Scherenschnitt

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Ich bin letzten Freitag am späten Nachmittag nach Basel gefahren. Mein Ziel war es Hochhäuser und Häuserzeilen zu fotografieren, beides fehlt mir immer mal wieder für meine Fotomontagen. Ich fand einiges und bin auch mit den Ergebnissen zufrieden.

Dann ging die Sonne unter und ich war mittlerweile bis zum Rhein gewandert.

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Ich fotografierte im Gegenlicht, heraus kamen Bilder, die mich an Scherenschnitte denken ließen.

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Ich suche immer wieder nach Möglichkeiten auch Menschen zu fotografieren, ohne die Persönlichkeitsrechte zu verletzen. Hier habe ich eine Möglichkeit gefunden.

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Manchmal sind mir meine Bilder ohne menschliches Treiben zu einsam und nicht immer will ich nur Fotomontagen und/oder Collagen machen, in denen ich dann Menschen verfremde oder Figuren kreiere. Manchmal möchte ich einfach nur dokumentieren, Leben jetzt und hier, ohne Veränderungen an den Bildern vorzunehmen, ohne Kommentare von meiner Seite.

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Als ich mit ca. 33 Jahren richtig zu fotografieren begann, war alles ausschließlich der Dokumentation gewidmet. Wie sich das geändert hat! Heute fotografiere ich oft in Hinblick auf meine Montagen oder wegen der Schönheit oder weil ich gewisse Projekte verfolge. Ich möchte wieder mehr dokumentieren.

28 Gedanken zu „Scherenschnitt

  1. Manche Dinge ändern sich im Laufe der Jahre. Unsere Motive fürs Fotografieren oder Schreiben bekommen neue Prioritäten. Meistens geschieht das unbewusst, fließend. Manchmal entscheiden wir uns bewusst. Weil unsere Kreativität das fordert. Und in einem besonderen Moment sehen wir durch das Objektiv oder ein geschriebenes Wort die Anfänge wieder. Vor einigen Monaten fiel mir auf, dass ich unterwegs alles mit der Fragestellung, ob das blogtauglich wäre, betrachtet hatte. Das eigentliche Betrachten ging dabei etwas verloren.
    Mir gefallen deine Scherenschnittfotos ausgesprochen gut. Plötzlich wurde mir auch klar, was das Besondere am richtigen Scherenschnitt ist. Wie auf deinen Fotos lassen diese Bilder der Phantasie viel Spielraum. Anders noch als Fotos in schwarz-weiß sind der Gegenlichtaufnahmen größer.
    Ups! Schon wieder so viel geschrieben.
    Ich lasse dir herzliche Grüße hier,
    Elvira

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    • Guten Morgen liebe Elvira, ist es nicht verrückt, wie das Kriterium der „Blogtauglichkeit“ uns beginnt zu vereinnahmen? Ich bin selbst bemüht das wieder sein zu lassen, vor allen Dingen, wenn ich meine Morgenseiten schreibe oder einfach so Gedanken notiere, mir nimmt das auch eine gewisse Freiheit im Sein und Tun und das geht entschieden zu weit! Aber ich stelle auch fest, dass es gar nicht so einfach ist, leider! Übe ich eben weiter.
      Ich bin ja grosser Fan von sowohl-als-auch, soll heissen, dass ich wieder auch mehr dokumentieren will, ohne das andere zu vernachlässigen. Vor drei Jahren begann ich die Weite in meine Bilder zu etablieren, nachdem ich feststellte, dass Makros toll sind, aber eben nicht das Ganze zeigen, bzw. das Ganze von mir vernachlässigt wurde, letztes Jahr dann dachte ich, dass ja beides seine Berechtigung hat und in diesem Jahr kommen eben wieder die Dokumentationen dazu, so wandelt es sich und gleichzeitig bereichert sich mein Repertoire.
      Tausend Dank für deins und liebe Grüsse an dich
      Ulli

