Raum

Zweiter Teil

Der unendliche Raum ist blau am Tag und leer, wenn keine Wolke zieht.

So leer schenkt er keinen Halt. Ein Stern, eine Wolke, ein Flugzeug ändert sofort alles.

Um Raum darstellen zu können braucht es also „etwas“, sonst zeigt sich „nur“ ein azurblaues Rechteck.

Zugegeben, eine sehr feine Projektionsfläche!

draufklick = große Bilder

Liezi (ca. 450 v. Chr.) befasste sich u. a. mit Fragen zur Grenzenlosigkeit von Zeit und Raum. Seine Ausführungen zeigen Parallelen zu den Antinomien der reinen Vernunft von Immanuel Kant

In seinem Werk Liezi, Das wahre Buch vom quellenden Urgrund werden im 5. Buch diese Fragen näher erörtert:

Tang von Yin sprach: „Gibt es dann im Raum eine äußere Grenze und letzte einfache Teile?“ Gi von Hia sprach: „Das weiß ich nicht.“ Tang fragte dringender. Gi sprach: „Gibt es einen leeren Raum, so hat er keine Grenzen, gibt es nur erfüllten Raum, so hat er letzte einfache Teile. Wie kann ich das erkennen? Doch kann man jenseits der Grenzen des Leeren noch einmal ein grenzenlos-grenzenloses Leere denken, innerhalb der unendlich kleinen Teile noch einmal unendlich-unendlich kleine Teile denken. Da jenseits des Grenzenlosen noch wieder ein grenzenlos Grenzenloses und innerhalb des unendlich Kleinen noch wieder ein unendlich-unendliches Kleines ist, so kann ich mir denken, dass es keine Grenzen und keine letzten einfachen Teile gibt, nicht aber denken, dass es Grenzen und einfache Teile gibt.“
Quelle → https://de.wikipedia.org/wiki/Raum_(Philosophie) 


Wie geht es dir mit der Unendlichkeit, bzw. mit der Grenzenlosigkeit des Raums?

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52 Gedanken zu „Raum

  1. Für uns normale Menschen auf unserer winzigen Erde erscheint das All grenzenlos, das All symbolisiert durch das allumfassende endliche Blau über uns …
    aber vielleicht ist unser Kosmos ja sehr endlich, integriert in einen Superkosmos als kleines All inmitten Milliarden anderer Alls …
    wir wissen es nicht und wir werden es auch nie wissen, die Dimensionen sind einfach für uns kleine Erdenbürger viel zu gigantisch.

    Hauptsache ich fühle mich auf unserem kleinen Planeten (noch) wohl mit der winzig kleinen Atmosphäre um uns herum, die wir wie die blöden Affen immer weiter versauen, obwohl wir um ihre Empfindlichkeit wissen …

    Feiner Beitrag, liebe Ulli, regt zum Denken an, und das kann ja nie schaden, finde ich.
    Herzliche Morgengrüße
    from me to you, Lu

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  2. Die Vorstellung davon, was denn „dahinter“ ist, wo die Welt zu Ende ist, ja wo ist denn die Welt zu Ende? Gibt es ein physisches Ende überhaupt? und was ist dahinter? Unvorstellbare Weiten, die Unendlichkeit von Raum und Zeit sind Dimensionen, die im wahrsten Wortsinne unfaßbar sind. Aber es ist eine schöne Vorstellung, die Gedanken in diese Unendlichkeit reisen zu lassen, wenn ich beispielsweise am dunklen Strand liege, die Milchstraße beobachte und Gedanken nachhänge, daß es noch Milliarden andere, teils noch größere Galaxien gibt. Momente, in den mir meine eigene Winzigkeit in Raum und Zeit bewußt wird, die Engheit des eigenen Sichtfeldes aber auch die Verbindung, die Transzendenz zu anderen Sphären, Energiefeldern, die Unendlichkeit der gedanklichen Räume, die Weite des WeltenRaums, in dessen Relation die alte Mutter Erde ein winzigkleines Staubkörnchen ist, auf dem Gott oder Göttin das Experiment „Menschheit“ ausprobiert hat – und wir sind Teil dieses Experiments, bestenfalls dankbar dafür, daß wir fähig sind, solche Gedankenspiele machen zu können, das Blau des Himmels sehen und hoffentlich in der Lage sein werden, diese vergleichsweise winzige und so verletzliche kleine Kugel, auf der wir wohnen, mit viel mehr Liebe zu behandeln, als wir, die Menschen es derzeit tun.
    Ganz lieben Gruß vom ollen, grauen Wolf aus dem Land am Meer.

