Natur und Technik

Im Dialog mit Gerda Kazakou

Bei welchem Sujet empfinden wir etwas als störend und bei welchem nicht? Oder anders gefragt, bei welchem Bild erscheint uns etwas Technisches in der Natur als organisch und bei welchem als störend? Oder, bezogen auf mein Foto, stört dich der Telegrafenmast oder nicht und warum nicht oder doch?

Auslöser zu diesen Fragen ist für mich Gerda, die sich seit einiger Zeit mit diesem Thema auf verschiedenen Ebenen auseineinandersetzt und dazu auch schon einige Bilder gezeigt, und Artikel geschrieben hat. Besonders spannend und inspirierend fand ich diesen Artikel von ihr und den dazugehörigen Kommentarstrang → https://gerdakazakou.com/2018/07/21/3-x-fotomotiv-nachtrag-mit-kommentaren/

Bei meinem Bild (oben) denke ich, dass es auch um Sehgewohnheiten geht. Diese Telegrafenmasten kennen die meisten von uns seit ihrer Kindheit, sie sind scheinbar mit der Natur verwachsen, ihre Masten sind aus Holz und somit aus organischem Material, aber wie ist es mit diesen Strommasten?

Vielleicht ist es auch eine Frage der Zeit? Nämlich solange es dauert, bis etwas Technisches oder ein Neubau mit der ihnen umgebenden Natur ein neues Bild erschaffen haben – oder das Technische, der Neubau mit der Natur „verwachsen“ ist. Was meint ihr?

Aber es geht, so wie ich Gerda verstanden habe, auch noch um etwas anderes, nämlich der Bewertung von etwas auf einem Bild und dem was ist. So gesehen, habe ich durch meine Auswahl des Blickwinkels die Elektromasten „schön“ in Szene gesetzt, bin ich meinen ästethischen Empfindungen gefolgt, war es nicht notwendig die Bilder nachzubearbeiten oder zu beschneiden, schon ein paar Meter weiter hätte das Ganze vollkommen anders ausgesehen. Und nun frage ich mich ja schon nach meiner eigenen Bewertungsskala und wie bereit ich denn wirklich bin, etwas so zu nehmen wie es ist und mir begegnet…


– die Strommasten nahm ich im Januar 2014 auf

– wie immer: alle Bilder © Ulli Gau

77 Gedanken zu „Natur und Technik

  1. Ich glaube fast, dass alles auf seine Art „schön“ sein kann. Genauso wie alles im falschen Winkel oder auch Stimmung betrachtet, nicht schön aussieht.
    Mit der Gewohnheit aber hast du sicher recht. Die Strommasten aus Holz fallen mir gar nicht mehr auf.

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    • Ein bisschen ist das auch die Krux der Fotografie, wie oft schon habe ich eigentlich Hässliches fotografiert, was dann aber auf dem Bild wieder ganz anders ausschaute.
      Ich finde auch, dass die alten Telegrafenmasten kein bisschen stören, hier stehen noch viele in der Landschaft, wahrscheinlich würde ich sie vermissen, wenn sie verschwänden, was ja nur eine Frage der Zeit ist, sie werden ja nicht mehr wirklich gebraucht…
      herzliche Grüße, Ulli

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  2. Auf mich wirkt die „Technik“ in den Bildern als Teil der „Natur“, vor allem, weil sie sich farblich integrieren. Jedoch denke ich, dass es auch darauf ankommt, wie die Technik fotografisch in Szene gesetzt wurde. Wären auf den Bildern mit den Strommasten ein blauer Himmel und grüne Blätter an den Bäumen, würde ich (wahrscheinlich) anders empfinden. So sehe ich eher eine (vor allem farbliche) Verschmelzung von Natur und Technik.

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    • Ja, das glaube ich auch, dass es darauf ankommt wie und zu welchem Zeitpunkt ich etwas fotografiere, man müsste es einmal ausprobieren, wie sich diese Strommasten im Sommer mit den Bäumen zeigen, mal schauen, ob ich dieser Idee folge…
      hab Dank und eine schöne Woche, liebe Grüße, Ulli

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        • wenn ich es mir vorstelle, dann sehe ich mehr Kontraste, rundliche Blätter an den Ästen, die man dann nicht in dieser Klarheit sehen kann, im Gegensatz zu den starren Streben der Masten, vielleicht ist das dann eine eigene Art der Harmonie?! Andererseits, warum sollten Strommasten mit Bäumen harmonieren? Auch wenn sie mich aufgrund ihrer „Architektur“ faszinieren, stören sie mich sehr oft in der Landschaft! Allerdings benötige auch ich Strom, wäre halt unterirdisch „schöner“…
          herzlichst, Ulli

