Kurzinfo am Sonntag

#Wir sind mehr

Außergewöhnliche Zeiten verlangen außergewöhnliche Maßnahmen. Zeichen setzen, das ist auch etwas, was jede und jeder kann, die/der will. Ich habe nun den hashtag wir sind mehr in mein Header-Bild eingefügt, wer dies auch tun möchte, kann sich die untere Grafik mitnehmen, draufklicken, Grafik speichern unter und dann eben einsetzen …

oder zu Anna gehen, ihren Beitrag lesen und den Button mitnehmen … https://annaschmidt-berlin.com/2018/09/02/wirsindmehr/

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56 Gedanken zu „Kurzinfo am Sonntag

  1. Ich werde es nicht übernehmen. „Gegen“ ist nicht mehr meins, denn Druck erzeugt Gegendruck. Ich mag auch nicht die Denke von „wir“ und „die anderen“, von „links“ und „rechts“, von „mehr“ und „weniger“.
    Ich gehöre zu keiner negativ definierten Summe. Liebe Grüße

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    • Ich verstehe Dich gut…….; ich dachte beim lesen auch Menschenverachtung, Fremdenhass, schreien und brüllen ist das rechts? Ist mein Widerstand links? Vielleicht reichen diese Kategorien nicht (mehr) für die in den Zeiten immer wiederkehrende Gewalt gegen Dritte. Mein politisches Leben nach spät68, Gorleben, Gewerkschaftsarbeit, erst SPD und dann wegen Betong grüne Partei, sozialdemokratisch in Schweden wieder mit Betong- die Rechnung kommt am Sonntag für S – nun Miljö-engagiert (- die Grünen in Schweden),(- wieviel grün da wohl hinein kommen kann?) wird das, was wir Faschismus nennen in allen Länder wieder salonfähig. Fort war dies Denken nie. Wenn wir es (zu-)lassen wird es wie 33, und diesmal nicht nur so perfekt wie damals in D, sondern auch anderswo so verheerend wüten. Darum werde ich Anna`s Text später auch rebloggen.
      Wem oder was fühle ich mich zugehörig? Das war auch so eine Frage der letzten Jahre für mich. Wählen zu können wem wir uns zugehörig fühlen und nicht auf Grund irgendwelcher Regeln bestimmt sind, ist wohl eine unserer Freiheiten, die mit Höcke und Co. weiter eingeschränkt würden. Das möchte ich nicht. Liebe Grüße Ruth

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      • Liebe Ruth, ich begreife mich in allererster Linie als Mensch und aus diesem Begreifen heraus reagiere ich auch. Kategorien wie links oder rechts finde ich oft sehr schwierig, weil sich manches vermischt. Bleiben wir Mensch und handeln menschlich und da ist ein Gegen in Ordnung, das FÜR hat Anna in ihrem Kommentar treffend benannt.
        herzliche Grüße, Ulli

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    • Liebe Gerda, klar, dass muss jede und jeder für sich selbst entscheiden, mir ist es wichtig Zeichen zu setzen und den Mund nicht zu halten. Rechts heißt rechts, ultrarechts = faschistisch, das was auch wieder gestern in Chemnitz passiert ist, geht gar nicht. Der Herr Höcke und seine Anhänger mit weißen Rosen im Revers, zum Beispiel, das ist mehr als nur geschmacklos. Die weiße Rose steht für Sophie Scholl und ihren Widerstand für den sie mit dem Leben bezahlt hat.
      Ich weiß nicht, ob du die gestrigen Bilder gesehen hast, mich rütteln und schüttleln sie.
      Es gibt nun einmal die anderen, ob mir das passt oder nicht, leider!
      herzlichst, Ulli

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      • hallo Gerhard, schau mal weiter unten, was ich an Jürgen schrieb und auch was Anna …
        in diesem Fall gibt es ein wir und auch die anderen, nicht immer ist das so und ich vermeide oft ein Wir, in diesem Fall nicht, dieses Wir ist bunt …

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    • Ich sehe mich auch in der positiv definierten Summe und gerade deshalb finde ich es so wichtig dafür jetzt auch Position zu beziehen. Ich möchte mein positves Weltbild behalten und daran glauben, dass die Menschen 2018 begriffen haben, dass kein Mensch über dem anderen steht! … Ich bin FÜR Weltoffenheit, FÜR Multinationalität, FÜR Menschenrechte für jeden, FÜR eine offenes Land und vieles mehr … aber genau dieses FÜR müssen wir jetzt ganz laut sagen! … Danke Ulli für den Link!

