Ethik

Die Welt ist komplex, es gibt für das Allerwenigste schnelle Lösungen und die Meinungsmaschine wird tagtäglich gut geölt, um die selbstdenkenden Gehirnzellen zu verschmieren. Groß ist der Glaube: wir können doch eh nix tun, es wird sich doch eh nüscht ändern…

Nee, so nu wirklich nicht!

Ich sage –und doch können wir, in jedem kleinen Augenblick! Vielleicht gilt es nur einmal innezuhalten und nachzudenken für welches Thema du brennst, wofür du bereit bist einzutreten, dich zu engagieren und Flagge zu zeigen, damit die Welt eben doch ein besserer Ort wird. Nicht jedeR kann alles, aber jedeR kann ein bisschen.

Bloghausen ist für mich auch ein Ort, um Themen zu diskutieren, wunderbar hat dies bei Gerdas und meinen Alphabeten geklappt (wer sie nicht kennt, kann sie bei mir und bei ihr in die Suchmaschine eingeben). Nun haben Gerda und Nadia Baumgart eine neue Idee, sie werden das Thema Tiere, ihre Haltung, ihr Sein und den menschlichen Fleischkonsum untersuchen. Alles begann mit diesem Artikel von Gerda https://gerdakazakou.com/2017/07/21/uralte-schauer/ und ging hier bei Nadia https://nadiapittura.com/2017/07/22/animal-ethics-tierethik/ weiter.

Es geht (auch) um Ethik. Mich interessiert dabei der kleinste gemeinsame Nenner, deshalb frage ich dich und dich und dich was für dich Ethik ist, in Bezug auf Menschen, Tiere und Pflanzen (nur weil wir die Pflanzen nicht schreien hören sind es dennoch Lebewesen, und wie man schon untersucht hat, fühlende Wesen… )…

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106 Gedanken zu „Ethik

  1. Wahrhaftig ein großes Thema! Als ich vor zwei Jahren in der Reha war, habe ich morgens, auf dem Weg zum Strand, die kleinen Schnecken eingesammelt, die auf dem Weg lagen. Ich habe sie abseits des Weges wieder abgelegt. Als Kind habe ich bei Spaziergängen im Wald immer nach unten geschaut, denn ich wollte keine Insekten zertreten. In meinem Kopf sah ich mich als kleines Individuum (diesen Begriff kannte ich allerdings noch nicht) und befürchtete stets, dass ein Riese über den Wipfeln erscheinen könnte, der mich einfach zertreten würde. Diese Phantasie hat mein Verhalten zu Flora und Fauna sehr geprägt. Auch wenn mich andere dafür früher auslachten. Unser Umgang mit unserer Umwelt sagt auch viel aus über den Umgang mit uns selbst.
    Liebe Grüße,
    Elvira

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    • Das ist ja jetzt interessant, liebe Elvira, bei mir war es die Großmutter, die mir dieses Bild „geschenkt“ hat, also das vom Riesen. Mich hat das ebenfalls sehr geprägt und trotzdem klatsche ich hier und da Fliegen und Mücken, alle anderen Flügeltiere, die in meiner Stube landen, trage ich wieder hinaus. Ich bremse auch für Schmetterlinge, aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann geht es ganz ohne Tötungen nicht, nur dass ich sie nicht bewusst einsetze. Aber in dem Moment, wo wir Auto fahren oder über eine Wiese gehen nehmen wir auch kleinstes Insektenleben. Mich belastet dies aber nicht mehr, ich denke, dass es das Leben ist.
      Wogegen ich allerdings vehement bin ist Massentierhaltung. Ich habe deswegen lange vegetarisch gelebt, erst als ich hierher gezogen bin und das Weiderind auf den Wiesen sah, konnte ich wieder ab und an ein Stück von ihnen essen. In diesem Jahr war ich dabei, wie der neue Vermieter zwei kleine Ziegen geschlachtet hat (er hat eine größere Herde), er hat es so achtsam und so voller Respekt gemacht, dass ich wenig Mühe damit hatte und das Fleisch sogar ein paar Tage später essen konnte.
      Achtsamkeit und Maßhalten sind für mich die zwei ethischen Begriffe, wenn es um Fleischkonsum geht.
      Herzlichste Grüße
      Ulli

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  2. Ein wichtiges Thema, das ich nur begrüßen kann.
    Menschen, Tiere und Pflanzen sind für mich Schöpfung und somit ein Geschenk, das behütet und erhalten werden muss und dazu kann jeder etwas beitragen.

    Liebe Grüße zum Montag,
    Anna-Lena

    Gefällt 7 Personen

  3. Liebe Ulli,

    Ich nehme viel Anteil an diesen schönen Projekten, es gibt so Einige im großen blogland. Auch wenn ich meistens eine Leiseleserin bin, eine Stöberleseratte unter Termindrücken, eine Nurmanchmalnochbloggerin…finde ich die Fragen spannend. Bei Ethikfragen komm ich schön ins Schleudern mit mir selber. Als Kind verweigerte ich mal ein paar Tage die Nahrung bis auf Wasser und selbst das… warum isst du nicht? Wurde ich gefragt. Weil alles was ich esse lebt und schreit, hört Ihr das nicht? Es gab endlose Diskussionen und Riesenkrawall, der Doc wurde bemüht, Psycho-Fach-Fuzzis gab’s noch nicht so viele. Meine Großmutter ritzte die Sache mal wieder mit ihrer Lebensklugheit. Denn sie widersprach mir nicht. Sie erzählte mir von ihrer Fernreisetrauminsel Bali, die sie nur aus den Büchern kannte: In Bali entschuldigen sich die Balinesen beim Baum, beim Ochsen. Sie sagen: Wir müssen von Dir leben und Dich nehmen. Sie haben Achtung vor den Lebewesen. Damit konnte ich arbeiten und entschuldigte mich abends bei der schlesischen Kartoffelsuppe bevor ich sie aß.
    Ist das Ethik? Dieses äußerst empfindliche Fußabtreterwort für Gutmenschmentalitäten, denen Entschuldigungen ausreichen?
    Ich esse immer weniger Fleisch und Fisch. Wegen der Massentierhaltung und weil es nicht mehr so gesund ist wie ernährungstechnisch behauptet wird. Vielleicht war das mal gesund. Das war bevor Tiere wie Müll behandelt wurden, wie Wegwerfprodukte und bevor Monokulturen und Überfordtung Wälder fraßen und auch noch bevor die Chemie alles vergiftete: Fleisch und Korn.
    Heute freue ich mich über Hummeln Bienen, sogar Wespen. Denn es sind 70 %[!!!] weniger als früher und ein summender Sommer ist hier wo ich lebe, nur noch eine Kindheitserinnerung.
    Liebe Grüße und viel Freude beim Projekt,
    Stefanie