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  3. Guten Morgen, liebe Ulli, und dankeschön, dass du mein Thema hier so schön in Worten und Bildern aufgreifst und weiterspinnst. Das gibt auch mir Gelegenheit, meine Gedanken zu präzisieren.
    Sehr deutlich wird auf den Fotos das, was ich Natur- und Technik-Linien nennen möchte: die immer „sich neu findende Linie der lebendigen Natur“ und die starre, Techniklinie. Strommasten und Bäume ragen beide in den Himmel, aber die Baumlinien umarmen den Himmel, umarmen sich auch gegenseitig, spielen, die Strommastenlinien stehen für sich und folgen einem strengen ein- für allemal festgelegten Muster: dem ihres Konstrukteurs. Sie leben nicht. (NB Mir scheint, das ist auch der Grund, warum Susanne, wie sie mal sagte, mit „Architektur“ ihre Probleme hat: die Linien sind unlebendig).
    Zum Bildaufbau: Du hast die Strommasten in allen Bildern ins Zentrum gestellt, als würde sich die Welt um sie drehen. Dabei sind sie doch nur ein „auch“, das die Menschen der Welt hinzugefügt haben zu ihrem Gebrauch. Technik eben. ich hätte sie beiläufiger platziert, außer ich wollte gerade ihre Ästhetik zeigen. Besonders schlecht platziert ist der Holzmast, denn er hat keine eigene Ästhetik, er steht da nur dumm rum und möchte übersehen werden, mitten im Himmelsausschnitt, der von den Ästen gezeichnet wird, und man würde ihn gern wegretuschieren. Es gibt freilich rechts im Bild noch eine Technik-Linie, eine Art Brett. Wenn dies und der Strommast in einer Beziehung stünden, würde sich ein zweiter Technik-Rahmen bilden, der sich mit dem Natur-Rahmen der Äste überlagert. Zwei „Layers“ sozusagen. Das wäre spannender. .
    Es geht mir also einerseits um die Haltung gegenüber der Wirklichkeit, die in vielfältigsten Zusammenstellungen von Natur und Technik gebildet wird. Und es geht mir andererseits um die Bildwirkung und nicht darum, ob mich in der realen Welt das hölzerne oder das eiserne Ding mehr stört oder die Eiche oder die Buche mehr erfreut.
    Noch einmal Danke für Anregung und Dialog!

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    • Tatsächlich hat sich meine Welt, im Moment der Aufnahmen, um diese Strommasten gedreht – da sie mich aufgrund ihrer Gestalt faszinieren. Sie stören mich aber auch sehr oft in der offenen Landschaft, weil sie diese zerschneiden. Es gibt Momente in denen sie mir sogar unheimlich sind, bei Gewitter zum Beispiel.
      Ja, der Telegrafenmast stört! Mich auch. Aber diesen Bildausschnitt anders zu fotografieren ist kaum möglich, klar kann ich ein bisschen nach rechts oder links gehen, dann verschiebt er sich, steht aber noch immer im „Baumfenster“. Soweit zu den Störungen.
      Mir ging es in diesem Beitrag darum herauszubekommen, wann wer was als störend empfindet und wann nicht, was dann etwas weg von deinem eigentlichen Thema geht, mir aber durch den Kopf ging, nachdem ich deins gelesen hatte.
      Es scheint, dass Haltung und auch Bildwirkung von den Menschen verschieden interpretiert werden, was auch gut so ist. Vieles von dem was ich zeige zielt darauf hinaus heraus zu bekommen wie es auf wen wirkt, darüber habe ich schon eine Menge gelernt.
      Es bleibt aber für mich dabei, mich mehr daraufhin zu beobachten welchen Bildausschnitt ich wähle, was ich wegschneide und die Motivation dahinter. Als ich vorhin hier übers Land fuhr dachte ich, dass ich nicht der Typ „Weggucker“ bin, auch zeige ich nicht immer nur und ausschließlich die schönen Seiten des Seins, aber eine gewisse romatische Ader gehört auch zu mir.
      Herzliche Grüße, Ulli

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    • Das ist ein weiterer Aspekt, ja, danke dafür! Das meinte ich u.a. auch mit Sehgewohnheiten, Konzepte sind auch Gewohnheiten, Gewohnheiten des Denkens, da wird dann das ausgeklammert oder negiert was man noch nie gedacht hat und auch nicht will.
      herzlichst, Ulli

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    • Dichter und Maler haben ja Zimmer wieder versucht, solche Denkschemata und Sehgewohnheiten aufzubrechen, und meistens kamen entgeisterte und wütende Reaktionen darauf. Manches blieb vonseiten der Kunst pure Provokaion ohne ästhetische Ausformulierung. Und auf der anderen Seite fällt das große Publikum auch immer wieder gern zurück in die harmonistische Seligkeit erträumter Welten, fliehend vor der schwierigen Wirklichkeit. Das ist die Quelle de so beliebten Gefühlskitsches. Irgendwo dazwischen lebt die Kunst, die sowohl relevante Fragen zulässt als such formal durchdachte Lösungen dafür anbietet.

