Mairegenspaziergang

„Im Alltag … richten wir unsere Aufmerksamkeit gewöhnlich auf eine Aufgabe, beispielsweise das Schreiben eines Textes. Die Konzentration erlahmt mit der Zeit; umso schneller, wenn Anrufe, Textnachrichten, Mails von der Beschäftigung ablenken. Irgendwann sind die Aufmersamkeitsreserven erschöpft, wie eine Batterie bei hoher Beanspruchung.

De Natur hingegen fängt unsere Aufmersamkeit – ohne dass wir sie gezielt auf etwas richten; Hirnareale, zuständig für Konzentration, regenerieren sich während eines Spaziergangs.“

„Mit der Natur scheint es ähnlich zu sein wie mit der Musik. Sie kann im Hintergrund mitlaufen, dabei hebt sich die Stimmung, zerstreut lästige Gedanken. Oder man kann zu ihr tanzen.“

„Karin Kraft, die Rostocker Naturheilkundeprofessorin, hat an ihrem ersten Urlaubstag alles ausgestellt. Radio, Fernsehen, PC, Smartphone. Ihre Erfahrung: „Mir ging`s beschissen. Müde, schlecht gelaunt, einfach leer.“ Kraft wußte die Symptome zu deuten – als Entzugsreaktion auf die Medien-Entgiftung…“

Dies sind Ausschnitte aus dem Zeitmagazin der letzten Woche mit der Überschrift: DRAUSSEN SEIN – Was braucht der Mensch zu seinem Glück.

Medien-Entgiftung klingt als neues Wort in mir nach –

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44 Gedanken zu „Mairegenspaziergang

  1. Liebe Ulli,
    ich finde, Musik verlangt viel Aufmerksamkeit. Ich kann sie bei der Arbeit selten nebenher hören. Manchmal höre ich Playlists, die extra als „Lernplaylist“ ausgewiesen sind.
    Ein Spaziergang in der Natur erholt mich auch, wobei ich schon durch das Zeichnen der Natur die volle Aufmerksamkeit schenke.
    Zum Nachdenken lege ich mich in die Badewanne oder setze mich – wenn das Wetter mitspielt – auf den Balkon. Da fallen mir die besten Dinge ein.
    Einen schönen Freitag von Susanne

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    • Liebe Susanne, ich finde, dass es bei der Musik auch drauf ankommt, manche kann ich nicht nebenher hören, andere bringt Schwung ins Tun, und manche stört, die mache ich dann sofort aus.
      Ich kann gut unter der Dusche denken, in der Badewanne, bei langen Spaziergängen und Autofahrten oder in meinem Lesesessel mit Blick auf das Feuer im Ofen oder bei schönem Wetter auf der Terrasse mit Weitblick-
      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
      herzlichst
      Ulli

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  2. Letztes Jahr habe ich 6 Monate ohne TV, Radio, Handy und Zeitung verbracht. Kein Fußball, keine Olympischen Spiele, kein Terror. Die ersten Wochen waren sehr unruhig, denn ich bildete mir ein etwas zu verpassen, doch das Wesentliche bekam ich durch die Bloggerszene am Rande mit. Resultat nach dieser Zeit. Es hat mir nichts gefehlt, die Erde drehte sich einfach weiter, nur ich wurde ein Anderer. Musik höre ich nur zur Zerstreuung, TV nur zum Wissen sammeln oder abschalten, mein Handy ist fast immer aus und noch mehr als früher höre ich in die Natur. Meine Arbeit ist nicht weniger geworden, doch mein Umfeld ist deutlich beruhigt, selbst shoppen mit meiner Frau ist zu einer Entspannungsübung in der Fußgängerzone geworden. Dir einen wunderbaren Freitag liebe Ulli!

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    • Ein halbes Jahr ist lang, lieber Arno, ich habe es ja immer wieder während meiner Fahrten in den Norden und auch während meiner Ferien so gehalten, meist auch ohne Blog oder Gesichtsbuch nd auch sonst überlge ich mir immer gut, ob ich Nachrichten hören will oder Zeitung lesen oder- es läuft auf den Umgang hinaus.
      Letztlich aber geht es hier ja um den Erholungswert unterm freien Himmel, und der ist wirklich nicht von der Hand zu weisen, eben selbst wenn es regnet.
      Ich wünsche dir ein zauberhaftes Wochenende
      herzlichst
      Ulli

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  3. Medien-Entgiftung, was für ein tolles Wort! Das sollten wir alle hin und wieder machen, ja, sogar als Ritual an jedem Tag einbauen, ganz bewusst. Das lädt jeden Akku auf.
    Mir persönlich käme es nie in den Sinn, beim Radfahren, Gassigehen oder beim Sport mivh durch irgendwelche Kopfhörer berieseln zu lassen. Auch das Autoradio läuft bei mir nur ganz gezielt, Nachrichten oder bewusst klassische Musik.