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    • Liebe Stefanie, was für eine kluge Großmutter du hattest! Dies ist genau das, was ich auch meinen Enkelkindern versuche zu vermitteln. Ich selbst schwatze ja mit jedem Kraut, das ich ernte, manchmal bekomme ich im Gegenzug von ihnen ein Lied geschenkt. Für mich ist das Maß sehr wichtig. Als vor einigen Jahren der Hype ums Wildgemüse entstand war ich wirklich entsetzt, als ich Bilder von Menschen sah, die mit der Sense in den Wald gingen, um Bärlauch zu ernten … da geht es nur um Konsum, aber nicht darum ein Kraut für den eigenen Bedarf zu ernten. Wenn ich Kräuter sammel und das tue ich ja jedes Jahr, neben denen, die ich im Garten anbaue, dann habe ich auch da das Maß im Auge und wieviel ich denn wirklich von einem Sommer bis zum nächsten brauche, auch ernte ich keine Pflanzen, die mein Körper nicht braucht, so hat sich die Sammelei auf für mich Wesentliches reduziert.

      Fleisch esse ich und Fisch auch, beides allerdings eher selten, hier kann ich Weiderindfleisch kaufen, Fisch stellt mich mittlerweile vor mehr Fragezeichen, am liebsten gehe ich Forellen direkt beim Erzeuger holen, wenn überhaupt.

      Entschuldigungen, die einfach nur mechanisch dahingemurmelt werden halte ich nicht wirklich für eine ethische Haltung, es geht wohl mehr um die innere Haltung dabei, wenigstens aus meiner Sicht und da steht für mich Dankbarkeit ganz vorne, neben respektvollem und eben maßvollem Umgang.

      Was nun die sogenannten Gutmenschen angeht, da lese ich einen gewissen Zynismus bei dir, woraus speist er sich, was ist falsch daran sich zu bemühen eine Gute/ein Guter zu sein? Mal ganz abgesehen davon, dass ich das Wort Gutmensch eh nicht mag.

      zugewandte und herzliche Grüße
      Ulli

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      • Ich las ähnliche Großmutterintentionen bei Dir wie auch ich sie erlebt habe – auf solch Weise meine ich, wird auf natürliche Art der Same für Achtsamkeit gelegt auch ohne dass dieses Wort „damals“ schon bekannt gewesen wäre.
        Vielleicht wäre auch Empathie ein Schlüsselwort, denn sich in einen anderen hinein fühlen zu können, kann sehr hilfreich sein. Beim Fleisch halte ich es nicht ganz so konsequent wie Du mit dem Weiderindleisch. Ich muss manchmal auch günstigeres kaufen, weil meine Kinder noch wachsen und Bio-Höfe ziemlich weit vom Schuss liegen in meiner Vorgroßstadtrealität. Ich esse nur noch Geflügel und selbst das inzwischen mit obskuren Gefühlen, weil ich Vögel so gern habe. Es ist immer noch nicht ganz weg aus mir, dieses…es schreit doch so laut. Und da bemühe ich mich um Bio-Fleisch. Lieber selten dafür glückliches Geflügel oder so ähnlich. Du siehst, ich werde schon wieder von einem Sarkasmus angeflogen, denn kein Tier ist glücklich darüber geschlachtet zu werden. Punktum. Darüber sollte sich besser jeder Fleischesser im Klaren sein. Mein Zynismus speist sich aus Erfahrungen, die über mich moralisierende Richtstäbe brachen. So genannte „Gutmenschen“. Was bedeutet dieses Modewort für mich? Ich versuche mal zu definieren: Ein Mensch, für den „gut“ sein bedeutet „besser als andere“. Radikale Denkhaltungen nützen niemandem, Vorwürfe und Belehrungen türmen Blockaden auf statt Türen zu öffnen für ein Umdenken. Ich will nicht sagen, dass es keine guten Ziele wären, ein so konsequent wie mögliches Umweltbewusstsein oder ein ethisches Feingefühl, Sozialkompetenzen und vorausschauendes Denken für sich zu entwickeln und leben zu wollen. Doch in dem Moment wo der Beobachter zum Lehrer wird, meine ich immer, dass einem Belehrten die Freiheit seiner Wahl gelassen bleiben sollte. Gutmenschen tun dies aber nicht, weil sie zu sehr in Ausschließlichkeiten denken. Um das zu erreichen was sie gern möchten ist aber Differenzierung notwendig. Und vor allem die Bereitschaft andere Meinungen zu akzeptieren und Sympathie nicht abhängig zu machen von Axiomen und Annahmen, die andere für andere treffen.

        Lieben Dank für Dein Nachfragen bei mir. Mein Brain qualmt jetzt ordentlich aber das habe ich ja unbedingt herausfordern gewollt.

        Regenfädengrüße aus dem Teutoburger (Regen-)wald,
        Stefanie

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        • Dazu kann ich dir nur zunicken, wenn nämlich das Gutgemeinte zur moralischen Keule wird, dann geht das für mich auch gar nicht. Das ist übrigens auch etwas, was mir bei den VeganerInnen immer so auf den Keks geht, nicht dass sie vegan essen, sollen sie, aber ich bin deswegen nicht besser oder schlechter, wenn ich es nicht tue. Grundsätzlich gilt für mich: missionieren gilt nicht! Deswegen aber nicht das eine und andere Themea anzugehen, sehe ich auch nicht, da versuche ich wirklich weder moralisch zu sein, noch überzeugen zu wollen. Jede und jeder muss für sich selbst entscheiden können was sie/er essen will.

