Connie Palmen – Du sagst es

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Am 03.09. fand ich auf Pagophilas Blog Zitate aus dem Buch von Connie Palmen: Du sagst es. https://pagophila.wordpress.com/2016/09/03/du-sagst-es/

(Liebe Pagophila, ich bin dir unendlich dankbar für diesen Buchtipp, dies ist ein Buch, das mich nun bis ans Ende meiner Tage begleiten wird – merci vielmals!)

Die Zitate sprachen mich so sehr an, dass ich sofort das Buch bestellte. Connie Palmen leiht in diesem Werk Ted Hughes ihre Stimme und lässt ihn über seine Liebe zu Sylvia Plath sprechen. Sylvia Plath und Ted Hughes waren beide Schriftsteller. Sie waren sieben Jahr lang ein Paar, bis sich Sylvia Plath das Leben nahm. Zurück blieben ihr Ehemann und zwei gemeinsame Kinder. Für die Öffentlichkeit war Ted Hughes der Bösewicht, der seine Frau in den Tod getrieben hat, sie die Märtyrerin. Connie Palmen hat für ihr Werk 88 Gedichte aus dem Band „Birthday Letters“ von Ted Hughes als Leitfaden benutzt und sich durch etliche Archive hindurch gelesen, auch aus denen von Sylvia Plath, bevor sie im Namen von Ted Hughes dieses Buch schreiben konnte.

Connie Palmen ist Niederländerin, 1955 geboren, sie hat Philosophie und Niederländische Literatur studiert. Ich freue mich sehr, dass meine Freundin U. mir gleich zwei ihrer Bücher ausgeliehen hat. Denn nicht nur Sylvia Plath und Ted Hughes möchte ich lesend näher kommen, gerne auch Connie Palmen.

Es folgen etliche Zitate aus dem Buch: Du sagst es, die mich besonders berührt haben und in mir nachwirken:

„Ich liebte sie, ich habe nie aufgehört sie zu lieben. Wenn ihr Selbstmord die Falle war, in der sie mich fangen wollte, um mich zu verschlingen, in sich aufzunehmen, zu einem Körper zu werden, ist ihr das gelungen. Ein Bräutigam, der Geisel des Todes ist, in einer posthumen Ehe auf ewig mit seiner Braut verbunden, so unzertrennlich von ihr, wie sie es wollte.

Ihr Name ist mein Name.

Ihr Tod ist mein Tod.

Ich glaube an so etwas wie ein echtes Selbst, und ich weiß, wie selten es ist, so ein Selbst sprechen zu hören, zu sehen, wie es sich aus dem Kokon der Falschheit und des Nichtssagenden herausschält, aus den Scheingestalten, die wir anderen präsentieren, um ihnen zu gefallen, sie irrezuführen. Je gefährlicher das echte Selbst, desto raffinierter die Masken. Je ätzender das Gift, das wir am liebsten über andere ausspeien würden – um sie zu lähmen, zu töten -, desto süßer der Nektar, mit dem wir sie locken, zu uns zu kommen, in unserer Nähe zu sein, uns zu lieben.“

(S.8 – 9)

„Der Dichter ist der Diagnostiker, der Heiler, der das Geschwür lokalisiert, bevor der Patient weiß, dass er an einer unheilbaren Krankheit leidet, ja, sogar bevor er den Schmerz fühlt, der ihn vor dem Trauma warnt.“

   (S.26)

