Ostschild

DSC_0218

„Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt,

erschiene dem Menschen jedes Ding so, wie es ist,

endlos.“

William Blake, Die Hochzeit von Himmel und Hölle

Der Osten ist der Schild, wo die Schlange ihren eigenen Schwanz verschluckt – hier treffen sich Tod und  Geburt (Wiedergeburt).

0195aa 24.08.16 mein schild

„Allem Zukünftigen beißt das Vergangene in den Schwanz“ – mit dem Ouroboros oder Uroboros (griechisch Οὐροβόρος „Selbstverzehrer“, wörtlich „Schwanzverzehrer“; von griechisch ourá „Schwanz“ und bóros „verzehrend“; Plural Ouroboroi bzw. Uroboroi) und ähnlichen Symbolen ist die Ewige Wiederkunft (Friedrich Nietzsche) illustriert worden.“

( … konnte ich bei Wiki nachlesen)

Wer mein Buch „Gamuppels Sternenreise“ gelesen hat, wird sich an Sssa erinnern, die Schlange, die den kleinen Planeten von Gamuppel und ihn selbst bewacht, sie ist Uroboros …

Ostschild:

Die Zeit ist der Sonnenaufgang, die Jahreszeit der Frühling, Das Element ist das Feuer, die Farbe Gelb, Adler_in wohnt hier, die göttliche Liebe, die Spiritualität, Geist/Seele, die Visionärin/der Visionär, die Kreativität = Schöpfungskraft, die Vision = die Idee.

Hier finden sich Närrin/Narr, Trickster und die Coyoteenergie- nenne sie deine Überprüfer_in, oder finde ein neues Wort für die Instanz in dir, die dich auf die Probe stellt, die dich narrt, an der Nase herumführt, die dir zeigt was wirklich ist und nicht das, was du über dich, über das Leben, über alles und alle anderen denkst.

Osten 03

Geburt, Leben und Tod ist der ewige Reigen, Ein – Aus das Leben. Ein Thor, wer nicht wenigstens einmal nach dem Woher, Wohin und der Sinnhaftigkeit gefragt hätte! Im Osten geht es um die (eigene) Spiritualität: Was ist mir heilig? Woran glaube ich? Womit bin ich verbunden? Wie zeigt sich meine Schöpfer_innenkraft, wie sieht sie/er aus, ist es sie, ist es er, ist es überhaupt?

2013 im Juni fuhr ich zu einem Seminar, dass Meredith Little, zusammen mit meiner Lehrerin und drei anderen, leitete. Eine ganze Woche lang ging es nur um den Osten. Bis dahin war dieser Ort für mich in weiten Teilen im Nebel geblieben. Ich erahnte ihn mehr, als dass ich ihn wirklich bis dahin in mir gefunden hätte. Zu viele Fragen, zu viele Unsicherheiten stellten sich mir in den Weg.

Da es sich bei dem Modell der Vier Schilde um ein psychologisches Modell handelt, muss die Seele reif oder bereit sein, um mit den Schilden zu tanzen, um sie zu sich zu nehmen, um sie in sich zu verorten. Hindernisse und Nebel erzählen genauso vom Stand der Seele, wie Licht und Verstehen. Alles ist richtig, weil alles Jetzt ist. Es gibt in den Vier Schilden und den darin gemachten Erfahrungen kein Richtig und kein Falsch, alles ist heilig und alles gehört zu der eigenen Geschichte, die gewürdigt, integriert und gewandelt werden will.

Überraschender Weise hatte ich in der Woche mit Meredith leichte Gänge (gemeint sind hier die Aufgaben in der Natur und deren Ergebnisse). Am Ende des Seminars fragte mich Meredith: „Was machst du wenn all das wiederkommt?“ – „Ich hoffe, ich erinnere mich.“

Diese Frage, verbunden mit meiner Antwort, ist unvergessen. Sie ist seitdem meine „Medizin“. Sie beinhaltet das, was Nietzsche (s.o.) „Die Ewige Wiederkunft“ nennt, was ich vor einigen Tagen so beschrieb: Eine Wiederkehr, eine Wiederkehr. Ja. Immer-wieder-eine-Wiederkehr. Bewegung, Schnittstellen, Begegnung, Schnittpunkt, Stopp … weitergehen, wiederkehren.

