Abstraktion

Vielleicht muss ich ein Thema gut beleuchtet haben, um es dann vom Gegenständlichen ins Abstrakte holen zu können.

Ich schrieb es schon einmal irgendwo, irgendwann, dass ich oft Mühen mit der abstrakten Kunst habe, besonders dann, wenn kein Titel die Richtung weist. Leichter wird es für mich, wenn die Künstlerin, der Künstler die eigenen Gedanken mitteilt. Auf dem Blog ist das kein Problem, in einem Museum oder einer Ausstellung sprengt dies den Rahmen, dann müssen Titel reichen.

Andererseits mag ich es Titel wegzulassen, für mich ist es eine Öffnung für die Assoziationen und Interpretationen hin zu den Betrachtenden.

Die Definition liest sich bei Wiki so:

Das Wort Abstraktion (lateinisch abstractus ‚abgezogen‘, Partizip Perfekt Passiv von abs-trahere ‚abziehen‘, ‚entfernen‘, ‚trennen‘) bezeichnet meist den induktiven Denkprozess des Weglassens von Einzelheiten und des Überführens auf etwas Allgemeineres oder Einfacheres.

In die Abstraktion schwingt die Reduktion mit hinein –

1.
bildungssprachlich
das Reduzieren; das Zurückführen auf ein geringeres Maß
2.
philosophisch
Rückschluss vom Komplizierten auf etwas Einfaches; Vereinfachung
(fotografisch leider nicht besonders gelungen – der Hintergrund ist weiß)
die Bilder werden groß, wenn du sie anklickst …
Mich interessiert, wie es dir mit diesen Begrifflichkeiten zum einen, zum anderen mit der Betrachtung von abstrakter Kunst geht. Außerdem interessiert mich was du bei den Bildern siehst, bzw. empfindest … Willkommen.

50 Gedanken zu „Abstraktion

  1. Vorneweg, Ulli, die Bilder gefallen mir sehr, und das will schon etwas heißen, da ich sonst nicht viel für abstrakte Kunst übrig habe. Finde ich aber so wie jetzt etwas Konkretes im abstrakten Bild, dann spricht es mich intellektuell oder auch emotional an. Das erste Bild hat klare ersichtliche geometrische Formen, die durch eine gut gewählte Farbenkombination hervorgehoben werden. Das zweite spricht meine Gefühle an, das lose und vage mich durch das rote herzförmige Objekt an eine romantische Zeit erinnert, die ich mal intensiv erlebt habe (Siehe unsere Liebesgeschichte). Es ist hier in Kanada spät geworden. Verzeih mir bitte, wenn alles so wie blöder Quatsch klingt. Liebe Grüße aus Kanada! Peter

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    • Finde ich jetzt mal nicht „blöder Quatsch“!…..; Mir geht es ähnlich! Abstrakte Kunst? Gefällt mir oder auch nicht und das hat mit der Komposition – Form und Gestaltung – und vor allen Dingen mit der Farbgebung zu tun.
      Ich denke nicht so viel konkret bei der Betrachtung, wie erinnern…….. Meine Assoziationen werden durch Titel immer begrenzt, schade. Ich frage mich, ob der Betrachter die Intentionen des Schaffenden im Bereich abstrakter Kunst erfassen sollte? Für den Künstler ist ein Werk Ausdruck, für mich immer Eindruck…..,wenn es nicht meine eigenen Dinge sind.
      Beide Bilder gefallen mir sehr. Besonders der Hintergrund des 2., weil es die Farbe meines eigenen Voranschreiten ist. Besonders finde ich das der Farbton changiert. Auf meinem Endgerät wird er nach unten dunkler. In den 60igern hatte ich Ballerinas in dieser Farbe, dann einmal ein Fahrrad, und ein Auto – Farbgestaltung mit elektronischen Mitteln ist seit längeren auch ein interessantes Phänomen für mich. Und kann recht mystisch daherkommen.
      Liebe Grüsse auch von mir Ruth

