Sonntagsbild 46 2020 und eine Idee

Der blaue Vogel oder die Halkyonischen Tage

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Vor kurzem sind mir zum ersten Mal die „Halkyonischen Tage“ begegnet. Ich fand sie bei meiner Blogfreundin „Blaue Feder“ https://blauefeder.home.blog/2020/11/20/14354/. Weil ich aber nicht ganz schlau daraus wurde, schaute ich bei Wiki nach:
https://de.wikipedia.org/wiki/Halkyonische_Tage Jetzt sah ich schon klarer und dann hat es auch nicht mehr lange gedauert, dass mir ein Ritual für die Zeit der Halkyonischen Tage, der Wintersonnenwende und den Rauhnächten eingefallen ist.

Ja, nach diesem außergewöhnlichen Jahr möchte ich den Jahresausklang rituell begehen. Allein. Aber gerne im Herzen mit anderen verbunden.

Ich finde, dass die Welt neue Visionen, neue Geschichten und neue Ideen braucht. Jede und jeder kann sich von diesem Ritual gerufen fühlen. Jede und Jeder macht es auf ihre/seine ganz eigene Weise oder eben auch nicht. Rituale haben Kraft und Kraft braucht die Welt, wie eben auch neue Geschichten!

Nur noch eins, bevor ich das Ritual beschreibe, ich sagte ja schon vor einiger Zeit, dass ich festgestellt habe, dass immer mehr Menschen von der Angst getrieben sind, Angst vor dem Virus, Angst aus der Ungewissheit heraus, wie sich unser aller Zukunft entfalten wird. Wir sind nicht ausgeliefert. Jede und Jeder kann etwas dazu beitragen, dass dieser wunderschöne Planet auch für die nächsten sieben Generationen und darüber hinaus ein sicherer und zauberhafter Ort bleibt und er gesunden kann.

Corona und der Klimawandel sind eine große Herausforderung und eine Chance für einen Wandel – einen Wandel zum Guten, zum Lebensbejahenden, zur Freude und für mehr Liebe in dieser Welt.

Zurzeit geht eine Spaltung durch das Land, durch die Welt, ja, auch durch den Kreis der Freundinnen und Freunde. Das muss nicht sein! Jede Angst hat ihre Berechtigung. Es geht nicht darum andere von der eigenen Meinung zu überzeugen, es geht darum Jede und Jeden ernst zu nehmen. Auch zu halten, wenn es das braucht, wenn Die- oder Derjenige das möchte. Und es geht immer wieder darum die/den Anderen anders sein zu lassen, statt Türen zuzumachen.

Juli Zeh, ihres Zeichens Schriftstellerin, Juristin und Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, schreibt Folgendes:

„Wir haben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein wertvolles Geschenk erhalten: eine Gesellschaft, in der wir angstfrei miteinander leben und reden können. Lasst uns die Gesundheit der Gesellschaft schützen, indem wir den AHA-Bestimmungen drei SOS-Regeln zur Seite stellen: Sensibilität im Umgang mit fremden Ängsten, Offenheit für abweichende Positionen, Sorgfalt beim Formulieren der eigenen Ansichten…“

Doch nun zu den Halkyonischen Tage und dem Ritual, das ich euch vorschlagen möchte:

Beginn ist Montag, 14.12. am Neumondabend. Hier beginnen die Halkyonischen Tage und der Nestbau (bitte lies erst bei Wiki, falls du Interesse hast, sonst ist das jetzt nicht verständlich!). Möge es ein schönes, ein gemütliches Nest für das Ei werden! Das Ei wird am Mo., 21.12. zur Wintersonnenwende, zum zunehmenden Halbmond hineingelegt. Wie genau schaut das Ei aus, ist es groß, klein, mittel, ist es golden, blau, oder beige mit bunten Punkten oder…? (Zur Erinnerung: das alles sind symbolische und visuelle Handlungen! Sie können in Worte gefasst, in Bildern dargestellt werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!)
Am 21.12. beginnt also die Zeit der Bebrütung, sich eine Woche auf dieses Ei zu setzen, in es hinein zu spüren, es mit durch die Tage zu tragen und es dabei immer schön warm zu halten. Vielleicht ist am Abend Zeit, um einmal in Stille auf dem Ei zu hocken, mit ihm zu sprechen, so wie einige von uns einst mit dem kleinen, werdenden Wesen in ihrem Bauch gesprochen hat – gibt das kleine, werdende Wesen eine Antwort? Und wenn, welche? Vielleicht schreibst du die Antwort auf, um sie zu bewahren.