    Sonnengrüße aus dem Mai,
    Anna-Lena

    Gefällt 3 Personen

    • Ich reagiere manchmal sogar genervt, wenn das Telefon klingelt, das ist dann der Moment in dem ich es ignoriere, gerade wenn ich in meinen Gedanken oder im Tun vertieft bin- Musik kann ich schon noch laufen lassen, aber es kommt drauf an welche, mache beschwingt mich dann, das habe ich gerne!
      Und ja, unbedingt mehr spazieren gehen 😉
      liebe Abendgrüße an dich, hab ein feines Wochenende
      herzlichst
      Ulli

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  4. Ein wunderschönes Bild, ein sehr interessanter Beitrag. Ich denke, mit den Medien ist es wie mit so vielen anderen Dingen bzw. Verhaltensweisen: nicht die Sache/das Verhalten an sich ist schädlich – es kommt auf den Umgang damit an.
    Beruflich bedingt musste ich mich notgedrungen mit modernen Technologien und den Recherchemöglichkeiten der neuen Medien vertraut machen – das hat mir das Arbeiten sehr viel leichter gemacht und viele interessante Wege eröffnet, die ich sonst nicht gefunden hätte. Meinen Blog würde es sonst auch nicht geben, und diesen und andere, die mir liebgeworden sind, hätte ich nie entdeckt. Der Kontakt mit meinen Lieben in der Ferne wäre ohne meine „Wischinstrumente“ viel weniger intensiv und bildreich …
    Aber ich höre nicht andauernd Musik, sondern dann, wenn ich wirklich möchte, und die, die ich in der jeweiligen Stimmung hören möchte. Ich gehe regelmässig in Konzerte, ins Theater, ins Kino. Ich treffe lebendige Menschen und rede mit ihnen, direkt und ohne Technikhilfe. Ich gehe regelmäßig aus dem Haus, in die Stadt, in die Natur … und genieße das sehr.
    Aber mein Wischding geb ich nicht mehr her – ich schau nur nicht ständig drauf: Lieber Leben 😉

    Gefällt 4 Personen

    • Du beschreibst genau das worum es ja letztlich geht, wie gehen wir womit um und was tut jeder Einzelnen und jedem Einzelnen gut, ich schwinge das sehr mit dir.
      Noch habe ich kein Wischding, noch vermisse ich nix, aber ich bin ja was Technik betrifft eher eine Schnecke 😉
      liebe Abendgrüße sende ich dir und hab ein schönes Wochenende
      Ulli

      Gefällt 1 Person

  5. Dein Bild mit der großen Landschaft, die dem Wanderer anscheinend gar nicht bewusst wird – sieht er wohl das Schaf mit den Flügeln? – gefällt mir sehr. Die Welt ist feucht verhangen, der Mensch im Kopf gefangen…. er sieht nichts, hört nichts, bemerkt nichts als das, was in seinem Inneren rumort. Die Natur bleibt „Hintergrundmusik“.
    Für mich ist Musik als Hintergrund Gift, muss sie oft ertragen. Eigentlich mag ich nur life Musik, und auch da ohne Technik. Die Technik zwischen der Tonschwingung und meinem Ohr ist mir zuwider. Mit der Natur geht es mir ähnlich: für mich ist sie keineswegs Hintergrund und Ablenkung. Ich will mich auf sie konzentrieren können und mag Autofahrten durch die Natur wenig bis gar nicht. Arbeiten mag ich gerne im geschlossenen Raum, auch in Cafes….