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        • Lieber Jürgen,
          ja, so begreife ich das auch. Ich habe gerade noch über das „Wir“ in diesem Fall nachgedacht, dieses Wir ist bunt, soll heißen, dass sich hier Menschen aus unterschiedlich politischen Richtungen und Denkweisen zusammenschließen, die sich in einem Punkt einig sind, nie wieder Faschismus. Mir tut es gut, dass es so viele geworden sind, die nicht mehr wegschauen, nicht mehr schweigen, das war Anfang der 1990er Jahre noch anders, da galten wir als Schwarzmaler, wir, die damals schon sagten: wehret den Anfängen. Diese Chance wurde vertan und nun haben wir den Salat. Ich kann nur hoffen, dass die Menschenrechte wieder ernst genommen werden und auch die Polikerinnen und Politiker wach werden, einige haben ja heute etwas gesagt, da habe ich dann doch gestaunt!
          Liebe Grüße, Ulli

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    • Ein offenes bitteres Wort von mir:
      Ohne „wir“ gibt es die „anderen“ nicht, ohne „die anderen“ gibt es kein „wir“. Das sind Einschließungs- Ausschließungs-Mechanismen, die ich verabscheue. All diese Posen sind so krampfhaft. Was soll das alles, wozu soll es gut sein? Aber nun, wenn ihr meint? ich fühle mich mal wieder mehr „draußen“ als seit langem. Ich habe keine Lust auf eure bunte Welt der Guten, die sich ein Erkennungszeichen anheften, stolz, dass sie sich abgrenzen von den Bösen..
      Der eine und die andere wird mir vorwerfen, dass ich nicht „Farbe bekenne“ und mir eine Farbe auftünchen. Man wird sagen, ich sei unzuverlässig, unerkennbar, unsolidarisch, unkämpferisch, warum klammerst du dich aus aus „der guten Sache“?
      Für mich ist das eine Vorform von Faschismus. Sagte man nicht auch damals (1933, 1949) den Menschen: Klammere dich nicht aus aus der guten Sache, trag dich ein in die Liste der Guten?.werde Teil der Mehrheit? Drum schrieb ich: Der Faschismus kommt, wenn er wiederkommt, nicht mit demselben Gesicht.

      Ich bin nicht mehrheitsfähig.

      Sei lieb gegrüßt von Gerda

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      • Liebe Gerda, ich mache dir überhaupt keine Vorwürfe! Und wer das macht, muss das mit dir diskutieren. Ich schrieb schon vorhin an dich, dass jede und jeder selbst entscheidet, ob sie/er dieses Zeichen setzt oder eben nicht, es ist ein Angebot und keine Doktrin!
        Deine restliche Schlussfolgerung, dass eine eventuelle Kritik, wenn es denn überhaupt eine von irgendwem dir gegenüber gibt, kann ich nicht nachvollziehen, wieso soll das eine Vorform des Faschismus sein? Was verstehst du unter Faschismus? Mir wird gerade ungemütlich zumute. Herrjeh, die anderen gibt es doch und die werden immer lauter und begehen Straftaten, sie beschimpfen Menschen aufs Übelste, sie haben schon zig Mal in den letzten zwei Jahrzehnten Menschen umgebracht. Soll ich da meinen Mund halten, soll ich mich nicht beziehen? Und ja, es gibt noch mehr Menschen wie mich, die das nicht wollen und das ist dann gerade eben das Wir, nicht mehr und nicht weniger.
        Und wenn du schreibst, dass du nicht mehrheitsfähig bist, was soll das in Bezug auf das, was gerade eben hier und jetzt passiert heißen?
        Ich bin wahrlich auch kein Herdentier, aber gerade eben tut es mir gut zu spüren, dass es noch viele andere Menschen gibt, die nicht wollen, dass einige Hohlköpfe dieses Land bestimmen.

