Von Symbolen

Gerda (Kazakou) und ich haben vor einiger Zeit darüber nachgedacht, wie man ein Symbol zu seinem Ursprung zurückführen kann, das seit hunderten, wenn nicht sogar seit tausenden von Jahren dargestellt wurde, dann aber zu einem Symbol der Nazis mutierte. (Oder soll ich besser sagen, wie man es entnazifizieren kann?)

Als erstes dachte ich an die Farben, die ich verändern wollte, dann an die Drehrichtung und dann dachte ich daran, dass die Swastika, neben dem Glück, u.a. auch ein Symbol für die Sonne gewesen ist. Somit gehört dieses Symbol für mich in die Weite des Himmels. Ich habe auch an das astrologische Symbol der Sonne gedacht, das so dargestellt wird:

Das Ergebnis ist das erste Bild. Bleibt die Frage, ob es funktioniert hat? Kann es überhaupt funktionieren? Und wenn nicht, bedeutet das ein jahrtausendealtes Symbol loszulassen?

Wenn ich aber auf der einen Seite sage, dass ich nicht bereit bin den Neonazis die Straße zu überlassen, wieso sollte ich dann dazu bereit sein ihnen ein Symbol zu überlassen, dass viel älter als ihre unrühmliche Geschichte ist?

Was meinst du? Wie erging es dir, als du das erste Bild gesehen hast?

Wer mehr über das Symbol der Swastika lesen möchte, der kann hier nachlesen → https://de.wikipedia.org/wiki/Swastika

Dort steht nicht nur sehr viel Wissenswertes, auch werden viele Bilder aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturen gezeigt.

Dort las ich auch, dass man vermutet, dass dieses Symbol in manchen Kulturen auch dafür eingesetzt wurde Unheil abzuwenden (= atropäisches Symbol). Durch das dritte Reich wurde es zu einem unheilvollem Symbol und richtete sich erst nach vielen Jahren des Unheilstiftens gegen die Verursacher selbst. Das gibt mir zu denken …

Insgesamt geben mir die Symbole und ihre Wirkungen zu denken, ich stelle mir die Frage, was wissen wir wirklich über den Ursprung und den Sinn von Symbolen? Kann ein Symbol, das zu unterschiedlichen Zeiten und von unterschiedlichen Völkern dargestellt wurde, dasselbe bedeuten oder stehen Symbole für das, was die Menschen zu der jeweiligen Zeit glaubten und somit in sie hineinlegten? Wodurch und wie wirken sie? Liegt es, wie bei der abstrakten Kunst, in den Augen der Betrachtenden oder geht es tiefer?

Ich glaube, dass Symbole tiefer gehen, dass sie u.a. an unserem Unterbewusstsein rühren und dass sie tatsächlich auch völkerübergreifend gewirkt haben und wirken, bzw. Ausdruck sind; dass sie die Verbindungen von uns als Menschen mit den anderen Lebewesen (Tieren, Pflanzen, Bäumen, den Elementen, den sichtbaren und den unsichtbaren Wesenheiten) und dem Kosmos darstellen, wieder nach dem Motto: alles ist mit allem verbunden.

Und weil mich dieses Thema immer wieder beschäftigt, lese ich gerade ein Buch: Der Mensch und seine Symbole, von C.G. Jung, Marie-Louise von Franz, Joseph L. Henderson, Jolande Jacobi und Aniela Jaffé. Noch bin ich am Anfang, es gibt viel Denkstoff, bestimmt komme ich noch einmal darauf zurück, wenn ich weitergedacht und gelesen habe.

Aber zurück zu meiner oben gestellten Frage: Was meinst du? Wie erging es dir, als du das erste Bild gesehen hast?

82 Gedanken zu „Von Symbolen

  1. Erste spontane Reaktion: innerliches Zusammenzucken. Genauer hinschauen, der Kopf setzt ein: Hübsch eigentlich, wenn es nicht so eckig ist, wie es bei uns sonst dargestellt wird. Sonnensymbol, klar. Glückssymbol? Ha. Wohl eher nicht (bei uns), für mich ist es negativ aufgeladen mit Ablehnung und Schuld.
    Dann die Erklärung bei Wikipedia gelesen. Mit den Punkten fühlt es sich für mich noch besser an. Dort das Bild gesehen mit dem kleinen Jungen mit dem Ding auf dem Kopf und wieder sofort zusammengezuckt …
    Viel Arbeit, Ulli. Bewusstmachen ist eine gute Sache, aber dass das „Reinwaschen“ gerade bei dem Ding funktionieren kann, glaube ich nicht. Vielleicht eine Frage der Zeit.
    Dein angesprochenes Buch interessiert mich.
    Liebe Grüße
    Christiane

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    • Liebe Christiane, ganz ehrlich? Ich glaube auch nicht daran, dass es funktioniert, was ja auch dein innerliches Zusammenzucken spiegelt. Gestern dachte ich zwar, ich hätte es vielleicht besser in einem warmen Gelbton darstellen sollen, statt in diesem Signalrot, aber dennoch glaube ich, dass das Symbol mittlerweile immer zuerst diese Wirkung zeigt.
      Das Buch habe ich auch second-hand gekauft, es ist eine Sonderausgabe, mit vielen Bildern und im Walter-Verlag erschienen. Zur Vorwarnung, C.G. Jung schreibt immer wieder von den „primitiven“ Völker, wir sagen heute indigene, es ist halt schon ziemlich alt, das muss man schon bedenken. Ich kann mittlerweile drüber weglesen, weil der Inhalt mich dann eben doch interessiert.
      Danke für dein ehrliches und ausführliches feedback. Bei dem Foto mit dem Jungen habe ich auch gezuckt, trotz der Punkte …
      herzliche Grüße
      Ulli

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  2. In der Kultur der Inkas waren die oberen Striche rund und fast geschlossen. Sie sollten die Sonne darstellen und damit eine höchste Gottheit. Mein Vater lehrte Sanskrit an der Uni und war einer der Wenigen weltweit, die Texte lesen konnten. Wenn ich dieses Symbol sehe denke ich zuerst, dass den Nazis nie wirklich etwas eigenes eingefallen ist, sondern sie sich immer auf die Psychologie verlassen haben, welche die Massen steuert. Im Prinzip führen wir diese Methoden heute medial weiter, ob Nachrichten oder Werbung. Einstein hat es wohl am besten ausgedrückt, als er sagte, dass nur zwei Dinge unendlich sind. Das Universum und die Dummheit der Menschen. Wer alles in einem Symbol sieht, macht sich nicht mehr die Mühe dahinter zu blicken. Hab eine schöne Woche liebe Ulli!