„Ich begann gerade erst, die Mythologien ihres Lebens zu entschlüsseln, und ließ sie die meine lesen. Die Mythen sind das kunstvolle Archiv universeller menschlicher Wahrheiten, entdeckt und niedergeschrieben, um unser Überleben zu sichern, das Verzeichnis des Kampfes, den die menschliche Einbildungskraft im Laufe der Jahrhunderte austrägt, um äußere und innere Welt miteinander zu vereinen. Sie legen das Muster unseres seelischen Dramas frei, enthüllen das Gewebe unseres Charakters, unserer wichtigsten Beziehungen, der Emotionen, die uns antreiben. Jegliche Literatur entspringt einer verletzten Seele, der geistigen Anstrengung des menschlichen Abwehrsystems, uns von diesem Schmerz zu befreien und den Tod zu besiegen. Die Suche nach dem höchsten Wissen – dem über sich selbst – führt zu einem Charakter, dessen Prototypen Held oder Feigling, Gott oder Rebell sind. Und manchmal müssen wir unseren Mythos lesen lernen, um rechtzeitig aus dem narrativen Käfig eines alten Szenarios entkommen zu können, des vorgezeichneten Schicksals, dem die Figur scheinbar willenlos gehorcht …“

(S.29-30)

„Wer schöpferisch sein will, muss in seinem Leben Dutzende Male sterben. Er muss sich loslösen, von geliebten Menschen trennen, vom Boden, vom Land, der Familie, seinen Freunden und vor allem seinen Ideen, in die er sich eingekapselt hat. Keine Wiedergeburt, ohne dass zuvor ein Tod stattgefunden hat. Die Literatur liebt die Zerstörung, die ein neues Leben ermöglicht.“

(S.32)

„Im täglichen Leben versuchen wir, uns dadurch besser verständlich zu machen, dass wir die Sprache anderer übernehmen, und hoffen, so eher begriffen zu werden, doch in der Nacht, wenn die Ratio und die gesellschaftliche Anpassung eingenickt sind, spricht ein ungebundenes Selbst in einer höchsteigenen Sprache zu uns (…) Für einen Dichter ist das Unbewusste ein Speicher des Wissens, kunstvoll verformt durch eine jahrhundertealte Bildsprache, mit der er sich vertraut machen muss, an deren Entschlüsselung er sich wagen muss, weil sie eine Wahrheit über ihn enthält, die sich auf keine andere Weise äußern kann als in hermetischer Form. Kein anderer träumt, was du träumst. Die Bilder – archaisch und archetypisch in ihrer Symbolik – sind für dich bestimmt, dargereicht vom Verborgenem und Essentiellsten deiner selbst. Wer keinen Zugang zu diesem kryptischen Teil seiner Persönlichkeit hat, bleibt ein Dichter gespreizter Verse, die genauso angepasst und künstlich fabriziert sind wie die Persona, mit der wir täglich ans Licht treten und anderen begegnen.“

(S.36)

„Poesie entsteht oft unwillkürlich, ist eine Wahrheit, die uns herausrutscht, die sich durch die gewählten Verhüllungen hindurch Bahn bricht. Sie entzieht sich unserem Wunsch etwas zu verbergen.“

(S.41)

„Natürlich kann man über Dichotomien, Karyatiden und Epitaphe schreiben, aber dann müssen in derselben Strophe auch ein paar Kaninchenköttel, ein Lippenstift und ein nasses Papiertaschentuch auftauchen.“

(S.48)

„Jeder Schriftsteller, der so eng an seine Autobiographie gebunden ist, beschränkt sein Werk auf ein individuelles Schicksal und verbaut sich den Zugang zum Universellen und Heiligen, den Zugang nicht nur zu der Welt, die seit Anbeginn der Zeiten alles und jeder mit allem und jedem verbunden ist, sondern auch zu der Literatur, in der unsere Vorläufer dem, was Leben für ein jedes Wesen bedeutet, erzählend Gestalt verlieh.“

(S.49)

