Poren

Vor lauter sich ernst nehmen erstarren.

Vor lauter sich erkennen den blinden Fleck ausweiten.

Vor lauter sich abgrenzen keine Berührung mehr.

Angst, du frisst die Seelen.

Angst, die Menschen verarmen in aller Sattheit.

Angst, die blinden Augen hören nicht.

Poren und Herz öffnen.

Die Tür nie abschließen.

Groß ist das Lied.

22 Gedanken zu „Poren

  1. Vor lauter sich ernst nehmen erstarren.
    Vor lauter sich erkennen den blinden Fleck ausweiten.
    Vor lauter sich abgrenzen keine Berührung mehr.

    Da nennst du drei Quellen des menschlichen Elends. Groß das Lied? Der Natur, ja, wenngleich ich immer weniger Vögel und keine Bienen mehr höre. Aber das Lied der Menschen verarmt mehr und mehr. Gemeinsames Singen bleibt verboten, gemeinsames Musizieren untersagt, Konzertsäle bleiben geschlossen. Wo Menschen singen, lass dich ruhig nieder? Was blebt: Digitales von Youtube etc.

    Nein, da mache ich nicht mit!

    Gefällt 4 Personen

    • Wie Myriade schrieb, groß ist das Lied des Lebens!
      Natur schließt ja alles mit ein, auch die Menschen, die Sterne, den Himmel, das Meer etc. – die Menschen singen immer weniger, das stimmt, zumindest nicht in D und nicht aus schlichter Lebensfreude. Und jetzt, zu Coronazeiten, noch weniger. Bumm, bumm, bumm, die Angst, die geht herum!
      Aber wir singen, ich mit den Kindern, die Kinder selbst, wir in der buddhistischen Gemeinschaft (es gibt viele Singmeditationen im tibetischen Buddhismus) – zu Coronazeiten mit weit geöffneten Fenstern und mit 4m Abstand, aber wir singen und lassen es uns nicht verbieten. Und ich singe, wenn ich durch den Wald gehe, manchmal … und manchmal treffe ich dann Menschen, die sich genau darüber freuen.
      „Nur böse Menschen kennen keine Lieder“, so heißt es, aber auch das ist nicht die Wirklichkeit.
      Wenn man ganz genau hinhört, singt sogar die Erde.
      Liebe Grüße an dich, Gerda, zur guten Nacht,
      Ulli

      Gefällt 6 Personen

      • Danke, Ulli, für deinen feinen stimmigen und tröstlichen Kommentar. Ja, auch ich singe, falsch zwar, aber was tuts? Und wenn ich singe, fällt alle Last von mir ab.
        Vorhin sah ich die neue Mondsichel und war froh. Gute Nacht auch Dir.

        Gefällt 3 Personen

  2. Wir sind unsere eigenen Fallensteller. Hören wir doch „einfach“ damit auf.
    Und wenn wir wieder lernen, das große Lied überhaupt wahrzunehmen, können wir auch wieder unser kleines Lied singen. Es muss ja nicht im Chor sein.
    Deine Beschwörung wird wirken, Ulli.

    Gefällt 2 Personen

  3. und doch höre ich das Singen, das große Lied, das nicht verstummt und höre es sonntags am Morgen aus der evgl. Kirche, weil die Türen weit gehöffnet sind und keinen störts, alle lächeln und freuen sich darüber.

    Nein, ich bin nicht in der Kirche, aber ich genieße das Singen, das Summen und sich nach den Takten bewegen.
    Wir haben das Singen nicht ausgeschlossen, es ist da, in uns allen, wenn wir nur gut genug hinhören und unsere Sinne weiten …
    Vögel zwitschern draußen und ich höre die Rotschwänzchen im winzigen Vogelbad plantschen. Meist sind es zwei. Kommen die Sperlinge, fliegen sie weg, aber nicht weit, denn sie wollen sich ja noch noch trockenputzen und ich kann ihnen zusehen, wenn ich mich umdrehe

    Liebe Grüße zum Sonntagmorgen von Bruni

    Gefällt 2 Personen

  4. Not taking yourself seriously for all of this
    Not recognizing yourself out of sheer unconsciousness
    want to widen the blind spot
    Not wanting to set oneself apart from the crowd
    longing for the touch
    Fear is the soul’s answer
    Fear is the door for people
    who despite all the satiety in their hearts
    don’t want to become poor
    Fear, open your eyes
    what blind ears do not want to hear
    Protect your own skin
    embrace your own heart
    Lock the door from inner hubris
    and other external attacks
    a little song for itself
    don’t sing for others

    Gefällt 1 Person

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