Dann kommt der Tag der Geburt, am Montag, 28.12. darfst du gespannt sein, was sich da aus der Schale schält. Vielleicht braucht es etwas länger und schlüpft erst am 30.12., in der Nacht des Vollmondes. Wie auch immer noch und was auch immer es sei, behüte es wie einen Schatz und trage es durch den neuen Jahreskreis bis zur nächsten Wintersonnenwende. Dann ist das „Küken“ groß geworden und es gibt bestimmt einige Abenteuer zu berichten. Wenn alles gut gegangen ist, dann sind neue Geschichten, frische Ideen geboren, die du mit Freundinnen und Freunden an einem Feuer teilen, und in die Welt tragen kannst.


Übersetzen / Translation / Traduction

41 Gedanken zu „Sonntagsbild 46 2020 und eine Idee

  1. Oh, wie wunderbar Ulli. Da freue ich mich sehr, das Du auch die ‚Halkyonischen Tage‘ begehst. Da bin ich mal gespannt, was unsere Vögel für Eier ausbrüten. Letztes Jahr brütete der Blaue Vogel bei mir ein Goldenes Ei aus. Es hat lange gedauert, bis ich das Geschenk darin klarer erkannte. Aber ich habe öfters mal eine lange Leitung. Herzensgrüße, Susanne

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    • Liebe Susanne, dann werden wir in diesen besonderen Tagen miteinander verbunden sein, was wir ja eh sind, dann aber noch einmal mehr. Schön ist das!
      Ich habe gestern diese Idee auch an meine kleine Frauengruppe geschickt, die ja leider kaum noch stattefunden

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    • Danke dir, über die Eisvoegel las ich auch bei Wiki. So gerne würde ich mal einen sehen.
      Heute sah ich den frischen Biberbau am Fluss, der durch den Ort fließt. Demnächst hier mal mehr darüber.
      Ein zauberhafter Gang war das!

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      • Biber am Fluss, schön klingt das!
        Man nennt „αλκυονίδες μέρες“ („halkyonische Tage“) eine Reihe von frühlingshaften Tagen meist im Januar (zwischen Mitte Dezember und Mitte Februar), auf die ich jedes Jahr sehnlichst warte: seidiges Blau, windstill, unglaublich klare Atmosphäre. Sie gehen auf einen Mythos zurück, den du bei Ovid nachlesen könntest, von Liebe, Verwandlung und einem göttlichen Gnadenakt: dass diese Vögelchen zwar im Winter brüten müssen, aber Hera ihnen dafür ein paar Frühlingstage mitten im Winter zugestanden hat.
        Ich habe noch nie einen Eisvogel gesehen, aber meine Nichte, als sie hier war, sah einen in der Bucht, im Dickicht hinter dem verfallenen Haus. Übrigens heißt eine Inselgruppe am Korinthischen Golf „Alkyoniden“ – Inseln des Eisvogels. Sie sind unbewohnt und berüchtigt für die Erdbeben, die von dort ausgehen.