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    • Lieber Arno, die Nazis haben sich reichlichst bedient, ob an diesem archaischem Symbol oder an den Runen und, das ist wahr. Ich habe z.B. immer wieder noch Mühe damit, wenn jemand eine Schrift benutzt, die damals benutzt wurde (weiß jetzt nicht dem Namen des Typs – ich meine nicht Sütterlin). Es stimmt auch, dass man sich die Mühe machen sollte und muss hinter die Symbole zu schauen, ihrem Ursprung etc., dennoch fürchte ich, dass dieses Symbol erst einmal nicht „reingewaschen“ werden kann. Leider!
      Mehr noch habe ich an Christiane geschrieben.
      Auch dir eine gute und friedliche Woche, herzliche Grüße, Ulli

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      • Ich gebe dir recht, reinwaschen ist da nicht mehr möglich, dazu ist das Symbol zu sehr negativ besetzt, aber ein zukünftiges unangenehmes Zucken weniger in den Seelen der Menschen würde mich freuen, denn aufgearbeitet wurde die Nazizeit nach dem Krieg kaum, weil einfach zu viele Nazis nach dem Krieg in Amt und Würden waren. Nun ist es zu spät den Opfern von einst Respekt zu zollen, außer man hat die Möglichkeit es noch persönlich zu tun, aber die Momente werden jeden Tag weniger, leider …

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        • In sehr jungen Jahren bekam ich von einer Mutter einer meiner Freunde ein Buch in die Hand gedrückt, die Seiten waren so dünn, wie ich es nur von der Bibel kannte, aufgeführt waren hier die Menschen, die nach dem 2. Weltkrieg wieder in Amt und Würden waren und ihre „Funktion“ während des Dritten Reiches, mich hat das damals mit meinen zarten 15 Jahren ziemlich schockiert!
          Andererseits wird den Opfern gedacht und werden auch die Menschen geehrt, die damals Widerstand geleistet haben und Menschenleben gerettet haben, allerdings sind das so Nachrichten, die hinter vielem anderen zurückstehen. Aber ich gebe dir natürlich recht, dass noch immer Aufarbeitung notwendig ist, leider wenden sich mittlerweile viele Menschen ab und meinen, dass es doch auch einmal gut sein müsste. Tja …

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  3. Hej Ulli!
    Symbole stehen für etwas. Für einen Gedanken, ein Gefühl oder eine Geschichte. Das Menschen den Gedanken, das Gefühl oder eine Geschichte für ihre Ziele mißbrauchen ist wohl so alt wie es Menschen gibt. Gut und böse……; Stichworte Dualismus und Dialektik. Für mich kommt es darauf an wie ich ein Symbol anwende, wenn ich es brauche. Swastika ist für mich nicht nur durch die Anwendung im Faschismus belastet. Im Namen des Kreuzes geschah und geschieht viel. Daher wendete ich das Kreuz bisher ausschließlich in Geschenken als Anhänger in „Glaube, Liebe, Hoffnung“, durch Herz und Anker neutralisiert?, und zweimal zur Reflektion, nachdem ich ein Ra, das Kreuz des Sonnengottes Ra in Messing als Geschenk aus Ägypten mitgebracht bekam mit der Frage, was es mir bedeuten könnte, Sarum schenkt mir jemand so etwas? und eine stark romantisierte spanische/sicilianische Replik als christliches Kreuz zu einer Reflexion „Übertritt in die Schwedische Kirche oder nicht?“. Das „ra“ hat mich immer unangenehm berührt, weil es ein so unglaubliches Machtsymbol in Pharaonenreichen darstellte und eine Hinwendung zum Eingott war mit gleichzeitig gottgleichem König(tum) und ich keine gefühlte Beziehung feststellen konnte. Nicht gut einschätzbar, her bedrohlich.
    Ein Kreuz, mit und ohne Haken, sollte das Böse abwehren, hatte ich gehört. Das von mir erworbene, der katholischen Glaubenskultur nachempfundene Produkt machte mir deutlich, daß es wohl dafür, wegen Mangel an Inhalten seiner Symbolik, großen Bedarf gab. So ähnlich wie die aktuelle und immer wiederkehrende Engelwiederkunft, Schutzfunktion und Leitung, beruhend auf erlebter existentieller Unsicherheit.
    Das zeigt mir an dieser Stelle meines Gedankenexkurses, daß Symbole einfach sind. Unser Gebrauch gibt ihnen Bedeutung. Es kommt darauf an, was wir damit machen. Und die Symbole bekommen Geschichte durch unsere Form der Anwendung, weil sie immer in Bezug hierzu stehen. Ich hatte bei Deinem Bild spontan an ein Sonnenrad gedacht. Und war irritiert ob der roten Farbgebung. Dasselbe gilt für das Symbol der Sonne. Rot auf Himmelblau? Merkwürdig. Ein „no go“? Oder einfach nur ungewohnt? Schwarzrotsymbolik?(Naziromantik? oder Machtdemonstration?) -weiß ich jetzt spontan auch nicht so richtig. Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz! Ob mit oder ohne Zacken – im Himmel u/o auf der Erde! – überhaupt……. Ich habe es gerne bunt! Superliebe Grüße Ruth

