Abschied

0223ab-23-10-2016-goldener-oktober

Abschied vom diesjährigen goldenen Oktober mit allen Wettern, von klassisch golden zu täglich immer mehr Buntem, lang und länger werdenderen Schatten. Es gab ein paar Regentage, ja, und es gab Nebelmorgende, aber es gab vor allen Dingen einen Farbenrausch und das besonders in den letzten Tagen.

Am Donnerstag machte ich einen dreistündigen Gang, endlich hatte ich wieder Energie, zwei Wochen lang orgelte ein Virus in mir rum, brach nicht wirklich aus. Ich wurde nur immer so schnell müde, mehr als eine Stunde draussen laufen ging nicht. Umso schöner ist es, wenn die Kraft mit der Sonne zusammen zurückkommt und ich nach Herzenslust stromern kann.

Vor ein paar Tagen erinnerte ich mich, dass ich im Frühling geschrieben hatte:

„Ich habe den Berg Meru noch nicht umrundet. Habe ich je einen Berg umrundet?“ und daran, dass ich doch wenigstens einmal in diesem Jahr um den Hausberg herum gehen wollte. Am Freitag machte ich mich auf den Weg.

Zur Erinnerung: ich lebe auf 1000m Höhe, zu den „Lampenschweinen“, dem Gipfel im Hochtal, sind es weitere hundertundeinpaarmehr Höhenmeter- Wanderschuhe an, Rucksack auf und los, erstmal hinauf. Aber dann eben nicht zum Gipfelkreuz wie sonst, sondern unterhalb drumrum. Die Weidezäune lagen darnieder, freie Wiesen für freie Wanderinnen.

Berg Meru also … die Tibeter_innen umrunden den Berg Kailash, ich die Lampenschweine. Ich singe Mantren. Singen, gehen, schauen, atmen, singen, gehen, atmen, schauen, den Kuhfladen ausweichen und da war es …

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Wie klein es von hier unten ist, das Gipfelkreuz!

Kreuze stellen sich hier oben viele in den Weg. Ich habe keins getragen.

Wieder Zuhause angekommen musste ich mir eingestehen, dass ich zwar den Gipfel umrundet hatte, immerhin, aber nicht den Berg. So bleibt es eine Aufgabe. Ein Anfang ist gemacht und das Wetter ist herrlich für dieses Projekt!

Eine Diashow mit einer Auswahl von Oktoberfotos 2016

Was für ein Fest, was für eine Freude!

Willkommen!

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42 Gedanken zu „Abschied

  1. Welch ein wunderschöner Oktober du hattest, Ulli. Und gut, dass es dir besser geht!
    In Norwegen schien die letzten Tage die Sonne sehr oft, das bunte Herbstlaub strahlte wie nie zuvor.
    Nie war der Herbst länger, wärmer oder schöner als dieses Jahr. Jetzt geht’s schnell. Heute kam der Nebel und bald wird der Frost folgen, die Bäume werden bald kahl sein und schon nächste Woche wird der erste Schnee erwartet.
    Liebe Grüße zu dir aus Fredrikstad,
    Hanne x

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    • Ein bißchen Frost hatten wir auch schon, liebe Hanne, heute ist es wieder sonnig und schön, aber die Nächte sind doch sehr kalt geworden, mal schauen wann es bei uns den ersten Schnee geben wird-
      gaaanz liebe Grüße an dich nach Norwegen
      Ulli

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    • Lieber Arno, ich freue mich, dass du beides siehst, es hat ja lange bei mir gedauert, bis ich überhaupt in der Fotografie bei der Weite und im Großen ankam, so detailverliebt wie ich oft war und bin, mir macht es Freude nun beides darstellen zu können.
      Herzliche Grüße an dich
      Ulli

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  2. und die blicke, die du tust, deine bilder – so feine details, farben, stimmungen: ein geschenk, das du mir (uns hier lesenden) machst! ich hab mir als „liebling des tages“ den diesen pilz erkoren, aufrecht, frei und stolz mit seiner kappe steht er in der unendlichkeit der wiese, des berghanges, der welt und zweifelt nicht! (so seh ich ihn oder interpretier ich ihn halt für mich.) — hier in g. bei münchen hat es heut auch eine gute sonne und ich will gleich noch raus, etwas licht schöpfen … (muss nicht zur arbeit). — zum thema „berg umrunden“ fällt mir noch ein, dass menschen ja auch im übertragenen sinne den berg umrunden, in form eines lebensthemas oder einer aufgabe, herausforderung, die ihnen gestellt wird vom schicksal. auf jeden fall ist es ein starkes bild für mich.
    ganz herzliche grüße, ulli! und danke!

