Gestern in Chemnitz

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JA, ich freue mich!!! Ja, wir haben am Sonntag auf meinen Beitrag „Kurzinfo am Sonntag“ diskutiert und auch gestern zu meinem Beitrag „von Symbolen“und ja, ich bin nachdenklich – aber heute Nacht (gestern, Montagnacht) freue ich mich einfach mal!!! Allein Bela und Campino zusammen auf der Bühne zu sehen 🙂

Ja, DA komme ich her …

Solidarität statt Rassismus.

Und morgen = jetzt, dann wieder Debatte! Alle sind WILLKOMMEN –

47 Gedanken zu „Gestern in Chemnitz

    • 🙂 ja, liebe Diana und wir müssen uns sehr vielen Problemen stellen, ohne in Kategorien von links und rechts zu fallen, oder von fremd oder einheimisch, es geht ums Menschsein und Mensch bleiben …
      herzlichst, Ulli

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  1. Liebe Ulli,
    ich sehe und fühle, dass das verbinden kann. Gemeinsam für eine Sache einstehen mag ich sehr. Und doch trifft es nicht alle, sondern nur den Teil, der diese Musik mag, sich davon angesprochen fühlt. Es setzt ein Zeichen. Es gäbe aber noch so viel mehr. Es reagiert auch nicht jeder auf rechts mit links. Hört man einmal zu, liest die Texte, so bemerke ich oft auch
    mittlerweile bei mir eine Irritation. Ich, mit dieser Musik und Szene sehr vertraut, groß geworden, glaube nicht mehr, dass das jetzt hilft, längerfristig. Wir, die Menschen, müssen da noch anders rangehen. Rassismus ist nur die Spitze vom Eisberg und wir haben nicht nur ein rechtes Problem. Wirsindmehr geht noch viel weiter.
    herzliche Grüße, Heike

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      • Mit Liebe gegen Hass ist kein so schlechtes Motto, Doch sah ich in dem rythmischen Hochreißen der Hände mit dem „herrlich befreienden“ Ruf „Nazis raus!“ (obiges Video) wenig Liebe. ich verstehe freilich, dass dieser Sound ein Gegengewicht schaffen kann zu dem Hitlergruß und „Ausländer raus!“-sound. Und so halte ich mal meinen Mund und freu mich über eure Freude. Möge sie lange dauern. Ein Herzensgruß von Gerda

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        • und ich verstehe deine bedenken ob des gebarens … und dieses ständige „gegen“ geht mir auch ein wenig „gegen“ den strich – allerdings unterschreibe ich es, wenn es gegen rechtsextremismus und rassismus geht.
          ansonsten muss man einfach auch differenzieren – ich denke, ganz viele menschen, vor allem die aus den (gar nicht mehr so neuen) bundesländern, fühlen sich einfach (immer noch) benachteiligt. und da muss man doch auch mal ansetzen … also, vor allem die politik, die „großen“ parteien. die müssten überhaupt mal aufwachen oder „aufstehen“ – aber ich glaube, sahra ist gerade dabei!
          sei auch du von herzen gegrüßt, liebe gerda,
          von diana

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          • Ich habe mich ja bisher immer für Sahras Bewegung „Aufstehen“ eingesetzt und mich sogar getraut zu unterschreiben, aber mir ist es unangenehm aufgestoßen, als sie nun sagte, sie wolle die rechten AfD-Anhänger gewinnen (wenn auch nicht die Nazis). Mit denen habe ich aber nun gar nichts gemein. Ich verstehe natürlich, was sie meint und denke ansonsten ja ähnlich, aber es gibt auch außerhalb der AfD-Anhäger Menschen, die die derzeitige neoliberale Politik kritisieren!!! Schon bin ich also wieder skeptisch.