    Gefällt 4 Personen

    • Liebe Gerda, ich lache über das Schaf mit Flügeln 🙂 und teile deine Sicht auf den Spaziergänger.
      Bei Musik ist es bei mir anders, ich muss allerdings frei wählen dürfen, wenn ich von anderen berieselt werde mag ich das meist auch gar nicht. Manche Musik lässt mich tanzen und dann beschwingt an die Arbeit gehen oder ich mache es gleichzeitig …
      Nun geht es aber ja letztlich in dem Artikel ums spazierengehen und dass jeder Gang wohltut, weil sich en Schalter umlegt und ermattete Konzentration wieder munter wird etc. –
      Liebe Abendgrüße sende ich dir, und ich wünsche dir ein feines Wochenende
      herzlichst
      Ulli

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  6. Mairegen, liebe Ulli, erinnert mich an ein Liedchen aus meinen Kindheitstagen. Hier, im Linner Dialekt, die beiden ersten Zeilen:
    Mairäje maach mech jroot,
    Ech bönn so kleen wie ’ne Hahnepoot.
    Ich denke, das ist auch ohne Übersetzung verständlich. Ich erinnere mich auch noch daran, dass ich das wirklich geglaubt habe und bei einem Mairegen oft auf den Hof gerannt bin, dort dieses Liedchen gesungen habe und mich habe nassregnen lassen. Ob’s geholfen hat? Kann ich mangels Vergleichsmöglichkeit ja nicht sagen.
    Hab‘ ein feines Wochenende,
    Pit

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Pit, stimmt, dafür brauche ich keine Übersetzung 🙂 ich kann mich erinnern, dass mir ähnliches erzählt wurde, bis heute stelle ich die frisch umgetopften Zimmerpflanzen in einen warmen Mairegen, danach sind sie wieder schön frisch.
      Herzliche Abendgrüße sende ich dir, hab ein schönes Wochenende
      Ulli

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  7. Ein fantastisches Bild! Die Ruhe, die wir in der Natur erleben dürfen, ist Ausgleich, für all den Alltagslärm! Ich habs gut, denn ich lebe auf dem Land.
    Die richtige Dosis, für die Benutzung dieser kleinen Technikwunder, ist der Schlüssel zum gesunden Gebrauch. Es gibt die Stummschaltung oder man macht es einfach mal aus, Aber darauf gänzlich zu verzichten, dass könnte ich mir nicht vorstellen. Zu keiner Zeit konnte man das Rad des Fortschritt’s zurück drehen aber den Umgang damit, kann man schon steuern, denke ich mal!

    Interessanter Beitrag liebe Ulli, der zu Diskussionen animiert!

    Wünsche Dir ein herrliches Wochenende!

    ❤liche Grüße Babsi

    Gefällt 1 Person

  8. Traumhaft schön ist Dein Bild, liebe Ulli, und traumhaft schön ist´s, durch die Natur zu gehen.
    Wer braucht da noch Ablenkung durch Handysummen oder andere Klingelzeichen
    und über Ohrenstöpsel würde sich Mutter Natur nur kugelig lachen

    Herzli
    Herzlichst Bruni

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Bruni, gell, man wundert sich, wenn man grad selbst so schön vor sich hin spaziert und dann klingelt es im Wald und schwupps geht ein Geschnatter los, dem Himmel seis Dank habe ich das noch nicht oft erlebt!
      Liebe Abendgrüße sende ich dir und hab ein schönes Wochenende
      herzlichst
      Ulli

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  9. Liebe Ulli,
    einst gerieten wir in einem abgeschiedenen Landstrich an der Elbe zufällig in einen Ferienhof, in dem man nächtigen konnte ohne Fernsehen, ohne Internet (denn dort war kaum Empfang), nur mit sich selbst in der Natur. Ein Wunder des Seins, für uns damals. Der Besitzer aber erzählte, es laufe nicht gut. Selbst Gäste, die bewusst genau das für ihre Ferien gewählt hätten, würden wieder fliehen, spätestens am dritten Tag hielten es die wenigsten mit sich allein aus. —- Wie erschreckend, fand ich damals, und finde ich immer noch. Unvorstellbar.
    Diese (leider wahre) Geschichte passt ja zu den „Medien-Entgiftungs-Erscheinungen“, von denen Du hier zitiert hast.
    Hm, Entgiftung? Viele Gifte sind, in geringer Dosierung, Medizin. Und viele Medikamente werden zum Gift, wenn man es übertreibt. Gesucht ist wie immer die Mitte, das ausgewogene Maß, naja, und dies ist oft nicht einfach. Vor allem bei den Kindern merke ich es. Wie alle(?) anderen Eltern auch, die derzeitig versuchen ihre Heranwachsenden auf einen gesunden Weg im Umgang mit Wischzoix&Co zu bringen, fühle ich mich überfordert. Wirklich, dies ist der Bereich, in dem wir und viele Eltern sich versagend fühlen. Wir leben es ja vielleicht auch nicht mehr gesund vor …
    Hach ja, aber draußen, da heilt manchmal manches. Natur kann für mich kaum – wie Musik auch nicht – im Hintergrund laufen, selbst wenn ich im Garten korrigiere, zähle ich irgendwann die Blätter an den Bäumen statt der vor mir liegenden auf dem Gartentisch:), ich erlebe das wohl nur ganz oder gar nicht. — Am Samstagmorgen, vorgestern, da bewegte mich Dein Bild hier so stark, wirklich, es zog wie ein Magnet, gemeinsam mit der Morgennebelwelt, beide unterschieden sich gar nicht so arg, dass ich mich aus der Bedrängnis heraus auf einen Spazierweg machte. Für kurze Zeit war vieles gut. Wie heilsam. Ich habe versucht aufzusaugen.
    Danke für Dein Bild!
    Hab einen guten Tag, einen heilen, hellen,
    von Herzen
    Frau Rebis

