Paul Klee in der Foundation Beyeler

Am 31.12.2017 fuhr ich spontan nach Riehen (in der Schweiz) in die Foundation Beyeler, die angekündigten abstrakten Werke von Paul Klee anzuschauen. Der Tag war außergewöhnlich mild und blau, sodass ich nach einer ersten Runde in den Park ging, um meine Augen auszuruhen und mir die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen.

So viele, so kleine Bilder und so viele Menschen und immer wieder die Lücken und mein Raum, meine Freude und wunderbare Entdeckungen.

Es ist lange her, dass ich eine Ausstellung von Paul Klee besucht habe, damals war ich noch sehr jung und sehr fasziniert. Wie weit er mich aber wirklich inspiriert hat, begriff ich erst gestern, als ich das eine und andere Bild auf mich wirken ließ und mich dann an eigene Aquarelle und Ölbilder erinnerte, die ich in jungen Jahren gemalt habe, aber nun nur noch teilweise besitze.

Ich will nichts weiter zu diesem großartigen Künstler schreiben, das haben schon Viele getan und auch bei Wiki kann man ausführlich über sein Leben und Wirken nachlesen → https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Klee.

Lieber zeige ich jetzt ein paar Bilder, die mich besonders angesprochen haben und noch immer auf meiner Netzhaut liegen. Ganz besonders haben es mir die Bilder angetan, die aus unzähligen, kleinen Punkten/Strichen bestehen, wie die zwei folgenden:

Klassische Küste

draufklick = großes Bild

(aus dem Netz gefischt – Bildarchiv – Foto – Marburg, auch alle anderen Bilder habe ich im Netz unter google Bilder gefunden)

Aufgehender Stern

Hier nun noch eine kleine Galerie mit Bildern aus unterschiedlichen Zeiten – wie wichtig es doch ist, dachte ich u.a., die Werke auch immer im zeitlich politischen Kontext anzuschauen, wie z.B. das Bild Feuer bei Vollmond von 1933…

 

Es gab viele Boote zu betrachten, manche sehr klein und detailliert, andere archaisch mit breitem Pinselstrich

verzweifelt rudern aus dem Jahr 1940

Paul Klee starb 1940 an Sklerodomie = Verhärtung der Haut, es war mit ein Grund warum er zu breiteren Pinseln griff, die ihm das Malen erleichterten. Dies ist die Tragik des Bildes plus Klees Ringen um die Einbürgerung in die Schweiz, galt doch seine Kunst in Deutschland als entartet…

In Bern wurde ihm zu Ehren das Zentrum Paul Klee gegründet und mit seinem Nachlass bestückt. Ein Besuch dort steht schon lange auf meiner Wunschliste, vielleicht klappt es ja in diesem Jahr.

50 Gedanken zu „Paul Klee in der Foundation Beyeler

    • Da wünsche ich dir eine wunderbare Entdeckungsreise, es gibt unzählige Bilder von ihm und nicht nur das, auf seine Art war er prägend für vieles, was und wer nach ihm kam…
      herzliche Grüße, Ulli

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  1. Gut, dass Du diesen Beitrag gepostet hast, liebe Ulli. Man vergießt ja doch zu leicht, welche „Leuchttürme“ einen auf dem eigenen Weg begleitet haben. Für mich zählt Paul Klee ebenfalls dazu. Bis bald.
    Liebe Grüße Juergen

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  2. Liebe Ulli,
    wie inspirierend diese Bilder auch auf mich wirken.
    wie schön, dass du das Jahr so ausklingen lassen konntest.
    wie frei sich alles anfühlt.
    Ein gutes Neues Jahr wünsche ich dir und deinen Projekten!
    Uta

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    • Hab herzlichen Dank, liebe Uta, ich musste gerade übers Freie nachsinnieren, ja, in einem bin ich frei, zu gehen und zu kommen wann ich will, eine Freiheit, die nicht immer nur weit und schön ist…
      liebe Grüße sende ich dir, mit dem Wunsch, dass es auch dir in diesem frischen Jahr wohl ergehen möge,
      Ulli

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  3. Du Glückliche! Und wir Glücklichen,dass du uns ein paar seiner Bilder gezeigt hast. Es sind sogar welche dabei, die ich nicht kannte, dabei meinte ich, Klee nun wirklich zu kennen. Wie du dir denken kannst, liebe ich sogar am meisten die späten mit dem dicken Pinsel. Die anderen haben meine Bewunderung, mein Staunen, diese sprechen am tiefsten mein Gefühl an. Ich freu mich für dich! Und wenn ich mal wieder in den Norden reise, muss ich unbedingt auch in die Schweiz, wegen Klee natürlich.