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    • Liebe Ruth, auch dir meinen herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Ja, es ist ein Kreuz mit dem Kreuz, wenn überhaupt, mag ich das gleichschenkelige Kreuz, nicht das christliche, mit seiner Verlängerung nach unten, das steht in meinen Augen für nichts Gutes, so, wie das Hakenkreuz eben auch nicht.
      Gerade schrieb ich an Christiane, dass auch ich gestern noch darüber nachdachte wieso ich eigentlich das Symbol nicht in einem warmen Goldgelb dargestellt habe, würde es das besser machen? Ein Versuch wäre es zwar wert, aber insgesamt glaube ich eher, dass auch das nicht funktionieren wird. Zu tief sitzt die Assoziation mit dem Hakenkreuz und allem damit verbundenem Übel. Rot auf Himmelblau war für mich Sonnenaufgang und -untergang, dann erscheint die Sonne ja rot, aber dann passt widerum der Himmel nicht, hätte rot eingefärbt sein müssen. Wie ich es auch drehe und wende, ich glaube letztlich nicht, dass so schnell eine „Neutralsierung“ bzw. eine Rückführung zum Ursprung möglich ist.
      In der Prozessbegleitung arbeite ich auch mit Symbolen, dann aber lasse ich die Assoziationen frei, jede und jeder hat den Raum seins und ihrs in es hineinzulesen, allerdings benutze ich dort ja auch kein vorgegebenes Symbol, sondern gehe mit dem, was die Menschen unterwegs finden und was es dann eben für sie bedeutet – das ist ein anderer Weg.
      Zu Ra kann ich nichts sagen, ich kenne mich in der ägyptischen Mythologie so gut wie gar nichts aus. Ja, das ist eine Bildungslücke!
      Herzliche Grüße, Ulli
      Im März 2016 initiierte Graugans den Blog: Passionsgeschichten, wir waren zu Dritt, sie, Mützenfalterin und ich und stellten dort Geschichten ein, vielleicht magst du in Bezug auf das Kreuz diese Geschichte von mir lesen:
      https://passionsgeschichte.wordpress.com/2016/03/24/leid-leiden-leidenschaft-und-lendensaft/

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  4. 10.000 Jahre v. Christi wurde in der Ukraine das erste Swastika-Symbol gefunden. Für Hindus und Buddhisten ist es ein Symbol des Glücks. Bis jemand einen großen stinkenden schwarzen Schatten auf das alte Zeichen warf und es für seine Zwecke missbrauchte. Auch ich schaudere auf, wenn ich das Kreuz mit den Haken sehe, weil die jüngste Vergangenheit noch daran klebt. Vor dem Hintergrund eines rechtsextremistischen Problems, verzichte ich auf die Befreiung des Swastika zugunsten der Verneinung des braunen Kotes, der daran haftet. Es ist zu besudelt um es jetzt freizusprechen. Das wird jeden Tag deutlich. Doch still für mich, habe ich längst das Swastika als ein Glückssymbol abgespeichert. Das war es zehntausend Jahre und ich meine auch, dass kein Zeichen der Welt so viel Macht verdient. Egal ob als Glückszeichen oder Angstsymbol. Es soll nur ein Zeichen sein dürfen. Wie der Vogel, den ich radikalen Deppen aller Couleur gerne zeige.
    Liebe Morgengrüße ✨

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    • Liebe Fee,
      ich glaube auch, dass es nicht funktioniert und schon gar nicht gerade und jetzt und hier. Mehr schrieb ich nun schon oben an Christiane, Arno und Ruth, vielleicht magst du das ja auch lesen?!
      Herzlichen Dank für deins, ich wünsche dir und uns friedliche Tage, liebe Grüße, Ulli

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  5. Dein rotes auf blauem himmelgrund ist schwungvoll und ein Rad. Ich überlege gerade ob das H*Kreuz mit dem Kreis dargestellt wird? Ja, wird es. Und ich dachte, wenn ich ein Symbol male, ob es das Friedenszeichen ist oder ein Yin-Yang, ich mache einen Kreis und starte mit dem Punkt in der Mitte. Also hat alles in der Mitte seinen Ursprung. Und darf da dann auch wieder hin. Liebe Grüße!

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    • Liebe Kat., vielleicht kommt irgendwann die Zeit, dass dieses Symbol wieder zu seinem Ursprung zurück findet oder zu seiner Mitte, wie du es schreibst, aber gerade hier und jetzt glaube ich auch nicht, dass es funktioniert. Ein Versuch war es allemale wert und mir sind mittlerweile noch andere Ideen dazu gekommen, aber ich bezweifel, dass diese besser funktionieren – mehr schrieb ich noch an Christiane, Arno und Ruth, vielleicht magst du dort auch lesen, dann muss ich mich nicht wiederholen.
      Danke auch für deinen Hinweis mit dem Kreis und der Mitte, wenn ich darüber nachdenke, so mache ich es mit dem Kreis auch, außer bei der Spirale, mit dem Punkt in der Mitte bin ich mir nicht so sicher wie ich es handhabe, muss und werde ich mal drauf achten.
      Herzliche Grüße, Ulli

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  6. Dear Ulli! – QUOTATION:
    “When I use a word,” Humpty Dumpty said, in rather a scornful tone, “it means just what I choose it to mean—neither more nor less.” “The question is,” said Alice, “whether you can make words mean so many different things.” “The question is,” said Humpty Dumpty, “which is to be master—that’s all.” (LEWIS CARROLL (Charles L. Dodgson), Through the Looking-Glass. 1872)
    Words of course are just symbols for an idea, no more or less than a diagrammatic symbol like the swastika you illustrate above. With time people choose to appropriate symbols for their own purposes. In your example the symbol – the swastika – has become the master and we can no longer control it. So the erstwhile Sanskrit good luck symbol is now associated with abominations. Who knows when or even if it will ever be reprieved?
    With good wishes, Tony