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        • Ha, genau das wollte ich auch sagen! Und noch etwas: Das, was der Künstler/die Künstlerin ausdrücken wollte, muss nicht unbedingt 1:1 dem Eindruck entsprechen, den das Werk bei den Betrachtenden hervorruft – und genau das empfinde ich als spannend: als Betrachterin eines Kunstwerks trete ich in einen Dialog mit dem Werk und dessen Schöpfer/in ein. Vor ein paar Tagen habe ich auf lieberlebenblog eine Bronzeskulptur meines Freundes Rainer Gross vorgestellt. Unter dem Titel „Vom Kommen und Gehen und Bleiben“ habe ich meinen Gedanken dazu freien Lauf gelassen. Pega Mund hat in ihrem Kommentar weitere Assoziationen eingebracht, die auch mir neue Interpretationsmöglichkeiten eröffnet haben. Vergessen zu erwähnen hatte ich in meinem Blogbeitrag, dass Rainer dem Werk einen Titel gegeben hat: « L’âge d’or » (Das goldene Zeitalter). Auch da geht es um Erblühen und Vergehen, um Aufstieg und Abstieg, um Dynamik und Verfall – letztlich treffen sich künstlerische Intention und Empfinden der Betrachtenden, aber eben nicht 1:1, was für beide Seiten bereichernd ist.
          Ich fühle mich gerade zu abstrakten Werken besonders hingezogen, weil ich den von Ulli zitierten Weg der Reduktion auf das Wesentliche mag – so wie mir die Zen-Philosophie des von mir (wie von dir, liebe Ulli) sehr geschätzten Thich Nath Han besonders nahe ist: Einfachheit, Klarheit, Offenheit, freier Fluss der Gedanken und Empfindungen. Sich einlassen.
          Danke für den Anstoß zu dieser Diskussion!

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          • Guten Abend, liebe Silke, ich habe deinem nichts hinzuzufügen, außer meinen Herzensdank, mehr schrieb ich an Ruth und siehe da, es passt!
            Die Skulptur ist wohl an mir vorbei gegangen? Ich schaue gleich noch einmal bei dir.
            Huuuu, hier gewittert es gerade ziemlich mächtig, gut, dass ich vor meiner eingeplanten Zeit von einem langen Gang Nachhause gegangen bin, der Wind und die Wolken mahnten mich.
            Herzliche Grüße, Ulli

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      • Hallo Ruth, wie frei ist eine Künstlerin, ein Künstler oder wie eitel oder uneitel? Soll heißen, will sie/er verstanden wissen was sie/er ausdrückt oder ist es schnurz? Zählt der Eindruck, den das Bild, die Skulptur etc. macht oder die eigenen Eindrücke, die einen zu diesem und keinem anderen Ausdruck gebracht haben?
        Das sind jetzt Fragen, die sich mir durch deinen famosen Kommentar stellen. Bei mir ist es mal so, mal so, manchmal lasse ich gerne all die verschiedenen Eindrücke zu, sie erweitern meinen Horizont, aber ich weiß auch, dass ich manchmal enttäuscht bin, wenn so gar nicht gesehen wird, was hinter dem Bild, dem Text steht.
        Ich danke dir, das fand ich jetzt sehr bereichernd!
        Herzliche Grüße, Ulli

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      • Vielen Dank, Ruth, für die Erklärung deiner Empfindungen über die abstrakte Kunst! So vermittelt also der Künstler eine Vielzahl von Eindrücken bei den Betrachtern, während er selber vielleicht nur einen einzigen Ausdruck für sein Werk im Sinne hatte. Habe ich dich so richtig verstanden?

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        • Ja, und wenn ich im „flow“ bin kann ich gar nicht sagen warum jetzt diese Farbe oder diese Form. Ich arbeite viel in Text-il. Oft sehe ich erst nach einer Maßnahme/Handhabung so oder so nicht. In der Kritik dazu spielen immer ganz persönliche Vorlieben eine große Rolle, siehe deinen roten Digitalis von gestern – perfekt in Motiv, Form und Farbe – aber Ruth mag ihn nicht. Ich pflanzte einen in meinen Garten in gelb , absolut meine Lieblingsfarbe – selbst der Ton des Gelbes und trotzdem die arme Pflanze steht versteckt……., obwohl ich die Rabattengeometrie einhalte. Was kann die Pflanze dafür was wir ihr nachsagen. LG Ruth