          Hab vielen Dank für deine Antwort, hier regnet es gerade mal nicht, aber noch immer snd wir froh über den Regensegen, der Garten freut sich, der Wald und die Bäume auf den Wiesen sowieso, die Brunnen hier auf dem Gelände sind wieder gefüllt, wir alle atmen auf!
          Herzensgrüße an dich
          Ulli

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          • Auch ich nicke beifällig. Bitte keine moralische Besserwisserei! Bitte nicht Freundschaft und Zuwendung davon abhängig machen, ob Ansichten und Verhaltensweisen übereinstimmen! Bitte nicht nur nette Karnickel lieben, sondern auch Karnickel reißende Wölfe. O weh!!! ;jetzt werden die Karnickel mir die Freundschaft kündigen 😉

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    • Zu den Insekten ist mir folgendes aufgefallen: früher fuhr man mit Oma im Opel übers Land und danach musste man die Windschutzscheibe reinigen! Vor kurzem fuhren wir eine weite Strecke und es war kaum etwas auf der Scheibe. Ist vielleicht ein komisches Beispiel. Ich spiele mit dem Gedanken 100 qm Rasen in eine Blumenwiese zu überführen. Zum Thema Fleisch denke ich auch, dass das völlig überbewertet ist. Liebe Grüße!

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      • Ich bin ganz erstaunt was du und auch Stefanie über die INsekten schreibt, ich stelle nur fest, dass es kaum noch Glühwürmchen gibt, ansonsten können wir uns hier nicht beschweren, es summt und brummt und krabbelt und brabbelt… aber ich glaube schon auch, dass die massenhaft ausgebracuhten Pestizide dazu beitragen, dass auch die INsekten weniger werden. Einé gute Idee einen Rasen in eine Blumenwiese zu verwandeln.
        hab Dank und herzliche Grüße
        Ulli

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        • …liebe Ulli ich wohne in einer wasserarmen Gegend. Im Wald summt es verhaltener als früher und in den besiedelten bevölkerungsreichen Gebieten wie meinen, sitzt auch bei Privstgärtnern die Giftspritze locker. Du hast ganz viel Glück da wo Du Leben darfst…also…findich☺️, denn da gibt es noch Unzersiedeltes, wo Natur sich entfalten darf. Ich könnt jetzt über Überforstung im Teuto losschimpfen über andere und das mag ich nicht. Denn dann würde ich mich schon wieder beim gutmenscheln erwischen.🤗
          Aber…aufmerksam beobachten und mich austauschen…ja…und auch beruhigt sein dürfen, dass es noch Belassenes wo anders gibt…die Glühwürmchen Locke ich schon seit Anfang Juli…doch die Nächte sind zu kalt. Sie können erst über 20 Grad auffliegen. Vielleicht glimmt es im Unterhiöolz des Waldes. Da sitzen sie auch gern und funzeln herum…☺️

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          • ach weestde, liebe Stefanie, hier wird auch wild rumgeforstet und gibt es die Bauern, die düngen wie blöde, um fünfmal zu mähen, aber trotzdem ist es „noch“ eine relativ intakte Umwelt, nur hinsehen müssen wir auch und ich arbeite an meinem Biogarten, die liebe Nachbarin kauft allerdings ihre Pflanzen bei Raiffeisen und na ja, ich werde sie demnächst zum Bergartenhof mitnehmen, sie ist sehr interessiert, das macht es einfacher!
            Und EIN Glühwürmchen funkelte letztens am späten Abend bei eben dieser Nachbrain auf den Treppenstufen herum, wir haben uns riesig gefreut, aber eben, EIN Glühwürmchnen und wir hatten hier wirklich einige laue Sommernächte, seufz…

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      • …ich will mich nicht zu breit machen als Gast hier…nur so viel: früher war nach einer Fahrt von 50 km im Sommer auf der A-Bahn die Windschutzscheibe schwarz vor Fliechzeuchs. Und genau daran bemerkte ich es auch wie Du: Heute klebt ein Bruchteil von damals auf der Scheibe. Deinen Gedanken von der Blumenwiese finde ich toll…aber macht Arbeit…es gibt aber Blumen, die Insekten anziehen wie Lavendel zum Bleistift. Das ist aktive Hilfe…Ulli spricht von alten heimischen Apfelsorten, die wieder angebaut werden, auch so eine sehr gute Sache, die es auch bei uns gibt.., die auch wieder Insekten hilft…. Ich hab auf den Nabu-Seiten nachgelesen wie schlimm das Insektensterben wirklich ist. Sie können jeden Einsatz sehr gut brauchen, meine ich…und ich hab auf meinem Balkon auch lauter Lockblumen herumstehen für die Krabbelviecher. Hab kaum noch Platz selbst drauf…aber was tut man nicht alles für die fliegende Zunft….Sind schließlich alles entfernte Verwandte der Fee 🙂
        LG und danke für das Teilen Deiner Beobachtung

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        • ach schön, dass ihr Zwei euch aktiv dafür einsetzt, bleiben wir dran. Ich beackere hier gerade einen sehr zugewucherten Seitenstreifen meines Gartenstücks, da soll nämlich im nächsten Jahr meine Bienenweide wachsen, weil ich ja zu einem sehr alten Imker hier um die Ecke in die Lehre gehe, endlich sind die Weichen wirklich gestellt und ich freue mich wie Bolle auf mein neues Lern- und Arbeitsfeld!

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        • Dir auch vielen Dank! Ich bin gerne draußen und es ist für mich keine Arbeit, eher Erholung 🙂 Das mit den Neonicotinoiden ist wirklich ein Malheur und manchmal hat man ja das Gefühl, es wird der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben! Ach, was sind wir dumme Leute….und egal für was man sich entscheidet, Getreide oder Fleisch, es wird versucht Profit herauszuholen, im Übermaß. Nun aber zurück zum Thema (und irgendwie hängt ja alles zusammen) hört mal hier: SWR2 Aula „Das Rätsel der negativen Emotionen: Über tierisches und menschliches Leiden“. Schöner Podcast über dieses Thema….Oft weiß man ja, was man nicht will. Die Frage ist aber doch: wie will ich leben, wie soll mein NP-Fußabdruck sein und wie kriege ich das hin?

