nicht alle Völker bedienten sich ihrer. Manche gaben ihre Geschichten von Generation zu Generation mündlich weiter, so ist auch Vieles verloren gegangen. So stehen Forscher:innen, Achäolog:innen heute oft vor Rätseln und ergehen sich in Mutmaßungen, was ich einst in einem PingPongBild von Gerda und mir thematisierte.

Heute zeige ich euch eine Fotomontage mit einem noch recht frischen Fundstück einer Keilschrifttafel, von der es heißt, dass es die bis heute älteste Schrifttafel sei, die bislang gefunden worden ist.

Schrift ist für mich Kommunikation, ist Literatur, ist Poesie, ist Wahrheitssuche, ist Weisheit, ist Spiegel von Zeit und Gedankenwelten in den jeweiligen Epochen. Manches ist Gold aus meiner Sicht, manches unverständlich, geheimnisvoll und wieder anderes ist Manipulation oder schlichtweg Schrott. Hieroglyphen sind für mich wie Noten, beide kann ich nicht lesen und doch bringen sie etwas in mir ins Schwingen. Sie erzählen Geschichten und Gefühle des Menschsseins.


Übersetzen / Translation / Traduction

Powered by Google Übersetzer

25 Gedanken zu „Hieroglyphen

  1. Was für ein schönes Vlies. Ja, die Macht des geschriebenen und gesprochenen Wortes ist mächtig. Der sorgsame Umgang damit so ungeheuer wichtig. Für mich ein bedeutendes Thema. In den kommenden Tagen werde ich meine Kommunikation einstellen und das erste Mal per Zoom meditieren. Mal sehen, ob das klappt. Danke für das schöne Bild und liebe Grüße Marie

    Gefällt 2 Personen

  2. …Schrift und ihre dahinter liegenden Botschaften sind faszinierend, weil sie letztlich nicht eindeutig sind, sondern Botschaften enthalten, die jeder anders aufnimmt, je nach Kultur und Prägung….und mit dem Beispiel Deiner Tafel hier, uns die Botschaft diesmal nicht erreicht….aber schön anzuschauen ist sie…

    …es gibt die Theorie, dass die Einführung der Schrift kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt war, dass Schrift als Notbehelf erfunden wurde, da den Menschen ihre vorher existierende natürliche Verbindung zur Akashi-Chronik, auf die sie immer zurückgreifen konnten und daher keine Schrift brauchten, verloren ging…

    …mit lieben Grüßen, TeggyTiggs

    Gefällt 2 Personen

    • Ja, TeggyTiggs, ich kenne den verwandten Mythos, dass Hermes Trismegistos, der dreimalgroße Hermes, der mit dem ägyptischen Gott Thot gleichgesetzt wird, den Menschen die Schrift brachte. Das war einerseits nötig, da die direkte Verbindung zur Akasha-Chronik langsam verloren ging, andererseits auch eine weitere Schwächung des Menschen, der nun zunehmend auf direkte Kommunikation und Erinnerungskräfte verzichtete, und sich stattdessen auf Buchwissen verließ. So entstanden und verfestigten sich auch die „Buch-Religionen“ der Juden, Moslems, Christen. Die Anfangsbewegung „Am Anfang war das Wort“ versickerte in immer mehr winzigen Sprach- und Schriftkanälchen bis zur heutigen Bedeutungslosigkeit.
      Die gute Nachricht: langsam werden sich mehr Menschen der Kraft des Wortes wieder bewusst. (Ich selbst arbeite in Therapien mit dem Wort).

      Gefällt 3 Personen

  3. Ja, ich glaube, ich weiß, was du meinst. Und speziell bei alten Schriften fasziniert mich das Geheimnis, das Leben, das da herüberweht. Selbst es „nur“ Listen waren. Und ach, Ägypten …
    Morgenkaffeegrüße 😁⛅❄️☕🍪👍

    Gefällt 3 Personen

  4. Für mich ist Schrift in jeder Form Ausdruck des menschlichen Bedürfnisses, Spuren zu hinterlassen, sich zu „verewigen“. Das scheint tatsächlich in allen Menschen zu leben, ob sie es nun durch Bild- , Form- oder Textkunst oder – am anderen Ende der Skala – durch Vandalismus ausdrücken.
    Auf diese von dir gezeigte Schriftfläche könnte ich ewig schauen, auch ohne zu verstehen, was sie sagt.

    Gefällt 1 Person

  5. In deiner Bearbeitung erhalten die Schrifttafeln auf ästhetische eindrucksvolle Weise einen Teil ihres Geheimnisses zurück, dass durch die steinerne Realität der Fundstücke, so wie man sie in Museen erlebt, leicht überdeckt wird. Einfach toll!
    Liebe Grüße,
    Joachim

    Gefällt 2 Personen

Ich freue mich über Kommentare

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.