Y = Yin und Yang

Alphabet der mutigen Träume

yin_yang-svgFast schon ein bisschen profan, nicht wahr, nur weil Y ein Buchstabe mit wenig Worten ist und doch habe ich mich dazu entschieden, weil Yin und Yang der Weg des Ausgleichs ist.

Es geht ja bekanntlich bei diesem Konzept um nichts anderes, als um die zwei Kräfte innerhalb des Lebens, die sich gegenüber stehen, sich anziehen, ergänzen oder abwechseln.

Mann – Frau, kalt – warm, süß – sauer, dunkel – hell, weich – hart, hoch – tief, laut – leise, aufsteigend – absteigend und immer so weiter.

In Bezug auf das Alphabet der mutigen Träume geht es mir um das Prinzip, das den Ausgleich schafft, das befriedet, das hochaufschießende Emotionen zurück auf den Teppich holt, das riesige Projekte auf ein Maß der Machbarkeit reduziert, das Abstürze ins Bodenlose dadurch verhindert, weil es vorausblickend Netze spannt…

Wenn ich über Gleichgewicht nachdenke und eine Balkenwaage vor mir sehe, dann weiß ich, dass ein Staubkorn genügt, um das Gleichgewicht in die eine und andere Richtung zu verändern. Gleichgewicht ist also eine ziemlich fragile Angelegenheit. Es bedarf beständiger Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, damit es wenigstens nicht vollkommen aus dem Lot gerät.

In der Welt ist Vieles aus dem Lot, ob Haben und Nichthaben, ob Arbeitslosigkeit und Arbeit bis zum Burnout, ob vermüllte Meere, Flüsse und Seen, kranke Wälder und … vieles hat seine Verhältnissmäßigkeit verloren. Vielem würde es gut tun, wenn sich die Menschheit und ihre Machthabenden an dem, was man ein realistisches Maß nennt, orientieren würde; wenn sich das Streben nach immer noch mehr, noch höher und weiter dahingehend verändern würde, das Bestehende zu bewahren und zu pflegen, darüber nachzudenken, was man wirklich zum Leben braucht und der Fortschritt eher auf geistigen, kulturellen, sozialen und ökologischen Feldern gefördert würde, als in immer mehr Dinge, die niemand braucht.

Nein, ich will nicht zurück in die Steinzeit, ich mag viele technische Errungenschaften, aber lieber sehe ich z.B. den Ausbau von Elektroautos oder noch besser von solarbetriebenen Autos, statt alle zwei Jahre ein neues I-Phone. Jede und jeder von euch wird ihre/seine eigenen Ideen haben, was er/sie wirklich zum Leben braucht, ich glaube aber, dass die meisten mir zustimmen werden, wenn ich sage: es braucht keine Bildschirme an Kinderwägen für die lieben Kleinen zur Unterhaltung, es braucht keine piepsenden und bimmelnden Plastikspielzeuge, die nach fünfmaligem Gebrauch schrottreif sind und was es sonst noch alles an Plastik-Phantastik-Kram so gibt, ob für die Kleinen oder die Großen, um ein einfaches Beispiel für Schwachsinnsproduktionen und wachsende Müllberge zu nennen.

Die Menschheit und die Erde brauchen Lösungen für die zunehmende und immer älter werdende Weltbevölkerung, sie braucht Antworten auf die Fragen nach Essen, Wasser, Arbeit und Wohnraum für alle, sie braucht Konzepte für den Umgang mit Ressourcen, mit Energien, mit dem Müll, den wir produzieren, sowie für die Erhaltung bzw. für ein Gleichgewicht eines ökologischen Systems, ohne dem niemand überleben kann.

Ich denke, dass es dafür einen riesengroßen Kreis bräuchte, in dem VertreterInnen aus jedem Staat, jedem Kulturkreis, jeder Religion sitzen sollten, um gemeinsam Wege für die Zukunft der Menschengemeinschaft und der Erde zu finden. Klingt ziemlich utopisch, oder? Utopien werden groß gedacht … ihr wisst schon, wegen dem Abspecken…

Stell dir vor du wärst solch eine Vertreterin/solch ein Vertreter in diesem Kreis, was würdest du als erste ausgleichende Maßnahme vorschlagen?

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121 Gedanken zu „Y = Yin und Yang

  1. Ausgleichen, wie schön. Streit gibt es und daraus resultierend Krieg und die Besessenheit der Machthabenden, Recht zu behalten. Vielleicht würde ich dafür sorgen, dass dass die Waffen sich beim schiessen in punkfarbene singende Einhörner verwandeln, dass aus den Nagelbomben Konfetti runterregnet, dass das Giftgas sich in Seifenblasen verwandelt. Dann würden die Kriegsherren verdutzt gucken, die Menschen weinen vor Glück und sich gemeinsam an den Tisch setzen zum lösen des Konfliktes. Das gehört zu U wie Utopie. Liebe Grüße Kat.🌸

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  2. …ich würde vorschlagen, sofort alle Lügen abzuschaffen (Werbung gehört dazu, Manipulation, programmieren von Menschen, Schule inbegriffen, freies Lernen statt Zwang usw.), weil ich denke, wenn sich Menschen wieder ehrlich begegnen, dann wächst wieder Vertrauen zwischen ihnen und damit werden viele ihrer Bedürfnisse nach Nähe und Geborgenheit erfüllt, womit Ersatzbefriedigungen weniger werden….

