Von Bäuchen und Höhlen

Für Gerdas Projekt

Venus von Willendorf, Venus vom Hohle Fels, eine Erdmutter

Wieder stöberte ich durch meine und durch digitale Archive. Hängen geblieben ist der Satz unter dem Bild der Venus vom Hohle Fels: „Die Geburt der Kunst“.

Ja, um Geburt geht es mir, ob nun von Kunst oder dem Leben. Kunst ist Ausdruck des menschlichen Lebens, ist Verehrung, ist Liebe, ist Schönheit, ist Kritik, ist Spiegel und mehr.

Um Höhlen geht es mir, ihrem Blick von Innen nach Außen. Luna darf für mich bei diesem Thema nicht fehlen!

Um Schutzräume geht es mir. Höhlen sind Schutzräume für Tier und Mensch. Höhlen führen ins Erdinnere, in andere Welten, mal Unterwelt, auch Hades genannt oder Untere Welten, wie es im Schamanismus heißt und sie führen in Schattenreiche, aus psychologischer Sicht.

Um Bäuche geht es mir, Bäuche sind Höhlen, sind Schutzräume für die Organe, Schutzräume für neues Leben bei den Frauen.

Ich denke an Nester,

an Nestbau,

an Fruchtbarkeit und an rote Eier.


So schlage ich meine Bögen von einem zum anderem …

Die Bilder stammen aus verschiedenen Epochen, nur die erste Bildtafel ist neu zusammengestellt.

Wer mir schon länger folgt weiß,  dass die Venus von Willendorf im Närrinnenzyklus auftauchte. Die Erdmutter ist eine Tonfigur von einer meiner Lehrerinnen, die ich abfotografiert habe. Wer sie geformt hat weiß ich nicht. Sie war Bestandteil der einen und anderen Fotomontage und Collage in 2011 und 2012, z.B. hier → https://cafeweltenall.wordpress.com/2012/01/24/oh-du-alte-mutter-erde/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2012/10/28/its-a-black-magic-woman/

Das Nest ist eine neue Fotomontage und die drei folgenden Bilder habe ich heute bearbeitet, diese aber lasse ich jetzt unkommentiert, vielleicht magst ja du? Nur so viel will ich verraten, eins ergibt das andere.

wie immer werden alle Bilder groß, die Galerie öffnet sich, wenn du sie anklickst –


Die Bilder der Venus von Willendorf und der Venus vom Hohle Fels habe ich aus dem Netz gefischt, alle anderen Bilder © Ulli Gau

24 Gedanken zu „Von Bäuchen und Höhlen

  1. Nester, Höhlen, Abgründe und Schutz, oder Einengung und Geborgenheit, ach, das richtige Mass zu finden ist nicht so ganz leicht. Bei dem Bild mit der Mondin zum Beispiel wird mir ein bisschen unheimlich. Dabei ist das Grün so schön, es geht keine Bedrohung aus, aber irgendwas macht es mir unbehaglich. Meine eigenen Abgründe. Und zu Bäuchen: Sie dürfen heutzutage nicht mehr sein. Eine Frau,eine ältere, mit weichem Bauch war eine Schützerin, heute trainieren wir jns unsere ehemaligen Babybäuche ganz schnell wieder weg.(oder versuchen es verbissen) Schade. Und auch bei Männern, es geht ums ungesunde bauchfett, jaja, aber auch ein Mann, der sportlich sich abkämpft, ist davor nicht gefeit. Ein Bauch hat was, irgendwie. So, einen schönen Gruß in den Morgen! Kat.

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    • Guten Morgen, liebe Kat., wunderbar finde ich, dass du bei den Höhlen auch die Einengung benennst – denke ich ans werdende Leben, so hat ein Embryo erst einmal viel Platz, kann im Mutterbauch herum schwimmen, je größer es wird, umso enger wird es und dann muss es einfach raus … ich persönlich bekomme in engen, niedrigen Höhlen oder in Menschenmassen schnell klaustrophobische Zustände, ich brauche Raum, damit es mir gut geht, sodass ich lieber, wenn überhaupt, in hohen, weiten Höhlen spaziere, als in engen, niedrigen, Geborgenheit finde ich in letzteren nicht.
      Die Mondin steht u.a. auch für das Unterwusstsein, wie, symbolisch gesehen, das hinein- oder hinabgehen in die eigene innere Höhle auch, wo die Schatten wohnen (siehe dazu auch mein Kommentar an Ruth).
      Was nun die Bäuche anbelangt, so fällt mir in letzter Zeit auf, dass immer mehr (meist ältere) Frauen ihre Bäuche zeigen, sie nicht mehr krampfhaft einziehen, es wird Zeit zu unseren Bäuchen zu stehen 😉 runde Bäuche haben für mich nichts mit Übergewicht zu tun, ich mag runde Frauen, richtiges Übergewicht ist ein ganz anderes Thema. Jo, die Schönheitsindustrie, seufz … Kennst du den Dokumentarfilm: Ich bin schön? Wenn nicht, dann kann ich ihnnur sehr empfehlen.
      So, nun aber genug für heute Morgen, danke für deine Gedanken,
      liebe Grüße und genieße diesen Tag, ich hoffe,dass es deiner Nase besser geht,
      Ulli

