Etüde 003 2021

Neue Runde, neues Schreibeglück. Christiane hat wieder eingeladen, die Wortspende ist dieses Mal von Wortman. Vielen Dank euch beiden!

Die Etüde

Nicht mein Affe, nicht mein Zirkus hat sie in Großlettern auf einen Zettel geschrieben und gut sichtbar über ihren Schreibtisch gehängt. Eine neue Strategie, um bei sich zu bleiben, unterscheiden zu lernen, was sie wirklich betrifft und was sie getrost bei anderen lassen kann. Sie ist es leid, sich mit Dingen zu beschäftigen, die sie nur blockieren, die Projektionen und Manipulationsversuche von anderen sind.

 

 

33 Gedanken zu „Etüde 003 2021

  1. Liebe Ulli
    also das finden wir aus zwei Gründen grundsätzlich falsch:
    1. man ist kein isoliertes Wesen, man sollte schon über seinen Gartenzaun schauen, deswegen nannten die Griechen (in Altgriechisch) jene, die nicht an etwas außerhalb von sich interessiert waren „Idiotes“
    2. ich habe stets in meinen Schreibkursen für professionelle Schriftsteller die Binsenwahrheit gelehrt, für echtes interessantes Schreiben sollte man sich davon fernhalten, über sich zu schreiben. Das kann man machen, wenn man berühmt ist.
    Vom Politischen her gesehen, finden wir diese Einstellung zu nahe dem Populismus.
    Mit lieben Grüßen von unserer endlich verschneiten Küste – soooo schön
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

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    • Lieber Klausbernd,
      es geht hier nicht darum nicht über den Gartenzaun zu schauen, sondern zu unterscheiden, ob bei gewissen Diskussionen und Vorwürfen, die gemacht werden, etwas dran ist oder ob es sich dabei nur um Projektionen oder Manipulationsversuche handelt. Nicht immer einfach, zumal der Spiegel ja auch noch dazukommt.
      Meine Etüden sind oft persönlicher Natur, wenn auch nicht immer, das Recht nehme ich mir.
      Dennoch danke ich dir und grüße herzlich in euer Schneemeerland, Ulli

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      • Liebe Ulli,
        das weißt du ja auch, um Projektionen abzubekommen oder zu meinen, dass man welche abbekommt, muss man eine entsprechende Projektionsfläche bieten. Alle Tiefenpsychologen sind sich doch darüber einig, dass es höchst hilfreich ist, sich mit Projektionen, die man abbekommt oder meint abzubekommen, auseinanderzusetzen. Also, es ist immer etwas dran, zumindest ist es produktiv davon auszugehen. Aber ich gebe dir völlig, jeder hat das Recht auf seine Neurose, die ja auch Individualität ausmacht.
        Mit herzlichen Grüßen vom kleinen Dorf am großen Meer. Wir sind jetzt ‚mal weg, draußen im Schnee
        The Fab Four of Cley
        🙂 🙂 🙂 🙂

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  2. Es ist eine Frage, in welchem Kontext man deine Etüde liest, da möchte ich meinem Vorredner nicht widersprechen. Aber ich käme nicht auf die Idee, daran zu zweifeln, dass du deine Etüde rein persönlich gemeint hast, und darin stimme ich dir völlig zu. Möge „sie“ erfolgreich sein und ihren inneren Frieden finden und bewahren!
    Herzliche Mittagskaffeegrüße aus der Kälte 😁🌬️❄️☕🍪👍

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  3. Kurz und wirklich gut!
    Zufällig bin ich gestern bei Sir Arthur Conan Doyle über eine ähnliche Aussage gestolpert. Da sagt Sherlock Holmes sinngemäß: „Was interessiert es mich, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Von mir aus kann sie sich um den Mond drehen. Mit meiner Arbeit hat das nichts zu tun.“

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  4. klasse, liebe ulli, auf den punkt! für mich geht es in deinem text darum, bei sich zu bleiben, sich nicht ablenken zu lassen und immer wieder zu verzetteln, sich nicht mehr über dinge zu ärgern, was sich letztlich nur als vergeudete energie herausstellt. ich kann mit deinen worten sehr viel anfangen. ganz herzlich, diana

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  5. Guten Tag Ulli

    Vielen Dank für Deine Etüde.