„Was mich an der gängigen Psychologie und Soziologie ärgert, ist die Verkennung des Wissens, das von alters her in Mythen, Volksmärchen, Fabeln und der poetischen, vorwissenschaftlichen Art der Wiedergabe gespeichert ist. Es gibt nicht so etwas wie den neuen Menschen. Er wird immer einen Körper haben und einen Geist, und seine Psyche ist genauso begrenzt ausgestattet wie der Körper mit Kopf, Rumpf, Armen, Beinen, Wasser, Blut und Eingeweiden. Was sich als moderne Sicht des Menschen und der Welt geriert, ist seit Jahrtausenden ein und die gleiche Geschichte mit ein und den gleichen Charakteren, nur wurde sie immer wieder in eine neue Form gegossen. Wer die Mythen kennt, sieht sie in jeder Gestalt wiederkehren, die Helden und die Feiglinge, die Herren und Knechte, die Götter und gefallenen Engel, den Verrat, den grausamen Tod und die Wiederauferstehung, Zersplitterung und Wiederherstellung der Einheit, den Doppelgänger, die Späße und Possen der Betrüger und Schelmen, die Verurteilung, Bestrafung und Erlösung des Sünders, die verbotene Liebe zwischen einem Mann und einer Frau feindlicher Stämme, die Frau als Jungfrau, Mutter und Hexe, die Gralssuche nach dem ultimativen Wissen, nach dem echten Selbst, das Aufbegehren gegen den Vater, das Gesetz, die eigene Natur. Es ist gesehen, gedeutet und in einer anschaulicheren, reicheren Sprache als der der Wissenschaft beschrieben worden. Um Prophezeiungen machen zu können, braucht man nur den Faden eines bekannten Schicksals aufzurollen, den unausweichlichen Plot einer alten Geschichte, die Tragik eines Archetypus. Wenn man Ikarus begegnet, weiß man, dass er eines Tages abstürzen muss, wenn man neben einem Dr. Jekyll schläft, weiß man, dass man am nächsten Morgen neben Mr. Hyde aufwacht kann. Und wenn man Elektra begegnet, weiß man, dass sie ihre Mutter ermorden wird beziehungsweise die Mutter in sich selbst.“

(S.71/72)

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33 Gedanken zu „Connie Palmen – Du sagst es

  1. „Im Namen von …?“ — Es ist eine starke Sprache, von der starke Impulse ausgehen, die faszinierende Gedanken und viel Wissen transportiert und die schon unter die Haut gehen kann. Zugleich aber wehrt sich etwas in mir, mich auf diesen Text einzulassen. Denn außer Faszination fühle ich eine instinktive Abwehr, die mit der doppelten Verstrickung zu tun hat, die sich hier auftut. Die Autorin Conny Palmen spricht „im Namen von“ Ted Hughes, der seinerseits (in den Zitaten) eine Besessenheit offenbart, einer anderen Person, Sylvia Plath – zu ihrem „wahren Selbst“-Ausdruck verhelfen zu wollen. Und der ihren Tod seinen Tod nennt – womit er ihr sogar ihren eigenen Tod zu rauben unternimmt. „Herr, gib jedem seinen eignen Tod!“ möchte ich da mit Rilke ausrufen. Es ist so viel Übersteigerung und Selbstherrlichkeit in den an sich richtigen Sätzen enthalten (zB der letzte Abschnitt über die Archetypen; „Um Prophezeiungen machen zu können ….“), dass sie, anstatt zum menschlichen Verständnis zu führen, das Unverwechselbare des ganz eigenen Lebens und Schicksals des anderen auslöschen. Sylvia Plath wird verschlungen und verdaut, um Ted Hughes und irgendwie auch Conny Palmen Leben zu geben.

    Ich weiß nicht, ob ich mich in dieser Kürze verständlich machen konnte. Vermutlich werde ich auch dem Buch überhaupt nicht gerecht, das ich nur aus diesen Zitaten kenne. Sollte ich es lesen?

