Weit

Diana veröffentlichte gestern auf ihrem Blog „Verssprünge“  eine „mallorquinische skizze“, es war das Ende, das sich in mir festsetzte:

fasziniert stehen wir außen vor und ahnen nicht mal, wie weit weite wirklich ist.

Kein Fluss, kein Stau, nur aufsteigen und absteigen, nur atmen … ein und aus und ein und auf und aus und ab. Ein Herz wird Liebe, weit und licht – ein und aus und ein und auf und aus und ab … der Blick in die Weite erinnert uns wie weit wir einst gewesen, wie wir es noch immer sind, in der Tiefe verborgen, beschützt, gehütet … Sehnsucht wandert vom Bauch ins Herz zum Geist, ein und aus und ein und auf und aus und ab … ein weiter Geist schützt sich nicht unnütz, ein weites Herz verströmt sich ohne Schaden.


Liebe Diana, ich danke dir für diese Inspiration!

30 Gedanken zu „Weit

  1. oh, liebe ulli… ja! wunderbare weite … deine zeilen weiten das herz!
    so schön auch das foto dazu.
    freut mich sehr, dass meine zeilen dazu inspirieren konnten, ganz lieben dank, auch fürs verlinken!
    herzlichst,
    diana

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    • Guten Morgen, liebe Diana, ich freue mich, dass dir die Fortführung deiner Gedanken gefällt. Ich habe eine Weile nach einem passenden Bild in meinem Archiv gesucht, ich war erstaunt, dass die meisten dann eben doch eine Begrenzung hatten, obwohl ich sie damals als weit empfunden habe. Dieses fand ich so passend wegen dem Licht, ich habe 2015 in der Bretagne aufgenommen.
      Liebe Grüße
      Ulli

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      • das bild passt sehr gut, der lichthorizont ist hier die schwelle zur weite… die weite dehnt sich nach oben,, nach unten, in die – ja, weite. 🙂
        jedenfalls mag ich es sehr.
        liebe grüße zurück zu dir, durch die weiten des internet 😀
        diana

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  2. So schön, dies „ein weiter Geist schützt sich nicht unnütz, ein weites Herz verströmt sich ohne Schaden.“
    Ich weiß aber nicht, ob „wir einst weit gewesen sind“ und das Leben uns verengt hat? Ist es nicht eher umgekehrt? Das Kind ist weit wie der Raum, den die Mutter füllt. Der alte Mensch schaut in eine Weite, deren Mittelpunkt er selbst ist.

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    • ich glaube, genau das, diese geborgenheit, die ein kind bei der mutter fühlt, birgt eine große weite… ist weite letztlich subjektiv…? die weite eines alten menschen ist sicherlich anders, als die eines kleinen kindes.
      in ullis zeilen lese ich allerdings eher von einer weite, die wir einst hatten, sogar noch vor unserer geburt …?? das mag ich so an deinem text, liebe ulli, dass er sich, uns, unsere sichtweise (?) weitet, dass er sich öffnet, gedanken nach sich zieht. 🙂

      Gefällt 6 Personen

      • Was du da schreibst, gefällt mir sehr. Ich habe inzwischen, beim Spazierengehen, noch ein bisschen über die Frage nachgedacht. Und ich möchte dir zustimmen: es ist Weite, aus der wir kommen und aus der wir uns langsam hineinfinden müssen in die Bestimmtheit unserer irdischen Existenz, die, je mehr sich unsere Persönlichkeit festigt, doch sehr eng werden kann. Das gilt aber nicht unbedingt im Seelischen und Geistigen, das sich im Alter weiten darf und hinführen in die Weite, in die wir wieder eingehen.

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        • Stimmt, verallgemeinern kann ich das nicht, es ist nicht zwingend, dass sich ein Mensch im Laufe des Lebens geistig/seelisch weitet. Ich erlebe in der Meditation dieses Weiten, schwierig ist es nur, sie zu halten, da gibt es Ängste, Misstrauen und Vorurteile, die es noch immer gilt abzubauen, dies ist es doch was den Menschen eng macht. Oder?

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          • Liebe Ulli, ich kenne auch die Grenzenlosigkeit in der Meditation, und weiß, wie es ist zurückzugehen in die 3- oder meinetwegen auch 4-Dimensionalität, in der wir als Persönlichkeiten einer bestimmten Prägung leben. Es ist wie ein Sichzusammenziehen und Verdichten, man hat wieder Gewicht, Knochen und Haut drum herum, Sinnesorgane, Struktur, eine Biographie, eine Sprache. Man ist nicht mehr Weite, sondern bestimmte Gestalt in einer konkreten Raum-Zeit. Das ist eine notwendige Zusammenziehung, bedeutet aber nicht, dass man sich geistig-seelisch verengt. Vorurteile oder Misstrauen oder Ängste wirken freilich verengend (Angst kommt ja von Enge).Das fiel mir zu deinem nun ein.

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            • Ja, genau so, liebe Gerda, das hast du sehr treffend dargestellt, so empfinde ich es auch- als ich schrieb: „ein weiter Geist schützt sich nicht unnütz, ein weites Herz verströmt sich ohne Schaden.“, dachte ich dabei darüber nach, dass es nicht darum geht immer in vollkommener Weite zu sein, es gibt die Momente und auch die Menschen in denen es wichtig ist sich zu schützen/abzugrenzen, das ist dann eben auch der Unterschied zum Kind, das aus sich heraus noch schutzlos ist.
              Ich danke dir für diesen Austausch!!!