Gemeint ist damit, dass gewisse Themen immer wiederkommen können, gleichzeitig aber haben wir eine weitere Umdrehung ums Rad gemacht, sodass das Thema nicht mehr dasselbe, wie zuvor ist; wie ich nicht die bin, die ich war, als sich mir das Thema zum ersten, zum zweiten, zum dritten, zum … Mal zeigte.

Osten 05

Gerda schrieb es am 31.08. auf ihrem Blog so:

Einer dieser Sätze lautet in gängiger Übersetzung: „Du kannst nicht zweimal in denselben Fluss steigen“. Das Originalzitat las ich heute nach: Ποταμώ ουκ έστιν εμβήναι δις τω αυτώ. Und das heißt: Du kannst nicht zweimal als derselbe in den Fluss steigen.


Noch einmal möchte ich Steven Forster und Meredith Little selbst zu Wort kommen lassen:

0130 29.07.15 trauer

Wenn wir unsere eigene Dunkelheit nicht aufgeben können, sind wir zu kraftlos, das Licht zu erkennen, selbst dann, wenn es uns mit der Wahrheit blendet. Wenn wir umgekehrt zu kraftlos sind, das Licht zu erkennen, können wir unsere Dunkelheit nicht aufgeben. Das Kind (Süden), das der Adoleszenz (Westen) nie entwächst, ist den Meeren der Erinnerung und des Gefühls ausgesetzt. Es verweigert den Wandel, fühlt sich in der Falle von Labyrinthen aus Möglichkeiten, wird zu einer wandernden Seele, die an einem sterbenden Körper haftet. Obwohl der Winter (Norden) gerade um die Ecke wartet, bleibt die Jahreszeit immer Herbst.

Der Schild des Neugeborenen steht in verblüffendem Kontrast zum Schild des jugendlichen Herbstes. Anstelle von Dunkelheit und Schatten gibt es dort Licht, Erhellung, Erleuchtung. Anstelle von Insichgekehrtheit und Innenschau strahlen dort Ekstase und schöpferischer Ausdruck. Anstelle psychischen Gefühls gibt es spirituelles Wissen. Im Herbst muss das Selbst lernen, das Selbst zu lieben. Im Frühling muss das Selbst lernen, den Geist zu lieben. Im Herbst sieht die menschliche Natur mit dem Auge der Selbsterkenntnis. Im Frühling sieht die menschliche Natur mit dem Auge der Imagination – das Große Bild. Im Herbst hausen die gefährlichen Ungeheuer des Gewissens – Schuld und Reue. Im Frühling ist das Gewissen nur ein illusorisches Hindernis für die Freiheit. Im Reich der Morgendämmerung gibt es weder Fesseln noch Gefängnisse (…)

Wenn Sie tatsächlich die Natur sind und die Natur ist Sie, dann ist jetzt die Jahreszeit (Frühling/Ostschild), sich selbst zu erschaffen, sich selbst zu heilen, sich selbst Briefe mit ausgebrüteten Eiern zu schicken.

„Initiation und Übergangsriten sind keine sozialen Formen, die der Gemeinschaft von wunderlichen Autokraten auferlegt wurden. Initiation folgt dem Weg, den der Körper nimmt, um Geist zu werden. (…)

Osten 02


Ich sagte es schon: Das Ostschild ist tricky! Und wie ich an euren vielen Kommentaren zu den ersten drei Schilden sehen konnte, ist es im Prinzip kaum möglich mit nur wenigen Worten und Bildern die Schilde darzustellen. Es entstehen Irritationen, die ich gut nachvollziehen kann, da sie sich teilweise mit meinen eigenen treffen, als ich mit der Ausbildung zur Visionssucheleiterin/zum Coach ausgebildet wurde.

Willkommen ist jede Frage und jede Irritation – ich lerne durch euch – eins meiner immerwiederkehrenden Themen heißt Klarheit und Weite, da gibt es noch viele Felder, ich erahne noch zig Umdrehungen!