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  2. Das Fotografieren von Menschen – ein wichtiges Thema! Ich habe da auch große Hemmungen u Suche, wenn ich sie überhaupt öffentlich zeige, nach Möglichleiten der Verfremding. Dennoch haben Portraits unbekannter Menschen die Fotografie als Kunst hervorgebracht. Ein Dilemma, das ich nicht lösen kann, weshalb ich lieber Male. Deine Scherenschnitte sind schön, aber eben keine Menschenbilder. LG Gerda

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    • Liebe Gerda, guten Morgen, stimmt, es sind keine Porträts, die Scherenschnitte zeigen Menschen in Bewegung, in Ruhehaltung und den Fährmann als Silhouette. Manchmal schon fragte ich Menschen, ich durfte immer, aber das sind nicht die Bilder, die ich will. Wir wissen, wie sich Verhalten ändert, wenn der Mensch merkt, dass er fotografiert wird, ich mag immer die spontanen Bilder am liebsten. Ja, du malst, das kann ich leider nicht, nicht Menschen und ich habe keine Geduld es zu üben, vielleicht kommt das ja noch? Sag niemals nie, nicht wahr?!
      Hab einen schönen Tag, der Berg zeigt sich seit gestern von seiner grauen Seite, ohne Regen und mit erneuter Abkühlung, eine Achterbahn ist das in diesem Sommer!
      herzlichst Ulli

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  3. Liebe Ulli, ich finde deine Scherenschnittbilder sehr gut und du bist wohl eine der Wenigen die sich Sorgen machen, ob die fotografierte Person in ihren Rechten verletzt wird. Ich frage tatsächlich immer, weil ich mir sonst wie ein Eindringling vorkomme. Natürlich bekomme ich auch Absagen von tollen Menschen, aber damit muss man eben leben. Übrigens, solche Gegenlichtbilder fehlen mir auch noch, auch, weil ich immer so verliebt in Farben bin 😉 Dir ein wunderbares Wochenende 🙂

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    • Lieber Arno, ja, ich mag Farben auch sehr gerne! Als ich anfing zu fotografieren konzentrierte ich mich auf Schwarz-weiss-Fotos, ich hatte damals das Glück in einem Fotolabor von zwei Fotografenfreunden meine Bilder selbst abzuziehen. Als ich dann von Berlin hierher zog war es vorbei damit, leider. Und was oft bei digitaler Fotografie herauskommt hat mir zu viele Grauwerte, ich habe nicht die Zeit und Musse jedes Bild nachzubearbeiten. Diese Gegenlichtbilder sind zumindest eine Annäherung. Ich mag ja das letzte Bild sehr, das, worauf man den Fährmann sieht und im Hintergrund Licht in den Häusern, das ist für mich eine feine Mischung aus fast schwarz-weiss mit etwas Farbe 😉
      Mal schauen, wie es mit den „Menschenbildern“ weitergeht. Vor einiger Zeit sah ich Fotografien von einem Japaner (Name vergessen – leider), der Menschen durch Jalousien, von oben, von hinten fotografierte, es geht ja immer ums Gesicht. Ich finde das Recht am eigenen Gesicht zwar sinnvoll, gerade in diesen Zeiten on Netzverbreitung etc., andererseits lebt die Fotografie eben auch durch die Menschen und die Porträts…
      Ich danke dir für deins und grüsse dich herzlich
      Ulli

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  4. Liebe Ulli!
    Wirklich gelungene Bilder, Scherenschnitt sowieso, und ein Thema, das auch mich umtreibt. Ich habe schon Hemmungen fremde Menschen zu fragen, ob ich sie fotografieren darf. Dabei nehmen gerade Potraits bei mir an Bedeutung zu. Also werde ich wohl wie Du einen Weg finden müssen.
    Vielen Dank noch Mals für Dein „Wegschütten-Bild“.
    Gruß Juergen