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    • Liebe Gerda, du solltest es vielleicht wirklich ganz lesen, denn es fehlt ja doch eine ganze Menge. Wenn er zum Beispiel schreibt, dass ihr Tod auch seiner war, dann habe ich es aus dem Zusammenhang heraus verstanden, dass er von der Öffentlichkeit danach „gemordet“ wurde, er war fehlbar, er hatte eine Affäre mit einer anderen, was zu einer Trennung der Beiden führte und letztlich dazu, dass sich Sylvia Plath das Leben nahm. Daraus drehte man nach ihrem Tod an seinem Strick.
      Trotzallem konnte er sich auch danach als Schriftsteller behaupten.
      Was mir aber allerdings auch immer wieder etwas quer reinlief, war, dass er meinte zu wissen, was es für sie bräuchte, um ihre zeitweise wirkende Blockade aufzuheben, vielleicht sogar ihre depressiven Phasen, ihre Todessehnsucht zu „heilen“ … es war nicht ihr erster Versuch sich das Leben zu nehmen.
      Er war ein Mann, so wie Connie Palmen es darstellt, der seine Frau „erziehen“ wollte … (was ja viele Männer wollen), gleichzeitig hat er aber auch mit seiner Verehrung nicht hinter dem Berg gehalten, wenigstens laut C.P.- es ist ja immer mit etwas Vorsicht zu geniessen, wenn andere über andere schreiben. Und doch schien es mir hier, dass sie versucht hat sich einzufühlen, sie hat sich durch die Werke von beiden gelesen, vielleicht auch, um das Bild des „Bösewichts“ zu relativieren.

      Dann sollte man vielleicht noch wissen, dass er schon in sehr jungen Jahren den Mythologien „verfallen“ war und die Astrologie beherrschte, sich mit dem Tarot und dem „Ojibrett“ (hoffentlich jetzt richtig geschrieben) beschäftigte, so kommt es zu den „Prophezeiungen“ …

      Soweit erst einmal
      herzliche Grüsse sende ich dir, schon nach Rom?
      Ulli

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      • Liebe Ulli! Danke für die Ergänzungen, die ich meinerseits ergänzen möchte: die zweite Frau war keine „Affäre“, er lebte mit ihr zusammen, bis sie sich ebenfalls umbrachte. Als Dichter brachte er es bis zu höchsten Ehren, wurde königlicher Hofdichter. Es geht mir übrigens gar nicht darum, ihm am Zeuge zu flicken, ich kenne ihn weiter nicht. Nur gefällt mir die Perspektive nicht, aus der das Buch geschrieben wurde. Sylvia Plath hat genug darunter gelitten, eine Ehefrau zu sein, zu allem Überfluss auch noch eine betrogene…. Ihre Poesie jedenfalls ist weit darüber und über die ihres Mannes hinausgewachsen.

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      • Ja Gerda, sie war zunächst „nur“ eine Affäre, das ist wohl wahr! Ich möchte die Poesie der beiden nicht miteinander vergleichen, so, wie ich überhaupt immer weniger vergleichen möchte, jede und jeder hat eigene Qualitäten und manches spricht mich an, anderes nicht, damit gehe ich und ich merke, dass mir diese Haltung immer mehr Weite schenkt.
        hab einen feinen Tag in der antiken und modernen Stadt
        Ulli

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  2. Ich habe etwas von Connie Palmen auch mal gelesen und in zwiespältiger Erinnerung. Sie hat Suchtthemen, was sowohl erklärt, warum es mich anzieht wie auch, warum es mich abstößt … 😉 Ich weiß aber nicht mehr, welches Buch es war.
    Danke für deine Begeisterung, Ulli, ich überlege mal und bin neugierig, wie dir die „Freundschaft“ gefällt.
    Liebe Grüße
    Christiane

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    • Liebe Christiane, gestern Abend las ich ja „Freundschaft“ an und genau über dieses Suchtthema bin ich gestolpert, ich konnte ihr nicht zustimmen, wie sie es benannte, sowie ich auch nicht allem in „Du sagst es“ zustimmen konnte, aber genau das macht den Reiz für mich aus, ich kann mich an ihr reiben und positionieren, denn eins finde ich schon, dass sie eine kluge Frau ist. Gefangenschaften tragen wir alle in uns, jede und jeder ist nur auf dem Weg sich zu befreien, von alten Mustern und Glaubenssätzen, wie auch von alten Selbstbildern etc., das finde ich z.B. in dem oberen Zitat on der Wiedergeburt sehr stimmig.
      herzlichst
      Ulli

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      • Liebe Ulli, ich weiß, dass das schon Jaaaaaahre her ist, seit ich es gelesen habe. Es kann sein, dass ich das, was mich damals störte, heute auch als befruchtend empfinden würde, denn ich habe mich gefühlt sehr verändert, seit ich auf meinem Weg bin.
        Danke fürs Aufmerksammachen auf jeden Fall, vielleicht lese ich es nochmal, wenn ich es finde.
        Liebe Grüße
        Christiane

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  3. Lust zu lesen? Kann man das bei einem solchen Buch sagen?