Anmerkung

Das zweite Bild zeigt einer meiner persönlichen Schilde – im Süden wohnt bei mir nicht Maus, sondern Schildkröte, im Norden nicht Büffel, sondern das weiße Rentier mit den durchsichtigen Flügeln, im Osten nicht Adler, sondern Rabe, nur im Westen wohnt die Bärin, wie im klassischen Schild – alles hat seine Gründe …

Ich zeige es euch deswegen, um noch einmal zu unterstreichen, dass das eine das Modell ist, das andere die eigene Erfahrung … alles ist heilig!

zum Ostschild passt folgender Artikel von mir:

https://cafeweltenall.wordpress.com/2013/01/22/so-ging-es-lange-zeit/

und dieser, den ich vollkommen vergessen hatte:

https://cafeweltenall.wordpress.com/2012/05/14/ostschild/

Zitate aus dem Buch:

Steven Foster, Meredith Little – Die vier Schilde – Initiationen durch die Jahreszeiten der menschlichen Natur – Arun Verlag – ISBN 3-935581-72-6

36 Gedanken zu „Ostschild

    • Ja, lieber Arno, es ist wirklich viel Stoff, ich freue mich, dass du dennoch ein paar Zeilen hinterlassen hast, danke.
      Es gibt einen Satz, ich weiss nicht mehr von wem: „Gehe in Schönheit“, den modifiziere ich jetzt: Gehe in Weite …
      herzliche Morgengrüsse vom blauen Berg

      Gefällt 1 Person

  1. Der Wechsel von Tag und Nacht, der Jahreszeiten, der Blüten und Früchte, und was sonst von Epoche zu Epoche entgegentritt, damit wir es genießen können und sollen,!diese sind die eigentlichen Triebfedern des irdischen Lebens. Je offener wir für diese Genüsse sind, desto glücklicher fühlen wir uns…
    Sagte Goethe mal

    Gefällt 2 Personen

    • Guten Morgen, liebe Gerda, auch ich schaue später – heute Abend – zu dir herein und werde dann auch deinem Link folgen, jetzt bin ich schon wieder auf dem Sprung.
      Geniesse den Tag …

      Gefällt 1 Person

    • Das ist wieder so ein Moment, in dem mir etwas blümerant wird, vor Freude! Und dann kommt meine Unbeholfenheit- stelle dir ein kleines Mädchen vor, dass sich freut, verschämt grinst und mit dem linken Fuss die rechte Wade entlangfährt 😉
      Danke Silke, ich freue mich, dass du dich in meinem Café so wohl fühlst. Dass meins für dich Wegbegleitung ist, das ist für mich ein besonderes Geschenk.
      Herzliche Abendgrüsse
      Ulli

      Liken

  2. Liebe Ulli,
    Mir ergeht es ähnlich wie dem guten Arno von Rosen, ich muss mich erst einmal sortieren. Das ist viel Information und ich folge mal Deinen Links. Wie so oft, wenn ich mit indianischer Weisheit konfrontiert werde, finde ich etwas in mir, das still zustimmt und nickt, als hätte es in mir irgendwo schon seit gefühlt immer einen Zugang dafür gegeben. Ich durchstreifte als Kind lieber die Wälder als die Stadt, die vielen Menschen machten mir zu viel Angst und das ist bis heute so geblieben. Nur in der Kathedrale des Waldes, in seinen saisonalen Verfärbungen, den Rufen der Vögel und des anderen Getiers in seinen Tätigkeiten, finde ich die innere Einkehr und Ruhe um diese Schilder von denen Du sprichst, in mir zu fühlen und zu finden. Der Frühling ist meine tröstlichste, meine liebste Jahreszeit, sogar noch vor dem Sommer. Wenn die ersten Schneeglöckchen aus dem Boden spitzen, beginnt mein Herz zu lachen und im Herbst beweint es immer die toten Blumen und streichelt Bäume in den langen Schlaf dunklerer Tage. Auf meinen Wanderungen begegnen mir Menschen und Tiere. Wenn ich Visionen suche, messe ich allem Sinn und Bedeutung bei und fand noch immer Antworten dabei. Schon als kleines Mädchen hatte ich im Wald einen „Denkbaum“, eine alte Kiefer. Sie steht noch heute, sie hat sich kaum verändert über die Jahrzehnte. Ich trug ihr alles an und manchmal legte ich mich auf die Erde und horchte hinein. So seltsam war ich und bin ich manchmal. Darum Danke. Es ist so schwer, solche Weisheit wie die Deine komprimiert zu finden, es macht mir großen Spaß zu sehen, wie Gerda Dich weiterträgt in Bildern und Gedanken. So entsteht Kunst. Es ist fein, wenn ich Dich fragen kann, wenn es etwas zu fragen gibt, ich habe das Gefühl, Du weißt und kennst viele gute Antworten und Ideen. Liebe Morgengrüße von der Fee

