Sonntagsbilder zum Feiertag

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Der Dreikönigstag ist in Baden Württemberg ein Feiertag. Dreikönigstag ist auch Geschenketag.

Gestern, am ersten Sonntag des neuen Jahres war die 13. Raunacht. Vorbei sind nun Magie und Feentanz (https://www.graugans.org/).

Leise waren die Perchten in diesem Jahr. Stilles Winterwetter mit hohen blauen Himmeln, wolkenlos und strahlend zogen sie von dunkel zu hell zu dunkel zu hell … dreizehn Mal, der Mond nimmt zu. Dazwischen ein bisschen Geheul, ein bisschen Regen, dann wieder still, hoch und strahlend. So auch gestern. Es zog mich hinaus. Ich ging mit leichten und mit schweren Füßen. Je nachdem.

In der Mittagssonne dachte ich an Margariten. An ihre Tapferkeit, an ihre schlichte Schönheit. Ich traf ein Fuchschwänzchen. Wie hatte ich es im Sommer vermisst! Er schenkte mir ein Säckchen Leichtigkeit. Gerade so, wie es Schmetterlinge tun. Auch im Januar.

Ich trat in den Wald hinein.

Tief verläuft die Wintersonne.

(so geknipst – nicht nachgearbeitet!)

Frisch grün leuchten die Moose und Bartflechten. Samtig weich überziehen sie Äste und Steine, malen sie Muster ins braune Blätterwerk, verkleiden sich als Bäume.

Kleine Reifwunder liegen auf reiffreien Wegen. Fein gesponnenes Feenhaar.

Still ist es im Wald. Meine Schritte rascheln durchs Laub. Auf laubfreier, weicher Erde verstummen auch sie. Feuchte Erde, frisch gefällte Fichten und der Raureif der Schattenlagen kitzeln die Schnupfennase. Manchmal hämmert ein Specht. Das sonntägliche Gebrumm von kleinen Motorflugzeugen stört nicht. Als gehöre es schon dazu! So, wie Brüche.

Wenn etwas im Leben bricht, ist es gut, wenn etwas standfest bleibt!

Ich gehe bergab und bergauf, in dieser Reihenfolge.

Zeit verrinnt. Schon sinkt die Sonne tiefer. Wie sie sich anschickt hinter den Berg zu sinken, steht der zunehmende Mond am noch immer tiefblauem Himmelszelt.

Ein stiller Abschied der DazwischenZeit.

41 Gedanken zu „Sonntagsbilder zum Feiertag

  1. Ich bin nicht mit Raunächten und Zwischenzeiten aufgewachsen. Es gab nur die Zeit zwischen den Jahren, die wenigen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. Aber sie waren ohne jede Bedeutung. Bei dir und Emil lerne ich sie ein bisschen kennen, Danke dafür!
    Liebe Grüße schickt Elvira

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    • Mir ging es ja nicht anders als dir, ich lernte mich erst mehr im Jahreskreis zu verorten und seine spezifischen Seiten kennen, als ich die Ausbildung zur Visionssucheleiterin gemacht habe und das Medizinrad kennengelernt habe. Ich habe ja schon öfters hier darüber berichtet und freue mich, wenn ich damit etwas weitergeben kann.
      Liebe Grüße
      Ulli

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  2. Klees goldener Fisch – vor ein paar Tagen sah ich ihn mal wieder irgendwo in Bloghausen – und nun ist er lebendig geworden und schwimmt durch deinen Wald. Bald wird die Sonne untergehen und er erlischt. Du hat ihn in dem Moment seines Auftauchens gesehen und eingefangen, damit auch wir ihn sehen können.
    Dein Text öffnet hohe helle Räume, blau durchflutet, oder redet vom Mond am noch hellen Himmel. So ist es gut, so darf nun das Neue Jahr beginnen. Mit Epiphanias: hier ist der 6. Januar nicht das 3-Königsfest, sondern die Segnung der Gewässer und die Erscheinung/Verklärung Christi (Theophanie: Gott erscheint dem Menschen). Für mich ist es das schönste und wichtigste Fest im Jahresumlauf. In der Ostkirche – also in Armenien, Syrien, Russland, Serbien, Ukraine, Ägypten etc beginnt heute das Weihnachtsfest,
    Möge das Jahr gesegnet sein, wie auch heute die Gewässer gesegnet werden. Liebe Grüße! Gerda

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    • Ein schöner Brauch die Gewässer zu segnen! Den nehme ich nun mir. Heute werde ich noch den wilden Mühlbach sehen und die Gelegenheit nutzen!
      Blätter und Fische haben so einiges gemein, das hat wohl auch Paul Klee gesehen. Danke, dass du mich an sein Bild erinnert hast 🙂
      Auf Gomera war der Dreikönigstag ein sehr hoher Feirtag, alle Cafés und Restaurants hatten geschlossen. Fein gemachte EinwohnerInnen gingen mit Geschenken hierhin und dorthin, fand ich sehr passend.
      Liebe Grüße
      Ulli

