Raum

Erster Teil

 

Der Weise lebt still inmitten der Welt,
sein Herz ist ein offener Raum.

Laotse

Im Ayurveda wird Äther als Akasha, gleich Leere und Raum bezeichnet und kann als allgegenwärtiger Raum gesehen werden, in dem alles geschieht und in dem auch alles geschehen kann. Das ist der Raum, in dem die anderen Elemente tanzen. Somit ist Äther gleichzeitig die Quelle aller Materie und der Raum selbst in dem sie existiert …

dieses Zitat habe ich leicht verändert, die Quelle dazu findet sich hier →

http://surfmysoul.de/die-fuenf-elemente-in-der-yogapraxis-teil-5-aether/

Wir saßen am Abend zusammen und schwadronierten über das eine und andere. Und dann war er wieder da, der Raum … ich sagte: jeder Mensch braucht Raum, um sich entfalten zu können – nichts Neues sagte ich und doch bekam der Satz dann eine neue Tiefe.

Vieles braucht Raum, zum Beispiel auch die Wut, die Trauer, das Leben miteinander und …

Manche Menschen mögen Nähe, andere Luft zwischen sich und der/dem anderen. Ich gehöre zu Letzteren, lässt man mir Raum, dann kann mein Atem frei fließen und meine Gedanken und Gefühle können schwingen.

Stille ist auch ein Raum. Ich mag es, wenn es während hitziger Diskussionen Raum gibt, Raum den eigenen Gefühlen nachzuspüren und Raum die eigenen Argumente zu überprüfen, die der anderen zu hören und aufnehmen zu können, anstelle von Schlagabtäuschen und dem Kampf ums Rechthabenwollen.

Der Raum zwischen den Zeilen, zwischen den Tönen, schenkt Tiefe, auch ein Verstehen auf wortlose Art.

Das obige Zitat aus der Sichtweise im Ayurveda sagt außerdem, dass der Raum identisch mit der Leere ist, ich setze beides mit dem Punkt Null gleich, von dem aus alles möglich ist.

Hier lasse ich das Ganze erst einmal stehen und bin gespannt wie es euch mit dem Thema „Raum“ geht.



Gerda schrieb im Kommentarstrang zu diesem Beitrag:

Köstliche Bilder. Das Kalte, Weiße, Lichtvolle, Undefinierte, Weite, Leere, davor das Warme Nahe Dunkle Verbundene Begrenzende, Lebendige, Materielle, Sprießende. So ist es gut und harmonisch.
Die Umkehrung der Hell-Dunkel-Werte wäre erschreckend. Dann würde das undefinierte Dunkel unheilvoll hinter dem weißen Gitter der leichenhaften Gewohnheiten stehen und lauern. Ein Bild der Angst und Todesnähe.

Ich wollte sofort wissen wie die Umkehrung denn nun wirklich ausschaut, hier ist sie:

Meine Empfindung hierzu kannst du als Antwort auf Gerdas lesen, wie geht es dir damit?



Fortsetzung folgt

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43 Gedanken zu „Raum

  1. köstliche Bilder. das Kalte, Weiße, Lichtvolle, Undefinierte, Weite, Leere, davor das Warme Nahe Dunkle Verbundene Begrenzende, Lebendige, Materielle, Sprießende. So ist es gut und harmonisch.
    Die Umkehrung der Hell-Dunkel-Werte wäre erschreckend. Dann würde das undefinierte Dunkel unheilvoll hinter dem weißen Gitter der leichenhaften Gewohnheiten stehen und lauern. Ein Bild der Angst und Todesnähe.

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  2. Hej Ulli! Ja, wie geht es mir mit dem Thema Raum?
    Ich bin Raum!
    Mal mehr, mal weniger……… Ich weiß nicht wovon die Größe abhängt? Und welche Räume alles es gibt. Darüber lässt sich wohl trefflich streiten! Als ich mit ungefähr 30 Jahren in Elafonisi am Strand Virginia Woolf las und um ihre Forderung, jede Frau sollte einen eigenen Raum besitzen – ich vermute, sie selbst dachte wohl an eine Kammer zum Schreiben – bemerkte ich, daß ich noch niemals vorher darüber nachgedacht hatte. Und diese Forderung erstaunlich fand, weil ich niemals vorher einen Raum allein bewohnt hatte. Es mir auch nicht so richtig notwendig erschien. Das ist so geblieben. Ich bin mir Platz genug. Wenn mich viele Störungen auch nerven können und es mir in vielen Konstellationen auch seelisch anstrengend wird.
    Aber wir sind immer in irgendeinem Raum. Dieser sollte im besten Fall mich/uns mit Wohlsein beleben.
    Ich danke Dir für den Anstoß zu diesem kleinen gedanklichen Exkurs. Den ich später fortführen werde, weil er für mich wesentliche Zusammenhänge von „ich und die Anderen“ und „ich und der Raum“, also ontologische Implikationen betracht- und beschreibbar macht.
    Und wünsche dir allen Raum für Deine nächsten Unternehmungen. Herzlichst Ruth
    ps Warum meinte Virginia – upper class woman mit riesigen Häusern im Rücken Frauen sollten einen eigenen Raum haben müssen? Während ich denke, fühle und mir Raum bin ohne je einen eigenen Raum besessen zu haben?

