Etüde 04 Februar 2019

Miniatur 004 2019

Ein aufgemaltes Hinkekästchen auf dem Trottoir lässt ihr altersschwaches Herz vor Freude hüpfen. Erinnerungen an längst vergangene Kindertage steigen hoch. Hinkekästchen, die gehörten in die ersten warmen Tage, wie rutschende Kniestrümpfe, anstelle von kratzenden Wollstrumpfhosen, wie Rollschuhfahren, wie das Säckchen mit den Murmeln in den Hof tragen. Als stecke ein Lesezeichen in ihren inneren Erinnerungsseiten, die sich von allein aufschlagen, beim Anblick eines selten gewordenen Hinkekästchen auf dem Trottoir.

69 Wörter



Dies ist ein Beitrag zum abcEtüden-Projekt von Christiane, mit einer Wortspende von wortgeflumselkritzelkram.

56 Gedanken zu „Etüde 04 Februar 2019

      • grad vorhin wurde ich durch ein like zu einem früheren Beitrag von dir gelockt, in dem es ebenfallls um Kniestrümpfe und Hinkekästchen ging. Und ums Verschweigen und sich Nicht-Erinnern-Wollen. Die Kindheit ist so facettenreich, und manchmal tut es gut, anhand eines aufgemalten Hinkekästchens einem lebensvollen, positiven Strang in die Vergangenehit zu folgen. Das ist dir hier sehr gut gelungen.

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        • Ja, auf den hatte ich auch hier im Kommentarstrang aufmerksam gemacht – Kniestrümpfe und Hinkekästchen sind geblieben, aber ansonsten sind es doch verschiedene Erinnerungen, wie du ja auch schreibst und wie es so war, es gab die unbeschwerten Stunden und es gab die Schwere, die aber nicht alles bestimmend gewesen ist.
          liebe Grüße
          Ulli

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  1. Hinkekästchen, was für ein entzückendes Wort. Wenn nicht das Foto dabei wäre, hätte ich nicht die leiseste Ahnung, was es ist. Vielleicht ist das ein Hinweis auf den Ursprung des Spiels …. hinken ….

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  2. In meiner Kindheit war es für Jungs unschicklich Hinke-Pinke zu spielen. Ich habe es dann heimlich mit meiner jüngeren Schwester gespielt und sie vergattert es keinem weiter zu sagen. Danke für den Anlass schöne Erinnerungen zu erwecken. Liebe Grüße, Joachim.

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    • „Vergattern“ … das ist aber ein tolles Wort, noch nie gehört! Danke und „Hinke-Pinke“ ist auch klasse.
      Ich danke dir für zwei neue Wörter, die mir Freude machen. Du siehst mich lächeln 🙂
      herzliche Grüße
      Ulli

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  3. Wie schön sind die drei Wörter untergebracht, liebe Ulli, und wie das Hinkekästchenspiel bei uns hieß, wollte mir erst nicht einfallen, aber da kam es schon, jaaaaa, es war Himmel und Hölle und die Murmeln die Klicker 🙂
    Als die Hula-Hupp-Reifen kamen, gab es für mich nur noch diesen und eine Zeitlang sonst nichts mehr. Es machte den meisten Spaß.
    Wie recht hast Du doch, Schweres gab es, aber auch das Gute und Schöne und dann wurden wir erwachsen… so nach und nach, aber die Erinnerungen, die blieben.
    Ganz herzliche Grüße von Bruni an Dich

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    • Liebe Bruni,
      die Schwere gab es Zuhause, zwischen Gummibaum und Chrysanthemen, sie gab es nicht im Hof, nicht im Spiel mit all den anderen Kindern, da gab es anderes …
      Meine Favoriten waren Ballspiele, Gummitwist, Seilspeile und … jaaa, Hinkekästchen.
      Herzliches zur guten Nacht,
      Ulli

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      • jaaaa, das Ballspielen, aber mehr als vier auf einmal schaffte ich nie, doch das Seilspringen mochten wir Mädchen alle sehr. An Jungs dabei erinnere ich mich nicht

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        • Wr hatten einen richtig großen Hof und waren Kinder aus allen Altersklassen und natürlich gab es Jungs und Mädchen – mit den Jungs spielten wir Brenn-, Völker- und Fußball, fuhren mit ihnen um die Wette Rollschuhe und bei dem Spiel mit den Murmeln waren sie auch dabei – Seilspringen, Gummitwist und gewisse Ballspiele aber machten nur wir Mädchen.

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  4. Liebe Ulli,
    Sozusagen beschwörst Du Himmel und Hölle, denn so nannten wir das Hinkespiel. In der Gesäßtasche der Jeans oder im Anorak steckten in der Regel ein Taschentuch, ein Stückchen Kreide, ein Springstein und ein Tütchen Leck-Brause, vorzugsweise Geschmacksrichtung Waldmeister. Die Murmeln kamen nur bei Schönwetter zum Einsatz. Ich freue mich immer, wenn ich ein Himmel und Hölle-Spiel auf dem Bürgersteig aufgemalt sehe. Das Spiel gibt es in vielen Ländern.
    Feine Etüde.
    Lieben Dank und Gruß✨

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    • Oh … Leckbrause und jaaa, Waldmeister, nur das galt! Ok … Himbeere tat´s auch, aber nur, wenn Waldmeister aus war. Und was für Brause galt, galt auch für Wackelpudding …
      Das Stofftaschentuch … das ist eine andere Geschichte, auf die ich gerne einmal zurückkomme!
      Liebe Fee, danke für deine inputs und Erinnerungen 🙂
      Herzliche Grüße
      Ulli

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  5. Ich benütze monogrammbestickte Stofftüchlein, wenn ich mich unter Feinstbekleidete begebe. Sie wurden früher leicht gestärkt und dann gebügelt. Der Duft ist magisch.
    Na ja- ich komme aus einer Textilstadt…
    So, wie die Erinnerungen Magie sind. Wie die Straße roch, wenn man Kreide versuchte in den Regen zu zeichnen. Die Düfte der Kindheit, so selbstverständlich wie die Nase im Gesicht atmet und vergleicht: was davon existiert noch? Und dann der Genuss, wenn man etwas von früher wiederfindet, zum Beispiel die Hieroglyphenschrift, die Geheimsprachen der Jugend, erbsleberbs, die Erbsensprache, die Enigma aufrührerischer Backfische, für Erwachsene nicht entschlüsselbar und Zitronensaft -mit dem Tinte unsichtbar auf Papier wurde.
    Ach ja, schreib es bitte auf- die Taschentucherinnerung, hier hast Du meine.
    Schönen Sonntag✨

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    • Welch feine Erinnerungen, liebe Fee! Bei gebügelten Stofftaschentücher fällt mir ein, dass ich auch immer eins dabei hatte und hatte ich mal wieder meine Schuhe eingesaut, wurden sie mit Pfützenwasser und eben diesem Taschentuch gereinigt, das Taschentuch war dann wieder einmal verloren gegangen – ich schmiss es jedes Mal in eine der Großen Hoftonnen. So gab´s dann keinen Ärger …
      liebe Grüße,
      Ulli

      Gefällt 1 Person

  6. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 10.11.19 | Wortspende aus dem Fundevogelnest | Irgendwas ist immer

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