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      • Was ist deiner Meinung nach überbewertet, liebe Heike, das Fleisch oder das Thema Fleisch? Ich vermute mal: ersteres?
        Eine Blumenwiese ist immer eine schöne Alternative, aber lass dich von Morgenstern belehren: „ein nervöser Mensch auf einer Wiese wäre besser ohne diese dran“.

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        • ich muss lachen, was machen wir dann mit den nervösen Leuten, wenn sie es nicht schaffen sich auf die Wiese zu legen, die Vielfalt zu betrachten und dabei langsam einzudösen? Huch … stimmt, das machen Nervöse wohl nicht, dann sollense eben durch den Wald stapfen, soll beruhigend wirken 🙂

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        • Liebe Gerda, das ist eine sehr gute Frage! Zum einen denke ich, dass viele Menschen zu viel Fleisch essen. Dann gibt es noch die, die das änderten und nur noch andauernd darüber reden. Alles dreht sich immer um ihr Essverhalten und mach dies und lass das. Fast schon eine Ersatzreligion. Wer darauf verzichten möchte, soll das tun. Find ich super. Für mich geht es darum, mal darüber nach zu denken, aufmerksam zu betrachten und zu hinterfragen. Die Dosis macht das Gift.
          Eure Anregungen zu diesem Thema find ich super.
          Zu der Blumenwiese: so nervös bin ich gar nicht😊

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          • Die Dosis macht das Gift. das ist wohl wahr, Heike, wobei wir dann wieder bei dem Maßvollem wären, aber auch hier gilt ja des einen Maß muss des anderen es noch lange nicht sein … ich stimme dir auf alle Fälle zu, was die vielen MissionarInnen unter den Menschen angeht.
            Als ob es an Themen fehlen würde 😉

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  4. Im Einklang mit der Natur zu leben ist für einen Städter wirklich schwer. So versuchen wir uns mit glücklichem Gemüse und vorher glücklichen Tieren zu ernähren. Die balinesische Glaubensphilosophie im Umgang mit der Welt kenne ich gut und gefällt mir. Mit den Fischen wird es auch immer schwieriger. Free Kormoran.

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    • Ich schrieb es gerade schon an Stefanie, dass auch ich finde, dass es immer schwieriger mit dem Fisch wird, wenn man nicht gerade am Meer wohnt oder ist, ich kaufe gerne direkt vom Erzeuger Forellen, da grummelt dann nix in mir. Über deine Formulierung des glücklichen Gemüses muss ich schmunzeln, aber ich weiß schon auch was du meinst, wieso nicht glückliches Gemüse, wenn es auch glückliche Hühner und Schweine gibt 😉
      Ich danke dir, hab eine gute Woche
      herzliche Grüße
      Ulli

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      • In Hamburg guten und frischen Fisch zu kriegen, ist auch nicht einfacher als im Binnenland. Wenn ich Fisch kaufe, dann achte ich darauf, wie er gefangen wurde und wo er herkommt und ob er nicht bei Greenpeace mit auf der Liste steht. Und bei Zuchtfischen ist eh Vorsicht geboten, die werden auch nicht selten mit haufenweise Antibiotika gefüttert und leben zum Teil erbärmlich. Da geht es ihnen nicht besser als den Schweinen aus der Schweinemast

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        • Da hast du Recht! Manchmal glaube ich, dass ich hier im Süden doch noch viel Gutes um mich herum habe, so eben auch die Forellenzüchter mit großen Becken und laut Nachfrage ohne Antibiotikaeinsatz! Ja, wir müssen eben immer wieder nachfragen und auch auf Listen schauen, ohne dem gehts nicht!
          herzliche Grüße
          Ulli

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      • Bei dem Wort Forellen fällt mir unweigerlich mein Onkel ein, der davon träumte, eine Forellenfarm anzulegen, und auch schon allerlei Umwälzmaschinen fürs Wasser ersonnen hatte. Auf meine Frage, warum ihn dieser Beruf reize, sagte er: „Wegen der Unschuld der Forellen“. Dieser Onkel war fast 6 Jahre lang Soldat, ein sog. „Frontschwein“. Als er heimkam, waren Frau und Kinder tot: Pilzvergiftung. Er kam dann durchs verwüstete Deutschland gewandert, um uns zu finden ….“Unschuld der Forellen“ – ein schöner Titel für eine Geschichte, finde ich.

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        • Oh das wäre wahrlich ein sehr feiner Buchtitewl und dann die Geschichte vom Onkel hinein, mit allem!!! Klar, denke ich jetzt auch an deine Schwanenwege… Apropos was machen eigentlich die Verlgsverhandlungen?

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          • Nix. Ich habe mich über die Aufforderung, das Manuskript-Exzerpt zu schicken, gefreut. Ich schickte es, schrieb auch, dass ich Verständnis hätte, wenn es nicht ins Programm passte, erbat eine Antwort, aber eine Antwort bekam ich nie. VerlagslektorInnen wissen anscheinend nicht, was einfache Höflichkeit ist. Oder ist das eine dumme Verallgemeinerung? Nun ja.
            Die Geschichte vom Onkel würde tief in die Nazi-Zeit und in die Zeit davor reinreichen. Ich schrecke davor zurück, mich in diese ganzen mulmigen Verhältnisse einzufühlen, in denen er aufwuchs und seine Glaubenssätze bildete. Noch schwieriger wäre die Phase nach dem Zusammenbruch. Um seinen Widerwillen gegen all die plötzlich Bekehrten zu unterstreichen, hängte er die letzte Führerrede gerahmt in sein Zimmer.
            Auch privat ging alles schief, die zweite Ehe scheiterte, seine Frau verbot ihm den Kontakt zu ihren gemeinsamen Kindern, er starb blind und allein.
            Ich mochte ihn, o ja. auch wenn er einmal zu mir sagte: Mir ist egal, was du machst, aber bring keinen Bastard an (damit meinte er, ich solle nicht von einem Afrikaner schwanger werden). ich lachte ihn aus, ich nahms nicht übel, und er nahms nicht übel.
            Die Unschuld der Forellen.