        herzlichst, Ulli

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        • Euer Slogan sagt: „wir sind mehr“. Genau das sagen die anderen auch. Wo ist der Unterschied? dass du auf der Seite der Guten bist? das glauben jene ebenfalls. Das glaubten die Nazis ebenfalls, als sie die Kommunisten aufs Haupt schlugen und die Juden, diese Weltverderber, ins Gas schickten, und die Kommunisten glaubten natürlich ebenso, dass sie die Guten seien, und dass man Andersdenkende am besten liquidiert oder umerzieht (De Partei, die Partei hat immer recht). Alle glauben von sich, auf der guten Seite zu stehen. Keiner glaubt, dass er das Böse, Dumme, Verwerfliche darstellt. Er glaubt es immer vom anderen. So glauben die, die grad „für-Chemnitz“ demonstreren, dass sie ihre deutsche Heimat, deutschen Werte, deutsche Ehre, deutschen Wein und deutschen Klang usw usf (Nationalhymne) verteidigen gegen vaterlandslose Spinner, Schlepperbanden und Islam-Verschwörungen. Die Zeugen Jehovas glauben natürich ebenfalls, dass sie den wahren Glauben haben und als einzige ins Paradies einziehen werden. Die Islamisten stehen ihnen da nicht nach. Es ist wahrlich nicht schwer, sich selbst auf der Seite der Guten zu sehen.

          Ich fand übrigens das Zitat: „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus“.(Ignazio Silone – Schriftsteller und Sozialist)

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          • Für mich funktioniert das so nicht! Ich habe kein Interesse an gut und böse, an schwarz und weiß, ich habe Interesse an einem Dialog, mit wem auch immer noch und das nicht erst seit heute. Ich habe ein Interesse an Lösungen für das was nicht stimmt, ob ökologisch oder ökonomisch und bin offen für Vieles, aber nicht für Hass!

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            • Ich weiß das, Ulli, und da sind wir uns ja auch einig. ich bezog mich auf den Slogan „wir sind mehr“, auf das „gegen“, auf das „positiv“ usw. Und darauf, die eigene „Gesinnung“ (schreckliches Wort) meinem Blog anzuheften wie ein Parteibuch, eine Armbinde, eine weiße Rose…. Damit ich „ein Zeichen setze“.

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              • Guten Morgen, liebe Gerda, ich habe gestern noch eine Weile über den Faschismus mit einem anderen Gesicht nachgedacht und mir fielen Szenen aus der Vergangenheit und Kommentare aus dem jetzt und hier ein. Menschen, die ihre Meinung so vertreten, dass sie den Menschen, die anderer Meinung sind Übles wünschen und sich dabei als die Guten empfinden, aber genauso dogmatisch und menschenverachtend argumentieren mag ich auch nicht und kann man im weitesten Sinne auch als faschistisch bezeichnen. Auch Stalin und seine Schergen werden als faschistisch angesehen, nicht zu Unrecht, wie ich finde, das wäre dann das andere Gesicht.
                herzlichst, Ulli

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        • Liebe Ulli,
          ich weiß auch nicht genau, wieso ich so fühle, aber auch ich mag mir kein Plakat aufdrücken und keinen Button auf die Stirne kleben. Meine Einstellung ist klar, gegen alles, was ungerecht ist, was Menschenrechte und Würde verletzt, was mordet, vergiftet, gegen aggressive Menschen, die Hassorgien zelebrieren, gegen verzerrte Wirklichkeiten und völlig unnötige Grenzen. Aber bitte ohne Banner und Plakate und eines fühle ich auch sehr deutlich, der Faschismus trägt viele Masken, Springerstiefel und braune Hemden sind schon lange nicht mehr seine Erkennungszeichen.
          Er kommt auf leisen Sohlen durch die Hintertür, die müssen wir aufmerksam im Auge behalten.
          Ich verstehe sehr gut, was Gerda meint.
          Liebe Grüße von Bruni, die nie ein Geheimnis aus ihrer Einstellung machen wird