    …gäbe es keine Lüge, so glaube ich, gäbe es auch keine Kriege, dann wäre Soldaten klar, dass sie für Geld töten, um die Machtgelüste eines anderen zu befriedigen…

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    • Lügen sind ein großes Thema, liebe teggytiggs, einerseits gebe ich dir Recht, gleichzeitig gibt es manchmal Situationen, in denen eine kleine Notlüge erlaubt ist- worin ich dir aber absolut zustimme ist, das freies Lernen, fern von Mainipulationen sehr wünschenswert wäre-
      herzlichst
      Ulli

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      • …Notlügen sind völlig okay, wenn man sich vor Gefahr und Verltzung schützen muss…ich denke aber, sie werden dann langsam auch unnötig, wenn es keine Lügen mehr gibt…Lügen sind ja nur nötig, wenn etwas Unnatürliches durchgesetzt und aufrecht erhalten werden soll…wird nicht mehr gelogen, kehren die Menschen wieder zu ihrer natürlichen Lebensweise zurück…dann fühlen sie sich besser, gesünder…

        liebe grüße
        TeggyTiggs

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        • Sie schreiben: „… wenn sich Menschen wieder ehrlich begegnen, dann wächst wieder Vertrauen zwischen ihnen …

          Wann waren denn die Zeiten, als sich die Menschen noch ehrlich begegneten und Vertrauen zueinander hatten? Das klingt fast wie im Märchen…;-)…

          Wir unverdient Privilegierten in Europa leben in der am wenigsten gewalttätigen Zeit ever. Trotzdem wird gelogen, daß sich die Balken biegen und Vertrauen haben die meisten allenfalls unter Freunden und manchmal in der Familie.

          Ich bezweifele sehr, daß keine Lügen einer „natürlichen Lebensweise“ entsprächen. Menschen sind untrennbarer Teil der Natur – insofern sind auch alle ihre Verhaltensweisen natürlich, völlig unabhängig davon, ob sie sich positiv oder negativ auswirken. Die meisten Lügen dienen dem sozialen Kitt, z.B. wenn ich jemandem, den/die ich aus Gründen nur schwer ertrage, trotzdem einen guten Morgen wünsche. In einem 10minütigen Gespräch wird im Durchschnitt knapp 3 Mal gelogen.

          Jürgen Schmieder, Journalist bei der Süddeutschen, hat vor ein paar Jahren ein Experiment gemacht, er hat einen Monat lang nicht gelogen: Und nichts als die Wahrheit

          Gegen die Lügen der Werbung/Politik/Medien usw. hilft der berühmte Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. kat+susann schrieb es schon: Selbst denken!

          ——————————————————————————-

          Wenn ich mir etwas für mich und alle wünschen dürfte und die Fee vorbeikäme: Zufriedenheit.
          Wer zufrieden ist, ist nicht unglücklich, nicht gierig, nicht neidisch, was unseren völlig durchgedrehten Konsum mit allen seinen Folgen nahezu zum Erliegen brächte. Wer zufrieden ist, ist auch nicht gewalttätig, weder physisch noch psychisch.

          Das Schöne ist, daß jede/r jederzeit an mehr eigener Zufriedenheit arbeiten kann – beginnend damit, die Blumen auf dem ganzen großen Misthaufen zu bemerken.

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          • Ein schöner Wunsch, dafür danke ich.
            Was nun das Lügen anbelangt, so sah ich vor 2/3 Jahren in der Schweiz eine Ausstellung zum lügen- lügen kann auch ein Schutz für andere sein, sowie das, was du beschrieben hast, dass man um des lieben Friedens Willen freundlich ist, obwohl man sich inwendig grad gar nicht so fühlt usw.- in der Ausstellung ging es auch um die Natur und wie sie lügt, indem sich zum Beispiel Schwebefliegen als Wespen ausgeben, aber gar nicht stechen können, etc. Ein großes Feld ist das, dass es genau zu betrachten gilt, wie eigentlich alles, wenn es um menschliches Verhalten und Zwischenmenschlichkeit geht.
            Vielen Dank für deinen Kommentar und natürlich auch herzlich Willkommen in meinem Café…
            Ulli

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          • …Tiere können nicht lügen und in indigenen Gemeinschaften, wird dort gelogen? …ich vermute mal nicht oder recht wenig…dort wo noch die Natur das Maß gibt, müssen Notwendigkeiten nicht begründet werden, da ist der Rhythmus vorgegeben…natürlich „selbst denken“…aber das darf den Menschen nicht aberzogen werden, wie auch andere natürliche Verhaltensweisen nicht…

            …mit der Zufriedenheit stimme ich Ihnen völlig zu…

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            • „Naturvölker“ sind doch keine naiven Blumenkinder sondern ganz normale Menschen wie alle anderen auch. Natürlich wird in solchen Gesellschaften auch gelogen. Lügen gehört ebenfalls zu den natürlichen Verhaltensweisen des Menschen.

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              • ich bin ganz mit dir! Aber was nun die Beurteilung von indigenen Völkern und ihrem Verhalten angeht, so bin ich keine Anthropologin und weiß nur das, was ich hier und da gelesen habe… ob Lügen wirklich natürlich ist oder eine Folge aus Erfahrungen lasse ich mal als Frage im Raum stehen.

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            • Ich kann das nun nicht wirklich beurteilen, wie es bei indigenen Völkern ausschaut, aber eins weiß ich, dass zum Beispiel die Lakotas gerne ihre Feinde beschäm(t)en und dazu gehört auch so manche Flunkerei und so mancher Schelmenstreich-
              Es geht auch nicht darum, dass Tiere wirklich lügen, es geht darum, dass sie sich tarnen, als so tun als ob … dies wird mit der Evolution begründet und dient dem Schutz- ist aber letztlich aus menschlicher Sicht auch wieder die Vortäuschung falscher Tasachen und somit eine Lüge…

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            • Liebe TeggyTiggs,
              viele Tiere lügen mit Mimikry (Ulli erwähnte schon die sich als Wespen tarnenden Schwebfliegen) und es gibt weitere Beispiele für lügende Tiere, z.B. umschmeicheln Primatenweibchen den neuen Alpha-Affen bis zum vollzogenen Sex – um zu verhindern, daß er, falls sie trächtig sein sollten, ihre Nachkommen tötet, die noch vom Vorgänger abstammen. Diese Verführungen finden nicht statt, weil die Affendamen den Neuen so überaus sexy finden, was der aber glauben soll. Sondern das fällt ebenfalls unter Lüge (jedenfalls so, wie ich Sie verstehe) oder eben unter sozialer Kitt und unter Selbst- und Nachkommenerhaltung. Primaten- und Menschenbabies werden unfertig und abhängig geboren, sie brauchen sehr lange Schutz, Fürsorge, Zuwendung und Nahrung von ihren Eltern und von der Gemeinschaft. Kleinen Menschen wird selbstständiges Denken nicht ab-, sondern muß ihnen überhaupt erst anerzogen werden – wobei die meisten Schulen damit eine Katastrophe sind.