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  4. oh wie wunderbar!
    ein faszinierender mann und künstler.
    ich habe seine tagebücher hier liegen und lese immer mal wieder rein, sehr interessant.
    und wie aktuell vor allem das letzte bild mit dem verzweifelten ruderer!
    vielen dank für diese auswahl, klasse!
    alles liebe für dich, liebe ulli, so schön, dass wir uns über den weg gelaufen sind!
    diana

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    • Seine Tagebücher hatte ich auch in der Hand, habe mich aber für ein kleines Büchlein mit Bilder von ihm entschieden und einem Buch mit einem Interview mit Louise Bourgeois, sie war ebenfalls in der Foundation vertreten, es gibt neben den aktuellen Ausstellungen auch immer noch Bilder aus der Sammlung Beyeler anzuschauen, einen ganzen Raum hatte sie für sich, ebenso Gerhard Richter, das war noch einmal ein ganz anderes Highlight dieses Tages.
      Danke für alles und uns ein weiteres inspirierendes Weggehen, liebe Diana,
      herzlichst, Ulli

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  5. Eine sehr gute Idee hast du da gehabt ! Jahresausklang mit Bildern statt mit Böllern. Da nehme ich mir vielleicht nächstes Jahr ein Beispiel. Das Thema „Wege in die Abstraktion“ beschäftigt mich ohnehin gerade

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    • Böllern war ja noch nie meins, dann lieber orakeln 😉
      nun bin ich dieses Jahr sehr inspiriert auf die andere Seite gegangen und kann mir vorstellen dies öfters zu tun!
      herzliche Grüße, Ulli

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  6. Liebe Ulli
    Dann kamst Du ganz in meine Nähe…
    Das Paul Klee Museum in Bern soll toll sein. Dorthin habe ich es leider auch noch nicht geschafft, aber das Museum mit seinen drei Bögen erkennt man schon vor Weitem.
    Liebe Grüße. Priska

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    • Liebe Priska, gell, du meist jetzt Riehen, wo ich ganz in deine Nähe kam? Falls ich dich da jetzt richtig verstanden habe, dann wäre doch vielleicht einmal ein Treffen möglich, wenn ich das nächste Mal dorthin fahre, ist ja wirklich nicht weit von hier!
      Und Bern, ja, das habe ich auch fest vor!
      Herzliche Grüße, Ulli

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    • Liebe S., ich habe zudem Verwandte in Bern wohnen, meine Nichte ist ebenfalls sehr interessiert, ich muss das wirklich mal angehen. Danke fürs Daumendrücken.
      Herzlichst, Ulli

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  7. Seine Bilder sind einfach gigantisch gut, egal ob frühere oder späte.
    Ich habe vor einigen Jahren eine Ausstellung im Schwetzinger Schloß gesehen und war total beeindruckt. Einzelne Bilder von ihm kannte ich aus MA, aus der Kunsthalle, schon, aber wenn man nur durch seine Bilder geht, dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hast Du auch den Film aus seinem Atelier gesehen, ihn bei der Arbeit, die für ihn gar keine war? Zuhause habe ich spaßeshalber mal versucht, etwas zustande zu bringen, was seinem ähnelte und gab schnell wieder auf. Eine Kleinmädchenmalerei kam heraus, nicht mehr …*g*
    Beneidenswert, Dein Besuch in Riehen, liebe Ulli. Ist im Park noch die Riesenspinne von Louise Bourgeois?

    Liebe Gutenachtgrüße von Bruni an Dich

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    • Liebe Bruni, es ist spannend einmal die Lebensgeschichte von ihm zu lesen und somit auch seinen Werdegang, seine Tagebücher interessieren mich nun auch. Den Film habe ich nicht angeschaut.
      Die Riesenspinne steht nicht mehr im Park, sie war ja Teil einer Surrealistenausstellung, wobei sie sich ja selbst nie als Surrealistin gesehen hat, aber so ist das eben mit den Kategorien und mit solchen, die sich nicht wirklich einordnen lassen (wollen), was sie zudem mit Paul Klee gemeinsam hat. Gerade lese ich ein langes Interview mit ihr, es ist ein Büchlein zu dem ich mich entschieden habe. Außerdem gab es einen Raum mit Werken von ihr, sehr inspirierend, wenigstens für mich. Es gab nämlich eine Menge Menschen, die herein kamen und sofort wieder hinaus gingen, ich war deine eine wunderbare lange Weile allein und konnte in aller Ruhe betrachten.
      Dir einen schönen Tag, ich grüße dich herzlich Ulli vom Sturm- bis Orkanberg, es ist ein bisschen zum fürchten, wie es hier ums Haus herum tobt…

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      • Kategorien sind so ein bissel wie Schubladen und wer möchte schon gerne in einer Schublade stecken *g*
        Stimmt, es waren damals die Surrealisten. Ihre Spinne hat mich fast das Fürchten gelehrt. Irre, wie sie das hinbekommen hat. Aber sie war halt unglaublich gut. In diesem Raum hätte ich auch gerne herumgeschnuppert.
        Für viele Besucher sind diese Ausstellungen auch nur reiner Zeitvertreib und sie flanieren da relativ fix durch,
        es sei denn, ein Bild springt ins Auge und öffnet sich sofort.