    Meine Antwort:

    Der Affe
    wenn er mich
    ohne Anschrift
    auf dem Zettel
    über dem Schreibtisch

    wenn er mich
    von Gesicht
    zu Angesicht
    auch ohne
    ein Wort mich trifft

    als Ereignis
    in meinen Erinnerungen
    meiner Erfahrung
    bis in den heutigen Tag

    fordert mich
    auch nachträglich
    als ganzen Menschen
    heraus

    zur ständigen Übung
    dass ich daran
    an meiner Beschränktheit

    durch sie
    oder ihn

    auch in der Begegnung
    mit einem kleinen Kind

    durch schmerzhafte
    Auseinandersetzungen
    an der eigenen Schattenseite
    übe und arbeite

    das sogenannte Böse
    die berechtigten
    die unberechtigten Vorwürfe
    dem was ich tun
    und lassen sollte

    der andere ist mir
    auch wenn er mich
    schmerzhaft kränkt
    kein Ding

    er spiegelt in allem
    dass ich verletzlich
    und unvolkommen bin

    Herzliche Grüße
    Hans

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      • Liebe Ulli,

        Danke, dass Du zum Befremden Deine Einstellung,

        dem was sich uns allen, ob wir wollen oder nicht aufdrängt, uns darlegst und preisgibst.

        meine Antwort:

        die innere Tür
        der Innenwelt
        zur Aussenwelt

        ich kann sie weder
        öffnen noch schliessen

        auch wenn ich dem
        was gesagt
        getan
        rund um die Erde
        aus guten Gründen
        mir nicht anerkennen
        annehmen will

        die inneren
        die äusseren Mächte

        sie machen mich
        in meinem Sinnen
        zum demütigen
        ohnmächtigen
        mich zu einem
        einfachen jedermann

        mein Wesen
        dass durch
        durch schiefe
        Wasser
        des Unterbewusstseins
        kläglichem verlangen
        nach rettenden Ufern

        und an die
        auch den
        Geist nährende

        an die Oberwelt
        mein Sein gebunden

        mit meinem
        eigenen Scheitern

        in einsamer Nacht
        in der Unterwelt
        dem Bewusstsein
        kaum merkbarem Lichte

        ich kann mich
        nicht allem enthalten

        mit meinem
        Bemühen der Versuch
        dem was wirklich
        ob böse oder gut
        mit mir selbst

        die Arbeit zu
        neuer Einsicht
        mir im Da
        für die nächsten
        meinen Weg
        meine Schritte

        Herzliche Grüße
        Hans

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          • Liebe Ulli

            Danke für Deine Zeilen.

            meine Antwort:

            das wandelbare ich
            vom Kind
            hinauf ins Leben
            und dann bergab

            ich versuche
            mich nicht rund
            zu gehen

            die Seele
            vergisst mir nichts
            machnes wünsche ich mir
            als wäre es nicht gewesen

            ich kann niemand
            seinen Weg ihm weisen
            ich will mir durch
            den anderen
            mir meine Antwort geben

            Herzliche Grüße
            Hans

            Gefällt 1 Person

            • Das stimmt, lieber Hans, die Seele vergisst nichts, man kann nur Frieden mit dem einen und anderen schließen. Und selbst das ist oft schwer genug!
              Gutes Weitergehen wünsche ich dir von Herzen.

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              • Liebe Ulli

                Danke für Deine guten Wünsche.

                Meine Antwort:

                das was
                dem Frieden

                den jemand sich meint

                nein, als das Unfehlbare
                seiner Gewissheit
                seiner Wahrheit
                mir zu glauben
                zur Handhabung
                mir vorstellt

                ich kenne ihn
                in mir selber nicht

                wenn ein anderer
                mich zu seinen
                Grundgedanken
                bekehren will

                die Würde des anderen
                ist mir
                in allem gleich

                mit meinem kleinen ich
                habe ich die Einheit
                zu einem Höheren Selbst
                mit aller Anstrengung

                noch mit jenen
                denen ihr Sein
                mit etwas Entgegengesetztes
                mir Unvereinbares bedeutet
                je gefunden

                was ich nicht ändern kann
                will ich ertragen
                wenn der andere
                etwas von mir brauchen kann
                will ich es ihm gerne geben

                Herzliche Grüße
                Hans

                Gefällt 2 Personen

  6. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 08.09.21 | Wortspende von wortgeflumselkritzelkram | Irgendwas ist immer

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