Frühlingsbilder

Bei uns gibt es immer wieder noch Berghänge an denen sehr viele Schlüsselblumen wachsen. Sie werden auch liebevoll Himmelsschlüsschen von den Allemannen und den Schweizer *innen genannt und, wie gerade eben von Arabella erfahren, ebenso in Sachsen. Da erlaube ich mir jedes Jahr ein paar kleine Sträußchen zu sammeln, sie daheim zu trocknen und sie dann in Dosen zu verpacken, sie sind fester Bestandteil meines Hustentees, wie auch die gelben Huflattichblüten, die ich in der Mitte der Woche gesammelt habe. Hierzu hat Arabella einen Artikel geschrieben, den ich denen ans Herz legen möchte, die sich für Kräuterkunde interessieren → https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2018/04/05/huflattich-und-der-tee-daraus/

Heute aber, am Freitag, war vor allen Dingen Bärlauchzeit. Hierzu schrieb ich schon 2013 im April einen längeren Artikel → https://cafeweltenall.wordpress.com/2013/04/16/b-wie-barlauch/

Damals verwendete ich noch ein Foto aus dem Netz, heute aber machte ich selbst welche, noch nie habe ich so viel Bärlauch auf einmal gesehen … und nun stehen hier einige Gläser fertig zubereitetes Pesto für die Familie und mich im Vorratsregal, welche eine Freude!

Meine Tochter und ihre Kinder waren mit von der Partie. Während wie Frauen fleißig sammelten, erzählten, auch Lieder sangen und lachten, schnitzte der Enkelsohn an einem Pfeil und schlief dann vor Erschöpfung ein. Ein Schelm wer hier an althergebrachte Geschlechterrollen denkt 🙂

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein zauberhaftes Frühlingswochenende und den in Griechenland lebenden Fröhliche Ostern…

46 Gedanken zu „Frühlingsbilder

  1. Im Frühjahr ging ich mit meinem Großvater immer „in die Maiglöckchen“.
    Er liebte diese duftenden Schönheiten und wir brachten meiner Großmutter Arme voll davon.
    Die ähnlichen Blätter des Bärlauchs verärgerten ihn, täuschten sie ihm doch die Nähe der geliebten Blumen vor. Das ist bei mir hängen geblieben und so habe ich noch nie Bärlauch gesammelt und genutzt.
    Erinnerungen eben…
    Ich wünsche frohes Sammeln.

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    • Diese Sorge ist weit verbreitet und auch nicht ganz unberechtigt, aber du als Kräuterfrau weißt doch auch genau zu schauen … die Maiglöckchenblätter sind dunkler und fester und sie riechen kein bisschen nach Knoblauch, so viel ich weiß blüht dann auch schon der Bärlauch, wenn die Maiglöckchen erscheinen, aber darin bin ich mir nicht sicher und ist vielleicht auch von Region zu Region unterschiedlich.
      Maiglöckchen finden sich hier wild kaum, wenn überhaupt noch in den Gärten, früher bekam ich von meiner Patentante immer ein Sträußchen zum Geburtstag und wenn der Flieder schon so weit gewesen ist, dann auch Flieder, beide Gerüche liebe ich bis heute sehr.
      Liebe Arabella, ich sende dir sonnige Grüße, Ulli

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  2. Wunderschöne Bilder. Danke dafür.
    Ist einfach schön, dass der Nachwuchs so in Mitten der Natur einschlafen konnte.
    Bärlauch, das erinnert mich an meine Zeit auf der Alb. Dort gab es so viele gute Sachen, die mit Bärlauch gemacht wurden.
    Und das Ei hat einen sicheren Platz gefunden; es sieht so „umarmt“ und „geschützt“ aus.

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    • Liebe Gabi, schön, wie du das rote Ei in diesem Geflecht wahrnimmst, so hatte ich es auch gedacht! Ich mache ja das Pesto sehr schlicht, nur mit gutem Olivenöl und Meersalz, später dann mache ich gerne einen Aufstrich davon, Butter, geriebener Parmesan und ein paar Teelöffel von dem Bärlauchpesto dazu, gut miteinander vermengen, noch kurz kühl stellen und fertig … oder Bärlauchsuppe mit Hafersahne, das alles wird es jetzt in diesen Tagen bei mir geben.
      Sonnige Grüße, Ulli

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  3. Ein rotes griechisches Osterei; im Wald stromern, Teekräuter sammeln. Zeit, das alte Menschmachsklavending, einfach vergessen. Ja. Unbedingt. Reich sind die, die noch so viel heile Natur um sich finden. Hier in meiner Umgebung sieht das anders aus – trotz Natur. Für Schlüsselblumen müsste ich hoch auf die Kämme, dort ist es noch matschig, kein Vergnügen sondern Krackselei und Dreckjob in Gummistiefeln. Die Wildkräuter ziehen sich zurück unter den Giftspritzen und den Leuten, die sie mit Stumpf und Stiel ausreißen, weil sie nichts gut für andere lassen können. Das letzte Knabenkraut hierzulande bewunderte ich vor rund zwanzig Jahren am Waldrain. Zwei Tage später, als es ganz aufgeblüht war, war es weg, nur noch ein Loch…Ausgerissen. Vermutlich dazu Verurteilt in einem Ziergarten zu sterben. Knabenkraut braucht so speziellen Boden, gedeiht nur dort. Das Verschwinden solcher Arten und die Gedankenlosigkeit der Menschen, macht mir Riesenkummer. Morgen suche ich Leberblümchen am Frühlingsberg in Lämershagen…
    Umso schöner Deine Bilder und Worte und bitte verzeih mir, wenn ich diesbezüglich aus meiner Region weniger Gutes zu beobachten und zu berichten weiß. Jeden Frühling vermisse ich immer wieder unseren Kuckuck. Seit über Dreißig Jahren ist er hier schon weg…
    das meine ich…
    Dennoch!: Herzliche Wochendgrüße an die fleißigen Teesammler, an die griechischen Osternasen und Wochenendausflügler von der Fee✨