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  7. So, heute Morgen habe ich mir erst einmal meinen Swastika-Schreck von der Seele geschrieben und nun zu Deinem Bild:
    Wie es auf mich wirkt? Wie das alte Freimaurerrad, wie ich es bei Gustav Meyrink beschrieben fand: Ein Rad mit Füßen, es läuft. Auch so ein uralter Mythos. Deins ist feuerrot, es könnte aus Flammen bestehen wie ein Himmelssymbol, das zwar schön aussieht, doch auch gefährlich und glühend heiß ist.
    So wirkt es auf mich.
    Mit anderen Strömungen mag ich es nicht in Verbindung bringen wollen, weil es erstens Dein Bild ist und zweitens davon auch keinerlei Bedrohlichkeit ausstrahlt.
    Also für mein Empfinden.
    Wäre mir Dein Bild in einer Galerie begegnet, hätte ich mich gefragt, ob der Künstler damit sagen will: ich bin ein sehr altes Menschensymbol. Manchmal werde ich leider noch verkannt.
    Der blaue Himmelhintergrund steht für mich immer für Leichtigkeit, Freiheit.
    Das rote laufende Rad bewegt sich vor diesem freien Hintergrund. Signalrot in der Farbe der Anarchie. Vielleicht auch noch ein kleiner Aspekt. Wie das Aufflammen einer Unschuld.
    So, das war mein Eindruck.
    Sorry, dass heute Morgen erst einmal nur für das eine Zeit war, danach musste ich erst einmal arbeiten. 🙂
    Liebe Grüße zu Dir und …Klassekunst, Ulli. Magmag…:-)

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    • Eben, nun schreibst du es auch, dass zuerst der Schreck gewesen ist und dann erst der zweite Blick. Vielleicht liegt es auch an dem signalrotem Farbton, mittlerweile, ich habs schon oben geschrieben, tendiere ich zu einem warmen Gelbton und wenn rot, dann dunkler und auf einem Abend- oder Morgenhimmelhintergrund.
      Bitte kein sorry, liebe Fee, du schreibst mir deine Assoziationen, ich weiß das zu schätzen!
      Außerdem denke ich mittlerweile auch, dass der Zeitpunkt für diesen Artikel nicht gerade geschickt gewählt ist, die Idee entstand lange vor der letzten Woche, die viele von uns so durchgeschüttelt hat, andereseits, wann wäre hierfür ein richtiger Zeitpunkt?
      Besonders freue ich mich, dass du wahrnimmst, dass es ein laufendes Rad ist, so sehe ich es auch!
      herzliche Grüße, Ulli

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      • ….Liebe Ulli…ich vertrete immer noch die Meinung, dass Kunst, so politisch sie auch beflügelt sei, immer dann richtig erscheint, wenn sie erscheint. Dein Bild wühlt auf, rot ist das Gefühl. Und ist dieses Zeichen nicht ein mit Gefühlen belastetes Symbol? Du hebst es doch hoch und nimmst Dich seiner an. Seines Wundroten, so…und Wundes ist auch heiß und es brennt, schwing ich den Bogen hin in das Feuer hinüber…ich finde das Bild gut, seine Kontraste: das Schwere hinauf in das Leichte. Es soll doch zum Nachdenken anregen….es soll sprechen. Unbeschnitten und frei sein.
        Lieber ein Schreck als Gefälligkeit. Sowas rüttelt an Bequemlich- und Eitelkeiten. Auch ich nicht frei davon, noch wer…?😉🙈
        Authentizität, dieses Stottersynonym für Echtheit gehört zur Kunst. Sie geschieht. So ist sie der Spiegel der Gesellschaft, der Politik, des Lebens.
        Da geht es grad heftig zu.
        Lass bitte dem Swastika seinen Luftkurort…ich mag dieses Bild genauso…:-)

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  8. Hi, Ulli,
    QUOTATION: “When I use a word,” Humpty Dumpty said, in rather a scornful tone, “it means just what I choose it to mean—neither more nor less.” “The question is,” said Alice, “whether you can make words mean so many different things.” “The question is,” said Humpty Dumpty, “which is to be master—that’s all.”
    (LEWIS CARROLL Through the Looking-Glass,1872.)
    Words are just as much a symbol of an idea as the picture you posted above. By the choice of those who appropriated it the swastika shifted from a Sanskrit good luck charm to a symbol of abomination. Now the symbol is our master it takes over part of our mind when we look at it.
    As I write this, I take over and control a small part of your mind, you are reading this and it is me occupying your brain making it follow these words for this instant. So it is with the symbol be it a swastika or a cross, a flag, or a hammer and sickle, it is the master of us.
    So a symbol like a word can have different meanings at diverse times, who knows if or when the swastika will ever shift back to its positive meaning?
    Best wishes,
    Tony

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    • Dear Tony, many thanks for your comment! Even for the quotation of Humpty Dumpty and Alice – I like this very much in this context!
      As I wrote to the others, I agree, in these times it can be not successfull to change the meaning of the swastika, whatever I`ll try, changing the red color into yellow, or changing the blue sky into a sky with the light of the sunrise. The sad and harrowing history of the Third Reich is deeply anchoraged in our cells.
      All the best to you,
      Ulli

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  9. liebe ulli, löst man es von seiner schrecklichen bedeutung, dann ist das erste bild durchaus ästhetisch. und harmonisch, wenngleich dieses rot im blauen himmel eindeutig warnsignal für mich ist. aber ich denke, es ist nicht mehr davon (vom nazi-symbol) loszulösen, jedenfalls für mich nicht. ich werde dieses zeichen immer damit in verbindung bringen.
    (genau so wenig gefällt mir übrigens seitdem unsere nationalhymne, vor allem auch wegen der ersten strophe, die zwar „verboten“ ist, aber irgendwie „da“ ist sie ja trotzdem.)
    symbole sind von menschen dazu erklärt worden, und sehr wohl kann sich die bedeutung von ort zu ort oder auch zeit zu zeit unterscheiden. spannendes thema!
    liebe grüße
    von diana

