Stadt, Land, Fluss

Als ich noch das Mädchen gewesen bin lebte ich am Rand einer Stadt, ich fuhr durch Wiesen und Wälder mit der Straßenbahn in die Stadt hinein. Als ich die Heranwachsende gewesen bin lebte ich sehr ländlich, woran ich mich gewöhnen musste. Als ich noch die junge Frau gewesen bin, zog ich in die Stadt und fuhr oft hinaus aufs Land. Als ich später in den schwarzen Wald gezogen bin, besuchte ich immer wieder große Städte.

33 Gedanken zu „Stadt, Land, Fluss

  1. In einer Stadt fühle ich mich nur frei, wenn ich anschließend wieder in mein grünes Heim kommen kann, denn Städte sind Menschenausquetscher, sie wissen es oft nur nicht. Vielleicht bin ich nicht gemacht für die Savanne und brauche den Schutz der Bäume liebe Ulli.

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  2. Ich lebe jetzt meist in ener extrem menschenarmen Situation, so dass jeder Nachbar und Freund, der erscheint, freudig begrüßt wird. Der Hund führt zu einer weiteren Isolation von Menschen. Ich fühle mich dennoch nicht einsam, im Gegenteil zu früher, wo ich allein in Stadtzentren wohnte. Andererseits liebe ich die großen Städte mit ihrem unübersichtlichen Menschengewimmel sehr, und es fehlt mir, denn auch in Athen leben wir am grünen Stadtrand. Einfach mal ins Cafe, die Kneipe nebenan gehen, einfach mal in eine Buchhandlung und Bücher durchblättern, einfach mal auf einer Bank sitzen und die Menschen zu sehen, zu fühlen, einfach mal in ein Kino gehen oder gar in ein gutes Konzert, eine anregende Ausstellung – das fehlt mir schon sehr. Manchmal denken wir, die Wohnung am Athener Stadtrand gegen eine Innenstadtwohnung zu tauschen, aber dann fühle ich wieder, wie anstrengend die Stadt für mich geworden ist, und dass ich jetzt kaum noch die Kraft habe, Anonymität in Nähe zu verwandeln. LG

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    • Liebe Gerda, ich habe mich irgendwann sehr bewusst entschieden der großen Stadt den Rücken zuzukehren, weil sie mich aufzufressen begann. Ich verfüge nicht über ein menschliches Schutzschild wie es (vielleicht) andere haben, mir kam vieles zu nah, bereitete mir Schmerz. Aber heute vermisse ich genau das was du beschreibst, das Cafè, der Bücherladen um die Ecke, die Ausstellung, der Kinofilm etc.
      Dadurch, dass mir im letzten Jahr so einiges weggebrochen ist bemerke ich diesen Verlsut gerade eben umso stärker. Nun liegt es an mir die Verbindung auf eine andere Art und Weise wieder herzustellen. Wie ich dahin komme bin ich noch dabei auszuloten.
      Herzliche Nachtgrüße
      Ulli

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      • Wenn sich die Lebensumstände ändern wie bei dir, ist es wohl auch nötig, die Wohnsituation neu zu überdenken. Neue Begegnungen und Anregungen, die du vielleicht brauchst, stellen sich im Abseits eines Dorfes weniger leicht ein als in einer Stadt. Es muss ja nicht gleich die Hauptstadt sein….

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  3. sehr schön beschrieben, diese wege, hin und her, ein fluss, eine balance zwischen den orten…
    das bild hat eine wunderbare dynamik, fein diese wellen(bewegung)!
    früher hab ich das stadtleben genossen, heute bin ich froh, nicht mehr mitten drin zu wohnen! auf einen besuch immer gerne, es gibt viele tolle, aufregende städte – aber wie ich mich dann immer wieder auf „meinen wald“ freue! 🙂
    herzlichst
    diana