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            • Ich habe sie so verstanden, dass sie die AfD-Anhänger „abholen“ will, die nur deswegen diese Partei wählen, weil sie sich mit ihren Problemen, Nöten, Wünschen, Ängsten von den etablierten Parteien nicht gesehen fühlen. Nicht jede und jeder, die, der AfD wählt ist faschistisch, oft sind es die sogenannten „kleinen“ Leute, die sich übersehen, nicht ernst genommen fühlen und Frau Wagenknecht wendet sich an diese. Wenigstens verstand ich es so.
              Nicht alle Menschen sind gebildet oder haben die Möglichkeit sich nachzubilden, es gibt nun einmal auch Faktoren des Seins, die das verhindern. Nun komme ich wieder auf eins meiner Lieblingsthemen zurück: Bildung-
              ich möchte noch viel mehr über „Aufstehen“ erfahren, ich weiß noch zu wenig, heute habe ich einige Interviews gehört, die ich zumindest interessant fand, nachdenkungswürdig.
              Ansonsten bin ich heute sehr erschöpft, morgen muss ich früh raus und mache jetzt die Kiste aus.
              liebe Grüße, Ulli

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        • Liebe Gerda, ich bin vor allen Dingen froh, dass diese Veranstaltung mit 65.000 Menschen friedlich geblieben ist. Über die Musik kann man denken was man will, ich höre sie mittlerweile kaum noch, aber sie gehört zu meiner Geschichte.
          Es gab und gibt viel Druck in der letzten Woche, da kann ich auch nachvollziehen, dass manche einfach nur feiern wollen und Nazis raus brüllen. Eine Lösung ist das alles nicht.
          Ich schrieb gerade einiges an Heike …
          herzlichen Dank für dein Mitfreuen, liebe Grüße, Ulli

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          • Liebe Ulli, ich habe Probleme mit brüllenden Menschen, wenn sie in Massen grölen, um Gemeinsamkeit zu demonstrieren … Ich ahne dann gleich Gefahr, weil Stimmung so schnell umschlagen kann.
            Ich bin sehr froh, daß es hier friedlich blieb!
            Wenn ich es richtig verstanden habe, warst Du dort?

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            • Ich war nicht da, liebe Bruni, Chemnitz ist zu weit weg, als dass ich mal eben zu einem Konzert fahren könnte oder würde. Auch empfand ich die Menschen, die dort gewesen sind weder als brüllend, noch als grölend, ich sah Ausschnitte, bei denen sie mitgesungen haben, ich hörte Begeisterung und ich glaube, dass sich hier viel Druck abgebaut hat. Punkmusik ist laut und heftig und ja, auch manchmal aggressiv, je nachdem, es ist das Gefühl der Jugend von Aufbruch und Dagegen, da kann man zu stehen wie man will, für mich gehört es zum erwachsen werden dazu. Wie schon an Gerda geschrieben, heute höre ich diese Musik kaum noch, aber in jungen Jahren war sie auch für mich ein Ventil, Ventile braucht es, sie verhindern Gewalt. Und es ist friedlich geblieben, weil viele dieser Menschen eben nicht gewalttätig sind.
              Herzliche Morgengrüße an dich, Ulli

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              • Da es nie meine Musik war, habe ich mir die Veranstaltung auch weder angesehen , noch angehört, liebe Ulli.
                Ich sah hier nur das dichtgedrängte Menschenmeer.
                Eine durch und durch friedliche Menge ist wundervoll, eine, die Dich auffängt und weiterträgt.
                Wie gut, daß es so war
                Liebe Grüße zum Mittag von Bruni

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    • Liebe Heike, am Samstag oder am Sonntag findet auf dem selben Platz ein klassisches Konzert statt, auch hier geht es darum solidarisch mit den Menschen in Chemnitz zu sein, die nicht zu den Schreiern gehören, die kein faschistisches Gedankengut verbreiten.
      Insgesamt sehe ich es so, dass wir uns sehr vielen Problemen stellen müssen, ohne in Kategorien von links und rechts zu fallen, oder von fremd oder einheimisch, es geht ums Menschsein und Mensch bleiben … und ja, es geht um Ökonomie und Ökologie usw. –
      liebe Grüße, Ulli

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      • Ach, die liebe Kommunikation und ihre ganzen Fallstricke. Manchmal denke ich: wir ziehen doch alle an einem Strang, reden nur mit unterschiedlichen Zungen. Auch heute wieder der Frust, weil jemand die Gewalt in den Songtexten anprangert und selber in einer Weise redet, die grenzüberschreitend ist.
        Ich schick dir einen Spruch, gestern beim Spazierengehen entdeckt: „Einzeln und frei wie ein Baum und brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht“ Nazim Hikmet, türkischer Schriftsteller
        liebe Grüße

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        • Genau, es gibt sie, die Gewalt in allen Feldern, auch in der Sprache.
          Vorhin schrieb ich an Marie: Frieden beginnt im eigenen Herzen, ich war in den letzten Tagen auch nicht immer friedlich. Ich finde es so wichtig, dass jede und jeder ehrlich bleibt, auch sich selbst gegenüber und wo man sieht, hej, da habe ich noch weiter zu üben und zu lernen.
          Dein Zitat von Nazim Hikmet gefällt mir, danke.