    Gefällt 3 Personen

    • Liebe Stefanie, ja, du hast die Schilde in dir, du bist in Kontakt und nur darum geht es. Alles ist Spiegel, alles ist du und alles ist ich …: im tibetischen Buddhismus wird über die relative und die absolute Wirklichkeit philosophiert, ich denke immer, dass wir in der relativen leben, das sind unsere Alletage, mit allen Wirrnissen und dann gibt es diese Momente da draussen unter dem freien Himmel, mit den Füssen auf dem Boden und einem offenen Herz und wir können kurze Momente der absoluten Wirklichkeit erhaschen. Ob es wahr ist?
      Durch die 4 Schilde und meiner Beschäftigung auf vielen Ebenen mit ihnen durfte ich auch erfahren, dass sich die Weisheiten von den amerikanischen Ureinwohner_innen kaum von denen der Tibeter_innen und anderen Völkern unterscheiden … Die Menschen machen in den modernen Zeiten viel Gewese um ihre Individualität, anstatt in die Verbindung zu gehen.

      „Der >Geistsprichthaben tatsächlich< eine Stimme. Gehört die Stimme zur Natur oder zu uns? Was ist der Unterschied?" – Steven Foster & Meredith Little

      Ich freue mich sehr über unseren Austausch und darüber wie meins in dir weiterschwingt, wie überhaupt hier mit dir, mit Gerda und einigen anderen so einiges hin und herschwingt. Ich mag das alles sehr.
      Freudige und herzliche Grüsse
      Ulli

      Gefällt 2 Personen

  3. Ich gehe Stück um Stück voran, beginnend mit der Nietzsche-Auslegung des Ourobolos-Symbols. Er sagt ja, das Vergangene fresse das Zukünftige auf, und so kommt es zu einer ewigen Wiederkehr des Gleichen. Das ist Nietzsches verzweifelt negative Weltsicht. Für ihn gibt es keine Entwicklung, sondern nur die zyklische Wiederholung des Gleichen bis in alle Ewigkeit. Mit Verwandlung u Höherentwicklung hat das leider gar nichts zu tun.
    Du sprichst auch von der ewigen Wiederkehr, betonst zugleich, dass jede Wiederholung eine Steigerung sei bzw sich auf einer höheren Spiralebene befinde. Das heißt, es ist eben keine Wiederkehr des Gleichen, sondern eine Entwicklungsspirale. Ich finde diese Unterscheidung wichtig. Die alten Kulturen lebten tatsächlich nicht mit der Vorstellung von Entwicklung, sondern mit der von Erhaltung. Ihre Rituale zielten darauf ab, die Wiederkehr (zB der Mondin) zu sichern. Heute sprechen wir von Entwicklung, ohne die wir das Leben unerträglich fänden. Wie siehst du das?

    Gefällt 2 Personen

    • -M- gute Frage 🙂 …

      Ich glaube an eine geistige und seelische Entwicklung, in immer den gleichen menschlichen Entwicklungsphasen. Ich denke an die Geburt, an dieses kleine hilflose Wesen, dass dann heranwächst und selbständig wird, bis es sich löst, den eigenen Weg sucht und hoffentlich findet, reifer wird, reif, alt und stirbt- das sind die immerwiederkehrenden Zyklen, so wie Vollmond zu Neumond wird und dann wieder zu Vollmond, wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Tag und Nacht … eine stetige Wiederkehr, aber nie selbig, nur gleich.
      Wie all das ein Mensch erlebt, wie sie/er es ausfüllt oder nur geschehen lässt oder gar lenkt, macht die Differenzierungen aus.