          Gefällt 2 Personen

    • Es gibt nichts zu verzeihen, Peter, ich lese deinen Kommentar nicht als blöden Quatsch, du beschreibst wie es dir mit den Bildern geht, was du wahrnimmst und das ist für mich das, was zählt, die Eigenwahrnehmung und die kann in meinen Augen kein Quatsch sein 😉
      Hu, hier donnert es, mal schauen, ob ich noch mehr Kommentare beantworten kann oder lieber den PC runterfahre, der sowieso schon spinnt, was ein Quatsch!
      herzliche Grüße, Ulli

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  2. Liebe Ulli, ich bin nicht so wortgewaltig, deswegen nur meine rein spontanen emotionalen Empfindungen beim Betrachten Deiner beiden Bilder.
    Ich möchte mit dem zweiten anfangen:
    Freude, Übermut,Geborgenheit, Tanz, Leichtigkeit,Harmonie, Spiel, Musik, Träume, Wohlbefinden, Losgelöst, ich möchte es mit in den Tag nehmen.
    Das erste Bild bedrückt mich, es birgt etwas in sich, was nach Außen drängt und noch eingeschlossen ist, aber es ist für mich nichts Gutes, es macht mir eher Angst.
    Für mich ist es nicht wesentlich, ob ein Kunstwerk abstrakt oder gegenständlich ist, ich reagiere immer emotional und nicht zuerst mit dem Verstand -:))
    Lieber Gruß in Deinen Morgen, Karin

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    • Liebe Karin, ich selbst reagiere wie du auf Bilder, zuerst sprechen meine Gefühle, dann der Verstand, wenn überhaupt, naja, zumindest dann, wenn ich mich bemühe mein Empfinden in Worte zu kleiden.
      Ich finde es noch interessant, dass dich das erste Bild ängstigt, entstanden ist es während eines Vortrags über Körper, Geist, Seele in seiner Wechselwirkung, der mich beschwingt hat. Aber eben, so ist das mit Bildern und ihren Wirkungen, es gilt auch das anzunehmen, auch wenn ich selbst um den Hintergrund weiß. Über dein Empfinden bei meinem zweiten Bild freue ich mich sehr, tatsächlich hörte ich auch da einen Vortrag bei dem es im Kern um das Herz ging, dieser Vortrag hat mich selbst sehr leicht werden lassen.
      herzliche Grüße zum Abend mit Starkregen, Donner und Blitz auf dem Berg (huuu), Ulli

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    • Spannend, Tom, tatsächlich lauschte ich beim Zeichnen zwei unterschiedlichen Vorträgen, ich lauschte, nahm auf, der Stift glitt übers Papier. Spannend daran finde ich, dass du dies scheinst wahrgenommen hast, so wie eben auch, dass ich das, was ich hörte in eine Form bringen wollte. Dazu kommt meine ungeübte Hand 😉
      Herzliches am Abend zu dir hin, Ulli

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  3. feine bilder, wobei ich besonders das untere mag, da sehe ich ein tanzendes paar! 🙂
    beim ersten bild empfinde ich geborgenheit, eine bunte fülle im kern. ausweitbar.

    ich mag abstrakte kunst, weil sich oftmals unheimlich viel darin entdecken lässt. natürlich mag ich nicht alles, es muss mich schon irgendwie ansprechen, eine gewisse harmonik oder sagen wir so – es muss in sich stimmig sein. titel können sehr hilfreich, aber auch einschränkend sein.. aber andererseits muss sich der betrachter ja nicht einschränken lassen. 🙂

    herzliche grüße, mit kaffee,
    diana

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    • Liebe Diana, ja, auch mich muss ein Bild ansprechen, „irgendwo“ abholen, damit ich mich darauf einlassen kann, aber das gilt nicht nur für die sogenannte abstrakte Kunst, obwohl da noch am meisten. Manchmal helfen mir Titel, manchmal empfinde ich sie auch als einschränkend und ich lassemich dann eben auch einschränken, weil ich dann versuche den Titel und das Bild zusammenzubringen, erst in den letzten Jahren wurde ich diesbezüglich freier, nicht frei!
      Ich danke dir sehr für deins, herzliche Grüße, mit alkfreiem Bier 😉
      Ulli

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  4. Abstrakte Kunst, ich bin kein kunstkennerin, aber im lenbachhaus in München gibt es eins von Kandinsky, welches mich förmlich flasht , weil es so bunt und wild ist. Sonst steh ich etwas ratlos vor Farben, Formen und Flächen. Das obere erinnert mich an die Spektralkreise aus dem Schulunterricht. Das untere ist eher meins, leicht zart und tanzend. Liebe Grüße! Kat.