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        • P.S. bei mir auf fb ist auch eine heiße Diskussion entbrannt, ich habe sie heute Nachmittag für mich beendet – für mich wirkte es immer mehr so, dass jede der streitenden Parteien Recht haben wollte und verstanden werden wollte, letzteres ist für mich okay, aber dieses Recht haben wollen ist auch eine Falle. Manchmal muss man vielleicht auch eine andere Meinung stehen lassen können, solange sie nicht menschenverachtend ist …

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  2. okay, verstehe. Verlinke jetzt auch einmal etwas

    auch hier entscheidest du, Ulli.
    Ich hoffe jetzt, dass du es so eingestellt hast, also die Freigabe.
    Es scheint ja noch viel mehr Probleme zu geben und Instrumentalisierungen. Die beiden erscheinen mir auch recht sachlich, neutral und es ist eine Berichterstattung von Leuten, die in Chemnitz leben.
    Falls der Link nicht funktioniert: #chemnitz- Ein Insiderbericht- Frank Stoner im Gespräch mit Frank Höfer
    Wir müssen aufpassen, dass wir vor lauter rechts nicht auch noch die anderen Probleme vergessen, übersehen

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    • Hallo Heike,
      dieses Video gab es schon in der letzten Woche bei Arabella, ich muss gestehen, dass ich es nur ca. 10 Min. geschafft habe zuzuhören – ich ertrage es schlichtweg nicht!
      Ich habe große Probleme allein mit den Worten „Fremde, Ausländer etc.“, die Betonung z.B., dass ein „Fremder“ (oder viele) einen Deutschen umgebracht haben, führt gleich von Anfang zu einem Feindbild. Die Fremden sind Menschen. Warum kann man nicht so darüber berichten, dass man sagt, ein Mann hat (oder zwei, drei haben) … statt immer wieder die nationale Herkunft und die Hautfarbe zu betonen? Hier fängt für mich die rassistische Denke an, egal von welcher Seite. Es gibt ja auch den Rassismus der farbigen Menschen gegen die weißen, was für mich keinen Unterschied macht! Genauso wenig mag ich es, wenn über eine Politikerin so berichtet wird, dass ihr Aussehen und ihr Outfit betont wird, das macht man bei Männern auch nicht und gehört für mich in die Ecke des sexistischen Denkens.
      Bei all dem werden geflissentlich alle die Straftaten übersehen, die tagtäglich ausgeübt werden, eben auch von deutschen Männern und Frauen.
      Seien wir doch ehrlich, Gewalttaten haben insgesamt zugenommen, darüber möchte ich viel lieber reden, als über die Handvoll Menschen, die hier Zuflucht genommen haben und leider auch gewalttätig sind.

      Ich lasse das Video hier stehen. Für mich kann es eine Diskussionsgrundlage sein.
      herzlichst, Ulli

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      • sagen wir mal so, ich kenne chemnitz nicht, und war noch nie dort und weiß einfach nicht, wie die lage dort seit einiger zeit ist. das video … ja, wenn man mal genau hinhört, dann stimme ich dir zu, ulli. sie drehen sich ab einem gewissen punkt auch nur im kreise, hab es mir auch nicht bis zu ende anhören können.

        eines nur noch – ich lese derzeit so oft, dass „man als frau endlich wieder nachts alleine auf die straße gehen dürfen soll“ – mal ehrlich: ich gehe nirgendwo nachts alleine durch eine stadt! und das hat null-komma-nichts mit ausländischen mitbürgern zu tun. es gibt nämlich auch deutsche männer, die es nicht gut meinen. und das war übrigens auch schon vor 30 jahren so. oder welchem mädel/ kind/ welcher frau wurde und wird es nicht nahegelegt, sich im dunkeln besser nicht allein draußen aufzuhalten? das ist kein neues problem und kein problem, das sich erst durch geflüchtete männer ergeben hat.