    Es muß eine Herausforderung sein, von dieser Beziehung zu lesen, in der ein scheinbar überaus starker, gebildet kreativer schreibender Mann, überzeugend in seinem Charisma, aber einengend und wohl auch selbstherrlich, sich mit einer hochsensiblen hochbegabten Lyrikerin verbindet, die immer wieder am Rande des Lebens ging und sich doch dieser Beziehung unterordnete, in einem Leben, für das sie nicht geschaffen war.

    Aber es muß auch ein Buch sein, dem man sich lesend nicht mehr entziehen kann, in das man mit allen Sinnen hineintaucht, wenn man sich darauf eingelassen hat.
    Wir ging es Dir dabei, liebe Ulli?

    Liebe Grüße an Dich und schön, daß Du wieder zurück bist.

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    • Liebe Bruni, ich kann nur für mich sprechen und mir ging es so, als ich die Zitate bei Pagophila las, dass ich das Buch lesen wollte und Lust darauf hatte- wie ich jetzt schon bei anderen schrieb, gibt es auch für mich die Stolperfallen, es heisst nicht, wenn mir ein Buch gefällt, dass ich allem zustimme, und genau da ist meine Lust, mein Reiz, mich durch Bücher, Filme, Artikel animieren zu lassen mich selbst zu positionieren, zu nicken, wo es für mich stimmig ist und zu verneinen und streitbar zu sein und zu bleiben, wenn ich Stolperfallen wahrnehme. Nichts langweilt mich mehr, als immer nur zustimmend zu nicken … Gleichzeitig kenne ich weder die eine, noch den anderen, on Sylvia Plath habe ich bisher nur sehr wenig gelesen, von ihm noch gar nichts, generell finde ich es schwierig, wenn jemand über andere schreibt, es ist doch immer die Frage, was nehme ich wahr und was steckt dahinter. Er sagt selbst, bzw. Connie Palmen, dass er seine Frau nur bedingt kannte, was ihm erst richtig aufging, als er nach ihrem Tod ihre Tagebücher las. Eine Erfahrung, die er mit vielen anderen Menschen gemeinsam hat- was wissen wir wirklich vom anderen, on der anderen, egal wie nah wir meinen ihr oder ihm zu sein?
      Danke für deinen Kommentar und herzliche Grüsse
      Ulli

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      • Ich kannte den Namen Sylvia Plath… sonst nichts und war sehr erstaunt., was ich alles fand, liebe Ulli. Wenn ich mich jetzt recht erinnere, hat er diese Tagebücher sogar verbrannt.
        Er kannte natürlich nur einen kleinen Teil von ihr, den, den sie ihm freiwillig zeigte u. sogar ein unter ihr wohnender Kunsthistoriker erfuhr erst nach ihrem Tod, daß sie nicht nur die seltsame Hausfrau war, die er kannte. Dabei wohnten sie wohl länger im gleichen Haus.
        Ihre Gedichte, von denen ich einige überflogen habe, waren schwierig, schwarz, duster. Bekenntnislyrik einer kranken Seele…

