Ob ich will oder nicht

Ob ich will oder nicht, an manchen Tagen wohnt ein Groll in mir, ich spreche dann von Mauern und Machtspielen und igel mich ein.

Am Samstagmittag nahm ich die schwarze chinesische Tusche und einen Pinsel, ich wollte den Groll sichtbar machen oder ein Antidot für ihn finden. Frei ließ ich den Pinsel übers Papier gleiten, Tuschetropfen fielen und eins, zwei drei war die Holzhackerin fertig. Könnt ihr sie erkennen?

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Der Groll wich einem zaghaften Lächeln und der Erinnerung an Zeiten, als ich noch mit Holz heizte und täglich Holz hackte- auch so manchen Groll entzwei.

Ich zog auch eine Karte: Vers 47 aus dem Tao te King

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Aber ich ging vor die Tür, ich Nichtmeisterin, ich öffnete mein Herz für die Schönheit der Welt, ohne Weiteres gegen den Groll zu tun.

Bei meiner Rückkehr war er nicht mehr da, auch keine Mauern mehr und kein Machtspiel, zu dem ohnehin immer Zwei gehören … und dann erinnerte ich mich an diese Tuschezeichnung von vor ein paar Jahren.

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45 Gedanken zu „Ob ich will oder nicht

    • Ui, da bin ich gespannt, liebe Silke, wie der Gamuppel dem Enkelkind gefallen wird (und dir)- letztens kam eine Grossmutter zu mir, die ebenfalls dem Enkel das Buch vorgelesen hat, sie wollte FÜNF weitere Exemplare zum weiterschenken, so gut hat es ihnen gefallen- meine Freude kannst du dir vorstellen! Gute Reise, schöne Zeit und herzliche Grüsse
      Ulli

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  1. die holzhackerin – die tanzt ja regelrecht, die ist durch und durch bewegt, sprüht energiefunken, kraftfunken – welch ein potential auch, ein ausatmen-bild /für mich)! und der gesammelt ruhende mittelpunkt dann, das andere tuschebild: wie einatmen. – danke fürs teilen, ulli, und eine gute woche nun dir … ich starte auch gleich los in die woche 😉

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    • So ein Groll ist aber auch wirklich nicht schön, er besetzt alle Gedanken, die Mundwinkel ziehen sich nach unten, hässlich macht er also auch noch … ich habe mir angewöhnt ihm erst zu lauschen, das Dahinterliegende zu hören und dann ihn zu verabschieden, und dann ist es wirklich meistens sehr einfach!
      Gut, dass du dich berichtigt hast, ich habe nämlich etwas gerätselt 😉
      Ich wünsche dir, liebe Marie, einen schönen Tag und eine gute Woche
      herzlichst
      Ulli

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    • Jetzt bin ich dermassen in meinem eigenen Blick gefangen, dass ich den sich verneigenden Menschen nicht sehe, schade! Aber ja, passt auch, verneigen, verzeihen, loslassen, das fällt mir dazu ein.
      Ich hoffe du bist auf dem Weg der Genesung? Das wünsche ich dir … und eine gute Woche für die Schreibefinger 😉
      herzliche Grüsse
      Ulli

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    • Ich mag das zweite Symbol auch sehr, lieber Tobias, schön, dass wir das teilen, wenn ich es anschaue, denke ich immer mal wieder an meine Zeit in einer Töpferei, wie habe ich es geliebt den rohen Klumpen Ton auf die Scheibe zu werfen und ihn dann zu zentrieren!
      Herzliche Grüsse und auch dir wünsche ich eine gute Woche
      Ulli

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  2. Liebe Ulli,

    ich erkenne Deine Holzhackerin, für mich sieht es dennoch eher wie ein Mensch mit überschäumenden, ihn wild umkreisenden Gedanken aus.
    Ich habe heute blendende Laune, einfach so. Solche Tage liebe ich sehr. 🙂

    Herzliche Grüße
    San

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  3. Ich sehe sie ganz genau, liebe Ulli. Sie tanzt das Holz regelrecht entzwei, Deine Holzhackerin.
    Sie ist bildschön und voller Temperament.
    Eine bodenständige Frau, dem Holz tief verbunden und innig in ihre Arbeit vertieft

    Gegen den Groll anlächelnde Grüße an Dich von mir

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    • ausserdem, wenn man mal den groll beiseite lasst, eine sehr meditative Angelegenheit, wenn man den richtigen Hackklotz hat … dafür werde ich als erstes sorgen und dann für eine richtig gute Axt, eine für mich, das ist wie mit den Messern, ich hab soo kleine Hände 😉

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  4. ich seh ein flehendes Baumhexlein über dem Klotz schweben. Das ruft der wütigen Holzhackerin zu: bitte, verschon, verschon! Sie aber ist wild entschlossen, ihre geballte Groll-Energie an dem armen Holzklotz auszutoben.
    Aber immerhin besser als die Energie von außen nach innen zu richten wie im zweiten Bild. Denn da, so kommt es mir vor, wird mit großer ausholender Gebärde auf das eigene Innere gezielt, um es zu zertrümmern. Oder – auch möglich -, um den engen Ring, der das Herz einquetscht, aufzusprengen wie im Märchen vom eisernen Heinrich.

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    • bei deiner ersten Sicht schmunzel ich, bei der zweiten schüttel ich den Kopf und gucke etwas konsterniert, dette hab ich ja nu gar nicht gemeint, sondern den Weg von aussen nach innen … öhm ja, so hat immer Jede so ihre Sicht und das hat ja auch was 😉 – danke, liebe Gerda und herzliche Grüsse zur guten Nacht
      Ulli

      Gefällt 1 Person

      • War mir schon klar, was du meintest, liebe Ulli. Liegt ja auf der Hand. Leider wandere ich trotz meines Namens mit Vorliebe verschlungene Pfade und spüre geheime Bedeutungen auf 😉

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