        herzlichst,
        diana

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        • Ja, auch so ein Thema und eben ein altes Thema!
          Allerdings gehe ich auch nachts alleine durch Städte, nur manche Viertel weiß ich dann zu meiden, und Parks sowieso. Und mir ist noch NIE etwas passiert, ich finde auch das muss jede Frau für sich entscheiden.
          Oh je, ich merke gerade, dass wir mit diesem Thema nun noch ein neues Fass aufmachen könnten.
          Aber mich rufen jetzt endgültig die Pfirsiche und der Marmeladentopf 😉
          herzlichst, Ulli

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          • ja, ich verstehe, auch ich bin in der Vergangenheit des öfteren alleine nachts durch die Stadt, wider den Rat meiner Eltern 😉 und hatte auch keine Angst. ich hab mal Karate gemacht 😉 dann gibt es selbstverteidigungskurse.. dennoch ist es zu mehreren immer sicherer.. usw- ja, ein neues Thema, ein weites feld!
            ich wünsche dir frohes marmeladekochen, liebe ulli, mjam! 🙂

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        • Ich ging und gehe sehr wohl nachts allein durch Straßen, liebe Diana – in Frankfurt und dann auch in Athen. Und zwar, weil ich in Abendkursen unterrichtete, dann auch noch oft anschließend in meinem Atelier malte, oder weil ich in einem Konzert war…. Ich liebe die nächtlichen Städte. Aber sie waren natürlich auch vor 30 oder 50 Jahren nicht sicher, insbesondere nicht für Frauen. ich hatte öfter mal Ärger, gelegentlich auch bösen Ärger, und kam knapp davon. Schon als Kind wurde ich natürlich gewarnt, aber ich habe sehr bewusst ein Anti-Angst-Training gemacht, denn ich wollte mich nicht durch Angst einschränken lassen. Ich bin, seit ich 15 war, sehr viel allein getrampt, durch ganz Europa, auch das war natürlich nicht ungefährlich, aber die einzige Möglichkeit zu reisen (Geld gab es nicht) …
          Durch die vielen unbeweibten Männer, die als „Flüchtlinge“ nach Europa kamen, ist die Situation für Frauen, aber auch für einsame Menschen nicht grad sicherer geworden. Manche Gebiete in Athen sind nun no-go-Zonen, und diese Zonen dehnen sich aus, hauptsächlich wegen Drogen und Prostitution. Man kann natürlich dort gehen, aber es ist unangenehm.

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      • Liebe Ulli,
        ich habe jetzt alle Selbstgeißelungen hinter mir!
        Zuerst habe ich es als Tatsachenbericht gehört. Eine Schilderung über Straßenverhältnisse vor Ort zweier Menschen, die vor Ort leben. Das „Fremde, Ausländer“ das machten, also die Wortwahl, ist mir jetzt gar nicht so aufgefallen, dh für mich eine Personenbeschreibung ohne negative Konnotation. Meine Aufmerksamkeit war ja ganz woanders: Straßengewalt, unsichere Räume, Angst und alles so ungehemmt, unkontrolliert) Vielmehr irritiert bin ich doch jetzt, nach dem ich einmal diese Herren googelte! Da sind viele Dinge, die mich befremden, sehr sogar. Ich habe es nicht vorher getan. Ist das schlimm? Sind wir jetzt schon so weit? Und es zeigt mir doch (ich musste es jetzt am eigenen Leib erfahren): ich kenne ihre Motive nicht und man muss sehr vorsichtig sein. Ich weiß nicht, was die bezwecken wollen und doch (!) auch denen zuhören, die sagen, da passiert etwas, das verwundert uns. Wir sind damit unzufrieden. Das muss ich doch bei allen Menschen. Und ich höre, dass die Menschen recht unglücklich sind über die Sicht jetzt auf die Dinge, auf Chemnitz. Das habe ich vernommen. Die Verantwortung für die Motive der Berichterstatter übernehme ich nicht. Meine will ich sehr gerne übernehmen. Ganz ehrlich, ich würde es vielleicht nicht mehr verlinken (oder anders) und doch ist es wahrscheinlich genau ins Schwarze getroffen. Für alle gilt: keine Ausgrenzung, weil man anders ist, weil man anders denkt. Wohl eine moralische, ethische Grundlage, wertschätzend, respektvoll. Ja, auch mit Nazis reden, mit Gewalttätern. Und nur, wenn ich einmal gegen jemanden etwas sage, bin ich noch lange nicht pauschal gegen alle oder für eine Sache. Es ist das wie, wie wir miteinander reden. Anderssein, andere Meinungen, können wir manchmal schwer ertragen und wir picken uns das heraus, was in den Kram passt. Und ich mache Fehler. Die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg finde ich da sehr hilfreich. Gucken, was der andere für Bedürfnisse hat.