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    • Liebe Pega, wie Recht du hast mit deinem Blick auf die Bergumrundung … und dann auch wieder der Aufstieg, der Abstieg, die Gemächlichkeit an einem ruhigen Fluß zu wandern, was immer nur eine Zeitlang gut geht und schon stellt sich der nächste Berg in den Weg ….
      Deine Sicht auf den Pilz mag ich sehr, ich wünsche dir viel Freude bei der Lichtschöpfung und grüße dich von Herzen
      Ulli

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  3. wie schön, alles. Besonders aber für mich sind 13 und 14 in ihrem Gegensatz, dann wieder 20 und 24. Nun nimmst du Abschied nicht nur vom Oktober, sondern vom Oktober auf deinem Berg. Im nächsten Oktober wirst du Flachland-Impressionen sammeln und keine Berge zum Umrunden haben. Dafür aber vielleicht Gipfelkreuze erstürmen wie Maren letzthin den Hasselbrack….
    Die Idee, einen Berg zu umrunden, ist mir noch nicht gekommen. Ist mir auch rätselhaft, wie das möglich sein soll. Die Berge wachsen doch nicht wie Pilze oder Bäume aus dem Boden, die sind vielmehr eine Art Ausstülpung der Erde selbst. Um sie zu umrunden, müsste man in die Erde reinkriechen bis zur Magmaschicht. ….
    Allerliebste Grüße dir, und möge es der November dem Oktober gleichtun (aber ohne Viren)!

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    • Liebe Gerda, du Tieftaucherin, du … aber ja kann man einen Berg umrunden, es kommt auf den Berg an und ganz letztzendlich wird es immer eine Art Gipfelumrundung sein und bleiben …
      Das nächste Jahr … ach Gerda, da denke ich noch gar nicht hin, es tun sich plötzlich so viele Felder auf und kleinere Berge stellen sich mir in den Weg, die gilt es nun zu überwinden und weiterzugehen- lassen wir uns überraschen. Gerade jetzt freue ich mich, dass dir die Bilder gefallen, und du auch die Collage erwähnst, die ich so sehr mag.
      Herzliche Grüße zu dir hin
      Ulli

      Gefällt 4 Personen

    • Ich las oder hörte mal, dass jeder Ton, den wir auf der Erde erzeugen sich unendlich fortsetzt, über die Grenzen der Erde hinaus. Welch eine Verantwortung!
      Schön, wenn es dann die Gesänge sind und kein Geschrei …

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        • Die politische Situation ist wahrlich haarig und das ja nicht erst seit gestern. Eine Reise zum Berg ist möglich, ebenso wie seine Umrundung, aber man muss wohl auch in der Lage sein die Spannungen zwischen Tibeter_innen und dem chinesischem Regime aushalten, was nicht jeder kann. Ich könnte es nie wirklich ausblenden, zu viel Leid!
          Bin gespannt wie du dich entscheidest.

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  4. Ach, wie schön, liebe Ulli, Deine Umrundung des Berges und Deine Aufnahmen, so herbstlich und leicht wehmütig (oder interpretiere ich die Wehmut nur hinein, weil ich so so gut kenne?), weil sich alles ändert und doch sind da diese farbenprächtigen Wunder, die wir erkennen und die uns zu Herzen gehen.

    Ich mache nicht darauf aufmerksam, daß jedem Abschied ein Wiederbeginn innewohnt, denn das ist Dir so bewußt wie mir *g*

    Liebe Grüße aus dem Nebel, der sich jetzt langsam auflöst, nach und nach … Er hat keinerlei Eile

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    • Liebe Bruni, die Wehmut war in den letzten Wochen nicht an meiner Seite, es ist die Freude, die mich durch den goldenen Oktober trägt, Jahr für Jahr, trotz allem Sterben- ich habe es irgendwann mal hier geschrieben, dass ich mir wünsche, dass auch ich noch einmal in allen mir innewohnenden Farben aufleuchten möge, bevor ich dann endgültig dieses Leben als Ulli verlasse …
      Im Herbst liegt für mich auch immer das Versprechen auf eine Wiederkehr, davon erzählen die Knospen an den Bäumen und Sträuchern … der Winter ist es mit seiner stillen Starre, der für mich schwerer wiegt.
      Ich sende dir Sonnenstrahlen in die Nebel deines Tales
      Ulli

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  5. So ists, liebe Ulli, zuerst kommt wohltuende Ruhe, Stille, wenn wir sie hören können, und dann, mitten in der Ruhe, beginnt es schon wieder in der Erde zu arbeiten, vorzubereiten, denn im Frühling sollte ja alles bereit sein…
    Keine Wehmut?, dann fand ich sie also in mir, dacht ich mir doch schon *g*, liebe Ulli

    Danke für Deine Sonnenstrahlengedanken; leider machen sie wohl noch einen Umweg 🙂

    Gefällt 2 Personen

  6. Einen Berg umrunden, wie schön. Das habe ich, ganz gezielt, noch nicht gemacht. Einen Kreis um eine Stadt gezogen, gleich einem magischen Ritual, ja, aber der Berg …?

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