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            • Meine Geschichte hätte ein Happy End. Also irgendwie. Es könnte eine Geschichte sein, die weniger die Vergangenheit beleuchtet und eine Zeit reicht, die für den Onkel so nie mehr existieren kann. Das wäre sowas Halbfiktives. Man könnte es so erzählen wie er eben war weil man ihn gut kannte und so wie er gern gewesen wäre. Dann würde es eine Geschichte von Überwindung an der in der Realität der Tod vorweggriff. Nur so ein Gedanke…

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            • Hab Dank für die Geschichte, was für ein Schicksal!
              Dass dir da mulmig wird kann ich gut nachvollziehen!
              Was du zu den VerlagslektorInnen aschreibst, kenne ich leider auch zur Genüge, mit wenigen Ausnahmen. Das ist eine Entwicklung, die ich gar nicht mag. Was kostet es wirklich zu mailen: danke, aber passt nicht, alles Gute… keine Minute!!!
              Machen wir eben weiter und hoffen wir, dass der eine oder die andere dann eben doch einmal anbeißt!

              Gefällt 2 Personen

  5. Liebe Ulli,
    fürwahr ein interessantes, wichtiges Thema und schön, dass sich hier wieder ein so interessanter Austausch entspinnt. Meine Gedanken hier in einem Kommentar auf den kurzen Punkt zu fassen gelingt mir momentan nicht; und ich bin schon wieder halb auf dem Sprung zum nächsten Termin.
    Aber vielleicht wird doch in den nächsten Tagen mal ein eigener Beitrag zu dem Thema entstehen, wenn ich ein bisschen innere Ruhe finde; meine Gedanken kreisen ohnehin schon.
    Herzliche Grüße
    Agnes

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  6. Ein spannendes Thema. Das Thema Konsum gehört sicherlich dazu. Aber nicht nur der Nahrungsmittelkonsum. Auch Klamottenkauf hat viel mit Ethik zu tun. Mein Kleiderschrank ist zumindest komplett h&m frei und inzwischen überwiegend Sachen, die vernünftig produziert wurden, vom Stoff bis zur Verarbeitung. Ich gebe mir viel Mühe beim Einkauf, aber ich gebe zu, bei Dingen wie Handy (immer noch kein fairphone) hinke ich auch hinterher.

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  7. Solange ich als Westler nicht Opfer oder Täter in fürchterlichen kriegerischen Auseinandersetzungen bin, insofern nichts weiß über meine Reaktionen und Aktionen in diesen, werde ich mich hüten, für mich letzte gültige Aussagen zu machen über Ethik, moralisches oder richtiges Handeln. Das (biblische) Gebot „Du sollst nicht töten“ und weitere Gebote (die ich mir trotzdem ich Atheist bin zu eigen mache) , der kategorische Imperativ von Kant, beide sind für mich Richtschnur meines Handelns in Friedenszeiten. Weltweite, ökonomische Verteilungsgerechtigkeit, der Schutz unserer natürlichen Grundlagen, die Verteidigung der Demokratie als Staats- und Regierungsform. Gespräch anstelle diskussionsverhindernde Gewaltbereitschaft. Konsensorientiertes Agieren, das als verbindlich und akzeptabel „durch zwanglosen und vernünftigen Diskurs“ der interessierten Teilnehmer anerkannt wird.

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    • Lieber Achim, danke, dass du dich hier wirklich der Ethik widmest, das zuerst…
      Du sprichst etwas an, dass ich mir und vielleicht auch andere gar nicht oft genug bewusst machen können, dass wir hier gerade nicht in fürchterlichen kriegerischen Zuständen leben (wenn auch bei anderen beteiligt sind, was für mich auch so ein NoGo ist) und somit wahrlich nicht wissen können wozu man in der Lage ist, wenn … ich war z.B. lange Zeit der Meinung, dass ich zu Zeiten des Dritten Reiches auf alle Fälle im Widerstand gewesen wäre, welch selbstherrliche Jugendträumerei! Trotzdem hat es mir eine Richtung gegeben, auch wenn ich dies, je älter ich wurde, immer wieder hinterfragt habe. Einmal (war mehrmals) mit wirklich gewaltbereiten Rechten konfrontiert, dabei meine Angst zu spüren, da sie so eine wie mich sofort mit ihrem Hass überschütten, machte mich mehr als nachdenklich. Ein großes Thema, ein weites Feld!
      Bei allem anderen nicke ich dir zustimmend zu.
      Gleichzeitig weißt du und auch ich, wie schwer alleine Konsensentscheidungen sind (um nur eins herauszupicken), es ist und bleibt dennoch für mich die Form des Miteinanders.
      Du sollst nicht töten, dazu hörte ich einmal eine wahre Geschichte von einem tibetischen Lama, der in den neunzehnhundertfünfziger Jahren mit seiner Familie und einigen anderen aus Tibet floh, die Chinesen verfolgten sie, er hatte sich bewaffnet, um notfalls seine Familie verteidigen zu können und er sagte damals, dass er nicht davor zurückgeschreckt hätte einen oder mehrere Verfolger zu ermorden. Sie hatten Glück, es wurde ihnen geholfen und mit List und Tücke konnten sie entkommen. Töten ist eben nicht einfach nur töten, nicht wahr?
      Ich danke dir und grüße dich herzlich vom neuen Regenberg
      Ulli

      Gefällt 2 Personen

      • Danke für deine Replik, liebe Ulli. Ich habe in meinem Kommentar darauf hingewiesen, dass ich mich in Friedenszeiten an das Gebot „Du sollst nicht töten“ halten möchte. Wie es in Situationen ausschaut, in denen es um Leib und Leben geht, das vermag ich nicht zu prognostizieren. Es ist aber darin (in den unterschiedlichsten Situationen) die Relativität nicht nur des Begriffs Ethik, sondern auch die aus ihm abgeleiteten moralischen Handlungsmuster augenfällig.