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  4. Also aus rein kompositorischer Sicht, würde ich den hölzernen Mast mindestens um die halbe Entfernung nach rechts setzen. Ansonsten ist für mich eine Unterscheidung zwischen Organischem und Technischem kein Thema der Ästhetik. Ich trenne gerne die Freude an der Schönheit und konzeptuelle Überlegungen. Einen schönen Tag. liebe Ulli

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    • Obwohl ich den Telegrafenmast nicht hübsch, aber auch nicht hässlich finde, stört er mich in diesem Bild, er würde es auch tun, wenn er etwas mehr rechts oder links stünde, allerdings wäre die bildnerische Dynamik eine andere.
      Gerne stelle ich Schönheit dar, gerne Kontraste und manchmal bin ich thematisch unterwegs, je nachdem ergeben sich vollkommen andere Bilder. Danke für deins, liebe Myriade, habs heute noch guat,
      Ulli

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  5. Telegraphenmasten haben mich schon oft gestört. Sowohl an der Freude in der Natur, wo Landschaften durch sie zerschnitten und Fotos in bestimmten gewünschten Perspektiven unmöglich für mich werden. Ich sehe sie als Störfaktor oder notwendiges Übel; denn Energie brauche ich ja auch und das ganze Netz hinterlässt halt Spuren und versperrt auch den Blick in den Himmel. In Island, wo die Energie aus dem Boden kommt, war das wie ein Befreiungsschlag für mich. Endlich keine Masten!!! Keine Leitungen! Freie, weite Landschaft! Okay, das ist sehr subjektiv, wie ich hier sehe. LG Petra

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    • Das kann ich sehr gut nachempfinden. Hier in der Mani hängt unser ganzer Komfort an einem lächerlichen Kabel an einem etwas maroden Mast aus dem Stamm einer Zypresse. Ich schaue lieber in die Richtung, in der auch dies dürftige aber notwendige Ding unsichtbar bleibt, und freue mich am nicht-verkabelten Himmel. Aber natürlich lebe ich in Illusionen, denn wie sonst könnte ich jetzt diesen Kommentar auf dem iPhone tippen?

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        • genau das meine ich, Ulli. Denn ich bin ja ebenfalls ständig am Ausblenden, hab sogar mal zur Devise erhoben: in jedem Land der Welt kannst du sehr gut leben, wenn du die Technik des Ausblendens perfektionierst. Wie dein Lattenzaun, durch den man zwar durchblicken kann, aber man sieht doch nicht das Ganze und muss sich dem auch nicht voll aussetzen. Wenn man irgendwo im Urlaub ist, tut man das schon durch die Auswahl der Orte, an die man sich begibt: „Sehenswürdigkeiten“. Nur was „sehenswürdig“ ist, besucht man, nur nicht zu viel Alltags-Wirklichkeit! Neuerdings gibt es auch das Umgekehrte: Führungen in die „kaputten“ Gegenden als Erlebnistour. Naja. Man will aus dem Alltag mit all seinen Widersprüchen und Belastungen raus, sucht ein Kontrastprogramm, das diesen Alltag ausspart oder einem den eigenen Alltag als Kontrast geradezu als Paradies erscheinen lässt.
          Nun versuche ich aber was anderes, und das ist dieses „sehen was ist“, „gelten lassen was ist“ ohne wertende Haltung. Normative oder ästhetische Urteile schneiden ja unser Wahrnehmen sehr früh ab: wir sagen: das gefällt mir (nicht) oder das will ich (nicht) so.Das „gefällt-gefällt nicht“-Urteil steht sehr schnell fest, bevor überhaupt richtig hingeschaut wurde. Das sind Kurzschlüsse, Schnellschlüsse, die wenig Raum für neue Empfindungen und Entdeckungen lassen, die mehr in die Tiefe gehen.

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          • Ich glaube auch, dass man überall gut leben kann, wenn man ausblendet, was einem nicht gefällt. Viele Menschen können das jedenfalls. Wenn ich in Urlaub fahre, lasse ich die berühmten Sehenswürdigkeiten oft aus, mich interessiert es mehr, mich treiben zu lassen, in Orten, unter Menschen, meine eigenen Wege zu gehen, abseits der anderen Touristen, mich überraschen zu lassen von dem, was die nächste Gasse, der nächste Feldweg etc. so bietet. Auf die Idee, mich extra durch die „kaputten Gegenden“ führen zu lassen, würde ich allerdings nie kommen – schon ein wenig „pervers“.
            Wenn es um das „sehen, was ist“ geht, so mache ich das ständig, hier und überall. Ich blende nichts aus – im Gegenteil, ich kann es nämlich gar nicht, leider. Ich sehe alles, immer, überall, und manchmal beeinträchtigt es mich ziemlich, tut mir fast körperlich weh. Biseilen beneide ich fast die Menschen, die weniger wahrnehmen. Nur muss ich alles, „was ist“, auch fotografieren, wenn ich es schon mit meinen Sinnen festgehalten habe? Ich sehe es ja, das reicht mir. Was anderes wäre es, wenn ich eine Dokumentation machen wollte.

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          • – Gerda – jetzt erinnere ich mich wieder wie du mir schon einmal in der Athener U-Bahn von der nichtwertenden Haltung erzählt hast und ich erinnere mich auch an meine Resonanz – dies ist eine Geisteshaltung, das stimmt und sie ist, wie ich finde, nicht einfach zu erreichen, ich übe es immer und immer wieder, es sind u.a. die Emotionen, die sich dazwischenstellen und damit bleibt man dann im „Alten“, also ausatmen und weiterüben … es geht, allerdings mehr als Betrachterin von etwas, weniger als Verbundene.
            Vorhin auf dem Rückweg dachte ich, dass dieses ewige Vergleichen der Menschen untereinander das individuelle Gesicht, die individuelle Art negiert – auch das will ich weiter üben zu lassen.
            Bei Reisen geht es mir wie Rotewelt, wahrscheinlich kannich deswegen so wenig bei den Sehenswürdigkeiten mitreden, aber ich weiß wie es wo gerochen hat, wie das Land sich gestaltete, wie der Kontakt zu den Menschen gewesen ist, was sie mir erzählten, wie sie auf mich wirkten, ob sie Spuren hinterlassen haben oder nicht.
            – Ute – ich habe mir schon als junges Ding manchmal gewünscht weniger aufzunehmen, weniger denken zu „müssen“ und gleichzeitig nicht zu wissen wie denn Denken wirklich ging, was das denn für ein Vorgang sei, bei all dem Spüren.