      Gefällt 2 Personen

  3. Lauter Zauberbilder, liebe Ulli. Deine Perchten waren leis, meine waren ganz schön laut, sie heulten mit dem Wind, griffen mit Eisfingern an mein Herz, tagseits lagerten sie in den Wiesenschatten am Hang. Der Ritt war im Traum wieder wild, noch wilder als sonst, sowohl dem Graugeist als auch mir stand am Ende Schaum vorm Maul. Sei’s drum: draufbleiben ist alles, die Rodeoprinzessin hört dann Turbonegro aus Norwegen.
    Jetzt ist innen schön aufgeräumt und ich zupfe an Januarsonnenstrahlen, damit sie länger werden und die Schlaf-Erde in den Frühling lichtfingern können.
    Ein frohes Dreikönig,
    Herzlich,
    Amélie

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    • Das klingt wahrlich nach einem wilden Ritt, liebe Amélie, wie unterschiedlich es doch je nach Wald und Lage ist!
      Hier scheint seit Tagen die Sonne von einem wolkenlosen Himmel und man meint schon, dass die Tage länger werden, werden sie ja auch 😉
      Gutes dir und liebe Grüße
      Ulli

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      • Liebe Ulli,
        Unabhängig vom Außen erlebt jeder seinen Innerritt anders, so ist es wohl. Die 13. Fee, ist sie fort oder ist sie nicht auch ein Teil von Dir selbst, hier und heute ein leuchtender? Die Feen rufen immerzu nach Wandel…
        Hier grisselt es schon seit ein paar Tagen, doch Neujahr sonnenstrahlte, auch hier bei uns im Teuto. Ab dann war allerdings Dichter Nebel zu Besuch und heute schauert es.

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  4. Liebe Ulli,
    apropos „was man so in Bildern sieht“: im ersten Bild assoziiere ich Fische.
    Die geheimnisvolle Stimmung in manchen der Waldbilder gefaellt mir sehr.
    Liebe Gruesse, und eine feine Woche,
    Pit

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    • Guten Abend/guten Tag lieber Pit, die Fische sehen heute ausnahmslos alle 🙂
      Manche Abschnitte der hiesigen Wälder sind wirklich traumhaft schön und haben sich noch etwas Magie bewahren können, nicht so ist es in den „Stangenwäldern“ = Fichtenmonokulturen, aber da gehe ich selten hin.
      Herzliche Grüße
      Ulli

      Gefällt 1 Person

  5. Liebe Ulli,
    Du bist eine echte Künstlerin mit deiner Kamera. Du zeigst mehr als was das Auge sieht und verleihst deinen Bildern symbolische Bedeutung. Ich sehe, dass der Winter euch so weit gnädig gestimmt war. Hier kommt jetzt ein Schneesturm nach dem andern. Sylvester hatten wir deswegen keinen Strom und brachten den Abend bei Kerzenlicht zu.
    Viele liebe Grüße aus dem verschneiten Kanada!

    Gefällt 2 Personen

    • Hui, ihr habt richtigen Winter, lieber Peter, das kann wunderschön, aber auch sehr herausfordernd sein. Wir hatten bislang nur Schneeintermezzi, nun gibt es in der nacht Frost, der als Reif in den schattigen Teilen der Landschaft bleibt und in der Sonne glitzert, aber Schnee gibt es selbst auf den Höhen nur sehr wenig. Ich bin gespannt was und ob noch etwas kommt.
      Ich wünsche dir, dass ihr vor Katastrophen geschützt sein möget und die Winterpracht genießen könnt.
      Liebe Grüße
      Ulli
      und danke fürs Kompliment, ich freue mich dann wirklich immer sehr 🙂

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  6. Wundervoll, Dein erstes Bild, liebe Ulli. Dieses Leuchten im Blätterwald, der Fisch, in den sich das Blatt verwandelte und wie schön geht es weiter mit Deinen Worten und Bildern. Die Farben mit Zauber besprüht, die Worte mit Poesie gefüllt. Schwere und leichte Gedanken haben Dich bewegt und wie zauberhaft klingen auch diese Worte von Dir
    *Er schenkte mir ein Säckchen Leichtigkeit. Gerade so, wie es Schmetterlinge tun.*
    Wie gut, daß Du ihm begegnet bist! Du bist auf einem Weg, bei dem Du das Hinab schon hinter Dir hast.
    Ganz herzliche Abendgrüße von Bruni an Dich

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