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  2. Hi Ulli!
    Für mich sind Höhlen zuerst einmal Räume…….. Räume in denen Lebewesen sich aufhalten können. Nicht nur Menschen bedingt – Licht und anderer Mangel…. wir müssen Höhlen immer wieder verlassen. Unseren Schatten werfen wir immer……. Auch ausserhalb von Hohlräumen. Der Schatten ist das was wir von uns selber sehen können. Er spiegelt uns nicht. Und ist abhängig von Licht.
    Dank Dir für die kleine morgendliche Reflexion ohne nun lang mit Platon und seinen Gleichnissen des Sokrates auszuholen, die ich so sehr liebe, ohne Physik keine Metaphysik –
    Bei deinen Bilder – den Neuen denke ich an Umschlungensein – filigran – und bei dem mit dem roten Ei an kräftiges Vorhandensein und Entwickeln von leben….. es gibt so viele Töne grün – Herzliche Grüsse Ruth

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    • Liebe Ruth, ich bleibe an deinem Satz hängen: Schatten werfen wir immer … du sagst dann später selbst, dass er vom Licht abhängig ist, so ist es aus psychologischer Sicht auch. C.G. Jung war es, der sich damit beschäftigt hat, es geht u.a. um die dunklen Bereiche in einem selbst, die man beleuchten muss, damit man sie sieht und anerkennen kann, sprich vom Unterbewusstsein ins Bewusstsein holt. Dazu muss man dann ins Schattenreich hinein, was Mut braucht, Offenheit sich seinen inneren, dunklen Bereichen zu öffnen und sie anzuschauen, sie zu akzeptieren. Soweit erst einmal, dazu ließe sich noch viel mehr sagen, aber ich will hier jetzt keine Abhandlung schreiben. In den Mythologien fand dieser Umstand viele Bilder/Geschichten, eine ist die von Demeter und ihrer Tochter Persenophe, eine andere ist die der sumerischen Göttin Inana. Von C.G. Jung kannst du hier lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Schatten_(Archetyp).
      Grün ist für mich die Farbe der Mitte, der Natur, grün steht im Farbenkreis rot gegenüber, rot ist die Farbe der Lebenskraft, des Blutes, spannend hierbei ist, dass Chlorophyll und Hämoglobin im chemischen Aufbau die selbe Mitte hat: https://omniblend.de/blog/chlorophyll-und-haemoglobin-ein-vergleich/ – obwohl verpönt, mag ich rot und grün zusammen sehr gerne.
      Puh, was für ein Diskurs am Morgen 🙂
      Danke Ruth und liebe Grüße an dich, Ulli

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  3. Was für ein Diskurs am frühen Morgn! Fürwahr. Ich melde mich später wieder, will jetzt nur sagen:DANKE! Es ist solch eine Freude, durch deine Bilder zu gehen. Du beim Nestbau hat es mir besonders angetan. Welch schöne Kurve!

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    • Liebe Gerda, guten Morgen, ich sitze hier auch noch mit meinem ersten Kaffee des Tages, beides, der Diskurs und der Kaffee haben meine Lebensgeister geweckt. Ich hatte gehofft, dass dieser Teil zu deinem Thema auch die Lebensgeister der anderen weckt und bin gespannt was heute noch alles kommt, auch auf deins dazu. Ich sage jetzt auch erst einmal Danke für deine Freude an meinen Bildern. Den Nestbau zeigte ich ja schon einmal, das Bild gehört zu dem Projekt der Mützenfalterin: Tausend Mutterbilder von 2016, wie das mit dem Schirm und den zwei schwangeren Frauen auch. Bis nachher, sicherlich gehst du jetzt erst einmal schwimmen?