            Ich danke euch beiden, liebe Grüße, Ulli

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      • *lächel*, warum sollten wir keine Illusionen zulassen, sie geben uns u. a. auch Kraft und was wäre z.B ein Zauberer, ohne die Illusionen, die er uns vorgaukelt. Wobei ich aber immer merke, ich mag seine Illusionen meist nicht. Meine sind anders

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        • Du sprichst von der Magie, der Zauberei, die auch Illusion genannt wird, warum sollte sie abgeschafft werden, die Welt wäre um einiges ärmer.
          Aber wenn ich ein Bild aufnehme, dann ist es die Frage ob ich etwas wegschneide, etwas hervorhebe oder alles nebeneinander stehen lasse, illusionslos, nicht geschönt, nicht ästethisiert…

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            • Ganz so simpel stellt es sich für mich nicht dar, denn auch ich frage mich immer wieder, wie viele andere auch, was denn Realität ist, was Wahrheit und was im Gegenzug dazu Konstruktion, Illusion, Begrenztheit?

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              • Im Grunde handelt es vor allem um Bewusstseinsarbeit, scheint mir, nachdem ich auch diesen Dialog gelesen habe: Mache ich mir klar, was und wie ich sehe, oder mache ich mir etwas vor? Habe ich meinen Selektionsprozess im Griff oder hat er mich im Griff? Ist also jedenfalls mein Bestreben auf korrekte Wahrnehmung gerichtet oder stülpe ich meine Überzeugungen und Wünsche über die Wirklichkeit, ohne es zu merken und ohne die beiden Ebenen auseinander halten zu können („Wunschdenken“)? Und verkaufe dann meine so hergestellte Wirklichkkeit an andere mit dem Siegel: so ist es? Und wenn ihr es nicht auch so seht, dann steht ihr im Irrtum und ich werde euch aufklären?
                Es ist ganz ähnlich wie beim Achtsamkeitstraining, nur dass ich, wenn ich fotografiere und male, noch einen Schritt weitergehe. Ich setze das Wahrgenommene ja in einer ästhetischen Form um, die selbst Selektion und (beim Malen oder Collagieren) Neu-Zusammenstellung beinhaltet. Die kann sich ihrerseits mehr „An-dem-was-ist“ oder mehr an dem „So-sollte-es-sein“ orientieren. Guten Morgen allerseits.

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                • Liebe Gerda,
                  nun denke ich schon wieder an Sowohl-als-auch, ich kann nicht anders und von daher bin ich auch mit Bruni, das eine ist die Welt zu spiegeln, zu zeigen, so, wie sie ist, das geht mit der Fotografie, trotz Einschränkungen, gut, durchaus auch in der Malerei oder beim Schreiben, Texten, Gedichten etc., und doch bin ja immer ich es, die spiegelt, die zeigt, durch meine Augen, mit meiner Haltung, eben in meinem Sinne, nur dass ich selten noch sage: SO ist es, höchstens so habe ich diesen Moment, diese Landschaft, diese Stadt, diese Begegnung wahrgenommen oder so verstehe ich dies und das oder eben auch nicht…
                  Dann kommt in der Kunst die Fähigkeit der Imagination hinzu und das hat ja nicht immer etwas mit „So-sollte-es-sein“ zu tun. Da bringe ich innere Bilder, innere Prozesse, Haltungen, Gedanken nach außen, sei es nun im Bild oder im Wort. Daraus ergeben sich Ideen für eine andere Welt, eine vielleicht bessere Welt, hiermit korrespondieren die mutigen Träume.
                  Und dann gibt es noch die „Anderswelt“ mit ihren ganz eigenen Bildern, die unter die Rubrik „surreal“ fallen. Alles hat für mich seine Berechtigung und darf gerne nebeneinander stehen.
                  Wie sapnnend doch dieser Diskurs ist! Mehr und mehr spüre ich in mir eine Positionierung und bin dir wirklich dankbar für deine Anregung!
                  schwitzende Grüße, gleich muss ich in den Garten Kartoffelkäfer absammeln, das ist auch so eine der gerade wirkenden Realitäten 😉
                  lieb drück ich dich, Ulli

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                • Danke, Ulli. Heute floh ich in die „unberührte Natur“ und wollte von der verdammten Wirklichkeit nicht das Geringste hören und wissen. Selbst beim Fotografieren wollte ich keine Leitung und kein Straßenschild, sondern pure Idylle auf dem Bild haben. Ich war so müde von all dem Schrecklichen und dem Nachdenken darüber. Aber langsam habe ich mich dann erholt und wieder … Strommasten auf dem Bild zugelassen. Auch einen Wassertank, den besonders. dazu auch mein Auto, das mir gestattet, in die „Natur pur“ zu entfliehen. 😉