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    • Liebe Diana, genau, ich schrieb es jetzt schon mehrmals, Zurzeit werden wir das Symbol nicht „befreien“ können, das denke ich eben auch. Und selbst wenn ich mittlerweile andere Farbideen habe (s.o.). Und die Nationalhymne kann ich auch nicht hören, geht einfach nicht, erste Strophe weg oder nicht.
      Ja, das Thema ist und bleibt spannend und wieder einmal bin ich sehr dankbar für alle die ehrlichen Assoziationen, Meinungen und Antworten, die ich hier vorfinde.
      Hab Dank auch für deine.
      Herzliche Grüße an dich,
      Ulli

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  10. Werde nie vergessen, wie wir in Holland beim Asiaten sitzen und über der Tür ein Riesenhakenkreuz! Schreck und Fragezeichen. Es drehte sich aber links. Trotzdem Unbehagen. Kurze Grüße, Heike

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    • In einer Meditationshalle gab es einmal ein Tuch, in allen vier Ecken war das Kreuz und drehte sich in die vier Himmelsrichtungen, dennoch ist es entfernt worden, weil zu viele Menschen damit das Hakenkreuz assoziiert haben und auch sie sich unbehaglich fühlten! Die Geschichte sitzt zu tief und vielleicht ist das auch gut so?!
      herzlichst, Ulli

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  11. Liebe Ulli, Zusammenzucken auch bei mir, wie wohl bei allen anderen und dass scheint doch die Vermutung zu bestätigen, dass das Zeichen „verbrannt“ ist (ja wohl auch im Wortsinne irgendwie). Dennoch: interessante Fragen, die Du stellst und die in den Kommentaren aufgeworfen werden, über die ich aber erst noch nachdenken muss, um zu einer einer Meinung zu kommen.
    Herzliche Grüße zu Dir
    Agnes

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    • Danke, Agnes, dass auch du noch nachdenken willst, ich tue es auch! Ich bin sehr froh, mittlerweile, dass ich diesen Beitrag jetzt eingestellt habe, gegen alle Zweifel, gegen alle neuen Ideen dazu – all das ist nicht einfach – dieses Symbol scheint „verbrannt“ zu sein, aber wenn ich jetzt alle Kommentare in mich hineinlasse, dann sehe ich mittlerweile eine Chance, die ich vor ein paar Stunden noch nicht gesehen habe: es beginnen Menschen aus unterschiedlichen Zusammenhängen darüber nachzudenken. Kunst ist auch Provokation … seufz …
      Nochmals mein DANKE an dich.
      herzlichst, Ulli

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  12. Da ich deinen Blog kenne, war ich mir von Anfang an sehr sicher, dass du hier nicht das Hakenkreuz in irgendeiner Form als Schuck verwendest, sondern – wie der Titel schon sagt – ansprichst, dass es um sehr altes Symbol handelt. Auch wenn ich es als Zumutung empfinde, dass man dieses Symbol nicht mehr ansehen kann ohne an die Nazis zu denken, geht es auch mir so.
    Es wird, so glaube ich, noch lange dauern, bis es hoffentlich irgendwann auch wieder eine andere Bedeutung hat. Für uns und die nächsten Generationen aber nicht. Und das ist vielleicht auch ganz gut so. Wie die Geschehnisse zeigen, ist das unsägliche Gedankengut noch längst nicht aus den Köpfen verschwunden.

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    • Das ist die Krux, Mitzi, wir in Anführungszeichen sind nicht frei. Mich beuteln diese letzten Tage und wie ich bei dir gelesen habe dich auch, da wirkt mein heutiger Beitrag schon fast als Provokation. Aber ich sehe und lese auch, dass diese Provokation, die von mir nicht beabsichtigt gewesen ist, eine Wirkung erzeugt, auch in mir. Nun denke ich noch einbisschen weiter …
      Ersteinmal danke für deins, ich weiß deinen Kommentar, wie alle die anderen SEHR zu schätzen!!!
      herzlichst, Ulli

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  13. Ich bin nicht zusammengezuckt, denn ich hatte zuerst Deinen Text gelesen *schmunzel*
    Meine Gedanken dazu, ein Sonnenrad, daß sperrig durch ein himmlisches Blsu rollen möchte, tut sich aber sehr schwer dabei.
    Bei Symbolen bin ich heikel und weiß ich, hier wurde ein einstmals so anbetungswürdiges, in solch einer Weise mißbraucht wie das Hakenkreuz, dann möchte ich es nie mehr irgendwo sehen müssen, ganz egal, wie verändert es ankommt, liebe Ulli. Es bringt die Gedanken immer in die eine einzige Richtung… wenigstens bei mir
    Liebe Abendgrüße von Bruni an Dich

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    • Liebe Bruni, ja, das ist die Krx, dass wir nicht frei sind und ich schrieb es ja nun schon einige Male, dass es wohl nicht funktionieren kann. Gleichzeitig zeigen mir einige Kommentierende, dass, so, wie ich es dargestellt habe (bei allen Zweifeln und allen neuen Ideen – siehe viele andere Antworten von mir) ein Nach-Denken, ein Nach-Spüren bewirkt. Kunst ist auch Provokation. Philosophie stellt Fragen …
      Ich danke dir von Herzen für deins, noch denke ich nach und weiter und das verdanke ich auch allen euren Antworten.
      Herzliche Grüße an dich, Ulli

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      • und wem die Provokation ganz und gar fremd ist, muß ein durch und durch grundgütiger Mensch sein.
        Ich bin es nicht, liebe Ulli…
        Lächelnde liebe Grüße von Bruni an Dich

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          • Liebe Bruni, ich habe noch einmal darüber nachgedacht. Durch Provokation lernen Menschen dazu, ich kenne auch grundgütige Menschen, die aus dieser Motivation heraus provozieren, es ist eine Art Wecker in manchen Bezügen und Zusammenhängen. Provokation heißt ja nichts anderes, als Herausforderung eine Haltung, eine Handlung zu überdenken.
            Herzliche Grüße, Ulli

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  14. Das Hakenkreuz wird ein ewiges Brandzeichen sein, weil es die Nazis instrumentalisiert haben, genauso wie sie die Menschen instrumentalisiert haben. Und genauso, wie sie den Menschen Nummern in den Arm brannten!
    Ideologien benutzen Symbole!
    Ist schon sehr verwunderlich, dass auch Hitler z.B. die Raute benutzte!
    Das Negative bleibt in der Erinnerung immer haften, das Gute wird meist schneller vergessen! Ist schon komisch!