              Bei allen indigenen Völkern werden Märchen erzählt, die bestenfalls allegorisch verstanden nicht unter Lüge fallen. In indigenen Gemeinschaften (und nicht nur dort) wird an die lebendige Anwesenheit der Ahnen geglaubt. Fällt ebenfalls unter Lüge, weil die Ahnen gestorben sind. In allen Kulturen werden Mythen über die eigene Herkunft und Geschichte erzählt, die man im Abgleich mit Realität und Fakten unter Lügen fassen muß.
              Wer legt fest, gerade in Fragen der Religiosität/Spiritualität/Weltanschauung, was Wahrheit und was Lüge ist? Sie?

              Wo noch die Natur das Maß gibt, sterben Kinder wie die Fliegen (an vermeidbaren Krankheiten und Mangelernährung) und die Lebenserwartung liegt bei um die 40. Wo noch die Natur das Maß gibt, ist das Leben mühsam, hart und meistens ziemlich gewalttätig und leidvoll. Ich glaube nicht, daß das als Utopie unbedingt erstrebenswert ist und ich fürchte, Sie haben eine romantische Vorstellung von indigenen Völkern und eine unrealistische von allen anderen Menschen. Alle Menschen sind inklusive ihrer Neugier, ihres Verstandes und allen Folgen ihrer Handlungen untrennbarer Teil der Natur. Auch, wenn viele das gern verleugnen, sich für die „Krone der Schöpfung“ halten und daraus ableiten, daß sie andere Menschen entmenschlichen und sich alle und alles untertan machen dürfen.

              Kein Mensch ist im Besitz der Wahrheit, jede/r muß sich mit der eigenen Wahrnehmung bescheiden und WIE individuell und unterschiedlich die sein können, sehen Sie beispielhaft in Akira Kurosawas Film Rashomon.

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              • Auch die Frage was Wahrheit, was Lüge oder Legende ist, teile ich, darum schrieb ich vorhin, dass die Lüge ein sehr grosses Thema ist. Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass Lügen nicht zu den Tugenden gehört und dass zumindest damit Schluss sein müsste, dass Regierende und ihre Schergen nicht das Blaue vom Himmel versprechen und dabei wissen, dass es so gar nicht umsetzbar wäre- oder eben absichtlich Lügen in die Welt setzen, weil sie sich davon Mehrheiten versprechen.
                Die sogenannten „Fakenews“ sind nun in aller Munde und von ihnen wünsche ich mir auch, dass sie verschwinden, wobei es sie schon sehr viel länger gibt, als es diesen Begriff gibt.
                Seitdem ich mich mit Nachrichten und Informationen beschäftige, weiss ich, dass wir entweder nur die halbe Wahreit erfahren oder absichtlich hinters Licht geführt werden. Medien sind aus meiner Sicht für die Überbringung von objektiven (ja, ich weiss, sehr schwierig!) Nachrichten zuständig und sollten keine Lobby bedienen, welche auch immer noch! Das ist ein Wunsch, mehr erst einmal nicht.
                Ich danke Ihnen für Ihre ausführliche Antwort und Wünsche Ihnen noch einen schönen Tag,
                herzlichst, Ulli

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              • Liebe Dame von Welt,

                vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Um mich hier verständlich zu machen, müsste ich sehr weit ausholen, was den Rahmen hier sprengen würde. So lasse ich Ihre Antwort jetzt einfach neben der meinen als Bereicherung stehen. Tatsächlich stellen sich die Dinge für mich anders dar.

                Ich sehe in der Entwicklung dessen, was uns die heutige von der Technik bestimmte Gesellschaft aufzeigt, keine Zukunft. Aber ich kann mich irren, das wird sich nach uns herausstellen…

                mit den besten Grüßen
                TeggyTiggs

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  3. Umdenken… auch über das Phänomen“ den/die Schuldigen“ suchen zu müssen.
    Revolution, sich für das einsetzen was einem wichtig ist. Nicht mehr mit dem vermeintlichen Strom schwimmen , sondern Mut zur Einzigartigkeit haben und sich Gleichgesinnte suchen.
    Sich vom vermeintlichen Durch von Aussen abwenden( schneller, höher, weiter, besser, billiger, teuer, gesünder, innovativer) . Selbst denken!
    Gruss von
    S.

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    • Mir würde es auch sehr gefallen, wenn sich Schuld in Verantwortung wandeln dürfte- selbst die Verantwortung für sein Tun, Denken und Handeln zu übernehmen mache ich zwar, aber ich sehe doch immer wieder sehr viele Menschen, die gerne Schuldige suchen, statt in die Eigenverantwortung zu gehen.
      Mut zur Einzigartigkeit mit dem Bewusstsein, dass es Punkte gibt, wo wir alle eins sind, ja, das fände ich auch gut!
      Freiwilligkeit, statt Druck ebenso
      herzliche Grüße
      Ulli

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  4. Wenn alle aufhören würden, zuerst auf ihren materiellen Vorteil zu schauen und sich stattdessen fragen würden, was sie zum Wohl aller (okay, schwammiger Begriff) und zum Überleben des Planeten beitragen könnten, würde viel passieren. Think big, ich weiß …

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    • Liebe Christiane, ich benutze ja auch immer wieder die Fromel: zum Wohle aller, und ja, es ist ein stückweit schwammig, aber nur solange, wie ich nicht die anderen nicht frage was ihn wohl tun kann und würde … und natürlich geht es auch nur begrenzt, aber dahinter steckt ja mehr, dass man sich eben selbst auch mal zurücknimmt, und danach schaut wie es für möglichst Viele gut sein kann, und dazu gehören eben auch nicht nur die Menschen.
      Die Sucht nach den materiellen Vorteilen abzulegen heißt ja, dass man etwas anderes braucht, ein stattdessen eben…
      ich hoffe das war jetzt nicht zu kauderwelschig
      herzliche Grüße
      Ulli

