Zitat

Im Wendekreis von Liebe und Hass: Über das Elend der Pornografie — Neue Debatte

Ein sehr lesens- und nachdenkenswerter Artikel. Er passt auch zu der heutigen Radiosendung im SWR2, in der das Ganze auch Thema gewesen ist und eine Psychologin von ihren Erfahrungen in ihrer Praxis gesprochen hat, die den letzten Satz bestätigen.

Die Pornoindustrie ist eine Facette der Welt, die vor unseren Augen in den Abgrund torkelt. Im großen Endspiel zerstört sie das Lieben, Begehren und Umarmen. Der Beitrag Im Wendekreis von Liebe und Hass: Über das Elend der Pornografie erschien zuerst auf Neue Debatte.

über Im Wendekreis von Liebe und Hass: Über das Elend der Pornografie — Neue Debatte

Werbeanzeigen

33 Gedanken zu „Im Wendekreis von Liebe und Hass: Über das Elend der Pornografie — Neue Debatte

  1. mit dieser Branche kenne ich mich nicht aus. Bei Kids sehe ich vor allem kriegsähnliche Spiele, wo serienmäßig Leute abgemurkst werden, eine ebenfalls von den USA ausgehende Form der Geisttötung. Das ist alles so krank.

    Gefällt 4 Personen

    • Sex and crime, das sind Unterlagen für viele Bücher und Filme und so gerät einiges davon in unsere Köpfe. Als Erwachsener kann ich entscheiden was davon ich lese oder anschaue. Mir geht es hier im besonderenmal wieder um die Kinder, wenn ich lese, dass schon 9jährige sich Hardcorepornos anschauen (können), dann bereitet mir dies ein großes Unbehagen, da für sie etwas zur „Normalität“ wird, was für mich nichts mit Liebe und Freude aneinander zu tun hat.
      Ob wir nun wirklich vor einem Abgrund stehen weiß ich nicht, auf jeden Fall sehe ich viele düstere Tendenzen, die ich aber nicht bereit bin hinzunehmen.
      Herzliche Grüße an dich, Peter,
      Ulli