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                • das kann ichmir gut vorstellen, was für ein schreckliches Inferno!
                  Wenn die Realität zu nah rückt, uns bedrückt, dann ist so eine „Flucht“ in die Natur nur gut, hier kann man dann einmal alles in die Weite atmen –

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              • Ich meinte hier nur eines: Das, was ich fotografiere, das was ich dann auf dem fertigen Bild sehe, ist das, was für mich in diesem Moment des Fotografierens die Realtiät war.
                Verändere ich das Foto, nehme etwas weg, radiere aus, bearbeite es, schaffe ich mir MEIN Bild, das was ICH zeigen möchte. Vielleicht ist es mein *Wunschtraum* oder auch etwas anderes.
                Es ist auf jeden Fall das, was ICH möchte, nicht das, was ich wirklich fotografiert habe.

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                • Schon, indem ich nur einen einzigen Ausschnitt der Natur zeige, zeige ich meinen Eindruck, das, was ICH zeigen möchte und lasse das Gesamtbild außer acht.Schon hier fleßt meine Persönlichkeit mit ein…

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                • Das mache ich ja auch, liebe Bruni, wie du weißt und es geht auch nicht darum, dass dies falsch und das andere richtiger wäre, es sind nur zwei verschiedene Sichtweisen…
                  Hab Dank für deine Ergänzung, liebe Grüße, Ulli

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                • Richtig. Und solange du dir Rechenschaft darüber ablegst und niemanden täuschen willst, finde ich es auch vollkommen gerechtfertigt, Bilder nach Wunsch zu bearbeiten. Wenn aber,(nur so als Beispiel) eine Urlaubsbroschüre mit Sonne, Sand und blauem Meer wirbt, und du dann Dreck und Lärm vorfindest – dann ist es wohl weniger gerechtfertigt. Du aber wirst auf die Suche nach den Bildern in der Broschüre gehen, den einzigen sauberen Strandabschnitt fotografieren und vielleicht zu Hause erzählen, wie wunderbar der Urlaub war, Na ja, du vielleicht nicht. 😉

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    • Mir fallen Strommasten auch immer auf, ob aus Holz, Beton oder Metall – obwohl ich auf dem Land aufgewachsen bin und die Dinger überall gegenwärtig waren. Und sie stören mich, heute noch, wenn ich sie im Urlaub in südlichen Ländern sehe. Ganz schlimm finde ich auch Satellitenschüsseln, dagegen ist ein Antennenwirrwarr auf dem Dach ja fast „schön“. Und beim Anblick von Windrädern kriege ich Beklemmungen.

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      • Da wären wir dann bei den „Gewohnheiten“ und dem persönlichen Empfinden, mich stören Antennendächer gar nicht, bei Satelittenschüsseln kommt es darauf an wieviele es sind und wo sie plaziert wurden, aber ich empfinde sie schneller als störend. Groß geworden bin mit den Antennen auf den Dächern, wie mit den hölzernen Telegrafenmasten, die mich in der Regel auch nicht stören (es sei den sie stehen mitten im Bild, wie oben). Ganz anders ist es mit diesen riesigen Strommasten, die mich zwar aufgrund ihrer Konstruktion faszinieren, aber die ich sehr oft als störend empfinde, da sie die Landschaften durchschneiden…
        Ein Windrad irgendwo stört mich auch nicht, aber diese Parks sind mir zu viel- aber herrjeh, wir alle wollen Strom und keine Atomkraft und mit irgendwas müssen wir uns dann arrangieren oder siehst du andere Möglichkeiten?

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        • Bei mir ist das seltsam: Früher fand ich Antennendächer hässlich und heute nicht mehr (im Gegensatz zu den Satellitenschüsseln – und ja, vor allem, wenn sie in Massen auftreten). Die riesigen Strommasten an sich mag ich wie du aus dem Grunde nicht, dass sie oft die Landschaft durchschneiden, obwohl sie – wie man auch an deinen Fotos sieht – ihre eigene Ästhetik haben. Und ähnlich wie mit diesen Dingern geht es mir halt mit den Windrädern, die auch die Landschaft optisch „zerstören“, vor allem, wenn es viele sind. Ich habe nicht grundsätzlich etwas dagegen (im Gegensatz zur gefährlichen Atomenergie), aber man sollte sich manchmal besser überlegen, wo und wie exponiert man sie aufstellt. Da ich keine Energiefachfrau bin, habe ich leider keine Alternativen zu bieten. In südlichen Ländern gibt es ja oft Sonnenkollektoren auf dem Boden, man sieht sie also nur, wenn man direkt vorbeifährt, die zerstören das Landschaftsbild nicht. Aber so sonnensicher ist es halt nicht überall…

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    • Freie, weite Landschaften, ja, die sind selten geworden und ganz besonders in unserem winzigem Land. Ich habe schon oft überlegt warum die Stromkabel nicht unterirdisch verlaufen, die Gründe dafür kenne ich nicht.