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      • Eben. Man braucht ein „Stattdessen“. Dass so vielen anscheinend nichts weiter einfällt, außer nur ihrer eigenen Lust, ihrem eigenen Hedonismus, ihrem eigenen Vorteil zu leben, hinauf bis in die allerhöchsten Ebenen von Politik und Wirtschaft, dass man den Leuten KLARMACHEN muss, dass sie nicht in einer Selbstbedienungswelt leben, sondern dass das alles ein geschlossenes System ist, das verbittert mich von Zeit zu Zeit ungemein. Okay, du hast nach Utopien gefragt, dies ist meine: Dass die Leute über ihren eigenen Tellerrand schauen wollen und daraus Konsequenzen ziehen.
        Traurig (und erkältet)
        Christiane

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  5. Ich würde versuchen, ein Bewusstsein zu schaffen, dass gegen die Umweltverschmutzung vorgeht. Damit wären viele Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Damit verbunden ist ganz eng die Frage nach dem: Was brauche ich wirklich? Worauf kann und möchte ich in Zukunft verzichten?
    Ein Bewusstsein für Frieden ist eng damit verbunden.
    Doch, wenn wir die Realität und die Handlungsweisen vieler betrachten, zerfallen meine Träume sofort wieder.
    Vieles, was jetzt endlich passiert (z.B. Plastiktüten in best. Geschäften zu verbieten) hätte schon vor Jahren passieren müssen.
    Vielleicht bin ich zu fatalistisch, aber tief im Inneren glaube ich, die Menschheit nähert sich immer mehr ihrem Verfallsdatum…

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

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  6. Nö, das ist doch nicht profan, eher „abgelutscht“ oder banal … aber natürlich auch das nicht wirklich. Höchstens auf den ersten Blick. Viele heilige Begriffe wurden ja im Laufe der Geschichte verweltlicht. Ob das nun gut oder schlecht ist? Wie ich neulich bei mir im Kontext mit Lifestyle schrieb: Hauptsache, es verändert sich etwas im Bewusstsein der Gesellschaft, nach und nach. Und vielleicht geht dieser Weg ja über die Veralltäglichung von Heiligem, so wie in nativen Gemeinschaften, wo heiliges und alltägliches eins sind.
    Das sind einfach ein paar Gespinste zum Begriff „profan“ … aber auch deine weiteren Gedanken finde ich natürlich inspirierend.
    Danke für dein Alphabet.

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  7. Verhütungsmittel, Verhütungsmittel und dann nochmals Verhütungsmittel. Mit einer geringeren Bevölkerung würden sich jede Menge Probleme zumindest entschärfen. Hunger, Armut, Gewalt wegen beschäftigungsloser junger Menschen, Ausbeutung der Ressourcen, Massentierhaltung und, und, und

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    • aber sollten die nicht trotzdem freiwillig sein und bleiben? Ich bekomme da immer ein bißchen Bauchweh, wenn es um „verordnete“ Verhütung geht- dennoch gebe ich dir Recht, dass die zu vielen Menschen Teil der Probleme sind- ich würde wohl sagen: Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung…

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      • Ja, ja, es ist gruselig in vieler Hinsicht. Aber, wo wäre zB China heute ohne die zweifellos diktatorische Ein-Kind-Politik ? Es ist letztlich ein Segen für China und die Welt, dass die Bevölkerungsexplosion in China gebremst wurde.Wenn auch mit Mitteln, die ich auch nicht gut heiße.
        ……………………………………………..
        Die islamische Welt hat ein jenseitiges Bevölkerungswachstum, das sicher zu einem großen Teil zu der aggressiven Macht- und Expansionspolitik beiträgt. Die afrikanische Bevölkerung erreicht wahnwitzige Zahlen, ebenso wie die Kindersterblichkeit usw usf.
        Aufklärung, ja, aber die zerschellt leider an den Mauern, die von den dogmatischen Fanatikern diverser Religionen und Traditionen aufgestellt werden.
        ………………………………………………
        Ach, ich höre schon auf. Dabei war doch das Thema Yin und Yang … Allerdings fällt mir auch dazu eine kritische Anmerkung ein. Heute bin ich so richtig in Fahrt 🙂 Ich würde sagen, dass es nicht um den „Gegensatz“ Mann-Frau geht sondern um das männliche und das weibliche Prinzip. Und da gibt es ja unter Frauen und Männern ganz verschieden hohe Anteile beider Prinzipien.

        Und mit einem „Hoch auf das Gleichgewicht“ schicke ich dir herzliche Grüße

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        • Ich habe auch an China und diese aggressive Politik gedacht- die ich eben nicht gutheißen kann-
          Dass Vieles auch mit den kulturellen und religiösen Hintergünden zu tun, ist klar und das ist nun ein Feld, wo ich schnell ratlos werde. Ich habe kein Recht Menschen aus anderen Kulturkreisen meine Sicht auf ein Miteinander aufzudrücken, deswegen dachte ich ja bei meinem Artikel an den großen Kreis, in dem VertreterInnen aus allen Kulturkreisen sitzen sollten- schon viel zu lange meinen die weißen Menschen, explizit die EuropäerInnen, der Welt sagen zu müssen wie man richtig lebt. Wohin das geführt hat, sehen wir ja nun!
          Auch bei Mann und Frau stimme ich dir zu, wenn es aber ums Yin und Yang geht, dann stehen sich diese beiden Prinzipien als Kontrast gegenüber, ich selbst gehe da auch einen anderen Weg, nämlich den als Frau mit meinen weiblichen und männlichen Anteilen, die ich versuche in Einklang zu bringen. Ich habe mich schon sehr oft über die Zuschreibungen was denn nun männlich oder weiblich sei aufgeregt, besonders in jungen Jahren. Heute sehe ich es als Konzept, von wo aus ich weiterdenken kann-
          herzlichst
          Ulli