        Bei uns ist es zwar auch stürmisch, aber ich glaube, bei Dir ist es noch um einiges heftiger, liebe Ulli!
        Pass gut auf Dich auf!

        Herzlich, Bruni

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  8. Liebe Ulli,
    danke für diese Bilder, immer wieder ist es faszinierend, mit den Augen hindurchzureisen.
    Und danke dafür, dass ich mich jetzt erinnere, dass dies das erste Kunstbuch meines Lebens war: „Paul Klee – Kunst für Kinder“ (Ich habe es, glaube ich, zum fünften Geburtstag bekommen.) Damals haben mich vor allem seine Engel, die „zerlegten“, gleichermaßen irritiert wie angezogen, und an die Faszination jeglicher Abstraktionen erinnere ich mich allzu deutlich. Im Laufe der Kindheitsjahre habe ich dieses Buch wohl hunderte Male angeschaut.
    (Und nun werde ich es – nach einiger Suche in den Online-Antiquariaten des Netzuniversums – bald wieder in Händen halten, das musste ich eben tun:) Denn mein eigenes ist irgendwie irgendwann abhanden gekommen.)
    Einen dankbaren und lächelnden Spät-Nacht-Gruß zu Dir
    Frau Rebis

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    • Guten Morgen, liebe Frau Rebis, dieses Buch hielt ich auch in den Händen und überlegte, ob dies nicht ein Geschenk für meine Enkelin sei, habe mich aber noch dagegen entschieden, vielleicht in einem Jahr. Aber gut zu wissen, dass es dich als Kind faszinierte, aber auch irritierte, ich glaube ja, dass Irritation nichts grundsätzliches Falsches ist, sondern hier die Lernfelder und Öffnungen für anderes, neues liegen.
      In diesem Sinne, herzliche Grüße, dir einen weiteren entspannten Tag, hier stürmt es ganz ungeheuerlich,
      Ulli

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      • Ganz gewiss waren diese Irritationen nichts falsches, sie tragen ja bis heute:)
        Dieses Buch genau – das es heute nicht mehr gibt – liegt jetzt wieder hier bei mir. Erstaunlich, wie genau ich mich erinnern kann …
        Fühl Dich mit einer Umarmung gegrüßt
        von Frau Rebis (postbeschenkt:))

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  9. danke für dein hinweisen auf paul klee, danke auch für die gezeigten bilder, liebe ulli!
    beim lesen eben merkte ich, dass der kurze satz über „boote“ eine kräftige resonanz in mir auslöste, so in dem sinne:
    „ja! boot – ein archetyp, ein starkes symbol, arche noah – und heute: die boote übervoll mit flüchtlingen, die sich den fährnissen einer fahrt übers meer aussetzen, um vom nicht-leben-können ins leben zu gelangen – aber auch fischerboote seit menschengedenken unterwegs, um nahrung zu schaffen – und totenboote, einbäume, auf den fluss gesetzt für eine letzte reise – und charon, der fährmann, der sein boot über den styx rudert …“
    oh, dass klee viele boote malte, scheint mir plötzlich ganz selbstverständlich.
    danke dir nochmals und viellieben gruß: pega!

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    • Liebe Pega, ja, das alles sind die Boote, denen ich mich auch immer wieder gerne widme…
      ich danke dir für diesen schönen und tiefen Kommentar und grüße dich von Herzen,
      Ulli
      P.S. gerade fällt mir noch ein, dass es in meiner Novelle von der kleinen blauen Frau eine Fährfrau gibt, die ganz Liebe geworden ist bei all ihrem vor und zurück…

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      • vielleicht ist die liebe, eine gewisse art von liebe jedenfalls, auch ein boot, also: trägt und birgt – unerschütterlich, immer wieder, vor und zurück, hin und her … vielleicht ist dies das geheimnis deiner fährfrau?
        und, möchte ich noch fragen: wo steht die novelle von der kleinen blauen frau zu lesen?
        lieben gruß, pega

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        • Auszüge gibt es auf meinem Blog, gerade eben habe ich entschieden, dass ich jetzt 100 Stück selbst drucken lasse, dazu gibt es morgen einen Artikel … danke fürs Nachfragen.
          Ich mag deine Sicht auf die Fährfrau und sende dir ein Lächeln,
          herzlichst, Ulli

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