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    • Liebe Diana, wie schön, dass du das Bild und dessen Wellenbewegungen wahrgenommen und erwähnt hast, denn genau das ist es, eine Wellenbewegung … und heute besuche ich zwar immer noch gerne große Städte, auch durchaus für länger, um dann immer wieder an diesem Ort auszuatmen und einfach nur glücklich zu sein, dass es diesen Ort für mich gibt.
      ich grüße dich sehr herzlich
      Ulli

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  4. Ich kann dich sehr gut verstehen. Aufgewachsen an einem Waldrand habe ich die “ Nabelschnur“ zu Bäumen nie trennen können. Als ich mitten in Köln wohnte, wo ich mich sehr wohl fühlte, hatte ich eine Waldhütte für meinen Sohn und mich allein im Oberbergischen gemietet, zu der ich so oft es ging fuhr. Heute lebe ich wieder am Waldrand. Wunderbar alte Buchen und Eichen. Ich bin mit dem Rad in fünf Minuten an der Straßenbahn, die mich in zwanzig Minuten in die Stadt fährt. Ich bin sehr froh über diese Lösung. ich wünsche dir alles Liebe und das du für dich auch eine zufriedenstellende Lösung findest. Marie

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    • Liebe Marie, ich bin jetzt den größeren Städten wieder näher gerückt – noch lebe ich nicht sehr lange hier und es gibt noch so einiges auszutarieren, aber Möglichkeiten gibt es jetzt mehr als vorher, vielleicht ist es nur noch eine Frage der Zeit und der Möglichkeiten?! Wenigstens hoffe ich das!
      herzlichste Grüße
      Ulli

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  5. Ich wünsche mir, eines Tages so und dort zu leben, dass ich diese Sehnsüchte nach immer dem anderen, dem, das ich gerade nicht habe(n kann), nicht mehr haben muss. Wobei. Vielleicht sind es ja genau diese Sehnsüchte nach immer dem anderen, etwas, das uns zu Lebendigen macht? Hm.

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    • Liebe Soso, ich bin ja sehr einverstanden mit meinem neuen Wohnort, noch ist so vieles so neu und das Alte wirkt noch nach – ich hoffe sehr, dass ich einen Weg finde mehr im Sowohl-als-auch leben zu können. Sehnsüchte sind wie Träume, sie erzählen mir von dem, was es auch noch gibt und vielleicht sogar zu erreichen gilt, sie sind für mich ein Motor Ausschau zu halten was ich noch nicht ins Leben gebracht habe…
      herzlichst
      Ulli

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  6. Tolle Bildbearbeitung. Gefällt mir sehr, was bei Bildbearbeitung nicht oft der Fall ist. Ich finde, dass die Anonymität der Großstädte auch sehr viele Vorzüge haben. Zum Beispiel in einem Kaffeehaus zu sitzen unter vielen Menschen und doch ungestört zu sein ….

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    • Dear Marcelo, I agree, but somehow I felt out of this context, now I am trying to install it again. You and a lot of the others, who commented today, shows me the way again. Somehow there are a lot of mountains inbetween, but I can see the sunrise…
      all the best
      Ulli

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      • Our happiness and suffering do not lie „out there”, but are found instead within our own minds.
        But I also know from my own experience that is really strenuous to fight again and again to keep our mind calm and peaceful.

        I’m glad to know you can see the sunrise.

        All the best.

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  7. Ein wundervolles Bild, liebe Ulli! Es gefällt mir sehr.
    Wohnen am Stadtrand, oder so wie ich, zwischen zwei Städten und pendeln wie einem zumute ist.
    So lebt man grün und hat das gelegentliche Gewimmel in erreichbarer Nähe!
    Für mich die einzig richtige Lösung, nur so fühle ich mich lebendig. Die Stille so genießen, wie auch mal das städtische Geschehen. Wobei mir Heidelberg die viel liebere ist, obwohl Kleinstadt, doch mit herrlichen Blicken ins Alte, wenn bloß ein wenig weniger Gewimmel dort wäre *lach*

    Liebe Grüße von Bruni

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