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    • Hallo Wolf, so schön dich wieder einmal hier zu lesen!
      Die Welt ist für mich dort zuende, wo mein Vorstellungsvermögen aufhört, alles andere sind für mich Theorien, die ich glauben kann oder nicht. Man sagt ja immer glauben heißt nicht wissen, damit aber wollte ich mich schon als Kind nicht abspeisen lassen. Dieser Beitrag ist von daher ein Herantasten an etws, das ich nicht weiß, um vielleicht so mehr verstehen zu können. Dazu kommt meine eigene Frage nach der Darstellung des Raums, es ist ja einfach eine leere Kiste, ein Zimmer etc. darzustellen aber den leeren Raum? Ein Versuch war es wert und immerhin bin ich zu einer Minierkenntnis gekommen, nämlich dass es „etwas“ braucht, um die Größe dahinter, wenigstens im Ansatz, fassbar zu machen.
      Zu allem anderen was du schreibst kann ich nur nicken und dir dafür herzlichst danken.
      Liebe Grüße zu dir ans Meer, von mir auf dem Berg,
      Ulli

      Gefällt 3 Personen

    • Was du Sicherheit nennst, nenne ich Halt, geschisterlich verbunden sind sie, diese beiden Begriffe, wie mir scheint.
      Stimmt, wir können es nicht begreifen, nur erahnen, dazu kommt, dass alles vielleicht noch einmal ganz anders ist, wir gehen ja von unseren staubgroß menschlichen Wahrnehmung aus, mehr geht nicht.
      Ganz liebe Grüße an dich, liebe Priska,
      Ulli

      Gefällt 1 Person

  3. alles ist von etwas abhängig – so kann auch „raum“ nicht ohne irgendetwas existieren, meine ich, sonst wäre er nicht definierbar… ach, das ist so sehr komplex! unvorstellbar finde ich die unendlichkeit. allerdings mag ich den gedanken. dass über uns der himmel immer unendlich weiter führt, wohin auch immer… 🙂
    solche fragen und gedanken machen mich immer ein wenig schwindelig, deshalb sei mir nun sehr lieb gegrüßt und hab dank für diese überaus interessanten raum-beiträge!
    diana

    Gefällt 3 Personen

    • Liebe Diana, genau dieser Schwindel erfastt auch mich immer wieder, wenn ich über die Unendlichkeit nachdenke, schön, bin ich damit nicht alleine 🙂
      Und ja Raum braucht „etwas“ für die Definition und eben auch für die Darstellung um die es mir hier ja im besonderen ging und geht.
      Es gibt am Montag noch einen dritten Teil … danke für dein Interesse und deine Resonanz, freut mich sehr
      🐻 = bärige Grüße
      Ulli

      Gefällt 1 Person

  4. Raum ohne Objekte, die ihn bevölkern, hat keine Bedeutung. Er ist weder groß noch klein. Man könnte sagen er existiert nicht. Was nützt all das Forschen, wen die Natur in allernächster Nähe so viel zu bieten hat, dass unsere kurze Lebensspanne nicht ausreicht, das alles zu erfassen und zu begreifen. Da fällt mir ein Spruch ein, der gut zu deinem zum Denken anregenden Post passt: das Unendliche mindert sich nicht, wenn das Endliche wächst, und das Geheimnis verbleibt. Hab noch einen erholsamen Tag, liebe Ulli!

    Gefällt 2 Personen

    • Lieber Peter, herzlichen Dank für das Zitat, das mir sehr gefällt! Das Geheimnis des Lebens, seines Entstehens und Vergehens bleibt erhalten, egal wie weit die Wissenschaft gekommen ist und das ist gut so.
      Mich interessiert zweierlei, das eine eure Meiung zur Unendlichkeit, das andere betrifft mich selbst und die Darstellung von Leere und Raum, die ich mir nun ja schon auch selbst beantwortet habe und du auch noch einmal, ein leerer Raum braucht „etwas“, um überhaupt dargestellt werden zu können.
      Liebe Grüße
      Ulli

      Gefällt 2 Personen

  5. Eine alte Bauernweisheit besagt: Das Universum dehnt sich immer weiter aus, bis es am Sankt-Nimmerleins-Tag endlich unendlich ist. 😉
    Nachdem Raum und Zeit Begriffe unseres begrenzten menschlichen Denkvermögens sind, werden wir Unendlichkeit/Ewigkeit naturgemäß nicht wirklich erfassen können. Dennoch lohnt es sich, wie ich finde, darüber nachzudenken. Wenn auch vielleicht auf eine Weise, die den Verstand die zweite Geige spielen lässt. So können wir möglicherweise eine blasse Ahnung von diesen Dingen bekommen. Wobei diese blasse Ahnung auch völlig ausreichend ist. Wenn wir einen Eimer mit Wasser aus dem Meer füllen, ist er voll – egal wie viel Meer noch übrig bleibt. Mehr Meer geht nicht in den Eimer – aber es reicht, um zu erfassen, dass das Meer viel mehr ist. 🙂
    Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

    Gefällt 3 Personen

    • Lieber Random, danke für deinen pöastischen Kommentar! Das Bild des Eimers und dem Meer gefällt mir sehr. Mir geht es um ein kleines bisschen mehr Verstehen, aber vor allen Dingen um die Darstellung, für die ich oft keine Worte habe, obwohl die Bilder sprechen. Dafür sind sie da, wie auch die Musik und die Lyrik und manch anderes.
      Gespürige Grüße in der Nacht
      Ulli 🐻