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          • Ich finde es auch sehr schwierig Theorie und Praxis in Einklang zu bringen und verschiedene Bereiche auseinander zu halten.
            Dass Europa Jahrhunderte und Amerika Jahrzehnte der kolonialen Ausbeutung hinter sich hat, ist eine Sache, dass die in Europa formulierten Menschenrechte erstrebenswert sind eine andere. Dass theoretisch alle Kulturen gleichwertig sind, ist eine Sache, dass Kulturen in denen Frauen wie Haustiere gehalten werden anderen Kulturen, in denen relative Freiheit und Gleichberechtigung herrscht nicht ebenbürtig sind eine andere…..
            Viele europäische Staaten haben sich bei vielen Gelegenheiten unmenschlich verhalten, keine Frage.Aber es ist auch keinesfalls so, dass der Rest der Welt immer nur korrekt und menschlich gehandelt hätte, weit davon entfernt. Ich würde es also klug finden, sich mit den Verfehlungen der Vergangenheit, die ja nicht von uns sondern von vorigen Generationen begangen wurden auszusöhnen und auf die Gegenwart und die Zukunft zu sehen. In so einem Kontext könnte ich mir auch deine weltweite Konferenz vorstellen. In einer Besetzung von Trump, Putin, Erdogan und Vertretern des saudischen Königshauses eher nicht

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            • Trotzdem kann ich nicht hergehen, so sehe ich es wenigstens, und den Frauen sagen, was sie zu tun haben, sie müssen das aus sich heraus wollen, ich kann begleitend wirken, aber nicht bestimmend! Das halte ich schon sehr lange so und fahre damit auch richtig gut- zu einem neuen Umgang gehört für mich auch, erst einmal ALLE zu hören, auch diese Despoten, die ich weder will, noch mag, die es aber gibt. Weder Ignoranz, noch Hass bringen uns hier weiter. Ich habe vor einen Monat einen Artikel gelsen, darin ging es um eine grüne Landespolitikerin in Sachsen, die in den Dialog mit AdF gegangen ist, um sie dort mit Argumenten zu „entwaffnen“, was ihr auch teilweise gelang.
              Ich denke immer, ich kann mich doch nicht hinstellen und für die Gleichheit und Freiheit aller Menschen einstehen und gleichzeitig andere, deren Gesinnung mir total gegen den Strich geht, den Tod wünschen!!!
              Und genau deswegen glaube ich, dass es für die Umsetzung oder Ehaltung von all dem, was wir hier von A bis Y diskutiert haben, plus Gerdas Zeit braucht, viel Zeit, wenn wir diesen langen Atem nicht haben und die schnelle Erleuchtung mit Pensionsansprcuh anstreben, wird es nicht gehen-
              danke dir für deins, herzlichst
              Ulli – ich mag diesen Diskussionsstrang übrigens sehr…

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              • Dialog, Dialog und nochmals Dialog, ja, das ist auch meine theoretische Meinung. Nur in der Praxis zeigt sich leider, dass es nicht immer geht.Konnte man mit Hitler verhandeln, oder mit Stalin ? Kann man mit dem IS verhandeln ?
                …………
                Mich hat die Diskussion dazu gebracht wieder einmal über eine Frage nachzudenken, auf die ich keine Antwort weiß:
                Heiligt der Zweck die Mittel ? Nie ? – manchmal ?- immer ? Ich tendiere zu „manchmal“ obwohl mir „nie“besser gefallen würde, aber die Welt ist wie sie ist, nicht schwarz und nicht weiß sondern in vielen, vielen Graustufen.
                ……….
                „Schnelle Erleuchtung mit Pensionsanspruch“ wäre übrigens schon schön 😉 🙂

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              • Gute Frage, Myriade, dazu gebe ich dir jetzt eine sehr spezielle Antwort, die nicht von mir stammt, sondern von meinem tibetisch buddhistischem Lehrer, der Mitte der 1950er jahren aus Tibet mit seiner Familie floh. Sie wurden verfolgt, da sie in Kham, einer Provinz in Tibet, sozusagen eine Herrschende Familie waren. Er hat sich nicht gescheut sich zu bewaffnen, obwohl er damals schon als Reinkarnation anerkannt und als Lama (=Lehrer) tätig war- es ging ihm dabei nicht um sein eigenes Leben, sondern um das Leben seiner Familie und seiner Angehörigen, das es zu beschützen galt. Leider half es nicht, dass die Mutter auf der Flucht ermordet wurde und sein Vater für Jahre im Gulag landete, wo er dann ebenfalls verstarb. Ich denke das es zeigt, dass verteidigung legitim ist. Bei allem zählt ja auch die Motivation warum wir etwas tun. Ich würde aber niemals selbst zum Mord aufrufen! Gleichzeitig hätte ich und viele anderen es bestimmt begrüsst, wenn das Attentat auf Hitler nicht in die Hose gegangen wäre-
                Trotzallem glaube ich, dass auch in den letzten Jahrzehnten nicht so „friedlich“ innerhalb Europas gelaufen wäre, wenn man sich nicht der Diplomatie zugewandt hätte-
                Gleichzeitig ist das alles natürlich noch absolut ausbaufähig und bei der derzeitigen Eiszeit ist es schwer hoffnungsvoll zu sein und zu bleiben!
                herzlichst
                Ulli

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    • Vielleicht interessiert Sie @Myriade eine ‚Brilliant Map‘: The Astounding Drop in Global Fertility Rates Between 1970 And 2014. Will sagen: die Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit machen heute Probleme. Hätten vor allem Frauen in armen Ländern schon viel früher Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung (damit auch zu Verhütungsmitteln) und zu Geschäftsfähigkeit gehabt, gäbe es höchstwahrscheinlich kein Problem mit Überbevölkerung. Hätte, hätte, Fahrradkette…

      Sehr viele Kinder werden nur da geboren, wo viele Kinder sterben und wo es keine Sozialsysteme gibt – wo also die Kinder ihre Eltern in Alter und Krankheit zu versorgen haben und genug Kinder dafür übrig bleiben müssen. Das hat mit Islam und Afrika nur insofern zu tun, als viele muslimische und afrikanische Länder bitterarm sind, eine der Folgen des historischen und des zeitgenössischen Kolonialismus und der ist immer noch unser Problem.