      Dann ist das Bild der Spirale und das des Rades, wir drehen uns mit den vier Jahreszeiten um unser Lebensrad (ich bleibe absichtlich im Bild der Vier Schilde), wenn du die Bewegung einer Spirale verfolgst, so geht sie in beide Richtungen: von Innen nach Aussen, von Aussen nach Innen und das letztendlich im Kreis- hier verorte ich die Themen, die mich immer mal wieder einholen, mit denen ich schon etliche Umdrehungen gemacht habe, die mir manchmal lästig sind und doch, immer wenn ich mich dann doch wieder einlasse (die Klügere gibt nach 😉 ), erkenne ich, dass es anders geworden ist, dass ich anders darin schwinge und fühle und denke. Es ist eine Wiederkehr, aber nicht im Sinne von trostlos und schwer, auch wenn es manchmal so „erscheint“. Und wieder ist es nicht selbig, nur gleich.

      Fortschritt ist ein seltsame Dynamik, immer muss er die Altvorderen überzeugen, die sich wehren, die sich vor allem Neuem und Fremden fürchten, doch er hat Zugkraft, wenn auch die einer Schnecke! Fortschritt geht vor und zurück, aber auf längere Zeiträume gesehen zieht er die Lebensformen voran (im Selbst eines Menschen, genauso wie gesellschaftlich). Gerade deswegen finde ich es so wichtig lebendige und lebbare Visionen von persönlichen und kollektiven Lebensformen zu entwickeln, Samen zu säen, dran zu bleiben, es ist noch immer vorwärts gegangen. Vieles werde ich nicht mehr erleben, aber das juckt mich nicht!

      Die Schlange, die sich in den Schwanz beisst, ist für mich das Symbol von Geburt – Wachstum – Leben – Altern – Sterben – Tod – (Wieder-)Geburt

      Das Zukünftige wächst immer auf dem Boden des Vergangenen, so verstehe ich Nietzsches Satz, aber ich schaue auf die Entwicklung und den Fortschritt, auch und imbesonderen bei der Menschheit, wobei sie ja insbesondere Jetzt viel dafür tut, dass ich den Glauben verlieren könnte, gäbe es nicht auf der anderen Seite so viele andere Menschen, die anderes schon jetzt leben. Es geht ums Tun …
      Entwicklung und Erhaltung sehe ich nicht als Widerspruch.

      Puh, du Liebe, das war herausfordernd, auf die Klarheit!
      Was meinst du?

      Gefällt 1 Person

      • ich habe eben erst deine Antwort gesehen, mein zweiter Kommentar nicht darauf nicht Bezug. Deine Antwort ist wieder voll schöner Gedanken, die ich auf mich wirken lassen möchte, bevor ich sie zerpflücke. 😉

        Gefällt 1 Person

      • Nun sitze ich in der luftigen zirpenden duftenden Nacht und tippe mit einem Finger meine Bemerkungen zusammen. Ja, freilich entwickelt sich der Mensch zwischen Geburt und Tod so wie du sagst, wenngleich doch nicht ganz so wie der Mond in seinen Zyklen, denn er wird nicht nur größer, älter, nimmt zu u ab, sondern er verändert sich in seiner Qualität. Ist das aber der einzige Zyklus des Menschen? Oder geht die Seele durch Welten anderer Art zwischen Tod u Wiedergeburt, so dass sie als ein anderer wiedergeboren wird? Dann könnte man von Entwicklung sprechen. (Fortschritt gehört für mich zu einer anderen Begrifflichkeit).

        hier hör ich mal besser auf. Die Eulen versammeln sich schon auf dem Dach, um mir in meiner Weisheit ein Ständchen zu bringen. 😉

        Gefällt 2 Personen

      • Ja, das stimmt, dass Fortschritt in einem anderem Kontext steht, ich denke bei Fortschritt immer ans Voranschreiten, aber hier, in „unserem“ Feld geht es ja um die Entwicklung der Seele, an die ich glaube.
        Zur Wiedergeburt habe ich ein zwiespältiges Verhältnis, da bin ich wie ein Zwilling, sage ja und nein, manchmal, wenn ich meine zynischen Stunden habe, dann denke ich, was sich die Menschen doch alles Feines ausdenken, um sich selbst zu trösten, dass sie sterblich sind und um nicht in der Sinnlosigkeit zu versinken … Gleichzeitig habe ich eine Theorie zur Wiedergeburt über die wir uns gerne einmal die Köpfe heiss reden können- mir nimmt das gerade hier und jetzt zu viel Zeit und Raum, die ich beide Zurzeit nicht habe, um all diesen tiefen Fragen des Lebens ausführlich und adäquat zu beantworten, auch wenn es mich ein bisschen dauert …
        Nur kurz: ich habe meinem Leben einen Sinn geben können, das war Entwicklung, dafür bin ich dankbar.
        Ich sage und lebe meinen Satz: ich möchte mir am Ende ins Gesicht schauen können und im Frieden gehen mit dem was war und dem, was nicht war. Wenn ich das wirklich schaffe, dann ist es gut. Und wenn dann meine Seele wirklich wandert und sich noch einmal wandelt, um wiederzukehren, dann ist auch das gut.