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          • Wie schon an Gerda geschrieben, liebe Bruni, niemand „muss“, es ist ein Angebot und kein Dogma, ich mag keine Dogmen! Ansonsten habe ich gerade noch einmal an Gerda geschrieben.
            Was du zu den Springerstiefeln schreibst stimmt, man sieht das ja bei den AfDlern …
            herzlichst, Ulli

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          • Ich hab’s gelesen und zustimmendmit dem Kopf genickt, liebe Bruni. Und gedacht: so einfach menschlich, wie du es sagst, ist es vielleicht verständlicher als meine Abhandlungen. Ich freu mich aber besonders über deine Zustimmung.

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    • Nein, Jürgen, ich gehöre zu gar keiner Summe, die dadurch zustande kommt, dass sie sich selbst für positiv hält und andere Menschen als negativ abgrenzt. Das tun grad die „für-Chemnitz“-Leute genau so wie deren Gegner. Beide behaupten für „das Gute“ zu stehen, stellen ihr „Wir“ gegen ein anderes „Wir“. Im übrigen habe ich unten noch mal kommentiert. Es fiel mir nicht leicht, aber ich musste da für mich ein statement abgeben. Im übrigen, mit Goethe::

      Eines schickt sich nicht für alle.
      Sehe jeder, wie er’s treibe,
      sehe jeder, wo er bleibe,
      und wer steht, daß er nicht falle!

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      • Gerda, das ist doch auch wieder nur eine Interpretation, wer spricht hier davon, dass er oder sie positiv sei oder gut und die anderen negativ? Es geht doch um das Verhalten, dass diese Schreihälse an den Tag legen, was in meinen Augen nicht hinnehmbar ist. Das hat nichts mit „Urteilen“ zu tun! In den letzten Tagen haben sich auch viele darum bemüht zu verstehen warum so viele Menschen aufgebracht sind, warum sich gerade in Sachsen so viele Bürgerinnen und Bürger so verhalten. Es gab einige Menschen,die versucht haben mit gerade eben diesen Bürgerinnen und Bürgern zu sprechen, es kam bei den meisten nichts dabei heraus, im Gegenteil, die Fragenden wurden aufs Übelste beschimpt, man hat ihnen Vergewaltigung und Mord gewünscht. Das sind keine fakenews, das alles ist mit Videos hinterlegt. DAS kann ich NICHT schweigend hinnehmen! Und will es auch nicht.

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        • In diesem speziellen Fall kann ich noch nicht einmal Goethe zustimmen – Solidarität ist für mich angesagt, u.a. auch mit den Menschen, die in Sachsen leben und ziemlich unter diesem Bild, dass andere malen, leiden und auch Solidarität mit den ehrlich Trauernden!