      Investiert man gezielt in Frauenförderung – weil Frauen in armen Ländern z.T. extrem benachteiligt werden – in ihren Zugang zu sauberem Trinkwasser, genug und ausgewogener Nahrung, Bildung, medizinischer Versorgung, Geschäftsfähigkeit, sind die Geburtenraten überall und sofort auf dem Sinkflug. Und zwar halbieren sie sich nicht selten innerhalb einer Generation, wofür man in den Industrieländer übrigens knapp 100 Jahre brauchte. Ergänzend dazu: A history of global living conditions in 5 charts.

      Es ist alles auf dem Weg, es dauert nur in manchen Bereichen quälend lange, weil: es wurde viel zu spät angefangen.

      Zu den Themen Natur, Kinder, Geburtenraten, Mutterschaft, Frauen möchte ich wärmstens ein Buch von Sarah Blaffer-Hrdy empfehlen: Mutter Natur Die weibliche Seite der Evolution, rezensiert von Susanne Mayer. Mir fielen die Groschen gleich sackweise, es ist auch gut zu lesen.

      Zur Ein-Kind-Politik in China: die ist kein Segen in China für 34 Millionen Männer, die in China keine Frau finden und das ist kein Segen für die ärmeren Anrainerstaaten wie Kambodscha, Vietnam, Myanmar, Philippinen, Indonesien, wo chinesischer Sex- und Heiratstourismus in erheblichem Maß stattfindet und dort für Frauenmangel und weibliche Ausbeutung sorgt. Von den totalitären Maßnahmen der Ein-Kind-Politik gar nicht erst zu reden.

      Ich würde wohl auch sagen: Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung. Nicht nur in Ländern mit immer noch hohen Geburtenraten, sondern auch hier bei uns.

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      • Ich danke Ihnen für diesen weiterführenden Kommentar. Den Buchtitel habe ich notiert, er interessiert mich sehr. Ja, ich weiss, dass dieser Teil eigentlich an Myriade gerichtet war, aber ich kam nicht umhin ihn zu lesen und stimme Ihnen in allem zu.
        Herzliche Grüsse
        Ulli

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        • Nein, der Kommentar richtete sich selbstmurmelnd nicht nur an Myriade…;-)…

          ‚Mutter Natur‘ ist wirklich ein ganz großartiges Buch und Sarah Blaffer-Hrdys interdisziplinäre Herangehensweise (sie ist Anthropologin, Verhaltensforscherin, Primatologin) ein Segen.
          Auch für das Begreifen der Natürlichkeit von menschlichem Verhalten, wie heute morgen im Austausch mit @teggytiggs schon mal Thema.
          Wasne schöne Diskussion, danke dafür und herzliche Grüße zurück!

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          • Auch wenn mir heute manchmal der Faden drohte zu entgleiten, so konnte ich ihn ja dann doch noch einfangen und dann kam die Freude über diese Lebendigkeit heute hier.
            Ja, wasne schöne Diskussion, herzlichen Dank auch Ihnen, einen schönen Abend wünsche ich
            Ulli

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      • Ja, Aufklärung immer und überall, absolut einverstanden. Frauenförderung, ebenfalls absolut einverstanden.
        Was die Ablehnung der chinesischen Ein-Kind-Politik betrifft, bin ich nicht einverstanden. Die Lage ist schlimm, aus kulturellen Gründen, weil so viele weibliche Föten abgetrieben, so viele weibliche Babys gleich nach der Geburt getötet wurden. Daher kommt die Männer-Schwemme, die natürlich ein großes Problem ist. Hätte es aber die Ein-Kind-Politik nicht gegeben, so würde in China heute gehungert werden bzw in den ärmeren Ländern aus denen die Chinesen dann ihre Lebensmittel importieren müssten.
        Wie Sie sagen, alle vernünftigen Maßnahmen, die man jetzt einleiten kann, kommen sehr, sehr spät und es wird wohl in vielen Fällen ohne drastische Maßnahmen nicht gehen.

        Aber eigentlich ist der Schwung aus der Diskussion jetzt raus und ich wünsche einen schönen Abend ..

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        • Guten Morgen Myriade, Sie schrieben gestern abend (scusi, ich konnte nicht mehr):

          Was die Ablehnung der chinesischen Ein-Kind-Politik betrifft, bin ich nicht einverstanden. Die Lage ist schlimm, aus kulturellen Gründen, weil so viele weibliche Föten abgetrieben, so viele weibliche Babys gleich nach der Geburt getötet wurden. Daher kommt die Männer-Schwemme, die natürlich ein großes Problem ist.

          Hmnuja, mit den Mitteln und mit diversen Folgen der Ein-Kind-Politik kann ich nicht einverstanden sein, zudem sie noch auf Generationen und keineswegs nur in China nachwirken werden.
          Die „kulturellen Gründe“ für die Bevorzugung männlicher Stammhalter heißen (Vorsicht, altmodisches unpopuläres Wort) Patriarchat. In streng patriarchal organisierten Gesellschaften und deren Familien werden btw. auch dann mehr Kinder geboren, wenn die ersten „nur“ Töchter waren. So lange männlicher Nachwuchs mehr wert ist als weiblicher (oder viele Töchter ihre Familien durch die Mitgift wirtschaftlich ruinieren wie in Indien oder Frauen quasi mit der Morgengabe gekauft werden müssen wie in vielen muslimischen Ländern), werden weibliche Föten, Mädchen und Frauen benachteiligt, unterdrückt, ausgebeutet, gequält und getötet. Dem ist ganz sicher nicht beizukommen, indem man ganze Generationen verwöhnter und mit Erwartungen überfrachteter Einzelprinzen in die Welt setzt, die die Folgen der chinesischen Ein-Kind-Politik noch in alle ärmeren Nachbarländer verlagern.

          Daß das auch anders geht, zeigt sich in Südkorea und Iran, wo die Geburtenrate von 6 auf weniger als 3 Kinder/Frau in wenigen Jahren gedrückt wurde, durch verbesserten Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung für Frauen. In Südkorea wurde die Geburtenrate in 18 Jahren halbiert, in China in 11 und in Iran in 10 Jahren, in Südkorea wurde damit bereits 1960 begonnen, in China 1967 – die Ein-Kind-Politik wurde draufgesattelt, ab 1978 – und Iran zog 1986 nach – unter einer äußerst konservativen islamischen Regierung und ja, ich weiß, daß in Iran eine Frau den exakt halben juristischen Wert eines Mannes hat.