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    • Liebe Kat., ich freue mich, dass du Kandinsky ins Spiel bringst, an ihn habe ich später gedacht, nachdem das zweite Bild fertig gewesen ist, es gibt einige Bilder von ihm, die ich sehr mag!
      Außerdem freue ich mich, dass du den Tanz auf dem zweiten Bild wahrgenommen hast, dies entspricht meiner Stimmung als ich es gezeichnet habe, ich lauschte einem Vortrag von Gregg Braden über die Fähigkeit und Wirkung des Herzens auf das Gehirn, um es kurz zu machen.
      Herzliche Grüße, Ulli

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  5. Alle Malerei ist Abstraktion. Alles Sprechen ist Abstraktion.
    Wenn ich mal die Wiki-Definition von Abstraktion gelten lasse, dann wäre Abstraktion vor allem ein induktiver Prozess. Man geht vom Komplexen Konkreten zu immer einfacheren Formen oder Formeln über – so wie man zB, nach (hoffentlich gründlichem) Beobachten eines Menschen zu der Formel „faschistoider Typ“ kommt. Der Abstraktionsprozess wird geleitet durch eine gedanklich vorhandene abstrakte Form (Typ, Idee) : ich nehme von der Realität so viel weg, bis es sich unter einen von mir anvisierten Typ, eine Form (zB Quadrat, Schlaufe), eine Idee (Kapitalismus) fügt. Insofern ist Abstraktion auch deduktiv, also ein induktiv-deduktiver Prozess: Sie reduziert das real vorhandene auf einige wenige Merkmale, nach Maßgabe einer Denkform.
    Strenge Abstraktion findet sich zB in der Reihe von Mondrian vom Baum zum Muster aus Quadraten, das ich mal veröffentlichte. Meistens bleibt der Prozess irgendwo in der Mitte stehen, so dass es noch erkennbare Anspielungen auf Naturformen gibt (zB bei Picassos Bildern). aber wie gesagt, auch die photorealistische Malerei ist abstrakt, denn sie reduziert die Dinge auf ihre optische Wirkung aus einer Perspektive und lässt sie dort erstarren.

    Du hast in deinen beiden Zeichnungen verschiedene Mischformen gewählt. Im ersten spielst du mit dem Gegensatz Leerheit und Fülle – wobei die Fülle zur überquellenden Fülle wird – sie drängt rechts über die vorfindliche Form hinaus – und die Leerheit paradox mit dem Begriff ihrer selbst gefüllt wird. Das ist eine interessant-witzige Gestaltung. Das zweite arbeitet mit dem Gedanken und Gefühl „Tänzerisches“, die Formen sind rankenden Gewächsen und dem Spiel der Wellen abgeschaut, die Farben dem heiteren Himmelsblau und dem Herzblut. Es gefällt mir gut in der leichten Verschränkung der teils gegenläufigen Formen, der Verteilung der Gewichte und der nur angedeuteten Mandala.
    In beiden Bildern gehst du vom Gedanken, nicht von der Beobachtung aus, denn du willst etwas demonstrieren. Es handelt sich daher mehr um eine Deduktion als eine Induktion, . Insofern gebe ich Kormoran recht mit seinem „zu gewollt“. Aber dennoch: sehr anregend und formal gelungen. Liebe Grüße und dank dafür, dass du diese Unterhaltung angeregt hast!