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  2. Ein wunderschönes Foto und eine Idee, die sich warm und schön anhört. Ich habe ja ein Büchlein gemacht über das Brüten und Aufspringen des Eis, und so kann ich mich auch hineinfühlen in dieses Ritual. Ich brüte momentan ein anderes Ei aus, möchte es nicht unbedingt mit diesem Ritual verbinden. Aber wer weiß?
    Übrigens die Phase14.-21. Dezember ist in diesem Jahr auch aus anderem Grund eine besondere: Jupiter und Saturn nähern sich an zur „großen Konjunktion“ , und zwar kommen sie sich am 21.12. sehr sehr nahe (von der Erde aus gesehen), so nahe, dass nur noch 1/6 des Monddurchmessers zwischen sie passt. Wenngleich die beiden Planeten alle 20 Jahre eine Konjunktion durchlaufen, ist diese schon sehr besonders. Zuletzt wurde eine solche 1223 beobachtet. Im 17. Jahrhundet gab es auch eine sehr enge, aber die konnte man wegen des Sonnenstandes nicht beobachten.
    Im Hintergrund und nicht für das Auge sichtbar tritt auch Pluto in diese Konjunktion ein. Es ist, um es mal so zu auszudrücken, ein epochales Ereignis, was sich da auf Planetenebene abspielt und was sich in den nächsten Jahrhunderten so oder so in der Menschheitsgeschichte ausprägen wird. So – oder so, denn wir sind als Menschen frei, es so oder so auszugestalten. Damit bin ich wieder bei dir und deinem Satz. „…Chance für einen Wandel – einen Wandel zum Guten, zum Lebensbejahenden, zur Freude und für mehr Liebe in dieser Welt“ ja. Immer ist diese Wendung möglich – und auch die entgegengesetzte. Es hängt von uns Menschen selbst ab. Denn wir sind zur Freiheit befähigt.
    Herzliche Grüße, Gerda

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    • Liebe Gerda, ja, wir sind zur Freiheit befähigt. Das ist so ein guter und tiefer Satz. Danke, dass du an ihn auch hier erinnerst.
      Über den besonderen Planetenstand habe ich schon etwas gehört, dazu kommt, dass die beiden in dieser Zeit in den Wassermann treten, Erneuerung also, Saturn, der begrenzt, Jupiter, der verschwenderische Glückverteiler. Aber um ehrlich zu sein, mein astrologisches Wissen ist zu lapidar, ich möchte gerne mal von einer wirklichen Wissenden (ider Wissendem) etwas dazu lesen. Hast du einen Tipp oder weißt du mehr dazu?
      Auf dein Ei bin ich gespannt.
      Hab einen schönen Abend 🌟🕯️🕯️🌟

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      • Ich bin in Astrologie ziemlich unbewandert, liebe Ulli. .
        Ich hab mich ein wenig erkundigt, bei einer Freundin, die etwas mehr weiß als ich, aber durchaus nicht behauptet, nun die volle Durchsicht zu haben. Zunächst: „Die Begegnungen von Jupiter und Saturn werden Große Konjunktionen genannt. Sie gelten in der klassischen Astrologie als Königsaspekt (coniunctio aurea) und stehen symbolisch für eine Vereinigung von Geistig-Spirituellem (Jupiter) mit Weltlich-Politischem (Saturn)“ (website AstroPraxis)
        Ich fragte sie auch nach besonderen Ereignissen damals, als wir dieselbe nahe „Große Konjunktion“ hatten. Ihre Antwort:

        „Was da im Hochmittelalter geschah, habe ich mich auch gleich gefragt. Es war ja keine goldene Zeit im 12.Jahrhundert: Kreuzzüge, Vernichtung der Katharer, der Templer, Inquisition, Verfinsterung der geistigen Welt.

        Zunächst zu der großen Konstellation: Saturn und Jupiter in Konstellation laufen in ca 850 Jahren einmal durch den Tierkreis (Steiner nennt es „die große Himmelsuhr“). Du kannst also von jetzt ca 850 Jahre zurück rechnen, dann kommst Du auf 1170. Konjunktionen der beiden Planeten geschehen alle 20 Jahre. Hier handelt es sich aber um einen siderischen Umlauf, wobei eine kleine Verschiebung auftritt, nämlich der Übergang von einem Zeichen in das nächste, von Steinbock in Wassermann. Diesmal ist Pluto noch dabei. Die Veränderung im Laufe der Geschichte (850 Jahre) ist so zu verstehen, daß sich ein kosmisches Geschehen dann in ein menschlich-Gesellschaftliches wandelt. Seit Februar ist Pluto nun zum dritten Mall bei Saturn-Jupiter, kein freundlicher Gast.“