    Ich glaube, eine Umkehr mit dem Hakenkreuz in’s Gute, wird nicht gelingen! Es ist quasi kontaminiert, so wie die Neo Nazis!

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    • Liebe Babsi, „kontaminiert“ nennst du es und ich galube, da steckt sehr viel Wahrheit drin! Es zu drehen und all das, was damit verbunden ist auf ein „gesundes“ Maß zu bekommen ist eine der Aufgaben, die ich in diesem Leben habe, aber bisher nicht ins Lot gebracht habe, wie ich in den letzten Tagen sehr stark spüre. Ja, ich bin traurig deswegen …
      ich sende dir Herzengrüße, Ulli

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  15. Dass alles, was existiert und im Grunde gut ist, missbraucht werden kann. Dass ein Symbol eben allen gehört und es auf den jeweiligen Standpunkt ankommt, wie es wirkt, bzw. wie es wirkend gemacht wird. Dass es letztendlich doch das Individuelle ist, auf das es ankommt und wir Symbole, Altes und auch Neues nicht einfach wie in einem Besitzrecht an die Fahnen heften können. Dass jeder Moment neu ist. Und alles ganz anders interpretiert werden kann, daher der Anspruch einer Wahrheit ad absurdum geführt wird, wenn wir vergessen, dass wir alle denselben Raum bewohnen, egal wie fremd wir uns gegenseitig erscheinen mögen. Die Erde ist so klein und so ein Juwel. Das ist mir in den Sinn gekommen, als ich die Bilder sah und den Text las. Einen ganz lieben Gruß zu dir aus Wien!

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    • Ich danke dir von ganzen Herzem für diese Antwort auf meins, liebe Silvia!!! Ich bin nicht frei in Bezug auf dieses Symbol, wie ich immer wieder und gerade jetzt spüre. Umso mehr weiß ich deine Antwort zu schätzen. Ich atme aus und weiß, dass ich noch Weg zu machen habe.
      Herzliebe Grüße an dich, Ulli

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  16. Pingback: Gestern in Chemnitz |

  17. Welchen Sinn könnte es haben, dieses nationalsozialistische Symbol zu (s)einem positiven Ursprung zurückzuführen? Und warum sollte man das tun? Frage ich mich. Ich sage „nein, danke“, das Symbol ist für immer negativ behaftet. Die ursprüngliche Bedeutung interessiert mich nicht einmal. Sorry, aber so sehe ich das.

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  18. Symbole sind doch im Grunde nichts anderes als Haltestangen. Die Swastika für Glück, Gott für Glückseligkeit und das Gute in der Welt. Damit transportiert man Empfindungen, Signale, Macht und Meinungen. Heutzutage haben wir andere Ziele, andere Machtverhältnisse und können doch ganz einfach ein „beschmutztes“ Symbol fallen lassen.

    Haben wir denn als Gemeinschaft (oder unsere Führung) nicht mehr die Kraft, Sinn-orientierte neue Symbole zu setzen? (Oder müssen wir das auch komplett der sog. Wirtschaft überlassen?)

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    • Lieber Werner, es entstehen ja ununterbrochen neue Symbole, zB der Regenbogen als Symbol für die Geschlechtervielfalt. Aber de alten Symbole haben eben doch sehr viel Kraft – woher, darüber möchte ich ein andermal schreiben. Die Nazis haben sich eben das zunutze gemacht. Und ihre Nachfolger versuchen es erneut. Eine Möglichkeit ist und bleibt das Verbot. Und solange es keine Möglichkeit gibt, das Symbol zurückzugewinnen, sollte das auch so bleiben, finde ich.

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    • Lieber Werner,
      Symbole zu setzen und zu finden überlasse ich weder der Wirtschaft, noch der Politik, wenigstens nicht wenn es um meinen privaten Bereich geht oder wenn ich mit Menschen draußen arbeite.
      Und wie ich es ja hier schon oft geschrieben habe, wird eine Umstimmung dieses Symbols wohl nicht mehr funktionieren, es gibt ja auch andere fürs Glück und für die Sonne, nehme ich halte dann diese oder kreiere ich eben neue – ein Versuch war es dennoch Wert.
      Herzliche Grüße, Ulli

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  19. Liebe Ulli, ich habe ja noch keinen wirklichen Kommentar zu deinem Beitrag geschrieben – und werde es auch jetzt nicht können, obgleich ich das Thema ja angeregt hatte. Vielleicht ist als erstes wichtig, die Fragen, die du oben zur Wirkung und unterbewussten Verwurzelung von Symbolen stellst, an anderen Symbolen abzuhandeln, bevor man sich die Swastika vornimmt. Die hat sich mit ihren Haken tief in unser Bewusstsein eingefressen und blutig verhakt, die Wunden eitern, und selbst wenn wir ihre Haken runden, hilft es? Es sind vier Angelhaken, an denen hängen wir als Deutsche und zappeln, können nicht leben, nicht sterben damit.