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  6. Ja, spannend. Seit ich fotografiere, sehe ich anders, stelle ich fest. Ich versuche, meine Bilder zu komponieren, harmonisch auszurichten, mir vorher bewusst zu werden, was ich zeigen will und wie. Ein Typ, von dem ich mir unglaublich viel abgeschaut hatte, brachte mir bei, dass ein Bild, das erklärt werden MUSS, um verstanden zu werden, schlecht sei. Entweder, sagte er, man sieht, was du aussagen willst, oder man sieht es nicht. Titel setzen ein Schlaglicht, eine Pointe, und sollten weggelassen werden können.
    Nun gibt es Ansichten zur Fotografie wie Sand am Meer, und das zu Recht. Ich finde es spannend, wie anders zeichende/bildende Künstler oft mit Fotos umgehen. Du siehst also, dein und Gerdas Thema treibt irgendwo auch mich um.
    Liebe Grüße
    Christiane, leider in Zeitnöten

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    • Wie wahr dein „Lehrer“ gesprochen hat!
      Ich nenne meinen Blick immer viereckig, wenn ich merke, dass ich durchaus auch ohne Kamera im Gepäck wieder Ausschnitte wahrnehme. Ich hatte vor drei Jahren mir für ein Jahr vorgenommen die Makrofotografie einmal sein zu lassen, nichts mehr heran zu zoomen, nur noch das ganze Spektrum vor meinen Augen abzulichten, wie fremd dies am Anfang gewesen ist und ganz ehrlich habe ich das auch nicht immer und schon gar nicht ein Jahr lang ausgehalten, aber seitdem fotografiere ich auch wieder anders, mal weit, mal nah, mal im Detail, mal im Rundumschlag.
      liebe Grüße an dich, Ulli

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  7. Gesnau. Und um diese Realität, die sich von Ort zu Ort und von Zeit zu Zeit anders zusammensetzt, geht es mir, nicht weil ich sie schön finde, sondern weil sie ist . Das will ich mir abverlangen: die Wirklichkeit betrachten und nichts absichtlich ausklammern, weil es mir ästhetisch nicht passt, obgleich ich doch meinen Nutzen draus ziehe. Der Scheinheiligkeit meiner ästhetisierenden Naturbegeisterung ins Auge blicken. Liebe Grüße

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    • Ich weiß nicht ob es scheinheilig ist, wenn du dich für die Natur begeisterst oder diese ästethisch ins Bild setzt, vielleicht ist es romantisch, aber vielleicht ist es auch einfach nur. Nur wenn du permanent die technische Realität ausgrenzen würdest und dich auch mit Worten und Gedanken nicht beziehen würdest, dann würde ich von einer Scheinwelt sprechen.

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      • na gut. Begeistert bin ich leicht von den Schönheiten der Natur, manche nennen das dann romantisch . und sagen mir, die Natur ist auch nix Besonderes, da frisst einer den anderen, und der grandiose Sonnenuntergang ist nix als Dreck in der Atmosphäre. Die mir richtig erscheinende Haltung ist, vor der Natur und der Erde und auch vor dem Menschen in Ehrfurcht stehen und sich dennoch nicht dem Wahrnehmen der realen Abläufe verschließen, die per se weder gut noch böse, weder schön noch hässlich sind. Ich glaube, da sind wir uns einig.
        Meine Frage ist, wie sich das in einem Kunstwerk unter einen Hut bringen lässt.

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        • -M- Bei der Betrachtung eines Kunstwerks sehe ich nicht nur die Linien, Farben, Formen, das Sujet, es schimmert doch immer auch die Haltung, das Sein, die Seele, das Herz der Künstler*innen hindurch.
          Wenn ich nun in Bezug auf Natur und Technik und der Darstellung dessen was ist denke, dann fällt mir die serielle Darstellung eins, wenn eins neben dem anderen steht (hängt), auf gleicher Höhe, kommentarlos, vielleicht sogar titellos – es wäre ein Versuch wert. Was meinst du?
          Du schreibst: „Die mir richtig erscheinende Haltung ist, vor der Natur und der Erde und auch vor dem Menschen in Ehrfurcht stehen und sich dennoch nicht dem Wahrnehmen der realen Abläufe verschließen, die per se weder gut noch böse, weder schön noch hässlich sind. “ – ja, darin sind wir uns einig! 🙂

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  8. Hoch interessantes Thema! Linien, Strukturen finde ich faszinierend, in der Natur, in der Kunst, in technischen Konstruktionen. Organisches ebenso wie von Menschenhand Geschaffenes kann je nach Sichtweise und Stimmung eine unterschiedliche Ästhetik entwickeln. In dem Miteinander (und Gegeneinander) natürlicher und künstlicher Linien entsteht eine Spannung, in der Natur inszeniert erscheinen kann und z.B. ein Telegrafenmast organisch … in jedem Fall: eine Einladung zur Reflexion. Danke dafür!