          Sie:

          Hätte es aber die Ein-Kind-Politik nicht gegeben, so würde in China heute gehungert werden bzw in den ärmeren Ländern aus denen die Chinesen dann ihre Lebensmittel importieren müssten.

          Der Konjunktiv bei den Lebensmittelimporten ist deplatziert. Auch China betreibt Landgrabbing in erheblichem Maßstab in afrikanischen und asiatischen Ländern, die deutlich ärmer sind und in denen auch immer mal wieder gehungert wird, u.a. in Madagaskar, Mozambique, Philippinen, Kambodscha. Daß Landgrabbing in Afrika überhaupt möglich ist, liegt auch an einem der „Geschenke“ der europäischen Kolonisatoren, dem staatlichen Land- und kaum existenten Erbrecht, das in den meisten Staaten südlich der Sahara immer noch zur Anwendung kommt.

          Es hängt alles mit allem zusammen.

          —————————————————————————————-

          Im mutig geträumten Alphabet fehlt ganz das P – wie wäre es mit ‚Patriarchat, danke reicht‘?
          Es ist wirklich interessant, sich mit matriarchal (matrilinear, matrilokal) organisierten Gesellschaften zu beschäftigen, z.B. mit den Mosuo in Südchina: „Männer leben besser, wo Frauen das Sagen haben“
          Es geht dabei eben nicht um ein umgekehrtes Patriarchat wie in ‚Die Töchter Egalias‘. Matriarchate sind gemeinsinnige, weitgehend friedliche Konsensgesellschaften und größer kann kaum noch geträumt werden, oder?

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          • Nur kurz, ja auf der Tafel fehlte das P, das hat dann auch ein aufmerksamer Leser entdeckt und schlug Prudentia = Klugheit vor, das ich dann aufnahm, Patrrarchat – es reicht, hätte auch gut gepasst. Und ja, dein Traum ist auch mein Traum, gerade arbeite ich mit einer Freundin an einem neuen Projekt für Frauen und ihre Töchter- wir brauchen starke Frauen, gerade jetzt und zukünftig sowieso¨Ja, es reicht!!!
            Ich danke dir für dein Mitgehen und alles, was du seit gestern hier eingebracht hast, es ist eine Bereicherung.
            Herzliche Grüsse
            Ulli

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            • Whow, vielendankeschön für das freundliche Feedback!
              Ich bin ja schon froh, nicht wegen meinem Gesieze (ich sieze im www jede/n, ist eine Art Tick, wobei es mir Jacke wie Hose ist, wie ich angesprochen werde) und wegen Klugscheißerei geteert, gefedert und aus dem Blog gejagt zu werden…;-)…

              Das mit der Notwendigkeit starker Frauen mündet nicht selten in Arbeitsplatzbeschreibungen als Trümmerfrauen aller Art – Robert Kurz hat das mal im Bezug auf einen Schirrmacher-Text bildschön seziert: Liebesökonomie und Schicksalsgemeinschaft. Weswegen ich P wie Prudentia seeehr viel abgewinnen kann.
              Herzliche Grüße zurück!

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              • Willkommen im Club der Klugscheisserinnen 😉
                und ja, wenn andere mich siezen, sieze ich zurück, da wirkt mein Respekt, mir war es gestern richtig peinlich, dass ich Sie in meiner ersten Antwort geduzt habe. Aber Sie sind ja nicht allein, es gibt ja auch Herrn Ärmel und Frau Knobloch!
                Zu Frauen: ich lade dich ein mal in das Memorandum für unsere Grossmütter zu schauen (siehe oben meine Leiste), von wegen Trümmerfrauen und so …
                herzlichst
                Ulli

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          • Liebe Dame von Welt ! Vielen Dank für die ausführlichen und offensichtlich sachkundigen Ausführungen vor allem über den Iran, davon wusste ich nichts.
            Die „Geschenke“ der europäischen Kolonialisten waren wohl keine guten , aber nach nahezu 60 Jahren Unabhängigkeit, hätte man in afrikanischen Staaten vieles verändern können, wären nicht die meisten afrikanischen Diktatoren um nichts weniger brutal, machtversessen und korrupt als ihre kolonialen Vorgänger.
            ……………..
            Was das Patriarchat betrifft, so bin ich ganz Ihrer Meinung

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            • Liebe Myriade,
              Sie schreiben:

              … aber nach nahezu 60 Jahren Unabhängigkeit, hätte man in afrikanischen Staaten vieles verändern können, wären nicht die meisten afrikanischen Diktatoren um nichts weniger brutal, machtversessen und korrupt als ihre kolonialen Vorgänger.

              Ja, da ist was dran. Afrikanische Kleptokraten und Diktatoren (in aller Regel in Europa ausgebildet) ermöglichen den zeitgenössischen Kolonisatoren aus den Industrieländern, afrikanische Länder auch weiter zu bevormunden, ihre Rohstoffe auszubeuten, die dafür anfallenden Steuern im gigantischen Maßstab zu hinterziehen (ein Vielfaches mehr, als Entwicklungsgelder gezahlt werden) und bis zum get-no zu betrügen und zu stehlen.

              Menschenhandel, Gewalt, Zerstörung von x Kulturen im Rahmen des historischen Kolonialismus war nicht dazu geeignet, bessere Afrikaner hervorzubringen. Bei den KZs des 3. Reichs konnte man sich inzwischen darauf einigen, daß sie nicht als Besserungsanstalten zu begreifen sind. Das bitte nicht als Gleichsetzung verstehen – auch, wenn es weit mehr europäische Genozide gegen afrikanische Völker gab, als hier in aller Regel bekannt ist.