    Was die deutsche Kultur im weiteren Sinne betrifft: sie ist ebenfalls durch und durch „kontaminiert“. Ich konnte als Kind kein Volkslied hören – schon das Wort „Volk“ widerte mich an -, die Nationalhymne zitierte ich nur sarkastisch, Bethoven machte mir Angst (er wurde ja auch in KZs gespielt) und Wagner lehnte ich rigoros ab. (In Israel wird immer noch keine Wagner-Musik gespielt, glaube ich, obgleich viele jüdische Deutsche zu Lebzeiten begeistete Wagner-Fans waren). Große Teile der deutschen Sprache waren unbrauchbar geworden. Alles, alles, was mit den 13 Jahren der Hitlerzeit zu tun hatte, war mir vergiftet.
    In Israel (1966) fragten wir auf Englisch eine Frau nach dem Weg – sie merkte aber, dass wir Deutsche waren und antwortete mit verzerrtem Gesicht auf Deutsch: „Ich wollte diese verfluchte Sprache nie wieder hören“. In gewisser Weise ging es mir selbst so. Wenngleich ich natürlich die deutsche Sprache dennoch liebte. Und ich bin sehr froh, dass ich mich versöhnt habe mit ihr. Denn was kann die Sprache für den Missbrauch, der mit ihr getrieben wurde? Und auch Wagner höre ich jetzt, war sogar in Bayreuth, ich benutze das Wort „Volk“ und „Rasse“ und „Heimat“, ich höre manchmal Volksmusik – es bleiben aber schwierige Dinge.

    Die Swastika ist das allgemeinste Symbol für das „schlechte Deutschland“ geworden. Wo immer in der Welt Kritik an deutscher Politik geübt wird – gleich ist das Hakenkreuz zur Stelle. Ebenso wie der Heil-Hitler-Gruß übrigens. Es ist das kürzeste Zitat für „deutsche Verbrechen“ oder sogar auch für „deutsche Eigenchaften“. (Ich kenne das hier aus Griechenland.)
    Vergebens bemühte sich Nachkriegs-Deutschland, Symbole für das „gute Deutschland“ zu kreieren. Aber es hat nichts dergleichen geschafft, vielmehr griff es auf ältere Kultur-Güter zurück – zB Bethovens „Lied an die Freude“ als Europa-Hymne, die Flagge, das Deutschlandlied in der 3. Strophe. In der DDR gab es den Versuch, wirklich Neues zu schaffen, wie Eislers Lied „Auferstanden aus Ruinen“, aber es ist eben auch nicht recht überzeugend, „der Zukunft zugewandt“ zu sein, wenn die Last der Vergangenheit so grässlich schwer wiegt.

    Liebe Ulli, die Frage des Gebrauchs von Symbolen (einschließlich der Sprache im allgemeinen, wie Tony oben kommentiert) ist wirklich sehr wichtig. In der einen oder anderen Form kommen wir immer wieder darauf zurück.
    Du hast dich tapfer dem Schwersten gestellt, nun ruh dich aus. Kommt Zeit, kommt Rat. Sei von Herzen gegrüßt !

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    • Guten Abend, liebe Gerda,
      nun liegen vier kinderreiche Tage hinter mir, es gab viel Schönes, viel Lachen, viel Natur und Zuhause, kochen, aufräumen, spielen, zuhören, vorlesen und so dies und das und jenes, schön war`s und ich bin rechtschaffen müde. Heute ruhe ich mich wirklich aus, darum gehe ich auf deinen vielschichtigen Kommentar lieber ein, wenn ich wieder so richtig munter bin und die Gehirnzellen nur so klackern 😉
      Ich lasse dir ein herzliches Danke hier, bis bald, Ulli

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    • Guten Morgen, liebe Gerda,
      soweit ich mich erinnere ging es ja genau um die Swastika, als wir uns austauschten und eben darum, dass dieses Symbol, selbst wenn man es auf alten Gefäßen erblickt, zunächst einmal ans Hakenkreuz denken lässt. Und genau das war ja meine Motivation, dann darüber nachzudenken, ob man es durch Veränderungen wieder seinem Ursprung zurückführen kann.
      Nun sind wir viele Kommentare weiter und es zeigt sich, dass dies erst einmal nicht gelingen kann, was ich mir allerdings auch schon vor der Veröffentlichung dieses Beitrages gedacht habe. Du formulierst es sehr treffend: „Die hat sich mit ihren Haken tief in unser Bewusstsein eingefressen und blutig verhakt, die Wunden eitern, und selbst wenn wir ihre Haken runden, hilft es? Es sind vier Angelhaken, an denen hängen wir als Deutsche und zappeln, können nicht leben, nicht sterben damit.“
      Was nun anderes anbelangt: Volksmusik, Nationalhymne, Wagner, so muss ich zugeben, dass ich noch immer meine Mühen damit habe, ich höre keine Musik von Wagner, Beethoven schon, ich höre Musik der Völker, aber deutsche Volksmusik eher nicht und schon gar keine „Mundorgellieder“ etc. Und natürlich benutze ich Worte wie Volk, Völker etc., wohl auch in Ermangelung von Alternativen, spüre hier aber sehr viel weniger Abwehr als bei dem Symbol oder der Musik. Dennoch ist es mir wichtig in welchem Kontext ich welche Worte benutze, schriftlich geht das noch besser als mündlich, da ist schnell mal etwas herausgerutscht.
      Den Kommentar von Tony mag ich auch sehr!

      Nun ruft mich der Tag, der nun auch heller wird, vielleicht schafft es ja die Sonne dann doch noch durchzukommen, schön wäre das!
      Auch dir einen guten Tag mit schönen Momenten,
      herzlichst Ulli

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  20. Danke, Ulli. Das Hakenkreuz können wir wohl erstmal abhaken. Bleibt, was in den Kommentaren und auch von mir angesprochen wurde: die Frage, was Symbole eigentlich sind. Sind sie nur „Haltestangen“, wie Werner meint, ob es eine nur individuelle Bedeutung und Kraft hat oder ein Zeichen ist, in dem sich die Erfahrungen, Glaubenssätze und Deutungen der Menschheit seit ihren Anfängen niedergeschlagen haben, ob es gar objektive „magische“. Kraft hat unabhängig von Glauben und Deutung ähnlich dem Fliegenpilz, der auf uns tödlich oder der Kamille, die heilend wirkt, egal ob wir dran glauben oder nicht … oder ob es eine Mischung von allem ist wie beim Amulett? Die Urvölker“ wählten ihre Symbole sicher nicht beliebig ….
    So könnte man sich quasi auf Umwegen auch an die Swastika heranschleichen. 😉