        Für mich ist der wichtigste Satz: „Die Veränderung im Laufe der Geschichte (850 Jahre) ist so zu verstehen, daß sich ein kosmisches Geschehen dann in ein menschlich-gesellschaftliches wandelt“. Ich verstehe das so: es wäre falsch, eine direkte Beziehung zwischen einer Planetenkonstellation und aktuellen Ereignissen herzustellen,wie es in der Vergangenehit oft geschah, wenn die Menschen angstvoll in den Himmel blickten und meinten, daraus ihr Schicksal ablesen zu können. Die Umsetzung braucht viele viele Menschenalter, den Durchlauf der großen Himmelsuhr. Und es gibt keine Zwangsläufigkeit, sondern es handelt sich um eine Aufgabenstellung, eine Herausforderung. Und da sind wir uns wohl alle einig, egal ob wir nun die Astrologie zu Hilfe nehmen oder nicht: wir stehen inmitten einer großen Aufgabenstellung, und bemühen uns, sie zu verstehen und beizutragen, dass wir als Menschheit nicht scheitern.

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        • „Und es gibt keine Zwangsläufigkeit, sondern es handelt sich um eine Aufgabenstellung, eine Herausforderung. Und da sind wir uns wohl alle einig, egal ob wir nun die Astrologie zu Hilfe nehmen oder nicht: wir stehen inmitten einer großen Aufgabenstellung, und bemühen uns, sie zu verstehen und beizutragen, dass wir als Menschheit nicht scheitern.“ So verstehe ich allgemein die Astrologie und gerne nutze ich ihre Kräfte, wenn ich kann.
          Danke Gerda, dass du so ausführlich geantwortet hast und mein Dank auch an deine Freundin.

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  3. wundervoll, Deine Idee, liebe Ulli.
    Eisvögel? Einmal sah ich einen gemütlich auf einer winzigen Insel in einem Flüsschen sitzen und ich konnte kaum glauben, daß es tatsächlich einer war. Es war wie ein Wunder. Das Blau seiner Federn leuchtete in einem kräftigen auffälligen Blau und ich vergesse es nie.
    Liebe Grüße von Bruni, die immer noch sehr in den Seilen hängt.

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    • Liebe Bruni, ich werde jetzt im Winter mal hier am Fluss Ausschau halten, ich bin mir fast sicher, dass auch hier Eisvögel leben. Gerade eben haben sich hier drei Biber angesiedelt, ich werde bald berichten.
      Ich dachte es ginge aufwärts bei dir, ich las das irgendwo, es tut mir leid, dass es noch nicht soweit ist. Du weißt, dass meine Guten Wünsche mit dir sind.
      Herzliche Grüße am Sonntagabend, mein Bett ruft,
      Ulli

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    • Oh, bei dir war also schon die Schlüpfung 🙂
      Auf alle Fälle freue ich mich dich mit im Netz zu wissen, so spinnt sich ein goldener Faden von Frau zu Frau (bislang ist ja kein Mann dabei 😉 )
      Ob ich darüber blogen werde, weiß ich auch noch nicht, zumal ich ja aus Tradition ab Wintersonnenwende bis mindestens zum 06.01. eine Blogpause mache.
      Liebe Grüße
      Ulli

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  4. Liebe Ulli, eine tolle Idee. Ich bin gespannt, was ich da ausbrüte 🙂
    Die Postkarten sind am Samstag angekommen und sehr gelungen. Dein Bild hängt schon seit einigen Tagen und erfreut mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich die Tür öffne. Vielen lieben Dank und eine angenehme Advents- und Brützeit 🙂 Ganz herzliche Grüße, Annette

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  5. Pingback: Die Halkyonischen Tage beginnen |

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