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    • Liebe Gerda, vom philosophischen Standpunkt aus kann ich deinen Sätzen: >Alle Malerei ist Abstraktion. Alles Sprechen ist Abstraktion.< zustimmen, vom Standpunkt der "Kunstschubladen" nicht – da wird nun einmal so einiges unterschieden, nehme ich z.B. die "naturalistische Malerei", dann wird ein Ausschnitt in der Natur gewählt und möglichst naturgetreu wiedergegeben, schon ganz anders ist es im Impressionismus, da kann ich dann von Abstraktion des Gesehenen sprechen.
      Mir ging es hier um das Feld, das "abstrakte Kunst" genannt wird, mit dem ich mich eben immer wieder schwer tue, weil das, was ich dort vorfinde, oftmals nicht zu mir spricht. Andererseits mag ich all diese Schubladen nicht wirklich, da sie übergreifend zu begreifen sind (wenigstens geht es mir so), das ist mir besonders in der Musik schon oft so gegangen. Vielleicht ist das alles für die Krtitkerinnen und Kritiker wichtig, für mich letztlich nicht, da ich in erster Linie emotional reagiere, so, wie Karin es oben beschrieb, ob nun bei einem Bild, einer Skulptur, einem Buch oder einem Musikstück, "etwas" muss mich "irgendwo" berühren/abholen, damit ich mich einlassen kann. Der Verstand folgt, dann, wenn ich mich bemühe meine Wahrnehmung in Worte zu fassen, die außerdem tages- bzw. phasenabhängig ist.
      Für mich gehören Abstraktion und Reduktion zusammen, sind sozusagen Geschwister.
      Was du zu meinen beiden Bildern schreibst stimmt, ja, ich wollte etwas darstellen, ich lauschte bei beiden Bildern Vorträgen, jeweils einem anderen, der eine (erstes Bild) war analytisch und wissenschaftlich und sprach eher meinen Verstand an – der zweite war zwar auch analytisch und wissenschaftlich, dabei aber ganz anders vorgetragen und weil es dabei ums Herz und seinen Fähigkeiten ging und der Vortragende (Gregg Braden) auf mich herzlich und weich wirkte, geriet das Ganze leicht(er). Ich habe schon an Kormoran geschrieben (s.o.), kann seinen Eindruck gut nachvollziehen, freue mich jetzt aber auch über deins dazu!
      Herzliche Grüße, Ulli
      hier schwingt gerade Thor sein Zepter, huuu

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  6. Abstrakt. Gegenständlich – ungegenständlich – das sind alles erstmal nur Begriffe.Z.b. in deinem letzen Bild hier ist ja reichlich Gegenständliches drin (Schmetterlingsrüssel – und auch erotisch Anmutendes), dennoch ist es als ein abstraktes Bild zu bezeichnen.
    Mich interessieren „spannende“ Bilder, also solche, die ungewohnt, aufweckend, weckend sind.

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    • Ich muss grad grinsen, lieber Gerhard, so ganz nebenbei streust du deine Sichtweise auf mein zweites Bild ein: Schmetterlingsrüssel – erotisch Anmutendes, ersteres sehe ich gar nicht, die Erotik kann ich noch nachvollziehen 😉
      Und klar sind das Begrifflichkeiten und um genau darum ging es mir, um den Begriff der abstrakten Kunst und was sich unter dieser Überschrift an Bildern und Skupturen sammelt und meinen zeitweisen Mühen damit.
      Vieles habe ich weiter oben geschrieben, wenn du magst … Willkommen!
      Herzliche Grüße, Ulli

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  7. Das erste Bild ist für mich nicht Bild sondern in erster Linie direkt ausgesprochene – weil geschriebene – Botschaft, soll also wohl zunächst den Verstand ansprechen. Insofern ist es in seiner Gesamtheit für mich mehr Plakat als Bild. Und dann noch mit einer paradoxen Aussage: die „leere“ Fläche ist ja nicht leer, sondern sie beinhaltet den Text „Leerheit“ und unterstellt damit, dass Texte oder Mitteilungen keinen Inhalt hätten, im Gegensatz zu den farblich gefüllten Flächen, die wenn sie sich überschneiden, noch andere Mischfarben ergeben.
    Spricht mich nicht wirklich an.
    Erinnert mich spontan an das Bild „Der Verrat der Bilder“ von René Magritte

    https://www.google.de/search?q=La+trahison+des+images&stick=H4sIAAAAAAAAAONgFuLQz9U3MMuwsFDiBLFMjC3jC7WUspOt9Msyi0sTc-ITi0qQmJnFJVbl-UXZxY8YI7kFXv64JywVMGnNyWuMXlxEaBJS4WJzzSvJLKkUkuLikYLbrcEgxcUF5_EAAALF_WeXAAAA&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjZo7bogZLdAhXjpYsKHSghD0wQ_AUICigB&biw=1600&bih=763#imgrc=4jucTwxAeEALdM:

    https://de.wikipedia.org/wiki/La_trahison_des_images

    Das zweite Bild für mich die abstrakte Darstellung einer Qualle. Einfach und transparent, wie das natürliche Vorbild selbst, nur in Umrissen angedeutet. Aber mit deutlich in den Mittelpunkt gerücktem roten Querschnitt, den ich als Herz interpretiere und sagen will: das Abgebildete ist ein Lebewesen. Schau hinein: es hat auch ein Herz, wie du selbst. Also eine Botschaft, die ich mir selbst erschlossen habe, im Gegensatz zu dem ersten Bild, wo ich mich in eine (falsche) Richtung gedrückt fühle.