        Gefällt 1 Person

      • Danke Ulli. Nein, die Köpfe wollen wir uns nicht heiß reden, und schon gar nicht über eine Frage, die sich durch Reden nicht aufklären lässt. Ich hab eher zögernlich dieses Thema in unseren Dialog hineigegeben, sozusagen als nächtlichen Eulenruf, und bin froh und sehr einverstanden mit deiner Antwort. Vor allem freilich mit dem Teil, in dem du von Sinnerfüllung im jetzigen Leben sprichst. Was ich sonst noch dazu denke, braucht nicht hier zu stehen. Ich wills im Rahmen meiner „inneren Gedanken“ darstellen, aber weiß noch nicht wie.
        Hier donnert es, die Betten wurden reingeschleppt und das Hemd klebt am Körper fest. Mir gefällt diese leicht verdüsterte Atmosphäre, die nach Regen riecht, sehr. Mein Hund aber verkriecht sich unter den Tisch, sobald Zeus spricht.

        Gefällt 1 Person

        • Gestern Nacht arbeitete ich noch an zwei neuen Bildern, ich dachte nichts, liess geschehen- was sich einwebte und was nicht, wer weiss das schon?
          Möge es kräftig regnen und danach das Land duften …

          Gefällt 1 Person

  4. Liebe Ulli, ich bin eine schreckliche Kopfgeburt. Alles will ich im Kopf begreifen, was ich im Herzen längst weiß. Aber was soll ich tun? Klarheit brauche ich auch in Begriffen. Also gehe ich zum nächsten Abschnitt. „Hier finden sich Närrin/Narr, Trickster und die Coyoteenergie- nenne sie deine Überprüfer_in, oder finde ein neues Wort für die Instanz in dir, die dich auf die Probe stellt, die dich narrt, an der Nase herumführt, die dir zeigt was wirklich ist und nicht das, was du über dich, über das Leben, über alles und alle anderen denkst.“ Trickster – den kenne ich von den Jungschen Archetypen her, es ist eine Entwicklungsstufe des männlichen Archetyps. Er führt an der Nase rum, ja, er macht sich lustig, er prüft dich wie Eulenspiegel seinen Herrn. Er nimmt dich beim Wort und lacht sich eins, wenn du erkennst, dass das, was du sagtest und meintest, dich in die Irre führt. Aber zeigt er, was wirklich ist? Nein. Er ist ein Eulenspiegel – ein Spiegel unserer eulenhaften Ernsthaftigkeit. Was man durch ihn lernen kann, ist, sich nicht zu überschätzen, sich nicht so schrecklich ernst zu nehmen, sich ins Spiel der Illusion, des Scheins, der Commedia del Arte zu mischen. Das Leben als Maskenspiel.
    Das fällt mir dazu ein. Wie siehst du das? Träume wundervoll in den September hinein, diesen blauen Monat voller Wunder. Eule Gerda

    Gefällt 2 Personen

    • Da sind wir nicht weit von einander entfernt, liebe Gerda, auch ich will auf dem Weg des Herzens nicht den Kopf vergessen mitzunehmen, sie spielen mittlerweile recht gut miteinander (der Süden und der Norden … )
      Besser kann ich den Trickster nicht beschreiben. Da danke ich jetzt dir.
      Oh ja, und der September … 🙂
      schlaf gut

      Gefällt 1 Person

  5. Liebe Ulli, ein wundervoller weiter, weitsichtiger Text, der erklärt, was man/frau weiß und doch sind die Worte anders und ähneln doch dem, was ich in mir fühlte, an vielen Stellen las und nun hier bei Dir so höre, daß i ch mich freue, doch nicht so ganz falsch mit meinen Überlegungen gelegen zu haben. Bei Gerdas Fluß, der fließt, immer und jedes Mal ein anderer ist, in den ich steige und immer bin ich anders, nähere mich ihm anders und erlebe ich ihn anders. Alles fließt, nicht bleibt gleich. Ein ständiger Reigen der Dinge und Wesen

    Und *Ein Thor, wer nicht wenigstens einmal nach dem Woher, Wohin und der Sinnhaftigkeit gefragt hätte!*

    Oh ja, so ist es und ich erkenne eine Liebe zum Ostschild, zur frühen Zeit im Jahr, zum Frühling, der Zeit des Wiedererwachens und neuen Entstehens.