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        • Du unterstellst mir doch wohl nicht, dass die Denke der Neo- oder Alt-Faschisten bei mir Anklang findet? Meine Geschichte und meine Handlungen zeigen das Gegenteil. Also bleibt nur, dass du mir das unterstellst, weil ich nicht die Faust heben mag im Einklang mit den „wirsindmehr-Antifaschisten“.
          Was mir zu denken gibt ist, dass die Anti-Faschisten Verhaltensmuster entwickeln, die sie ihrem Gegner abgeschaut haben: Wir und Ihr, Gut und Böse, Recht und Unrecht. Der Unterschied ist dann die inhaltliche Füllung dieser Denkschablonen.
          Auf den Inhalt kommt es an, sagst du? Nein. Der Inhalt kann deformiert und in sein Gegenteil verwandelt werden, wurde es im Laufe der Zeiten immer wieder, wie bekannt. Christentum, Kommunismus, Vaterlandsliebe, Internationalismus, Menschenrechte – .welch hehre Inhalte! Und wurden doch alle zu Herrschafts- und Kriegsgründen. Ja, auch die Menschenrechte, die in den letzten Dekaden ganz besonders – von Jugoslawien bis Syrien und Libyen rechtfertigten sie alle kriegerischen Interventionen der NATO. „Ein neues Auschwitz verhindern“ ist zum alliierten Kriegsruf geworden, in dessen Namen man Menschen bombardiert und Länder zerstört. Es ist die unausrottbare Denkform des „Rechthabens“ und des „Gesinnung Zeigens“, die ich pro-faschistisch nenne und das noch jeden Krieg und jede Meinungsdiktatur begründet hat.
          Aber meinetwegen, wenn du es anders siehst – es ist deine Sache. Ich besteh nicht darauf, Recht zu haben, sondern äußere hier nur meine persönliche Wahrnehmung.
          Noch mal liebe Grüße hinunter nach Katalonien, das auf seine Weise ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist, weil es sich vom spanischen „Vaterland“ abspalten wollte. .

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          • Liebe Gerda! Das, was Du vermutest, unterstelle ich Dir nicht.
            Ich glaube nicht, dass sich unserer beider Positionen zum Umgang mit faschistischen Umgangsformen im politischen Alltag auflösen lassen.
            Du willst Dich nicht einbinden lassen in eine Gruppierung, die ein medial – öffentliches Zeichen setzen möchte. Ich bin der Meinung, dass solch ein öffentliches Zeichen unbedingt notwendig ist. Deine Argumentation scheint mir eher akademischer Art, die meine eher wertedemokratisch und familiengeschichtlich begründet. Lassen wir die Positionen einfach mal so stehen. Und: Für mich ist der Dialog zu diesem Thema damit beendet.
            Liebe Grüße Juergen

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      • Liebe Gerda, jetzt hab ich bis hierher von oben nach unten mitgelesen und muss doch eines loswerden: ob du „das Zeichen“ setzt oder nicht, bleibt dir überlassen (wie Ulli und andere mehrfach betonten) – ich mach‘s auch nicht, äußere mich lieber auf meine Weise. Soweit, so gut. Aber diejenigen,, die sich unter dem Zeichen zusammenfinden, dass sie sich dafür stark machen, mehrheitlich für Demokratie und ja: GEGEN Hass und Menschenverachtung einzustehen, dafür zu kritisieren befremdet mich (du bleibst ja gerade nicht neutral!). Als theoretisches Konstrukt mag deine Theorie der im guten Glauben handelnden „Bösen“ und der „Guten“, die es nicht unbedingt sind, funktionieren, in der Praxis sehe ich ganz konkret gewalttätigen Menschenhass auf der einen Seite und diejenigen, die sich dagegen zur Wehr setzen auf der anderen. Da enden die theoretischen Spitzfindigkeiten, und ich weiß, wo ich stehe – und hoffe, dass „wir mehr sind“. Mit oder ohne Hashtag, egal – aber ganz konkret.
        Herzliche Grüße,
        Silke

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        • danke, Silke. Ich weiß auch, wo ich stehe. Ich kann dir jetzt nicht meine ganze Biographie erzählen (schon als Schülerin in den 50er Jahren positionierte ich mich gegen die Wiederbewaffnung, das Weiterwirken von Altnazis und Euthanasiedenken in der BRD, den Funktionärsstaat und die Freiheitseinschränkung in der DDR, ich war Mitglied des Berliner FU-AStA, der 1966-67 gegen Reglementierung des Studiums und den Imperialismus zu Felde zog, auch ich schrie mein Ho-Chi-Minh und „Bürger runter vom Balkon, schließt euch an dem Vietkong“. Meinen Mann lernte ich 1967 im Kontext der Proteste gegen die griechische Militärdiktatur kennen,..)