              Falls Sie Afrika im Wandel der Kolonisierungen interessiert, eine Studie von Nathan Nunn, Ökonomie-Professor in Harvard, der fein säuberlich nachgewiesen hat, daß vom transatlantischen Sklavenhandel besonders betroffene Länder bis heute auffallend schwache Ökonomien haben und unterentwickelt sind: The Long-Term Effects of Africa’s Slave Trades, ein Film über die Wechselwirkungen zwischen Schweiz, Sambia und einem global agierenden Unternehmen namens Glencore und dessen Steuertricks und ein Blog von mir über den kürzlich verhafteten Beny Steinmetz und die Panama Papers. Ich hoffe sehr, Sie fühlen sich noch nicht in Quellen ersäuft…;-)… die sind, wie gesagt, nur für den Fall, daß es Sie interessieren sollte.

              Gewalt kommt niemals aus luftleeren Räumen und sie verpufft auch nicht in solche. Für Nachbeben und Befriedung der jahrhundertelangen Kolonial-Gewalt sind 60 Jahre oft nur formaler Unabhängigkeit kaum mehr als ein Wimpernschlag, zumal der Kolonialismus 4.0 afrikanische Staaten und ihre Bürger aktiv beschädigt.
              Die Industriestaaten sind neben ihren technischen Innovationen und giftigen Geschenken sehr gut darin geworden, ihre Gewalt in entfernte Länder zu exportieren und daraus auch noch Gewinn zu schlagen.
              Das kann man nicht alles afrikanischen Kleptokraten und Despoten anlasten, me thinks.

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              • Nein, ich halte den Kopf noch über Wasser 🙂 und danke für die Hinweise. Ich habe zwar derzeit gerade nicht soviel Zeit zum Lesen, aber ich sammle interessante Hinweise zur späteren Lektüre.
                Man muss das bei Betrachten meines blogs nicht vermuten, aber ich interessiere mich sehr für internationale Politik mit Schwerpunkt Menschenrechte und Interkulturalität und freue mich Ihren blog gefunden zu haben, der mir schon auf den ersten Blick sehr interessant und solide recherchiert erscheint. Ich werde mich da also öfter einfinden. Herzliche Grüße

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  8. Noch zum Thema LÜGEN:
    Was ist mit der Diplomatie? Hier ist nicht alles Wahrheit, was wir von uns geben *g*
    Wundervolle Kommentare habe ich hier gelesen und bin vielen Gedanken begegnet, denen ich voll und ganz beipflichte. Wie halten wir das Gleichgewicht, was kann ausgleichend wirken? Wie können wir Ausgewogenheit erreichen?
    Gäbe es keinerlei Waffen, keinen Hersteller, auch keine der Grundsubstanzen wie Schwarzpulver, Dynamit und wie sie alle heißen, dann wäre es schon ein Schritt in die Richtung, die zur Balance führt.
    Es dürfte auch nichts geben, was einer Waffe auch nur annähernd ähnelt, aber hier greife ich tief in die utopische Wunderkiste, ich weiß es wohl, liebe Ulli

    Doch es gibt sie alle, die menschlichen Eigenschaften, wie Gut und Böse, Boshaftigkeit und glatte Fassade, hinter der sich oftmals Unheil verbirgt. So wie es keine vollkommene Wahrheit gibt, kann es den Menschen nicht ohne seine Gefühle geben, die so schnell auch Hass produzieren.

    Wie schnell schlägt die Liebe um, liebe Ulli. Aber alle Gedanken, die sich mit diesem Thema beschäftigen, sind gut, weil sie uns offener und weiter machen.

    Liebe Abendgrüße von Bruni

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    • Liebe Bruni,
      du schreibst:“Aber alle Gedanken, die sich mit diesem Thema beschäftigen, sind gut, weil sie uns offener und weiter machen.“ – so schön hast du das formuliert, worum es geht. Es kann nicht mit Hauruck zu mehr Gerechtigkeit, mehr sozialer und kultureller Bildung gehen. Alle Revolutionen (na gut, fast alle) führten zu nichts Gutem! Daraus habe ich gelernt, dass es nicht um „Umerziehung“ oder ums missionieren geht, es wollen und müssen immer alle Seiten gehört werden und ich meine wirklich gehört, mit den Ohren, dem Verstand und einem offenem Herzen, dann kann etwas in Gang kommen- und ja, Veränderungen brauchen Zeit, viel Zeit.
      Deine utopische Wunderkiste finde ich ganz wunderbar- sie ist doch ganz im Sinne aller Friedensbewegungen und -bemühungen und ich meine jetzt nicht das unehrliche Geplänkel auf der Weltenbühne.
      Ich denke, dass gerda und ich eine Menge bis hierher aufgeführt haben, was Werkzeuge sein können, um einen Wandel zu begünstigen, mehr erwarte ich eh nicht! Und allein all das braucht so viel Eigendisziplin, letztlich kommen wir immer wieder auch bei der Bildung und Weiterbildung an, da gilt es wirklich hinzuschauen.
      Nun aber freie ich mich an deiner Weite und Offenheit und wünsche dir einen schönen Abend.
      Neben mir spielt das Radio sehr schöne Klaviermusik, hab nicht aufgepasst wer, wo, was, aber es trägt mich und ist einfach nur schön!
      Herzlichst, Ulli

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  9. So, jetzt habe ich die Einstellungen hoffentlich richtig und bekomme wieder gemeldet, wenn was von dir erschienen ist.
    Zum Thema kann ich jetzt gar nichts Neues mehr beitragen. Nachdem ich mich durch einundachtzig Kommentare gelesen habe; ist mein Kopf mürbe. Nur so viel:
    Ausgleich im Geben und Nehmen ist für mich das A und das O. Brutal formuliert:
    Wenn man zuviel isst und nicht genug scheißt,
    oder wenn man zuviel scheißt, und nicht genug isst –
    ist das Ergebnis tötlich.
    LG Gerda

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    • Wunderbar, Gerda! Ich sitze hier und gacker und gacker, einfach herrlich! Geben und Nehmen habe ich noch nie so definiert gelesen, das halte ich fest!!! Ach so, anhaften soll man ja och nich- 😉
      Ich hab zeitweise heute wirklich fast den Faden verloren, darum ist deins doch immer Willkommen, in der Kürze liegt die Würze, oder?!
      herzliche Abendgrüsse, nun auch hier, an dich
      Ulli

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