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    • Ich glaube an die Kraft der Symbole in ihren Urformen, wie auch schon hier geschrieben und sicherlich werde ich dazu einmal später zurückkommen, dann, wenn ich das benannte Buch zuende gelesen und selbst weiter nachgedacht habe. Ich glaube nicht an eine Beliebigkeit.
      By the way, auch der Fliegenpilz ist nicht tödlich, man muss ihn zu benutzen wissen … die Menge macht das Gift, wie bei vielen Pflanzen und Pilzen, dazu braucht es aber ein fundiertes Wissen. Die Kamille innerlich genommen verursacht bei mir nur Übelkeit, das liegt an dem Azulen, das ich nicht vertrage, also auch hier kann man nicht verallgemeinern, deswegen schätze ich die Wege der Medizin, die sich dem ganzen Menschen annimmt und nicht pauschal handelt. Differenzierungen sind notwendig, wohin man auch schaut.
      Herzliche und sonnige Grüße, ich habe gerade wieder einige Kartoffeln aus der Erde gebuddelt, demnach bin ich ein dummer Bauer 😉 und jetzt gleich werde ich für uns alle hier auf dem Hof Dippedotz zubereiten, plus Salat aus meinem und Annes Garten, jammi

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      • wie mir das gefällt, wenn du mich über Fliegenpilz und Kamille belehrst! Bei eure Dippedotz (?) wäre ich wohl auch gern dabei. Ich habe grad das Atelier abgeschlossen – heute war gemeinsames Zeichnen, und sehr tief gehendes Aufstellen war auch wieder.

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        • Dippedotz, das sind grob geriebene Kartoffeln, mit Ei und Zwiebeln und Knobi, Pfeffer und Salz gemischt, dazu Speck auf den Boden, an den Rand und oben drauf und dann bei 200° in den Backofen, ca. 1,5 Std. abgedecktund dann noch ca. eine halbe Stunden offen und dann essen, sooo lecker! Die Kartoffeln waren aus dem Garten, hej, ja, ich bin eine dumme Bäuerin, weil ich richtig dicke Kartoffeln habe 😉
          Es war so gut, nach all dem Gehassel der letzten Monate einmal wieder gemeinsam an einem Tisch zu sitzen und später am Hoffeuer, du weißt wovon ich spreche. Das war viel Arbeit, Geduld und mentale und seelische Ausrichtung, bevor dies jetzt wieder möglich war, puh, ich atme aus.

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  21. Es heißt ja, wenn man mit Symbolen arbeitet, nährt man die Quelle aus der sie stammen (und diese Quelle liegt ja weiter zurück, als das angestrebte tausendjährige Reich) und diese strahlt zurück. Also warum sollte es nicht wirken. Ich finde deine Umsetzung sehr schön, sowohl den Himmel, als auch die angedeutete Bewegung.

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    • Liebe Karin, gefällt mir sehr, dies „man nährt die Quelle, aus der sie stammen“ – aber sicher muss man mit ihnen im positiven Geiste arbeiten, damit das geschieht, nicht wahr? Sonst hätten die Nazis ja auch die Quelle genährt.Sie haben sie aber (fast) bis zur Unkenntlichkeit zerstört! Bei dem Wort „Quelle“ sehe ich eine vor mir, sie ist von hässlichen Elenit- und Zementröhren eingezwängt, verdreckt ist ihr Ort, aber das köstliche wasser fließt immer noch, und man müsste nur den Dreck wegräumen und die Quelle schön fassen. Ich kenne solche verdorbenen Quellen, leider sind sie nicht selten in unserer Gegend, aber ich habe mich bisher nicht an den Kampf gewagt,..

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  22. Ich denke nicht, dass wir ein „beschmutztes Symbol „einfach fallen lassen können. Das ist alles so „von hier aus“ gedacht“ . Reise durch Indien, und dieses Symbol ist allgegenwärtig, in bunten Stoffen, an Tempeln, es gehört dazu zum alltäglichen Leben, wo es herkommt. Die meisten Symbole sind Bestandteil von Religionen – gewesen. Auch Pseudoreligionen verwenden welche. Es gibt Geomanten und andere, die versuchen, mit einer „Entschmutzung “ zu arbeiten, mir fällt da der Name Danny Gross ein, der mit Strassenmalereikreide große Bilder zeichnet, die man begehen kann. Ich begrüße Deine Idee und da ich viel in Asien unterwegs war, hat das Symbol – ich glaube es hat auch andere Namen!- für mich gar keinen Schreckenswert. Nur wenn ich es in Rot schwarz weiss sehe, der deutschen Version. Man könnte Bilder von dunkelhäutigen Indern mit diesen Symbolen zeigen, als Gegenwert. Allerdings- nirgendwo gibt es keine „Nazis“. Auch in Indien findet man Hitler gut, manchmal, aus reiner Unwissenheit und falschen Vorstellungen.
    Ich las zufällig gerade „Das verlorene Symbol“ von Dan Brown, normalerweise nicht meine übliche Lektüre. Es ist auch ein Versuch von Belehrung, aber deutlich wird: das wahre Thema ist Macht. Was ist die Macht, die etwas verwendet. Die Mittel sind immer die gleichen, Symbole und Rituale und Bilder, sie wirken, weil wir so gestrickt sind.

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    • Ich danke dir von Herzen für diesen Kommentar. Ich weiß schon, dass die Swastika in Indien, in Nepal und auch in Tibet allgegenwärtig ist,hier hat dieses Symbol einen seiner Ursprungsorte. Nun leben wir aber in Europa und wie ich an den vielen Kommentaren ablesen konnte und es selbst auch empfinde, ist die Zeit noch nicht reif, noch immer assoziieren die meisten zuerst das Hakenkreuz.
      herzlichst, Ulli

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  23. Pingback: Sachlichkeit statt Polemik |

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