      Gefällt 2 Personen

  2. Liebe Ulli, ich habe mir jetzt den ganzen Text durchgelesen (eigentlich nur wegen dir) und es ist einfach nur ein aufgesetzter Wirrwar aus überwiegend online erhältlichen Infos, die stark subjektiv eingefärbt wurden. Vor etwa 10 Jahren durfte ich einen Artikel dazu schreiben (den ich leider aus rechtlichen Gründen nicht einfügen darf) und dabei habe ich mit Deutschen und US Darstellern persönlich gesprochen. Abgesehen von den immer gleichen Worthülsen über den Spaß an der Arbeit, gab es aber auch andere Aussagen. Über den Wunsch viel Geld in kurzer Zeit zu verdienen, sich auszutoben (ohne dabei an das damals noch nicht ganz so agile Internet der Zukunft zu denken), aber auch eine Art Zuhälterei durch Produzenten gab es natürlich, auf beiden Seiten der Geschlechterfront. So wurden Darstellerinnen durchaus mit Drogen gefügig gemacht, während die Herren mit allerlei (auch chemischen) Hilfsmitteln auf Dauerleistung getrimmt wurden, um so etwa 3 Stunden (die Länge eines durchschnittlichen US-Szenendrehs) ihren Mann stehen zu können, abgesehen davon, dass einem dabei ganze Horden zugucken, wie eben bei einem richtigen Film. Ich kann mich nicht erinnern, dass es in meiner Jugend Jungs gab, die nicht einen Blick in den Playboy werfen wollte, aber die Qualität und der Umfang ist heute ein ganz anderer. Der nachlässige Umgang mit Pornografie im Netz setzt heute schon die Grundschüler unter Druck, in Selbstzweifel und in ein Gefühlschaos, weil selten jemand da ist, der ihnen erklären könnte warum Sex so wichtig sein soll. Auch hier zulande wurden Pornogrößen wie Teresa Orlowski, Dolly Buster und andere gehypt und auch gerne in Talkshows eingeladen (klar war die Quote ausschlaggebend) und immer dieselben dämlichen Fragen gestellt und auch genauso doof beantwortet, doch das Problem liegt in der Kontrolle, denn Erwachsene sollten selber entscheiden können, ob ihnen solche Filme gutun oder nur einen Fetish befriedigen, den sie nicht mit dem Partner ausleben können, falls es einen Partner gibt. Auch im Bundestag gab es damals eine große Anhängerschaft an Pornostarlets und Drogen. Seit dieser Feststellung wurden die Toiletten des Bundestages für die Öffentlichkeit gesperrt. Wer also verhindern möchte, dass seine Kinder mit all dem Müll belastet wird, der heute so durchs Netz schwimmt, muss sich mit der Technik der PCs, Smartphones & Co. auseinander setzen und nicht darauf hoffen, dass geifernde Abgeordnete dies für sie per Gesetz erledigen. Da ich gelegentlich Kindersendungen ansehen muss, die teilweise ohne Altersfreigabe für Kinder aufwarten, frage ich mich immer öfter, wer angeblich diesen Dreck kontrolliert und freigibt, denn da werden Zeichentrickkinder mit Wasser besprüht, damit ihnen große Brüste wachsen und ein Onkel ihnen dann die nächsten 24 Stunden nachstellt, bis dieser Effekt wieder nachlässt. Davon gibt es einige Beispiele, die dann für die zusehenden Kinder „normaler Alltag“ werden, weil es ja im TV läuft und die Eltern das SEHEN ja ausdrücklich erlaubt haben. Ich setze dies aber nicht gleich mit einer Kinderpornoindustrie, welche in meinen Augen viel zu wenig verfolgt wird, mit zu geringen Mitteln, zu wenig Mitarbeitern und zu wenig Technik, obwohl die Zahlen von Menschen, die sich damit privat auseinandersetzen, gigantisch hoch ist. Und wer hat nicht noch Edathy im Kopf, der noch von Kollegen gewarnt wurde, um schnell seine Daten vernichten zu können. Ein zynischen Umstand, wie er menschenverachtender kaum sein könnte, denken doch unsere Politiker nicht einen Moment darüber nach, wie es wohl wäre, wenn ihre eigenen Kinder so missbraucht würden. Da rede ich noch nicht mal von der Art Killerspiele, wie sie letzes Weihnachten wohl unter so manchem Tannenbaum gelegen haben, um 16 jährigen die friedliche Zeit an den Feiertagen zu erleichtern. Diese Industrie um Sex und Gewalt gibt es nur, weil wir alle es zulassen, weil es inzwischen fast anonym möglich ist und weil es immer noch ein Tabu in Deutschland ist über Sex, Nacktheit, Lust & Co. zu reden. Da mache ich mir um eine Stormy Daniels, und wie sie alle heißen mögen, gar keine Sorgen, wenn trännenreich berichtet wird, wie schrecklich es mit Trump war intim zu sein. Dabei will ich es hier mal belassen …

    Gefällt 6 Personen

    • Lieber Arno, vielen herzlichen Dank für deine Ausführlichkeit. Du greifst den Punkt heraus, der mir am wichtigsten ist: die Kinder. Dass sie für HardcorePornos missbraucht werden ist das erste No-Go für mich, das zweite, dass es so einfach ist sich diesen Mist anzuschauen, da damit eine Realität geschaffen wird oder dafür gehalten, die keine ist.
      Als erwachsener Mensch kann ich wählen was ich anschaue und wie ich es bewerte, aber Kinder haben bekanntlicher Weise diese Filter noch nicht und sie gehören geschützt. Lieber keinen Fahrradhelm, dafür aber eine Kontrolle der Erwachsenen über PCs und Smartphones. Müssen überhaupt schon 9jährige ein Smartphone besitzen? Nein! Das am Rande. Ich glaube auch nicht, dass Eltern ihre Kinder wirklich schützen können, es gibt die Freunde und Freundinnen. Als ich klein war las ich bei ihnen die von meiner Mutter verbotenen Micky Maus Hefte, wieso sollte es mit Hardcorepornos anders sein?! Aufklärung in Schulen und Elternhäusern ist da angesagt, eine offene Debatte über Sex und was er ist und sein sollte, ohne zurück in eine verdruckste Moral zu fallen. Mir fällt immer wieder auf, wie prüde viele sind und gleichzeitig aber Pornohefte und -filme nutzen. Die sogenannte sexuelle Revolution ist „in die Hose“ gegangen, nach ihr erhielt die Pornoindustrie erst richtigen Aufschwung!
      Sex and crime sind die Unterlagen für zig tausende von Büchern und Filmen, erschreckend dabei ist es für mich, dass gute erotische Literatur eine Mangelware ist (mit Filmen kenne ich mich nicht so aus) und Gewalt nach wie vor verherrlicht wird. Das eine sind Gesetze und deren Befolgung, das andere der offene Umgang mit den Kindern.
      liebe Grüße
      Ulli