    Herzliche späte Abendgrüße von Bruni

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Bruni,
      das ist wieder so ein wundervoller Brunikommentar, für den ich dir von Herzen danke.

      Während meiner ersten Aufgabe in der Natur (einer ersten Frage) zum Ostschild fand ich Mitten im Oktober und im braunen Laub eine leuchtend gelbe Schlüsselblume … es trafen sich zum ersten Mal der Westen und der Osten – zugegeben, das sind meine zwei Lieblingsjahreszeiten, hier tanzt mein Herz, im Frühling und im Herbst – den Sommer empfinde ich selbst oft nicht so unbeschwert, wie viele andere, das mag an meinem schweren Nordschild liegen, dass das Südschild bremst … wenn Kinder zu schnell erwachsen werden müssen …

      Und nein, du hast nie ganz falsch gelegen, das tut mir leid, wenn es für dich so war- mir war daran gelegen, dass keine Missverständnisse aufkamen, klar zu sein … weit war ich dabei leider fast gar nicht, das ist das, was mir im Nachhinein auffiel. „Es gibt immer noch etwas in uns, was reifen will.“ 😉

      Herzliche Spätabendgrüsse
      Ulli

      Gefällt 1 Person

  6. Ich habe Schwierigkeiten mit Bildern (Vorstellungen) wie denen der absoluten Wirklichkeit (Wahrheit?). Ich mag Weite und Ambivalenz, habe, glaube ich, das System der Schilde noch nicht wirklich durchschaut, sah mich bei den Zitaten unter dem Meerbild zum Teil heftig nicken – und lasse das alles jetzt einfach mal wirken. 😉 Liebe Grüße!

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Maren,
      es ist für mich mehr eine Ahnung, denn eine Wahrheit … ich bin unterwegs 😉

      Gerne tanze ich mit dir durch die Weite und wenn du mit Ambivalenz das Paradox meinst, dann tanze ich auch hier gerne weiter mit dir 🙂
      Dieses Modell wirklich zu verinnerlichen, geht meiner Meinung nach nicht allein durch den Kopf, es muss erfahren, begriffen, erspürt werden und dann kann es plötzlich zu etwas werden, was sowieso schon immer da war …
      aber herrjeh und schön … es gibt so viele Wege, so viele Modelle, ich persönlich habe hierin mein Zuhause gefunden, ohne dass ich irgend etwas was vorher gewesen wäre hätte negieren werden müssen (anders wäre es eh nicht gegangen, nicht mit mir 😉 )-

      Ich lebte und lebe für die Verbundenheit, die Vernetzung, das Miteinander und so wurde es stimmig. Ich freue mich, dass du dir die Zeit genommen hast, ist fremd, viel und vielleicht sogar sperrig?!
      herzliche Spätabendgrüsse
      Ulli

      Gefällt 1 Person

  7. Liebe Ulli!
    Was Du beschreibst ist eine für mich fremde Welt und ungewöhnliche Denkweise über das Leben und über einen selbst und über das Zusammenspiel der Dinge und ich bemühe mich zu verstehen, was ich lese. Bis bald, Liebe Grüße Juergen

    Gefällt 2 Personen

    • Ich glaube damit bist du hier nicht alleine, lieber Jürgen 😉 vielleicht ist die Annäherung einfacher wenn man an eine arachaische Symbolsprache denkt, an Märchen und Mythologien … danke für deine „Bemühung“ 😉
      herzliche Grüsse
      Ulli (heute gaaanz müde)

      Gefällt 1 Person

  8. Pingback: Was sind mir die Vögel? |

  9. Pingback: Boote und Schiffe 010 |

  10. Pingback: Der blaue Weg zum Dritten |

Ich freue mich über Kommentare

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.