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    • Liebe Stefanie, ich lese gerade ein Buch von einer tschechischen Schriftstellerin, sie heißt Božena Němcová und lebte von 1820 bis 1862, alt ist sie nicht geworden … mehr über sie findest du hier https://de.wikipedia.org/wiki/Bo%C5%BEena_N%C4%9Bmcov%C3%A1
      Das Buch heißt „Großmutter“, ich fand es im hiesigen Bücherschrank. Wenn ich lese, was dort noch alles an Natur da gewesen ist, dann werde auch ich traurig und frage mich, was wir Menschen nur alles in den letzten 200 Jahren zerstört haben, es schmerzt mich sehr! (Eine ausführliche Besprechung ist in Planung)
      Obwohl ich noch in einer relativ intakten Natur wohne, so spinnen auch hier die Bauern und Waldarbeiter, die Wiesen werden viel zu oft gemäht und viel zu sehr gedüngt, da gibt es keinen Reichtum mehr, wie an meinem alten Wohnort, wo es noch viele Landwirte gab, die nicht vor Johanni das erste Mal gemäht, und auf Düngung verzichtet haben.
      Gestern hätte ich auch noch gerne Lungenkraut gesammelt, fand aber nur zwei Pflanzen … was wir heutzutage Natur nennen ist meistens schon gezähmt, Wildnis ist ein sterbender Ort. Dazu wird den Menschen ja auch mächtig Angst vor der Natur gemacht und das auch nicht erst seit gestern, so habe ich viel zu tun meinen Enkelkindern Angst zu nehmen und Achtung vor der Natur zu lehren, dem Himmel sei Dank sind die Eltern und Opa mit im Boot.
      Wie auch immer noch, ich wünsche dir Freude an diesem sonnigen Wochenende,
      herzlichst, Ulli

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  4. Diese Schlüsselblumen sind seit meiner Kindheit eine Pracht, nach der ich mich immer wieder sehne.
    Gestern ging ich an solch einem „Feld“ vorbei – der Besitzer des Grunds wird sicher wie im Vorjahr einen Zettel am Baum befestigen, der da in etwa lautet: „Bitte nicht pflücken, nur bestaunen“. 🙂

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  5. Ein wunder/wanderschöner Beitrag, liebe Ulli, den ich einen Tag später erst lese.
    Irgendwie komme ich mit dem Lesen mal wieder nicht nach, aber das ist bei mir immer ein gutes Zeichen *g*
    Schlüsselblumen und Kuckucksblumen in Wiesen und Waldrand sind bei mir die Erinnerungen, aber es war immer ca. zwei Wochen später, kurz vor dem Muttertag, wenn ich mit meiner jüngeren Tante für meine Mama einen Strauß plücken wollte.
    Heute finde ich sie immer noch, die Schlüsselblumen, aber viel weniger als früher.
    Doch ich bemerke sehr, wie immer mehr Wert von den Bauern auf alte Traditionen gelegt wird, neues Altes finde ich wieder, bunter werden die Wegränder. Vielleicht geschieht ein langsames Umdenken, Denken an das, was sinnvoll war, was Mutter und Großmutter wußten. Schön, das alles bei Dir zu finden.
    Das Bild vom schlafenden Enkelchen, das wie ein Zwerglein erschöpft am Boden liegt, vollkommen entspannt und dann das wundervolle wurzelige Geflecht mit dem glänzenden roten Ei in der Mitte, von dem ich denke, es wurde mit einer Speckschwarte eingerieben, denn die gibt diesen feinen Glanz
    Lächelnde liebe Grüße von Bruni

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    • Liebe Bruni, ich wünsche mir dieses Umdenken sooo sehr, an manchen Orten sehe ich es, an anderen leider nicht, sondern nur fortschreitende Zerstörung, es gilt Eigenes beizutragen und dartum bemühe ich mich in meinem Garten und in Gesprächen mit meinen Enkelkindern, zumindest meine Enkelin hat große und offene Ohren, der Junge hats mehr mit Rittern und Piraten…
      Eine Speckschwarte war es nicht, aber ein Läppchen mit Olivenöl 😉
      Hab herzlichen Dank für deinen schönen Kommentar, sonnige Grüße, Ulli

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      • aah, mit Olivenöl geht es also auch. toll! Meine Oma machte es schon mit der Speckschwarte, dann meine Mutter, und mir kam gar nichts anderes in den Sinn :-), als es ebenso zu machen …
        So ist es mit meinem Enkelchen auch *lach*

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