          Da du ja meine Beiträge liest, ist dir mein Denken, das sich im Laufe der Zeit für mich klärte, nicht unbekannt. Im Wesentlichen ist es „dialektisch“ : eine These (Liebe, Demokratie, Verteidigung der Menschenrechte) – eine Antithese (Hass, autoritärer Staat, Unterdrückung und Vernichtung des Menschenlebens). das eine ist mit dem anderen verschränkt, und sie tendieren dazu, in ihr Gegenteil umzuschlagen.

          Darf ich noch mal an Heraklit erinnern, dessen Denken mein Blog-Motto entnommen ist? Wiki (ich zitiere):
          „Heraklit betrachtet die Erfahrungswelt des Menschen als ein Ganzes von Gegensätzen, die ineinander umschlagen und sich von einem Pol zum anderen wandeln. Die Gegensatzpaare folgen dabei nicht nur einem äußerlichen Prozess, sondern sind als Gegensätze schon ineinander verschränkt. Das Umschlagen der Gegensätze geschieht dabei wohl „gemäß Streit und Schuldigkeit“ (κατ᾽ ἔριν καὶ χρεών, kat‘ érin kaì chreōn)[52] im Spannungsverhältnis der jeweiligen Bezugspole. …
          Die Pole eines Gegensatzes sind nur im Kontrast zueinander überhaupt erfahrbar und daher zeitlich nicht getrennt, sondern bestehen in Form einer logischen wechselseitigen Verschränkung zugleich. …

          Etwas anders gewendet ist die von den Vielen verkannte Einheit des scheinbar Gegenstrebigen in Fragment B 51:

          „Sie verstehen nicht, wie das Auseinandergehende mit sich selbst zusammengeht: gegenspännige Zusammenfügung wie von Bogen und Leier.“[57] (Ende des Wiki-Zitats)

          Du selbst, Silke, hast in einem Kunstgarten ein Werk, das diese Einheit des Gegensätzlichen zum Thema hat.

          Ins Politische gewendet kann man grad beobachten, wie sich die Gegensätze in Deutschland zuspitzen und bis zu einem Punkt getrieben werden, an dem sie in ihr Gegenteil umzuschlagen drohen. Die letzten Meinungsumfragen zeigen die CDU noch als stärkste Partei, aber die zweite Partei ist bereits die AfD, gefolgt von „Aufstehen“ (keine Partei). Diese Tendenz ist nicht aufzuhalten, indem man auf der Straße singt: „wirsindmehr“. Sie ist nur – wenn überhaupt noch – aufzuhalten durch eine Politik, die sich auf die Beseitigung von Konfliktpotential und Bemühungen um Versöhnung im Inland und im Verhältnis zu den Nachbarländern konzentriert. („Aufstehen“ tut das, und hat daher Friedens-Potential).
          Herzliche Grüße aus Hellas. Gerda

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          • Liebe Gerda,
            Das Friedenspotential ist natürlich in erster Linie in der intensiven politischen Arbeit zu suchen und herzustellen. Der aggressiven, manipulativen, hasserfüllten Inszenierung menschenverachtender Gruppen eine bunte, von Toleranz und Friedensliebe getragene Inszenierung entgegenzusetzen erscheint mir hilfreich und notwendig – keine Lösung der Probleme, aber ein Weckruf, der hoffentlich viele Menschen zum Nachdenken und zum Aufstehen (!) bewegt.
            Unsere Biografien sind sich sehr ähnlich, unsere Positionen eigentlich auch. Zerreden wir‘s nicht!
            Mit nach wie vor herzlichen Grüßen,
            Silke

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  2. Im Schweiße meines Angesichtes habe ich es in meinen Gravatar gebastelt – ich konnte das Original nicht verwenden, weil es zu viel abgedeckt hat. Also habe ich den Schriftzug selbst geschrieben.
    Aber wie ich das direkt in den Blogheader bekomme, weiß ich noch nicht.

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  3. Pingback: #wirsindmehr und das soll so bleiben! – Sofasophien

  4. Pingback: Gestern in Chemnitz |

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