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    • Liebe Frau Rebis, heute Morgen hatte ich mit der Nachbarin ein Gespräch über den Medienumgang, es ging um ihren Sohn und weißt du, es gibt ja tatsächlich auch Vorteile. So las ich letztens, dass die Jugend, gerade aufgrund des Internets, schon in einer globalen Weltleben, das wird das neue werden, dass es irgendwann nur noch ethnische Unterschiede gibt, aber keine Grenzen mehr, das Alte wehrt sich, wie eigentlich immer, gegen das Neue und Kriege und Ressourcenzeugs halten Grenzen fest, aber auf Dauer werden sich diese nicht mehr zementieren lassen … eben, es gehtum den Umgang und auch darum was uns die Verntzungen schenken. Wir beide hätten uns so schnell nicht kennengelernt, wie schade dies gewesen wäre!
      Ich freue mich, dass mein Bild so zu dir gesprochen hat, danke dir und liebe Grüße
      Ulli

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      • Na klar sind da Chancen, so viele, für uns:), für die Jungen. Wie der Sohn sich in seinen ganzen überregionalen Gruppen vernetzt, wie er sich sein Italienjahr von hier aus organisiert, das ist wunderbar.
        Es ist nur schwierig, eine – nennen wir es: angemessene – Dosierung einzuhalten. Bis meine Kinder mir mal Einblick in ihre Klassenchats gewährten, wieviele Nachrichten da pro Stunde auflaufen (Hunderte!), und dass der Run immerwährend darin besteht das alles zu verfolgen, dass manche Jugendliche Tag und(!) Nacht online sind, ansonsten im Leben nichts anderes mehr erleben – das alles konnte ich mir nicht vorstellen bevor meine nicht in dem Alter waren. Das Buch „The Circle“ (hast Du davon gehört?) ist da schon gar nicht soo entfernt. – Wir (und die Eltern) bräuchten da an den Schulen Hilfe und Beratung, Suchtberatung auch, und zuweilen schon Therapien.
        Aber: Ich will es ja nicht verteufeln. Es ist wohl nur für die Jugendlichen noch schwieriger als für uns mit der Dosierung.
        Aber … nun bin ich ins Seitenthema abgeschweift. … Dein Bild ist wirklich wunderbarst und hat mich an die Hand genommen …
        Lieben Abendgruß
        Frau Rebis

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        • Liebe Frau Rebis, ich habe es nicht vergessen, dass wir vielleicht zusammenkommen werden, nur grübel ich noch am Format, ich melde mich!!! Und ich danke dir für ALLES!
          Herzensgrüße durch die Nacht an dich und wenn du es erst am Morgen liest, dann durch deinen neuen Tag
          Ulli

          Gefällt 1 Person

  10. Wenn ich auf Medien wie TV, Radio (wird eh alles dosiert und streng ausgewählt, mir ist fast nichts mehr erträglich), Internet und Smartphone (isch abe gar keins, nur ein altes Handy) verzichte, fühle ich mich prima. Entzugserscheinungen habe ich zum Glück nicht, sondern es kehrt Ruhe ein. Leider komme ich aus Arbeitsgründen nur selten in die Situation, das Internet und Mails außen vor zu lassen, aber wenn, genieße ich das. Ich bin auch froh, dass ich nicht mehr auf Facebook bin und Twitter eh nie genutzt habe. Macht alles nervös und lenkt ab, auch von einem selbst.

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