    LG Werner

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    • Hallo Werner, du gibst ein gutes Beispiel dafür wie unterschiedlich Bilder wirken können und wer was bei welchem Bild assoziiert.
      Bilder mit Texten sind nicht zwingend keine Bilder oder zwingend Plakate und „Leerheit“ ist nicht „Leere“, Leerheit, aus der buddhistischen Philosophie heraus, zu verstehen ist eine Herausforderung und kann erst einmal dazu führen, dass eine an sich leere Fläche dieses Wort füllt, wie ein Echo, das manchmal Worte in uns auslösen. So war wenigstens mein Hintergedanke.
      Und ja, alle Lebewesen mit zwei, vier, sechs oder acht Beinen, mit Flügeln oder Flossen haben ein Herz und im übertragendem Sinn gehören auch die Pflanzen und Bäume zu den fühlenden Wesen, wenn auch auf ganz andere Art und Weise …
      Ich danke dir für deine Sicht auf meins, für mich war es bereichernd!
      Herzliche Grüße, Ulli

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  8. Die abstrakte Kunst lässt Freiraum in der Definition, in der Deutung und Ansicht! Das ist für mich der Grund, warum ich die abstrakte Kunst liebe!
    Die Interpretationen für ein Bild sind so vielfältig, man muss sich nicht festlegen!
    Abstraktion hat immer auch was mit Fantasie zu tun, finde ich jedenfalls! 🤔🤗

    Liebe Grüße Babsi

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    • Liebe Babsi, das ist zumindest ein Weg in der abstrakten Kunst, ihrer Darstellung und ihrer Deutung, nicht alle Künstlerinnen und Künstler sind so freilassend …
      Herzliche Grüße, Ulli

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  9. Habe lange nachgedacht über das Thema Abstrakion und bin zu dem Schluß. Gekommen, den du auch erwähnst, spricht zu mir oder spricht nicht zu mir. Bild zwei spricht durch seine Verspieltheit zu mir, ich werde mich aber hüten zu sagen, ich sehe dies oder das, damit ist der, der es liest, beeinflusst und ich nehme ihm die Möglichkeit der eigenen Sichtweise. Mit Bild eins tue ich mich schwer, Sinne aber darüber nach, wie ich Leerheit darstellen würde. Keine leichte Aufgabe. Aber du hast ein wichtiges Thema angestoßen, über das es sich lohnt, nachzusinnen. Danke dafür. Ich muss jetzt erstmal ein technisches Probkem lösen. Wie krieg ich die Schrift wieder groß. 🤔 Liebe Grüße, Marie

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    • Liebe Marie, schau mal oben in der Leite, da stehen z.B. 80% oder 60%, wenn du darauf klickst und auf 100% gehst wird sie auch wieder groß, ansonsten über Einstellungen, Schriftgröße … möge es helfen 🙂
      Danke für deins zur Abstraktion bzw. der abstrakten Kunst. Was nun die eigene Sichtweise und ihr Mitteilen anbelangt, klar, KANN es andere beeinflussen, aber wie Diana schon so treffend schrieb, es liegt ja an jeder und jedem selbst, ob sie/er sich beeinflussen lässt. Ich gewöhne mir zum Bespiel gerade wieder ab die anderen Kommentare zuerst zu lesen, erst wenn ich meins geschrieben habe, lese ich sie, so schütze ich mich.
      Herzliche Grüße, Ulli