        ganz herzliche Grüße,
        Heike

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        • Liebe Heike,
          ich habe auch erst später erfahren was noch hinter den Menschen steckt und auch hinter diesem Sender. Gewundert hat es micht nicht.
          Ja, ich will auch ins Gespräch kommen, auch mit Andersdenkenden, aber ich will ihrs nicht in einer laufenden Debattte verteilen. Ich habe absichtlich nicht mehr geschrieben, weil es für mich wichtig ist, dass man selbst „dahinter guckt“.
          Die GFK habe ich auch gelernt und geübt, ich habe viel von dieser Methode gelernt. Noch mehr vom Councel …
          Ich glaube auch, dass die Bedürfnisse zu erkennen und wahrzunehmen, gerade der Menschen, die anders denken, wichtig ist, ich erwarte das dann aber auch von ihnen. Pauschalverurteilungen stoßen bei mir auf Widerstand.
          Diana nahm auch das Thema der sicheren Straßen am Abend und in der Nacht für Frauen auf. Ich kann ihr nur zustimmen, dieses Thema gibt es schon seit mindestens dreißig Jahren und hat nicht mit den Menschen begonnen, die bei uns Zuflucht suchen und hat sich auch noch nie nur auf Männer mit einer anderen Staatsangehörigkeit bezogen. Klar, ist das Frauenbild in vielen Ethnien noch weit hinterher, aber seien wir ehrlich, solche Männer finden sich auch in D, in Europa überhaupt. Das ist wieder ein Feld im Feld, bei dem wir nicht aufgeben dürfen zu sprechen.
          ganz herzlich zurück,
          Ulli

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      • Bezug zur Diskussion mit Heike:
        Vielleicht erinnerst du dich, Ulli, ich hatte das Video ebenfalls bei dir verlinkt, und es kam nicht von Arabella, sondern von Raffa’s Welt. Das ist zwar egal, aber ich möchte es der Ordnung halber erwähnen. Die dort Diskutierenden kenne ich nicht, und es ist mir auch egal. Ich hasse es, bei jeder Äußerung eines Menschen seine ganze Biographie aufrollen zu müssen, um seine Integrität zu überprüfen. Mir reicht zu hören, was sie sagen und wie sie es sagen und ob es mir eine Information gibt.
        Ich habe jetzt das Video extra noch mal angeschaut, und festgestellt, dass der Schwerpunkt keinesfalls bei „Ausländer“ liegt, sondern bei „Sicherheit in downtown“ und „kriminelle Gangs“, deren Mitglieder freilich aus anderen Ländern kommen (der Sprecher ist sich nicht klar, aus welchen genau). Das Wort „Ausländer“ hörte ich bis zur 4. Minute (soweit hörte ich rein) nicht. Es ist doch ein Unterschied, ob ich von „arabischen kriminellen Gangs“ oder von „Ausländern“ rede, oder? Denn es ist ein eingrenzender Begriff – Menschen aus der arabischen Welt oder aus Chechenien, Genaues weiß man nicht, die sich in kriminellen Gangs zusammenschließen und eine deutsche Innenstadt terrorisieren … Das ist eingrenzend wie zB auch „ostdeutsche Nazis“ – man sagt dann ja nicht, alle Ostdeutschen, man sagt überhaupt nichts gegen Ostdeutsche, sondern bezeichnet eine spezielle Gruppe von Menschen, die es ja zweifellos gibt, nach Herkunft und Gesinnung als „ostdeutsche Nazis“. Und vermutlich gibt es ja tatsächlich (arabische oder chechenische? jedenfalls nicht-deutsche) kriminelle Gangs in Chemnitz und ein wachsendes Gefühl der Unsicherheit, sonst würden die Leute ja nicht so aufgebracht sein.
        Die Herkunft lässt sich keinesfalls vergleichen mit der Kleidung eines Menschen, denn letztere ist was Äußerliches, das man an- und ablegt. Herkünfte legt man nicht ab. Und ich glaube, die meisten Menschen, die unter dem merkwürdigen Begriff „Migrationshintergrund“ zusammengefasst sind, haben ein durchaus positives Verhältnis zu ihrer Herkunft. Ich verstehe nicht, dass es negativ ist, jemanden als Araberin zu bezeichnen, oder von arabischer Herkunft – genauso wenig wie als Deutsche oder deutscher Herkunft oder gebürtige Schwedin oder was auch immer. Die Betonung der Herkunft ist zwar nicht bei jeder Gelegenheit wichtig, aber gelegentlich ist sie schon von Bedeutung. Und dann kann ich es doch sagen, oder?