        Gefällt 3 Personen

        • Ja, diese Relativität springt heute, bei diesem Thema, ganz besonders ins Auge. Vielleicht ist des Pudels Kern in den vielen Sparten, die heute hier Raum gefunden haben, das Maß der Dinge das ausschlaggebende…
          ich lasse noch alles wirken und weiß auch gar nicht, ob ich das zusammenfassen will…

          Gefällt 1 Person

    • Mir ist die Notwendigkeit, mich mit Ethik überhaupt wieder zu befassen, deutlich geworden bei meiner therapeutischen Arbeit. Wo beginnt und wo endet Leben – das war früher etwas, über das die Natur entschied (außer in Fällen gewaltsamer Tötung) . Jetzt aber? Beispiel: Eine Frau hat ihr Kind, das durch künstliche Besamung zustande gekommen ist,, auf ärztlichen Rat hin in ihrem Leib töten lassen und tot geboren. Warum? Bei der Untersuchung im 6 Monat stellte sich heraus, das es schwerstbehindert gewesen wäre. Also stimmte sie der späten Abtreobung zu. Seither leidet sie sehr, fühlt sich als Mörderin.
      Immer mehr Frauen werden vor die Frage gestellt, ob sie ein Kind zur Welt bringen wollen, das behindert sein wird. Die Gesellschaft wird eines Tages mit den Fingern auf Frauen zeigen, die trotz Früherkennung behinderte Kinder gebären. – Dies ist ein Beispiel, warum mich ethische Fragen in Friedenszeiten so brennen.

      Gefällt 2 Personen

        • Ja. Eigentlich war die Tierethik momentan gar nicht aktuell für mich, das kam überraschend. Aber die Frage nach Beginn und Ende des Lebens ist sehr sehr aktuell, seit ich eines Tages mit drei Frauen im Kreis saß: die eine war die, von der ich eben erzählte, die ein künstlich gezeugtes Kind auf ärztlichen Rat nicht austrug, die zweite bereitete sich auf eine künstlich herbeizuführende Schwangerschaft durch Hormontherapie vor und wusste nicht, wie sie sich verhalten würde, wenn sich das Kind (oder die Kinder, bei wahrscheinlicher Zwillingsschwangerschaft) bei einer Vorsorgeuntersuchung als behindert herausstellen würde – ein erhöhtes Risiko gibt es wegen ihres Alters -, und die dritte hat vor zwei Jahren ihre 23-jährige Tochter durch einen Verkehrsunfall verloren: sie wurde überfahren.
          Ich kann jetzt hier nicht auf die Themen eingehen, die sich als für uns vier Frauen als gemeinsame ergaben. Nur so viel: durch die moderne Medizin wird das, was man als Beginn und Ende des Lebens bezeichnete, immer mehr in die Verantwortung des Menschen selbst als freie Willensentscheidung gestellt. Wie aber soll sich eine Frau in solch einer Situation entscheiden? Wie reagiert die Gesellschaft auf ihre Entscheidung?

          Gefällt 2 Personen

          • Das Recht auf Leben ist ein großes Thema, es ploppte gerade auch „drüben“ bei Nadia (in Resonanz) bei mir hoch.
            Ein behindertes Kind zu bekommen ist eine große Entscheidung mit weitreichenden Lebenseinschnitten. Als ich mit meinem Sohn schwanger gewesen bin habe ich mich/wir uns damals auch gefragt was wäre, wenn … wir haben uns dafür entschieden das Wesen bei uns Willkommen zu heißen, das zu uns kommen will, mit allen Konsequenzen. Wie weit diese dann tatsächlich reichen ist unmöglich im Vorfeld abzuschätzen. Aber das bin ich, eine andere sagt nein, das schaffe ich nicht, es ist ihr Recht.
            Aber dass die Medizin rät und vorausschaut und regelt und sich so viele darin in eine Opferhaltung begeben, das behagt mir nicht.
            Was mir aber am wenigsten behagt ist die Unterscheidung in lebenswertes und lebensunwertes Leben-

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  8. Eine Menge Kommentare für ein sehr altes Thema liebe Ulli. Zuerst einma sind Gutmenschen eigentlih etwas positives, denn erst von Hitler wurden diese dämonisiert, weil sie den Juden halfen und so wurde es erst zum Schimpfwort. Das dies heute noch so empfunden wird ist schon erstaunlich, da Gutmenschen sich im eigentlichen Sinne unentgeltlich um die Gesellschaft bemühen. Die Nahrungsdiskussion kenne ich schon seit den 70ern, da meine Eltern damals beschlossen einen biodynamischen Bauernhof zu errichten und diesen auch 10 Jahre betrieben, bis alle Jungs auszogen, die Arbeit zu viel wurde und sie nach Frankreich zogen. Alles wurde selber produziert, ob Obst oder Gemüse und selbstverständlich Tiere wie, eine Kuh, Ziegen, Schweine, Schafe, Hühner und ein Pferd. Deren Futter wurde ebenfalls biologisch angebaut und geerntet, Käse gemacht, Butter Quark, Brot usw. Damals habe ich viel über Ethik und Moral gelernt, denn wenn der Metzger kam, ist uns das Tier treu hinterher gelaufen, wenn man es bei seinem Namen gerufen hat und kein erstes Essen kam ohne Tränen aus und Dankbarkeit für unseren ehemaligen Schützling. Selbstverständlich haben wir das Fleisch selber geschnitten und die Wurst verarbeitet, um den ganzen Prozess der Nahrungskette selber zu leisten. Nie habe ich besser gegessen und mehr gertrauert und trotzdem esse ich ebenso Fleisch wie Fisch (und der ist in guter Qualität wirklich schwer zu bekommen). So oft es geht entscheidet die Qualität über den Kaufwunsch und manche Dinge fallen fast ganz aus, wie z.B. Erdbeeren in diesem Jahr. Ich halte gar nichts von erhobenen Zeigefingern und Moralpredigten, weshalb ich fast nie schreibe welche Qualität meine Kochprodukte haben, denn nicht jeder hat die Zeit und auch das Geld sich so mit seinen Lebensmitteln beschäftigen zu können, wie ich es tue. Als Gutmensch gebe ich mein Wissen kostenlos weiter, vor allem an Kinder, damit jede neue Generation ein wenig kritischer und selbstverständlicher mit ihrem Leben umgeht und solche unhaltbaren Zustände wie in der Massentierhaltung irgendwann keinen Absatzmarkt mehr finden. Das ist schon alles..