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    • Liebe Ruth, ich habe das Buch von Virgina Woolf vor langer Zeit einmal gelesen, erinnere mich aber nicht mehr gut, nur daran, dass ich ihr zustimmen konnte. Ich habe immer ein Zimmer für mich in Anspruch genommen, später auch ein eigenes Bett, ich mag es den Liebsten zu mir einzuladen oder mich von ihm einladen zu lassen, nur das zwanghafte in einem Raum, in einem Bett schlafen mag ich gar nicht!
      Da bist du ganz anders und esgut so wie es ist! Sich im eigenen Raum zu empfinden und damit genug zu haben ist eine großartige Eigenschaft, nur eben nicht meine …
      hab herzlichen Dank für deine Ausführungen zum Thema,
      liebe Grüße
      Ulli

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  3. Auch ich brauche viel Raum für mich, nur so kann ich die Leere mit meiner Kunst füllen.
    Die Natur ist eine Motivation, wenn ich alleine unterwegs bin und das bin ich meistens, dann habe ich ausreichend Raum um all die schönen Dinge aufzunehmen! So können Ideen entstehen für die Kunst und für’s Leben, für eine freie Geisteshaltung!

    Ein sehr schöner uns tiefsinniger Beitrag liebe Ulli!👌👍

    Liebe Grüße Babsi

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    • Nun sind wir schon einige, die diesen Raum brauchen. So überlege ich, ob es gerade den Kunstschaffenden und Denker*innen so geht, sowie den Sensibelen, wobei letztere wohl auch eins mit vielen der Erstgenannten sind?!
      herzliche Grüße
      Ulli

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  4. Was für eine interessante Verbindung zwischen Raum und Null hast du da hergestellt, liebe Ulli! Dieser Gedanke hat auch eine mathematische Bedeutung. Mit der Entdeckung der Null haben die Araber erst einmal Raum für ein neues Denken geschaffen. Ich gehöre übrigens auch zu den Menschen, die Raum brauchen, um mit anderen Menschen auskommen zu können.

    Gefällt 3 Personen

    • Danke, Peter, das habe ich nun auh nicht gewusst. Ich kenne die Null auf philosphischem Gebiet, bzw. die Leere, nur aus buddhistischer Sicht. So zeigt sich wieder einmal, dass sich in den Philsosophien der Welt mehr Verbindendes, denn Trenndes finden lässt.
      Ansonsten: Willkommen im Club 🙂
      herzliche Grüße
      Ulli

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  5. Ich bin auch so ein Mensch, der viel Raum (und vor allem Zeit) für sich braucht, aber die Nähe brauche ich ebenso, nur nicht permanent, das heißt, sie darf gern da sein, aber eben nicht einengen und ersticken. Nicht einfach zu leben. Manchmal sehnte ich mich nach mehr als dem, was ich hatte, mal war mir das, was ich hatte, zuviel. Deine Bilder passen gut zum Thema.

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    • Ich hab natürlich auch gerne Nähe, doch selbst die beinhaltet noch einen gewissen Grad an Raum, dernicht einengt und nicht erstickt, wie des es so treffend geschrieben hast.
      Und die Ambivalenz von zuviel und zu wenig kenne ich leider auch, vielleicht ist das schlichtweg menschlich?
      liebe Grüße
      Ulli

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  6. Nähe und Freiheit/Distanz müssen im Gleichgewicht sein. Doof nur, dass jeder Mensch dazu ein anderes Verständnis hat bzw. anderes braucht, insofern ist alles nur zu menschlich. Tja, was will man machen, lach. Liebe Grüße, Ute

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    • Ich taste mich erst langsam an dieses Thema heran. Gerade eben bin ich soweit, dass der Raum zumindest mit „etwas“ in Verbindung gestellt werden muss, um ihn darstellen zu können. Zeit und Raum werden immer einem Atemzug genannt, wahrscheinlich gilt dies für die Physik, auch hier versuche ich mich einzulesen. Mir aber geht es in erster Linie um die Darstellung und um die philosophischen Aspekte, wobei alles miteinander verwoben ist … ich hangel mich von Knotenpunkt zu Knotenpunkt 😉

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  7. Sie sind so schön, Deine Schneebilder, liebe Ulli , und sie umgekehrt zu sehen, erschreckte mich, all das Lebendige, Lebensvolle wirkte plötzlich verkehrt, blass/bleich/farblos und tatsächlich so, als könne es ein Röntengild sein.
    Lassen wir sie natürlich sein, lebendig und Freude verheißend.
    Raum, oh ja, da sagst Du was.Habe ich ihn über einen zu langen Zeitraum nicht, den Raum für mich und meine Gedanken, dann beginnt es mir schlecht zu gehen, im schlimmsten Fall melden sich meine Bronchien und die Luft wird mir knapp und das im wahrsten Sinne. Es ist der nötige Freiraum, dem die Träume nicht mehr genügen.
    Ein Problem schafft sich Luft/Raum, macht sich bemerkbar mit den Mitteln, die ihm zur Verfügugn stehen. Ich suche dann nach einer Auszeit und heute war so ein Tag. Manchmal reicht schon eine kurze und intensive Zeit.
    Bei Gerda scheint es das Zeichnen zu sein u. a.
    Zeit für eigene Dinge, nicht für die der anderen, die braucht wohl jeder Mensch zu seiner Zufriedenheit.
    Hat er sie, hat er auch genügend Kraft, sich anderen Menschen zuzuneigen und sie an sich heranzulassen.

    Liebe Grüße zur Nacht von Bruni

    Gefällt 2 Personen

    • Guten Morgen, liebe Bruni, ich habe noch eine Freundin, die, wenn ihr Raum zu knapp wird, Asthmaanfälle hat oder Atemnot mit Panikattacken. Ja, bei manchen macht es sich körperlich bemerkbar, ich werde nervös und unleidlich.
      So muss jede und jeder für sich sorgen, nicht wahr?!
      Habs auch heute wieder richtig gut, liebe Grüße
      Ulli

      Gefällt 2 Personen

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