        Du kannst deutlich merken, Dein Artikel hat mich beeindruckt *lächel*

        Herzliche Grüße an Dich

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        • Gerade eben habe ich mir die „Birthday-Letters“ von Ted Hughes gebraucht bestellt- vor Sylvia Plath scheue ich gerade ein wenig. Sie war ja auch eine Freundin von Anne Sexton, beiden war die Todessehnsucht gemeinsam, beide waren depressiv, on Anne Sexton habe ich mir in diesem Jahr ein Buch gekauft, ich gestehe, dass sie eine grossartige Lyrikerin ist, gleichzeitig zieht mich das Düstere auch immer mal wieder nach unten. Ich selbst kenne ja auch die depressiven verstimmungen, was aber noch keine Depression ist und ich kenne aus jungen Jahren die Todessehnsucht, ich bin so froh, dass ich das Leben heute als bunt und vielfältig und nicht mehr nur als schwer und düster empfinden kann, darum scheue ich noch ein bisschen zurück …
          Liebe Bruni, ich freue mich natürlich sehr, dass dich mein Artikel beeindruckt hat – lach –
          liebe Grüsse
          Ulli

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      • Es ist schon verführerisch für einen Menschen, der die Todessehnsucht kaum kannte, so einen wie mich, nicht an diesen Dingen hängen zu bleiben. Sie haben eine seltsame Anziehungskraft auf uns.
        Ja, von Anne Sexton hab ich es auch gelesen und ich halte mich nun zurück und beobachte und denke nach, liebe Ulli

        Liebe Tagesgrüßle von mir

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        • Ich denke schon die ganze Zeit in dem Zusammenhang an Hannah Höchs Satz, dass es Themen in einer/einem jeden gibt, die immer mal wieder auftauchen. Bei Anne Sexton und Sylvia Plath war es die Depression, die Todessehnsucht, bei Sylvia Plath auch der frühe Tod ihres geliebten Vaters, den sie erst spät entthronisierte, wenn überhaupt. Und natürlich erkenne ich auch in mir gewisse Themen, die immer mal wieder auftauchen, wenn sich auch ihre Gestalt verändert, weil ich mich verändert habe, weil ich neue Erkenntnisse gewonnen habe. Warum manche aber an alten Bildern von sich selbst oder anderen hängen bleiben und andere nicht, das bleibt für mich ein Rätsel.
          liebe Grüsse, ich denke gerade auch 😉

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      • DU sagst hier etwas sehr Wahres! Was sind die Gründe?
        Die jeweilige Wahrheit liegt immer auch im darüber Schreibenden begründet.
        Vollkommen objektiv zu sein, ist oft kaum allzu bewerkstelligen. Es muß nur z. B. eine einzige kleine Quelle fehlen und schon ist das Ergebnis anders als mit dieser Quelle…

        Über die vielen Wahrheiten gäbe es viel zu schreiben. Vor einigen Jahren war mir das noch nicht so bewußt wie heute.

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      • Das ist die Krux, liebe Bruni, dass auch Wahrheit relativ ist und bleibt, wenig habe ich bisher gefunden, was ich als feststehende Wahrheit benennen kann, nur in der Richtung: auf den Sommer folgt der Herbst, auf den Tag die Nacht … das kann man nicht bestreiten, aber bei allem was mit Menschen und ihren Seelenzuständen zusammenhängt wird es richtig schwierig. Mir hilft es zu sagen und zu denken: Jetzt … ist es so …

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      • tja, das Ding mit der Wahrheit… und doch hätten wir gerne möglichst viel davon…
        Wenn man über einer scheinbar feststehenden Wahrheit nicht das eigene Denken ausschaltet, ist alles richtig

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  4. Dieses Buch kenne ich nicht, aber ich habe vor wenige Jahren „I.M.: Ischa Meijer – In Margine. In Memoriam“ von ihr gelesen. Das Buch hat mich gefesselt, angezogen, angewidert und verstört. Danach wollte ich noch mehr von Connie Palmen lesen, aber irgendwie ist es nicht dazu gekommen. Auf jeden Fall bleiben ihre Bücher wohl nicht ohne Wirkung. Danke für die Auszüge und Eindrücke!

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    • ich habe gerade „Freundschaft“ von ihr gelesen, es gibt vieles, was sie behauptet oder als Amen in der Kirche darstellt, womit ich nicht immer unbedingt einverstanden bin- ich mag diesen Absolutismus nicht wirklich-
      herzlichst
      Ulli

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