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    • Genau das ist er, sehr gut zu sehen in der Filmreihe „Heimat“, hier wurden genau solche Telegrafenmasten aufgebaut und das Telefon hielt Einzug in die Stuben- heute allerdings stehen sie auch oftmals nur noch so in der Landschaft, ohne Kabel, ohne Sinn und Zweck, aber das ist jetzt ein anderes Thema.
      Danke für deins, herzlichst, Ulli

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  9. Obwohl der hölzerne Strommast fast auch wie ein Halm aussieht, stört er mich doch im Bild, aber das wäre hier auch der Fall, wenn es kein Mast, sondern einfach ein Baumstamm ohne Äste und Blattwerk wäre. Die modernen Masten unten hingegen bilden zusammen mit den kahlen Ästen und Zweigen der Bäume sowohl eine farbliche und auch grafische Einheit und gleichzeitig einen Kontrast, das sind für mich durchaus reizvolle und auch ästhetische Motive, das gefällt mir. Da stört mich die Technik überhaupt nicht, im Gegenteil.

    Ansonsten kann ich der Diskussion um Technik und Natur in der Fotografie und in Verbindung mit Kunst, so wie sie hier geführt wird und von Gerda initiiert wurde, nicht mehr ganz folgen. Es ist einfach nicht „mein Thema“, habe ich festgestellt. Jeder hat doch andere Intentionen beim Fotografieren, es gibt kein Richtig und Falsch und es ist für mich interessant, andere Herangehensweisen zu sehen und mitzuverfolgen. Selbst strebe ich eine „objektivierende“, sachliche wahrnehmende Sichtweise ohne jede Bewertung für meine Fotos überhaupt nicht an. Im Gegenteil, die Bilder sollen meinen subjektiven individuellen Blick wiedergeben, alles andere interessiert mich persönlich gar nicht. Natur und Technik sind dabei natürlich auch Motive, ob als Kontrast oder Einheit, und „Störungen“ im Bild finde ich oft sogar spannend, allerdings auch nicht per se. Ich möchte ästhetisieren und/oder kritisieren, es ist nicht mein Bestreben, neutral zu sein, auch wenn es vorkommen kann, dass ich einfach abbilde, „was ist“ – was aber ja auch immer nur ein selbst gewählter Ausschnitt der Wirklichkeit ist. Die Wirklichkeit wahrnehmen und sie abzubilden ist für mich aber sowieso etwas Grundverschiedenes, will sagen, ich kann die Verflechtungen von Natur und Technik halbwegs „unvoreingenommen“ wahrnehmen, aber was ich da sehe, ist mir noch lange kein Foto wert. Vieles finde ich einfach langweilig, so „wie es ist“, undynamisch, nicht stimmig, nicht aussagekräftig, fad, deshalb wähle ich einen Bildausschnitt, der für mich ästhetisch und/oder inhaltlich interessant ist (oder schneide das Foto später zurecht). Klingt so, als würde ich nur tolle Fotos machen, was natürlich nicht stimmt, räusper. Um nochmal auf Gerdas Ausgangsbild aus Neapel zurückzukommen (Gerda, du schreibst hier ja auch, deshalb kann ich diesen Kommentar hier bei Ulli belassen): Ich bleibe dabei, ich hätte Auto und Pflanze weggeschnitten, weil ich das dadurch erzielte Ergebnis viel spannender finde. Aber das ist eben „Ansichtssache“ im wahrsten Sinne des Wortes.

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    • Ich glaube eigentlich nicht, dass es um richtig oder falsch geht, sondern um Ausblendung einer Realität, die es neben und in der Natur auch noch gibt. Wenigstens habe ich Gerda so nicht verstanden.
      Ansonsten kann ich dir in Bezug auf die Fotografie nur zustimmen, ich schrieb es schon weiter unten, manchmal geht es mir um die Schönheit, manchmal um die Kontraste, manchmal darum auch das Hässliche zu spiegeln, Einsamkeit, Verlorenheit zu zeigen, was alles für mich Themen unserer Zeit sind. Und manchmal will ich auch nur „knipsen“ oder dokumentieren oder ein Thema bildlich darstellen. Somit habe ich sehr unterschiedliche Motivationen bei der Fotografie, die mir nicht immer und zu jedem Moment ganz bewusst sind.
      In Bloghausen gibt es viele unterschiedliche Fotograf*innen, es gibt aber keinen darunter, von dem ich sagen würde, er würde nur „falsche“ Bilder machen, viele Bilder sagen ja nicht nur etwas über das abgelichtete Motiv aus, sondern auch über den Menschen dahinter und genau das macht es für mich spannend.
      Liebe Grüße und herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar,
      Ulli

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  10. Es gibt diesen Film „Koyaanisquatsi“, den ich sehr schätze. Schon immer.
    Es geht in dem Film um Umweltzerstörung im weitesten Sinne: Zuviel Bilder, zuviel Technilk, zuviel Lärm und Hektik ect.
    Interessant, daß der Film mit wunderbarer, unberührter Natur beginnt und langsam übergeht zu wunderbar schönen Industrielandschaften. Dieses Chrom, dieses Seriale, diese Grafiken im Ganzen…wunderbar für das Auge des Jetztmenschen. Allmählich geht der Film unmerklich auf mehr verstörende Bilder über (Einsamkeit in der Großstadt, Sucht, Verkehr, Stress,…) und man (ich) merkt, daß man augf dem Weg dahin schon Bilder als schön und anheimelnd wahrnahm, die es eigentlich nicht sind.