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  10. Ich sehe, dass die Künstlerin etwas Wesentliches zeigen, aufzeigen möchte. Wie macht man das? Geht das nur sehr abstrakt oder auch gegenständlich? Das sind Fragen!
    Das Wesentliche beim Betrachten eines Bildes ist doch: ich betrachte mich selbst. Kann ich noch etwas über mich lernen? Kann ich mich darauf einlassen und wenn nein, warum nicht?
    Spontan. Das erste Bild ist für mich Kontrastprogramm zwischen Bauch, fühlen und Kopf, denken und doch bildet es eine Einheit.
    Das zweite Bild ist für mich nur ein Gefühl. Ich kann mir dabei nichts erdenken. Wie sag ich es? Alles Erdachte kann sein, muss aber nicht. Und es ist gut so, dh ich kann es für mich so stehen lassen.
    Herzliche Grüße, Heike

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  11. Bei ersten Bild war ich vorwiegend damit beschäftigt, erkennen zu wollen, was in den weiß gelassenen Feldern geschrieben steht, liebe Ulli. Es war für mich wie eine Übung, verblüffte mich und trat dann völlig hinter Bild Nr. 2 zurück.
    Hier sah ich eine zarte, feine Figur, eine leichte, geschwungene, sehr gefällige Form in pastelligen Farben, die mich sehr ansprach und ich dachte an einen Embryo, der sich sehr wohlfühlt. Das Herz ist schon lange da und das Kleine wächst. Es fühlt sich gut aufgehoben. Als abstraktes Bild empfand ich nur dieses.
    Bei abstrakten Bildern brauche ich keinen Titel, er würde mich stören. Hier möchte ich sehen und nur empfinden.

    Liebe Grüße von Bruni

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  12. Abstraktion finde ich extrem spannend. Hier entstehen Bilder aus anderen Welten, seien es Träume oder Fantasien, Bilder, die „Übersetzungen“ versuchen, in dem Sinn, z.B. Musik sichtbar zu machen oder Gefühle. Bilder von Gegenden oder Zuständen, die nicht als „real“ zu beschreiben sind, obwohl es sie unzweifelhaft gibt. Was die Reduktion angeht, ja, das ist oft eine Art „Technik“ von den sichtbaren Dingen, die uns umgeben, zu etwas Ungegenständlichem zu kommen. Eine Konzentration auf Farbe zu Lasten der Linie oder umgekehrt. Unschärfe oder die Wahl eines ungewöhnlichen Bildausschnitts, ein sehr nahes Herangehen oder ein weites Zurücktreten, etc. Abstraktion braucht wie gegenständliche Kunst ein gutes Gefühl für Balance, für Farben, für Überraschungen und für Assoziationen. Ich finde die Unterscheidung von gegenständlicher und abstrakter Kunst mittlerweile oft gewollt oder veraltet. Am Ende ist ein Bild ein Bild. Ganz egal, was ich darauf erkenne oder was nicht. 😉

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    • Ich danke dir für deinen Kommentar und heiße dich jetzt erst einmal in meinem Cafè Willkommen!
      Was du zu den Unterscheidungen schreibst ist für mich stimmig, es werden oft Kategorien bemüht, die sich schon längst selbst überholt und in eine andere Form gebracht haben. Von daher stimmt es auch nur bedingt, wenn ich schrieb, dass ich mit abstrakter Kunst meine Mühen habe, es gibt vieles was durchaus zu mir spricht, auch ohne Titel, und dann eben wieder nicht.
      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag, herzliche Grüße, Ulli

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      • Das berühmte „o.T.“ ist natürlich auch eine Masche. Es war anfangs ein Versuch von Künstlerinnen und Künstlern, das Publikum vor eigenen Deutungen oder Assoziationen zu verschonen. Sie sollten sehen, was sie sehen. Außerdem war es zu jener frühen Zeit der Abstraktion verpönt, auf Inhalte anzuspielen. Die Kunst sollte inhaltsfrei werden. Na, und so weiter (ich bin halt Kunsthistorikerin…). In Deinem Café gefällt es mir! Ich komme gerne wieder.

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        • Das freut mich sehr, dass du wiederkommen willst! Mir gefiel gestern auch das, was ich auf deinem Blog sah und las, nun folge ich dir 😉
          Schön, auch eine Kunsthistorikerin hier zu wissen, ich beschäftige mich zwar schon lange mit der Kunst, aber bin eben doch auf vielen Gebieten eine Laiin, lerne aber immer sehr gerne dazu!

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  13. Pingback: Sonntagsbilder 38 2019 |

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