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    • Lieber Arno,
      es stimmt, das Thema begleitet mich auch schon seit der Mitte der neunzehnhundertsiebziger Jahre, zuerst habe ich einen Garten und ein Feld biologisch bewirtschaftet, dann habe ich später in Berlin in einem Bioladen für viele Jahre gearbeitet und nu verkoche ich das Ganze, allerdings ist bei uns nicht alles bio, aber das meiste und Grundnahrungsmittel sowieso (Getreide aller Art, Kartoffeln etc.). Ich bin ja auch noch mit großen Gemüsegärten groß geworden, neben den vielen Obststräuchern und -bäumen, meine Lieblingstantenfamilie hat auch Hühner, Karnickel und Schweine und die wurden eben geschlachtet und gegessen, wie lecker allein die Stallhasen gewesen sind, allerdings hat dies nur der Onkel gemacht, wir Kinder durften nicht mit dabei sein, wohl fürchteten sie die Tränen?
      Und nun bin ich auf meine alten Tage endlich soweit konsequenter mein Gemüse etc. anzubauen und dann ab nächstem Jahr kommt die Imkerei dazu, hach … wie mich das beflügelt! Dieses Jahr habe ich Kartoffeln und viele, viele prächtige Kräuter, die nun in Sträußen hängen und trocknen.
      Ich finde schon, dass es eine Menge Menschen gibt, die sich besinnen und gerne spreche ich auch immer wieder mit den Enkelkindern und den vielen Jugendlichen, die mir begegnen. So ist das alte Thema noch lange nicht abgelutscht.
      Mehr geht nicht und eben ohne zu moralisieren. Die freie Entscheidung soll die freie Entscheidung sein und bleiben, schön wären Einsichten, da hilft meiner Meinung immer das gute Beispiel, oderrr?! 😉

      Herzensgrüße und Dank an dich
      Ulli

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  9. Liebe Ulli, danke für diesen Beitrag, der die Diskussion und das Nachdenken weiter lebhaft angeregt hat. Allerliebst das Ziegenbild!
    Ich möchte hier gerne aufmerksam machen auf eine Seite, die Nadia neu eingerichtet hat und die ein Diskussionsforum werden soll. Dort können dann alle einschlägigen Beiträge – also auch dieser hier – verlinkt werden. Die Seite ist noch ein wenig under construction, aber man kann sie schon besuchen. https://tierethiksite.wordpress.com/

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    • Liebe Gerda, gell, das Ziegenbild ist fein, das sind zwei von der hiesigen Herde, aber nun sind sie ja schon eine Weile auf der Sommerweide und kommen erst Ende September wieder, ich vermisse sie schon ein wenig und ich glaube das Hängebauchschwein sie auch…
      danke für den Link zu Nadia, ich hab jetzt mal berichtigt, damit es nicht zu Verwirrungen und Verirrungen kommt. Vor lauter Kommentaren komme ich grad gar nicht dazu meine abendliche Runde zu drehen. Auch wartet noch die Nähmaschine, heute ist so ein feiner Regentag und es müssen schon länger ein paar Sachen repariert werden, also später dann.
      Hach, wie ich dieses Ping-pong mag 🙂
      Herzensgrüße für dich
      Ulli

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  10. … Wenn ich euch wunderbaren Menschen hier so lese, dann habe ich doch noch Hoffnung, Hoffnung, dass wir das, was wir als Ethik bezeichnen doch noch weitergeben können… Indem wir es vorlegen, indem wir es vertreten, indem wir es erklären und immer wieder thematisieren, damit ein jeder das für sich herausfinden kann, was für ihn dann Ethik ist.

    an dieser Stelle noch einer meiner Leitsätze:
    fortan gilt: Möglichkeiten aufzeigen! Statt UnMöglichkeiten anzuprangern #neuesBewusstsein

    auch ich habe bereits ein langes „Gutmenschleben“ *lächel gelebt, war immer vorne dabei wenn es „gegen den Strom“ ging, wenn neues gelebt werden sollte/musste/konnte…wenn es kalt, sich auf altbewährtes zu

    besinnen.
    Bei all dem Aufrechtstehen und bei aller Kampfbereitschaft galt immer eines: Respekt!

    meine Freiheit endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt

    ich danke dir liebe Uli für die Diskussionsanregung und euch anderen für die tollen Beiträge… Solange es Menschen wie euch gibt, kann doch nichts schiefgehen
    herzliche Grüße
    Dagmar

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    • Och wie schön, liebe Dagmar, dich hier zu lesen. Ich denke schon auch, dass es viele Mnschen gibt, die sich Gedanken machen und ehrlich darum bemüht sind gute Samen in die Welt zu streuen.
      Der Dank gilt ja vor allen Gerda und Nadia, die dieses Thema aufgemacht haben, ich habe mich nur drangehängt, schau mal weiter oben, da hat Gerda einen Link gesetzt auf Nadias Seite, es ist die Idee die Artikel, die zum Thema erscheinen dort zu verlinken. Nadia selbst schreibt und fragt auch, ich werde gleich nochmal zu ihr gehen, vorhin hatte ich einfach keine wirkliche Ruhe. Jetzt ist Feierabend 🙂
      herzliche Grüße und ein gutes Weitergehen mit allem
      Ulli

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  11. So, und damit diese Diskussionsrunde einen poetischen Abschluss erhält, erlaube ich mir, das Poem von Christian Morgenstern hier einzustellen.

    Philanthropisch

    Ein nervöser Mensch auf einer Wiese
    wäre besser ohne sie daran;
    darum seh‘ er, wie er ohne diese
    (meistens mindstens) leben kann.

    Kaum daß er gelegt sich auf die Gräser
    naht der Ameis, Heuschreck, Mück und Wurm,
    naht der Tausendfuß und Ohrenbläser,
    und die Hummel ruft zum Sturm.