      Gefällt 4 Personen

        • Danke, aber wem nutzt es? Weißt du, lieber Arno, wir wissen so viel (und ich sage hier sehr bewusst wir und schließe damit auch viele mehr ein, als nur dich und mich), aber die mich immer wieder drängende Frage ist, wie kann ich wirken, was be-wirken, der „kleine Kreis“ ist schon etwas, da er ja bekanntlich Wellen schlägt, aber wirklich zufrieden macht er mich bei manchen Themen nicht.

          Gefällt 3 Personen

          • Stimmt, liebe Ulli, aber wo immer ich Kinder in Gefahr sehe, sage ich etwas dazu, persönlich und direkt und habe auch schon das Jugendamt eingeschaltet, um einem Kind das Leben zu retten, was dann zum Glück gelungen ist, doch musste ich mit Öffentlichkeit drohen, damit sich das Amt bewegt. Ich mache es mir nicht bequem, wie so viele in der Politik, die zwar reden, aber für Kinder kaum etwas umsetzen. Ich bin schon lange dafür alle Seiten mit Inhalten über 16 Jahren zu verschlüsseln und wo sich jeder Nutzer dann mit Perso registrieren muss. Das dämmt schon mal etwas ein, aber da schreit dann komischerweise jeder nach der Freiheit des Individuums und des mündigen Bürgers, und an Kinder wird dabei kaum gedacht. Bei sowas platzt mir regelmäßig die Hutschnur und ich kann mich kaum noch bremsen.

            Gefällt 2 Personen

            • Das ist der einzige Weg, den auch ich sehe, wo ich es vermag mische auch ich mich ein. Gewalt, Missbrauch u.ä. gegenüber Kinder ist für mich ein ganz großes No-Go- wir als Erwachsene tragen nun einmal die Verantwortung für das Wohl der Kinder, ob nun für die eigenen oder für andere. So zumindest sehe ich es und du ja auch und das freut mich sehr, dass wir eine weitere Gemeinsamkeit haben.

              Gefällt 1 Person

  3. Danke für das Relativieren, lieber Arno. Erschreckend ist es trotzdem, also, mich jedenfalls erschreckt die organisierte Lieblosigkeit, um nicht Kälte zu sagen. Die Schlussfolgerungen mögen nicht auf alle zutreffen, und sowieso spreche ich als Blinder von der Farbe, aber sie klingen sehr möglich.
    Lieber Himmel.
    Herzliche Grüße
    Christiane

    Gefällt 3 Personen

    • Liebe Christiane, auch ich bin keine „Fachfrau“ auf diesem Gebiet und von daher Arno sehr dankbar. Erschrocken habe ich mich auch sehr, besonders über den Fakt, dass schon 9jährige sich diesen Mist anschauen.
      Die Psychologin gestern sagte, dass somit Realitäten geschaffen werden, die keine sind und weil man diese dann nicht im Beziehungsbett findet, der Frust zum einen vorprogrammiert ist, das andere die Suche nach genau diesem Kick. Da muss ich mich nicht wundern, dass Kinder missbraucht werden. Okay, das wurden sie auch schon vorher, aber wirklich sooo viele und hat man wirklich ihren Tod in Kauf genommen?
      Manche Facetten des Lebens sind mir ein Greuel.
      Liebe Grüße
      Ulli

      Gefällt 2 Personen

  4. Für mich ist das Problem der Pornoindustrie, dass eben für Kinder und Jugendliche virtuelle Welten geschaffen werden, in denen eiskalte, brutale Pornos mit vereinheitlichten, unrealistischen Körpern mit gewaltigen primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen als die Norm menschlicher Sexualität dargestellt werden. Im Normalfall sind diese „Werke“ für Männer gemacht. Problematisch sind sie für beide Geschlechter als Vorbilder für ihre eigenen sexuellen und anderen Beziehungen zu realen Menschen.

