Ethik – 2

Gestern Abend entdeckte ich auf dem Blog: Red skies over paradise folgenden Artikel → https://redskiesoverparadise.wordpress.com/2017/07/24/unsere-freiheit-wird-gar-nicht-beschnitten-wenn-wir-die-rechte-der-tiere-achten-wir-moegen-ein-paar-zutaten-beim-kochen-verlieren-doch-als-menschen-koennen-wir-dabei-nur-gewinnen/

Aus meiner Sicht wird hier vieles sehr klar benannt, was ich selbst zum Thema denke und empfinde, es aber so nicht auszudrücken vermag.

Ich möchte mich bei euch an dieser Stelle für die gestrige rege Diskussion bedanken. Ich wollte den kleinsten gemeinsamen Nenner in ethischen Fragen in Bezug auf Mensch und Tier finden, den kleinsten gemeinsamen Nenner gibt es wohl nicht, aber es gibt einige, die immer wieder benannt wurden:

  • Respekt
  • Toleranz
  • Achtsamkeit
  • Dankbarkeit
  • maßvolles Handeln

Es zeigte sich auch, dass Vieles immer in Relation zu sehen ist, Achim Spengler sagte folgendes im Kommentarstrang:

Solange ich als Westler nicht Opfer oder Täter in fürchterlichen kriegerischen Auseinandersetzungen bin, insofern nichts weiß über meine Reaktionen und Aktionen in diesen, werde ich mich hüten, für mich letzte gültige Aussagen zu machen über Ethik, moralisches oder richtiges Handeln. Das (biblische) Gebot „Du sollst nicht töten“ und weitere Gebote (die ich mir trotzdem ich Atheist bin zu eigen mache) , der kategorische Imperativ von Kant, beide sind für mich Richtschnur meines Handelns in Friedenszeiten. Weltweite, ökonomische Verteilungsgerechtigkeit, der Schutz unserer natürlichen Grundlagen, die Verteidigung der Demokratie als Staats- und Regierungsform. Gespräch anstelle diskussionsverhindernde Gewaltbereitschaft. Konsensorientiertes Agieren, das als verbindlich und akzeptabel „durch zwanglosen und vernünftigen Diskurs“ der interessierten Teilnehmer anerkannt wird.

hikeonart machte auf folgenden podcast aufmerksam, danke dafür!

SWR2 Aula „Das Rätsel der negativen Emotionen: Über tierisches und menschliches Leiden“

Diese Diskussion, die Gerda und Nadia angestoßen haben, geht bei ihnen weiter …

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8 Gedanken zu „Ethik – 2

  1. Hab herzlichen Dank, liebe Ulli, für diese Zusammen- und Weiterführung. Magst du diesen Beitrag mit Nadias neuem Blog verlinken?
    Ich selbst habe mich heute in indischen Gefilden verirrt, da ich mir unsicher war, wie es dort mit dem Fleischessen bestellt ist. Und sah ein sehr eindrucksvolles Bodcast von Arundhati Roy (der Autorin von „Der Gott der Kleinen Dinge“), in dem sie die hinduistische Regierung geißelt (leider mit griechischen Untertiteln): Unter dem Vorwand, sie würden Fleisch von Rindern essen, werden Moslems misshandelt und gelyncht. Das Essen von Rindern sei ein strafwürdiges Verbrechen, nicht aber das Erschlagen von Menschen, die Rindfleisch essen. Ich weiß leider sehr wenig über die Zuspitzung der hinduistischen Repression gegen Andersgläubige, informierte mich ein wenig durch folgenden Artikel.
    https://www.theatlantic.com/international/archive/2017/07/india-modi-beef-lynching-muslim-partition/533739/

    Paralleler Religionsfanatismus in Ägypten, wo Christen, die Schweine halten und sie mit den Abfällen der Märkte ernähren, von wütenden Moslems gelyncht wurden.

    Die Essensverbote der Groß-Religionen sind für Andersgläubige oft genug mörderisch. Sie trennen Menschen von Menschen. Ich möchte gern verstehen, warum sie den Gläubigen so wichtig sind, dass sie zu Mördern an Mitmenschen werden, die sie nicht einhalten, und warum sie umgekehrt – als Minderheit – jede Art von Diskriminierung erdulden, um ihre eigenen Essgewohnheiten zu verteidigen..