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  11. Hallo Ulli,
    ueber dieses Verhaeltnis von Natur und Technik haben Mary und ich uns auf unserem „SolarEclipseRoadTrip“ [https://is.gd/ehFTLh] im vergangenen Jahr unterhalten, anlaesslich der vielen Windturbinen im Texas Panhandle[ Bilder und Video hier: https://wp.me/p4uPk8-17S%5D Kurz gefasst: wir waren uns damals einig, dass sich solche Windturbinen durchaus gut in die Natuer einfuegen koennen, dass die dazugehoerigen grossen Masten und Leitungen es aber nicht tun.
    Uebrigens: auch die althergebrachten hoelzernen Masten tun es bei Weitem nicht immer.
    Liebe Gruesse aus einem extrem heissen [42 Grad] Fredericksburg,
    Pit

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    • Lieber Pit, vielleicht erinnerst du dich noch an meine Zeiten im Wendland, dort und mehr noch Rchtung Ostsee stehen auch Unzählige, es gibt Anordnungen, da stört mich nichts, aber dann plötzlich nehmen sie so viel Raum, früher sind dort Äcker und Wiesen gewesen, dann finde ich es fraglich. Leitungen und Masten tun dies oft oder meistens nicht. Kennst du den Grund warum Stromleitungen nicht unterirdisch verlegt werden? Zu unsicher? Zu viel Aufwand? Ginge ein Sowohl-als-auch? Das sind meine Fragen, denn Strom wollen wir ja nun einmal alle, auch wenn jede und jeder gerne über Nutzung, Verbrauch und Verhältnissmäßigkeit nachdenken darf 😉
      Bei den hölzernen Masten bin ich hilflos verloren, ich olle Romantikerin, ich 🙂
      ich grüß dich von Herzen, Ulli

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      • Hallo Ulli,
        ich stimmer Dir zu: es gibt Gegenden/Anordnungen, da scheinen sich die Windturbinen in die Landschaft einzufuegen, und andere, wo sie absolut stoerend wirken. Wir haben damals auf der Tour Beides gesehen.
        Die grossen Ueberlandstromleitungen kann man, soweit ich weiss, der Hitzeentwicklung in den Kabeln bei diesen Wahnsinnsspannungen und -stroemen wegen nicht unterirdisch verlegen. Jedenfalls nicht die Fernleitungen.
        Ja, die hoelzernen Masten. Ich gebe zu: sie haben ihren Reiz. Aber, wie wir hierzulande in jedem Winter erfahren muessen, auch den Nachteil, dass sie im Sturm und unter Schneelast wie Streichhoelzer umknicken, und dann ganze Regionen bei Eiseskaelte tagelang ohne Strom sind. Aber unteriridisch verlegen? Das ginge bei diesen kleinen Leitungen ohne Probleme. Nein, das ist ja zu teuer. So ein absolut kurzfristiges Denken. Denn auf die Dauer sind die Reparatur- bzw. Erneuerungskosten viel viel teurer. Dasselbe beim Hausbau: hier wird bis zu 4- und 5-stoeckig nur aus Holz gebaut, mit dem Erfolg, dass es nach jedem Tornado aussieht, als habe jemand eine Streichholzschachtel geleert. Dazu kommen die Kosten an Menschenleben – auch und nicht zuletzt bei Braenden: diese Gebaeude brennen wie Zunder. Aber aus Beton bauen?! Nein – zu teuer! In punkto Bauen und Stromleitungen ist die Dritte Welt fortschrittlicher.
        So, aber jetzt genug geschimpft!
        Hab‘ eine gute Nacht und schlaf‘ gut,
        Pit

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  12. Ein wundervoll natürliches Bild und die Mitte zeigt einen Telegrafenmast. Nein, ich mag ihn da nicht, weil er meinen ästhetischen Blick auf die Natur stört. Hier empfinde ich ihn als störend. Hättest Du ihn in einer Reihe mit anderen Telegrafenmasten, oder aus einer anderen Perspektive, gezeigt, wäre die Natur hier in diesem Bild nicht so dicht zu mir gekommen, wäre es sicherlich anders gewesen. So störte der Menschenwichtige meine schöne Natur.
    Mit den Strommasten verhielt es sich anders, liebe Ulli, da sah ich Technik, die sich schon lange einfügte und es war gut so. Stimmt die Balance zwischen Natur und Technik, fühlen wir das und nehmen sie gerne an.
    Die vielen Satelittenschüsseln sehen meist deplaziert aus und verschandeln einstmals schöne Gebäude. Es sei denn, die Stelle ist bewußt und gut ausgesucht und die Schüssel fügt sich ein, als würde sie schon immer dazugehören. Aber das alles ist meine persönliche Sicht und nichts anderes

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  13. Liebe Ulli und liebe hier Kommentierende: dieser Austausch war wirklich sehr anregend, vielseitig, erhellend. Ich finde es beachtlich, auf welchem Niveau hier diskutiert werden kann. Da ich das Thema angestoßen habe und es mich weiterhin beschäftigen wird, werde ich immer mal wieder hier reinschauen. Herzlichen Dank euch allen! 🙂

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  14. Pingback: Sommerzeit ist Sammelzeit 001 2019 |

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