    Ein nervöser Mensch auf einer Wiese
    tut drum besser, wieder aufzustehn
    und dafür in andre Paradiese
    (beispielshalber weg) zu gehn.

    … lach und weg! Gerda

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  12. Liebe Ulli,
    nun habe ich mich heute endlich der Lektüre dieser riesigen Kommentarwunderblume gewidmet … und bin mit so vielem in Resonanz. Ganz und gar nicht möchte ich wiederholend vertiefen, was eh alles schon gesagt wurde. (Statt dessen habe ich all das mir nahe Seiende kommentargelikt:))
    Was mir zuerst kommt, wenn ich über Tiere und uns Menschen nachsinne, ist sicherlich das, was viele andere auch genannt haben: Dankbarkeit, Achtung/Respekt, unsere Aufgabe der Bewahrung des Lebens und maßvoller Umgang mit allem – dazu zählen ja nicht nur die Tiere selbst, Plastik, Wasser, Energie, Verschmutzung etc. sind so unmittelbar mit der lebenden Welt verbunden.
    Eine absolute Bewahrung allen Lebens kann es nicht geben, die Notwendigkeiten und Bedürfnisse einzelner Spezies schließen sich gegenseitig aus. Und auch ich töte – bei den Läusen auf den Köpfen meiner Kinder, bei den Zecken in mir, bei Antibiotikaerfordernis (und evtl. auch bei Mehlmotten in der Küche?) sehe ich keine Alternative. Aber viele andere meiner Alltagslebensrituale lassen alternative und achtsamere Möglichkeiten zu, mit dem rings um mich Lebenden umzugehen. Selbst wenn in meinem kraftraubenden Working-mum-Leben mit zwei Pubertieren (und entsprechend vielen Alltagsbaustellen) nicht für alles, nicht für jedwede theoretisch mögliche Veränderung Kraft und Raum sein wird. Und doch …
    Es ist eine gute Fügung, dass gerade Sommerferien sind. Das bedeutet Gelegenheit zum Innehalten – und damit auch zum Bewusstwerden dessen was ist und dessen was sein kann.
    Und so haben wir uns hier mit der Tochter in den letzten Tagen zum Thema gemacht, welche Möglichkeiten wir als kleine einfache Familie haben, achtsamer und maßvoller mit allem umzugehen.
    Alles auf einmal geht nicht, und ohnehin sind uns vielleicht nur kleine Veränderungen möglich. Deswegen wollen wir nach den Ferien beginnen mit „Monatslupen“ zu leben: Jeweils einen Monat lang auf einen Aspekt besonders schauen, uns selbst beobachten, unsere Gewohnheiten, unsere Unachtsamkeiten. Und dann Veränderungsmöglichkeiten ausloten …
    Ob unser Fleischessen das erste „Lupenthema“ sein wird, oder eines der unzähligen anderen (wir haben viele gefunden, mehr als 12 jedenfalls, es reicht also für mehr als ein Jahr:)), das werden wir sehen. Noch ist ja Zeit bis Ferienende und bis zur Rückkehr nach Hause.
    Ich bin sehr gespannt, was sich ergeben wird, und sehr dankbar, hier angestoßen worden zu sein.
    Danke für das Deine! Und danke an alle, die das ihre hier beitrugen!
    Seid von Herzen gegrüßt
    Frau Rebis

    PS.
    Irgendwo im Kommentarstrang ging es auch um das menschliche Leben und seinen Wert. Das dort in die Zukunft verortete „irgendwann werden sich Frauen rechtfertigen müssen …“ ist leider schon Gegenwart. Ich kenne einige Mütter von Kindern mit Down-Syndrom. Wohl alle haben sie schon den Satz „sowas muss doch heute nicht mehr sein“ zu hören bekommen. Mir wird ganz kalt …

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    • Du Liebe, genau darum geht es, schauen, was jede und jeder Einzelne verändern kann, eure Lupe gefällt mir sehr und ich würde mir wünschen, dass du das eine und andere mit uns aus diesen kommenden Erfahrungen mit uns teilen würdest. Wir sind alle gefragt!
      Gestern bin ich noch kurz in einem dieser riesigen Supermärkte in F gewesen, hej, da wird mir ganz anders, wenn ich in die übervollen Einkaufswägen schaue, so unendlich viel Plastik und Nestle…
      Bei deinem P.S. wird mir auch kalt.
      hab vielen Dank, noch bin ich mit der Landung beschäftigt und deswegen vielleicht auch noch etwas wortarm 😉
      ich wünsche dir sehr, dass es dir/euch gut geht,
      herzlichst
      Ulli

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      • Liebe Ulli,
        auf unsere Erfahrungen bin ich selbst gespannt. Und ob es Schreibbares gibt? (Irgendwie verspreche bzw. sage ich in letzter Zeit zu oft, dass ich über irgendetwas schreiben werde – und dann schaffe ich das alles nicht:))
        Ja, die Hypermarches in F (und auch in Italien) scheinen mir immer noch monströser als unsere (wobei ich diese Kaufland-Dinger bei uns kaum von innen kenne, ich glaube, die sind auch so).
        „Mit der Landung beschäftigt“, das gilt hier auch. Und mit dem baldigen Weiterflug …
        Ich wünsche Dir, dass Dein Gelandetsein weiter so viel Frieden verströmt – denn das tut es, scheint mir von hier aus.
        Eine Umarmung für Dich
        Frau Rebis

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    • Dies (in deinem ps. liebe Frau Rebis) ist eine Diskussion, die ich sehr gerne anstoßen möchte, denn sie liegt mir schwer auf der Seele: ärztliche Empfehlung später Abtreibung / „Euthanasie“ und Ächtung der Menschen, die als „fehlerhaft“ diagnostizierte Kinder dennoch austragen.
      Mir scheint, die große ethische Frage, die sich mit der medizinisch-technisch immer mehr möglichen „Verhinderung lebensunwerten Lebens“ auftut (grad lese ich zB von Gen-Korrekturen am Embryo) ist noch kaum gesehen worden, geschweige denn dass sich da ein Konsens abzeichnet.

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