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      • Sicher, ich erinnerte mich gut an das Bild, liebte es schon damals. Nein, Schwimmen gehe ich wohl erst am Abend. Jetzt muss ich nach Kalamata reinfahren und später habe ich eine Sitzung, uff. Ist aber sehr schön dieser Tage, sehr lieblich trotz der Sommerhitze, und träge gehe ich durch den Tag. Der Mond rundet sich zusehends. Heute ist der Tag, an dem sich mein schwangerer Bauch – vor nunmehr fast fünfzig Jahren – in heftigen Wehen zu befreien versuchte von dem, was darin war. Und morgen dann der Geburtstag, die unbeschreibliche Freude.

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        • Diese Tage vergisst frau nie 🙂
          Hier hat es in der Nacht heftig gewittert, die Erde bekam wieder gut Wasser, danke, denn gestern war ich zu träge für die Gießkanne.
          Dir einen guten Tag bei allem was du tust.

          Gefällt 1 Person

  4. ein tolles thema … liebe ulli! deine bilder sind wunderbar, sehr inspirierend. höhlen haben etwas bedrohliches, wenn es keinen ausweg (ausgang) zu geben scheint … an sich aber verbinde ich allein das wort mit schutz, mit behaglichkeit und geborgenheit. auch immer mal wieder „mein“ thema. 🙂 auch gern im zusammenhang mit bäuchen. 🙂
    herzlichst,
    diana

    Gefällt 5 Personen

    • Liebe Diana, das Thema verdanken wir ja letztlich Gerda und Marie, ich bin „nur“ eingestiegen (nur so, um mich nicht mit fremden Federn zu schmücken 😉 )
      Wie es mir persönlich mit Höhlen geht, habe ich weiter oben an Kat. geschrieben, vielleicht magst du ja auch dies noch lesen?
      Liebe Grüße und herzlichen Dank für deins,
      Ulli

      Gefällt 5 Personen

  5. Hab herzlichen Dank für diesen faszinierenden Beitrag mit den herrlichen Bildern ! Bei Gerda habe ich zum ersten Mal von der Verbindung von Höhlen und Bäuchen gehört und nachgedacht. Schön, dass das nun hier, auch durch die einleuchtenden Bilder, vertieft wird! Sonst spannt sich hier ein Netz an Symbolen und Assoziationen, die mir sehr vertraut sind. Herzlich, Petra

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    • Liebe Petra,
      den Faden haben, wie du ja weißt, Marie und Gerda ausgeworfen, ich habe ihn sehr gerne aufgenommen und weitergesponnen, zumal mir das Thema dann eben doch auch sehr vertraut ist.
      Hab herzlichen Dank für deins hierzu,
      liebe Grüße, Ulli

      Gefällt 3 Personen

  6. Bäuche, Höhlen, Fruchtbarkeit und Geburt sind in deinem esoterischen Post schön zusammengestellt. Hier noch ein humorvoller Beitrag mit einem Bild, das ich bei Flickr unter dem Titel ‚Die Drei Grazien‘ mal veröffentlicht habe.
    The Three Graces in Ice

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  7. Ein Bild eindrucksvoller als das andere, liebe Ulli
    Die Erdmutter in ihrer natürlichen Nacktheit, fülliger und fruchtbarer Schönheit. Wie lange kenne ich sie schon und
    wie sehr lieben wir unsere Bäuche, prall gefüllt mit kommendem Leben, das wir in unserer eigenen geschützten Höhle mit uns tragen dürfen. In einer solchen Mutterhöhle haben wir alle unsere erste Geborgenheit erfahren.
    Der Ausgang der Höhle solange verborgen, bis der kluge Menschenkörper erkannte, nun ist es an der Zeit, unsere Frucht ist groß und stark genug, der Ausgang öffnete sich nach und nach und wir entließen diesen Teil von uns und hatten das neue kleine Menschlein zwischen den Beinen liegen. Ein Erlebnis, das keine von uns je vergißt. Oft ist dieser Vorgang, den wir Geburt nennen, schwierig und schmerzhaft, aber den Schmerz vergessen wir schnell. Das Menschlein ist wichtiger.
    Wie wundervoll hat Gerda davon berichtet.
    Liebe Grüße von Bruni an Dich

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    • Stimmt, liebe Bruni, die Geburten habe ich auch nie vergessen, nach der ersten flüsterte ich: nochmal! Nach der zweiten sagte, nun ist es genug. Keine Geburt ist wie die andere und kein Buch kann uns auf das vorbereiten was dann kommt, für manche schmerzhaft, für andere fast wie nebenbei. Und dann dieses unglaubliche Wunder Leben auf dem Bauch, alles dran, alles da, alles gesund, welch ein unbeschreibliches Glück!
      Herzliche Grüße, Ulli

      Gefällt 2 Personen

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