    Gefällt 3 Personen

    • Ja, genau so, liebe Myriade, daran scheitern Ehen und Beziehungen und werden bei Kindern Maßstäbe gesetzt, die nichts mit Realität zu tun haben.
      Es wird eben auch noch immer viel zu wenig wirklich über Bedürfnisse in Bezug auf Sex geredet, gerade Männer erlebe ich da immer noch als sehr verdruckst, was mich auch gleichzeitig immer wieder wundert.
      Und die Kinder brauchen eben eine gute Aufklärung, bei der auch die Pornographie nicht ausgespart wird!
      Liebe Grüße
      Ulli

      Gefällt 3 Personen

          • Nicht unbedingt, aber auch. Wenn jemand Neigungen hat, die er/sie für in der Realität mit einem Partner/einer Partnerin nicht erfüllbar hält und sich nicht der Prostitution bedienen möchte, dann sind Pornofilme vielleicht eine kleine Lösung.
            Aber das habe ich eigentlich nicht gemeint. Ich finde vielmehr, dass das Pornoschauen durch das Erzeugen einer irrealen Welt Probleme erzeugt. Dieses Phänomen gab und gibt es auch in anderen Bereichen, mir fällt Don Quijote ein als klassischer Prototyp des Weltfremden, die überbordende, am Fließband erzeugte, aktuelle Fantasyliteratur und und.
            Solange man weiß, dass man sich gerade in einer virtuellen, oder selbsterfundenen Parallelwelt befindet und auch weiß, wie die reale Welt aussieht, ist das ja kein Problem. Die pornokonsumierenden Jugendlichen wissen aber eben nicht, wie reale sexuelle Beziehungen funktionieren, haben darin keine Erfahrung und die Chancen auf gute Ersterfahrungen werden eben durch den Pornokonsum drastisch verschlechtert

            Gefällt 5 Personen

  5. In Pornografie steckt nichts von Liebe
    und ich sehe es genau wie in diesem guten Satz *Im großen Endspiel zerstört sie Lieben, Begehren und Umarmen*
    Ich frage mich, worin ihr Sinn liegt und finde keinen.

    Gefällt 2 Personen

    • Der Sinn, liebe Bruni, liegt in der Befriedigung von hauptsächlich Männerphantasien. Dies sind große Themen: der Sexismus und die damit zusammenhängende Pornographie. Mir fällt es auch sehr schwer mich hineinzudenken, ich bin eben kein Mann und will ich mit Männern darüber sprechen drucksen sie rum, egal wie ich es anpacke.
      In dieser Woche hat Stephanie Jackel auf ihrem Blog Klunckerdesalltags (ich hoffe, ich hab das jetzt richtig geschrieben) einen Beitrag zu Brüsten geschrieben, er ist sehr lesenswert, ich stimme ihr zu, da sich ihre Erfahrungen und Fragen mit meinen decken, außer bei der Größe unserer Brüste. Schau mal hier, wenn du magst: https://klunkerdesalltags.blog/2019/01/09/brueste/
      Ich beschäftige mich immer mal wieder mit diesem Themenkreis und der damit einhergehenden Prüderie über Sex nicht zu reden, bei gleichzeitig hochblühender Pornographie. Es geht ja nicht nur um die Abwertung der Frau als Fickmaschine, sondern auch um massiven Missbrauch darin an Frauen und Kindern und jungen Männern, auch zu diesen unangenehmen Themen will eine Haltung eingenommen werden und dafür braucht es Informationen und Meinungen. Das ist der Grund warum ich diesen Beitrag geteilt habe.
      Herzliche Grüße
      Ulli

      Gefällt 1 Person

  6. Bei Porno ist es wie bei vielen Dingen: gibt schlimmen, gibt guten; zu bedauern sind Leute, die nur mit dem schlimmen in Kontakt kommen. Insofern finde ich Angebote wie „scarleteen“, „ohjoysextoy“ o.ä. wunderbar, die zeigen, was es da an guten Sachen gibt.

    Gefällt 1 Person

Ich freue mich über Kommentare

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.