    Gefällt 4 Personen

    • Guten Abend, liebe Gerda, zuerst: ja, ich verlinke auch diesen Artikel noch gerne bei Nadia – gleich 😉
      Mich erschüttern immer wieder solche Nachrichten, wie du sie gerade mitteilst, da mir dafür jegliches Verständnis/Verstehen fehlt – diese Konzepte was gut und böse sei und was ganz schlecht und somit andere ermuntert zu richten, zu töten etc. können niemals für alle gelten und führen immer wieder zu solcherlei Auswüchsen. Es ist zu einfach zu sagen: so sind die Menschen halt, ich frage mich eher, warum sie so geworden sind.
      Im Buddhismus gilt ja töten auch als negativ, so kam es, dass die Menschen in Tibet mohemedanische Metzger anstellten, damit diese die Yaks töteten, die dann die Tibeter*innen aßen, finde ich auch sehr fragwürdig und verlogen!
      heute Abend sende ich müde (und zufriedene) Grüße an dich
      Ulli

      Gefällt 2 Personen

  2. Das Recht der Tiere auf Leben und vor allem auf Lebensqualität ist auch für meine / unsere Lebensqualität essentiell.Wir dürfen nicht auf Kosten der Tiere leben, aber eine solche Einstellung muss von innen, aus dem Herzen kommen und wir können sie anderen Menschen nicht aufdrücken, denn wenn wir versuchen zu „missionieren“, blocken viele Menschen ab. Aufklärung, Gespräche und Darstellung des oft so unsagbaren Leidens der Tiere sind Wege, die wir beschreiten müssen, um hoffentlich irgendwann ein Umdenken bei den Menschen zu erreichen.
    Ich bin oft verzweifelt und fühle mich hilflos, aber jedes einzelne Tier, das wir dem Grauen entreißen und wieder in ein artgerechtes und zufriedenes – ja, glückliches? – Leben überführen dürfen, ist ein Fortschritt und für das betroffene Tier sogar ein riesengroßer Schritt vorwärts in ein schönes Leben.
    Seit vielen Jahren bin ich Mitglied bei Pro Animale, beim WWF und bei Provieh und unterstütze diese Organisationen aus voller Überzeugung.

    Gefällt 3 Personen

    • Ich danke dir sehr für deinen Kommentar, der so wunderbar in die Diskussion passt, die hier gestern begann. Das Stichwort, dass du beisteuerst ist noch einmal „artgerecht“, wobei ich mich auch hier frage wie wir (Menschen) an allerletzter Stelle entscheiden können, was wirklich artgerecht ist. Selbstverständlich kenne ich wunderbare Biohöfe mit dicken fetten Sauen und kleinen süßen Ferkeln, mit riesigem Stall und frei zugänglicher großer Wiese und Suhle, aber ich kann einfach nicht ermessen, ob sie dann glücklich sind, was ich aber im Kontrast zu Massentierhaltungsställen sehe, ist, dass sie keinerlei neurotisches Verhalten an den Tag legen und das ist ja schon einmal was!
      Ich grüße dich herzlich
      Ulli

      Gefällt 3 Personen

  3. Liebe Ulli, zur Zeit bin ich ein wenig von der Rolle und komme kaum zum Nachlesen, auch nicht mit Nachtlesen, denn auch das schaffe ich zur Zeit *g*,
    aber ich denke, in Respekt und Toleranz müßte sowieso die Achtsamkeit stecken und die Dankbarkeit auch. Beim Maßvollen habe ich ein Problem, weil mir dann sofort der Befehl meines Vaters im Kopf herumgeht: Mäßige dich! und es hatte für mich zur Folge, daß ich mich heute immer noch in viel zu vielen Dingn zu schnell zurücknehme und meine Gefühle mit Vorsicht verberge…, was nicht gut für mich ist
    Ich würde das Nachdenken dazusetzen, das Nachdenken vor unbedachtem Handeln.

    Sehr herzlich Bruni am frühen Nachmittag

    Gefällt 3 Personen

  4. Pingback: Da war doch noch was … – Mein Name Sei MAMA

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