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            • Angst, Enge, Engherzigkeit, es ist oft ein kurzer Weg und er ist leider so bequem begehbar, aber laßt ihn uns nicht gehen. Er ist der falsch. Mir wurde es in den letzten Tagen wieder mal sehr bewußt.

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              • Liebe Bruni, ich finde den Weg der Enge nicht bequem zu gehen! Angst ins Auge zu schauen aber, warum sie erscheint und wovor, das halte ich für eine Maßnahme, um in die Weite zurück zu kommen…
                herzliche Spätabendgrüße sende ich dir
                Ulli

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      • Ich habe lange über die Zeilen nachgedacht, und fand es schwierig das zu schreiben/zu sagen, wie es sich in mir anfühlt und auch was ich meine zu wissen, irgendwann dachte ich, nun lasse ich es so und stelle es in den Raum, vielleicht können wir ein bisschen gemeinsam sinnieren und das tun wir jetzt und genau darüber freue ich mich ganz besonders. Danke nochmals, Diana!

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    • Liebe Gerda, ich empfinde die Kleinen, gerade Geborenen, in ihrer Offenheit und Neugierde auf die Welt als weit, ja, die Mutter ist wohl die erste, die füllt und dann alle und alles andere, dem gegenüber steht, dass ein Kind in meinen Augen nicht wirklich nackt auf die Welt kommt, so, wie es auf die Mutter und alles andere reagiert ist schon wieder ganz eigen. Nun sinniere ich über den alten Menschen nach … manchmal denke ich, dass der Mensch gefüllt wird und dann hat sie/er Jahre damit zu tun die einen anderen Füllstoffe wieder abzubauen, um dann wieder in der Weite anzukommen, bzw. an dem eigenen inneren Kern, den es schon bei der Geburt gab und und immer gibt, ob es sicht- oder fühlbar ist oder nicht…
      Soweit erst einmal,
      ich sende dir Herzliches und Strahlendes, wieder nimmt ein goldener Tag seinen Lauf,
      Ulli

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      • Liebe Ulli, ich stimme dir voll zu: die Neugeborenen sind nicht „nackt“, sind keine tabula rasa, sondern bringen eine ganze besondere Weise der Weltbegegnung mit. Bei manchen ist das sogar sehr ausgeprägt, man kann zB das Gefühl haben, einem sehr erfahrenen mächtigen Wesen gegenüberzutreten oder einem Spaßmacher oder einem grübelnden Gelehrten….
        Die Vorstellung des „Füllens“ durch die Mutter teile ich nicht. Zunächst erfährt das Kind vorbewusst die Einheit – die Mutter ist die Welt -, dann die langsame, manchmal sehr schmerzhafte Trennung, Absonderung, das Kind erfährt sich als ein Besonderes, das ein Gegenüber wahrnimmt und sich an ihm schult, abarbeitet, sich abgrenzt, nachahmt. Inwieweit stimmt dies Besondere dann noch überein mit dem, was das Neugeborene mitbrachte? Ein Kern scheint sich zu erhalten, doch bildet sich in der Interaktion mit der konkreten Umwelt nun eine neue Persönlichkeit – Ulli Gau, Gerda Struck -, die ihren eigentümlichen Lebensweg zu gestalten beginnt …

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        • ja, der Kern bleibt, doch die Persönlichkeit bildet sich schon.
          Ich bemerke es oft in meiner unmittelbaren Nähe

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  3. Wundervolle Worte, liebe Ulli, die Du zu Dianas absolut besonderen Worten noch hinzugefunden hast.
    Ich picke mir nur einen kleinen Ausschnitt heraus: Ein Herz wird Liebe, weit und licht – was könnte es denn noch Schöneres geben …

    Herzliche Grüße in die Nacht von Bruni

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  4. Ob wir im irdischen Leben wirklich diese wahre Weite erlebe können, ich bezweifle es! In der Meditation befindet man sich, so glaube ich, losgelöst. Dies ermöglicht dann weiter zu fühlen, zu spüren.

    Dein Foto macht dieses Gefühl sichtbar, es ist wunderschön!

    Liebe Grüße

    Babsi

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    • Liebe Babsi, so verstehe ich die Meditation, man bekommt enen Geschmack und von hier aus kann man üben es auszuweiten und irgendwann auch ins „normale“ Leben zu tragen…
      ich danke dir,
      ❤ liche Grüße
      Ulli

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  5. Gerade bei deinem letzten Satz bleibe ich hängen. Ich erfahre gerade am eigenen Leib was es heißt, die innere Weite zu halten. Der Alltag engt das Sichtfeld ein……. daher ausatmen, einatmen und ganz liebend im hier und jetzt zu bleiben. Das ist das ganze Geheimnis und die Übung. Und doch so schwer. Liebe Grüße, Marie

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    • Liebe Marie, leicht ist es (erst einmal) nicht, es braucht (für mich) Erinnerungsanker während der Alletage, die ich, wenigstens in meiner Wohnung, installiert habe. Ich fnde es noch erstaunlich, wie sich die Türen öffnen und dann auch wieder schließen, sie tun es aber nicht von alleine, der Mensch selbst ist es, ich bin es, die aus dem Kontakt herausgeht und den Emotionen und lähmenden Gedanken wieder Tür und Tor öffnen – seit ein paar Wochen aber wird es wieder leichter, am meisten hat es mit Ausdauer, Disziplin, Aufmerksamkeit und Bereitschaft zu tun und genau dann wird es doch leicht…
      Ich wünsche dir von Herzen ein gutes Weitergehen mit leichtem Schritt
      Ulli

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