        Ich selbst habe mehrere islamische Länder bereist – Algerien, Ägypten, Emirate, Jordanien, Türkei – und möchte es sehr gern wieder tun. Ich wollte immer nach Bagdad und Damaskus, aber leider hat der Westen ja gründlich dazu beigetragen, diese Länder zu zerstören.

        Ich habe viel nachgedacht, das immerhin hat diese Diskussion vermocht. Langsam schält sich ein Schwerpunkt heraus, den ich mit „Relativität“ vs. „Bezogenheit“ umschreibe. Ich komme darauf in meinem Blog zurück, wenn ich klarer sehe. Liebe Grüße dir! .

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        • Liebe Gerda, ja, ich weiß, dass du mich auf dieses Video aufmerksam gemacht hast. Und ob ich es nun hier oder dort sah ist mir wurscht, sage aber trotzdem sorry, falls ich es verwechselt habe.
          Ansonsten bin ich heute des Debattierens müde. Ich habe heute und in den letzten Tagen sehr viel zu meiner Haltung, zu Wortwahlen, zu Begriffen von Ausländern etc. geschrieben, auch heute und hier in diesem Kommentarstrang. Deutlicher kann ich es nicht mehr machen worum es mir geht und warum ich manches nicht unterschreiben kann, auch wenn es andere gut finden.
          Mir ist nach neuen Wegen, wie du weißt, und dazu gehört für mich auch die Sprache. Ich mag keine kriminellen Gangs, keine sexistischen Männer etc. und woher diese kommen ist mir eben auch wurscht. Es geht um die Betonungen, gerade hier und jetzt, die weiter aufheizen und genau dagegen stelle ich mich. Gestern sagte eine Freundin auf fb, dass es doch noch interessant wäre die Reaktionen zu sehen, wenn man mal einfach nur sagen würde: zwei Männer haben einen anderen umgebracht.
          Auch ich denke weiter nach, nur debattieren mag ich heute nicht mehr, sorry.
          Allerherzlichste Grüße, Ulli

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  3. Mögen es noch viel mehr werden, die aufstehen und möge es ein Umdenken geben bei denen, für die die einzige Alternative Hass und Aggressivität bedeutet. Ich will einfach beharrlich glauben, dass Frieden möglich ist. Nur soviel dazu. Marie

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    • Danke Marie! Ich werde jetzt Pfirsichmarmelade kochen und dabei schöne Musik hören. Frieden beginnt im eigenen Herzen 😉 und ich gebe es zu, auch ich bin in den letzten Tagen nicht immer nur friedlich gewesen – weiter üben – und ehrlich sein und bleiben, das ist meine Devise.
      liebe Grüße, Ulli

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  4. Nach einer Nacht drüber schlafen, glaube ich, dass die Diskussion zum Thema „Sicherheit“ wie oben beschrieben kein neues Fass ist, sondern ein Manko in unserer Gesellschaft, dass sich nun durch veränderte äußere Einflüsse, noch mehr bestätigt. Dabei sind nicht die äußeren Faktoren grundlegender Verursacher der Problematik. Dafür hat unsere Gesellschaft lange Jahre selbst gesorgt, also für die Missverhältnisse. Was man jetzt erkennt, aber mancher nicht wahrhaben will. Schuld wird dann auf andere projiziert. Es wird abgewehrt. So wie bei C G Jung beschrieben gilt es halt auch für Gesellschaften. Und demnach sind die Probleme ( nicht nur der Aspekt der Sicherheit), die wir haben, nur ein Hinweis zu korrigierender Verhältnisse innerhalb der Gesellschaft. Die Menschen, die kommen sind nicht die Ursache, sondern vielmehr die Hilfe zur Selbsthilfe. Ich glaube, so kann ich es stehen lassen.
    Herzliche Grüße an alle und einen schönen Tag wünsche ich euch,
    Heike

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  5. Pingback: Hommage an die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit/ A tribute to liberty, equality and fraternity* | da sein im Netz

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