      Gefällt 3 Personen

      • Es ist nach meiner Erfahrung immer wieder hilfreich, wenn man zumindest versucht, solche Dinge auch verbal auszudrücken, im vollen Bewusstsein darum, dass man zwar nicht alles in Worte FASSEN (der Eimer lässt grüßen) kann, aber dass eben auch auf diesem Weg immer wieder eine Annäherung möglich ist. Diese stete Annäherung scheint mir lebenswichtig. Ein bisserl mehr verSTEHEN (weil man so ein Fundament bekommt für sein Da-Sein), ein bisserl mehr beGREIFEN (was einem ein Gefühl fürs Leben gibt). Wenn wir in dieser Richtung das Menschen-Mögliche tun, ist schon viel gewonnen. 🙂
        Mit raumwandlerischen 😉 Grüßen 🐻

        Gefällt 3 Personen

        • Klarheiten und Haltungen können wohl nur über diese Wege, wie du sie beschreibst, entstehen. Wenn es auch bei diesem speziellen Themen keine endgültige Klarheit geben kann.
          Vielen herzlichen Dank und liebe Grüße
          Ulli

          Gefällt 2 Personen

  6. Eine zu schwere Frage, auf die es keine Antwort geben kann, auch nicht die der Superstrings.
    Es wird eine Art Gewebe geben, aber kein materielles. Aber selbst das fusst auf menschliche Begriffe.
    Der big bang hat etwas durch zufall geschaffen,unendlich andere varianten zeitgleich. In anderen universen.

    Gefällt 1 Person

    • Hab herzlichen Dank, Gerhard für deins. Ich glaube auch nicht, dass sich eine wirkliche Antwort finden lässt, so bleibt das Geheimnis des Lebens, seines Werdens und Vergehens bestehen und das ist ja auch ganz in Ordnung so!
      liebe Grüße
      Ulli

      Gefällt 1 Person

  7. Deine Bilder sind sehr aussagefähig, liebe Ulli, und deshalb sehr interessant.
    Sehe ich im Blauen des Himmels nichts, ist es für mich kein Nichts, sondern eine wundervolle azurblaue Weite, in der ich das Unendlich ahne und weiß, es ist nicht nur ein Viereck, sondern so viel, daß ich es mit meinem Spatzenhirn nicht fassen kann, aber ich kann ihm Respekt zollen und ihn bestaunen, diesen Himmelsraum, der sich zur Unendlichkeit ausdehnt und sich meiner Denkfähigkeit entzieht.
    Ein toller Beitrag, liebe Ulli
    Liebe Grüße zur Nacht von Bruni an Dich 🐻

    Gefällt 1 Person

    • Nunstell dir aber einmal vor du gehst in eine Galerie und da hängt nur dieses azurblaue Bild, ohne weitere Erklärung, ohne weiterführende Bilder, wie wäre es dann 😉
      Vielen herzlichenDank an dich, Bruni,
      liebe Grüße
      Ulli

      Gefällt 1 Person

  8. Uih, da gäbe es eine Menge zu zu sagen. Ich halte es mal mit dem guten alten Peter und seinem Drachen Tabaluga: Danke an das Leben Songtext
    Danke an das Leben
    Für meine Augen, die viel sehn
    Was mir Freude macht
    Den Baum, die Wolken und die Nacht
    Sie können mit mir weinen, lachen, staunen
    Danke für den Blick in andre Augen

    Danke an das Leben
    Meine Stimme und die Dinge
    Die ich sag und hör
    Das Lied, die Sprache und das Meer
    Sie können mit mir lachen, weinen, singen
    Danke für den Klang der andern Stimmen

    Danke an das Leben
    Für die Gedanken, die stets wach sind
    Auch im tiefen Schlaf
    Den Traum, die Sehnsucht und die Tat
    Sie können mich begeistern, bremsen, lenken
    Danke für den Wunsch, wie andre zu denken.

    Danke für die Finsternis
    Ohne die das Licht nichts ist
    Danke für das Böse
    Das das Gute gut sein lässt
    Der Himmel wird erst schön durch ein paar Wolken

    Danke an das Leben
    Für meine Augen, die viel sehn
    Was mir Freude macht
    Den Baum, die Wolken und die Nacht
    Sie können mit mir weinen, lachen, staunen
    Danke für den Blick in andre Augen
    Danke für den Blick in andre Augen
    Danke für den Blick in andre Augen

    Gefällt 1 Person

    • Dass ich dich einmal freischalten muss, das hätte ich auch nicht gedacht, meine Liebe 😉 – du kommst vorbei und hinterlässt gleich einmal so einen schönen Liedtext, der so passt: „der Himmel wird erst schön durch ein paar Wolken“, wie überhaupt diese ganze Strophe –
      danke Bigi für deinen Blick auf meins.
      Grüße von Herz zu Herz am useligen Sonntagmorgen,
      Ulli, die dir keinen Schnee mehr schicken kann, er regnet soeben weg …

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  9. Pingback: Weite | GERDA KAZAKOU

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