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    • Guten Morgen, lieber Jürgen, manchmal habe ich mich schon getraut, bekam auch nie ein Nein, aber es sind dann nie die Bilder geworden, die ich wollte, wie oben schon an Gerda ausführlicher geschrieben. Es werden sich Wege öffnen, um auch dies in meine Bilderwelten zu verflechten, dies ist eine der Möglichkeiten. Aber Gerda hat schon recht, es sind keine Porträts, um die es mir ja eigentlich geht.
      Wegschütten… wenn du wüsstest! Lach… Ich finde die Bilder mehr als profan, die ich dir geschickt habe, das waren eben die ersten Ideen, dabei kann man, wie schon geschrieben, so vieles wegschütten, aber so ist es wie es ist und es ist gut, solange du mit ihnen „tanzen“ kannst, was mich natürlich freut!
      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und grüsse dich sehr herzlich
      Ulli

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  5. Ich mag spontane Portraits sehr. Aber die Gesetzeslage gibt es nicht mehr her, dass man jemanden „einfach so“ knipst. Das allein hindert mich schon nachdrücklich. Dann: Fragt man vorher, machen 98 % der Leute ihr „Fotografiergesicht“, die Unbefangenheit ist weg. Fragt man hinterher, muss man sich erklären, dass man „nur“ Künstler/Hobbyfotograf/keine finanziellen Interessen, aber Datenschutz bla. Das ist in der Regel bestenfalls nervig.
    Ich habe auch keine Lösung, darf aber in meinen Kreisen herumfotografieren, wo ich dann einfach nur die mit der Kamera bin, der man glaubt, dass sie nichts Böses mit den Bildern anstellt und bei der die Leute auf Bildern immer gut aussehen (wenn die wüssten, aber das zeige ich nicht). Letzten Endes unbefriedigend.
    Danke für deine Scherenschnitte, mich begeistert das letzte am meisten, es wirkt irgendwie asiatisch auf mich, frag mich nicht warum …
    Liebe Grüße aus dem heute auch grauen Hamburg, aber wir hatten wirklich ein paar Tage Sonne!
    Christiane

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    • Liebe Christiane, genau so ist auch meine Erfahrung, wenn ich vorher frage, nie ist es dann das Bild, was ich vorher sah, so schade! Und so ganz leuchtet mit das neue Gesetz auch nicht ein. Klar, durchs Netz und die Mobbing-Mentalität nachvollziehbar, aber Fotografie lebt nun einmal auch durch die Porträts, die Menschenbilder.
      Ich mag das letzte Bild auch sehr, wie eben auch diese Baseler Fähre, es ist eine Barke (vielleicht deswegen der asiatische Eindruck, plus der Fähnchen), die per Seil über den Rhein hin und her gezogen wird.
      geniesse das Wochenende, hier ist es seit gestern auch wieder leider grau und kühl geworden, aber immerhin hatten wir fünf Tage Sommer, mehr als die zwei, drei Tage wie in den Wochen zuvor.
      Herzliche Grüsse
      Ulli

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      • Ja, tut sie, die Fotografie lebt davon, dass das fotografiert wird, was sonst nicht oder SO nicht gezeigt wird, bei allem Respekt vor den Grenzen des Menschseins, der Individualität. Aber seit es Digitalkameras gibt und damit in einem derartigen Überfluss auch Handys, seitdem wird einfach alles geknipst, und das, was man früher als „Anstand“ betitelt hat, nämlich ein gewisser Respekt, den empfinden viele gar nicht, die etwas nur um des Erregungswertes willen in die (un-)sozialen Medien werfen. Klar, die lernen das durch das Gesetz auch nicht, aber es bietet zumindest eine gewisse rechtliche Handhabe bei Veröffentlichungen.
        Wie man es auch dreht, das Dilemma bleibt. 😦
        Stimmt übrigens, mein asiatischer Eindruck kommt von der Barke, jetzt, wo du es sagst …
        Liebe Grüße aus gemütlicher Gräue
        Christiane

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  6. Dein Beitrag verursachte bei mir – hm, ja was? Irgendwo hinfahren und besondere Stellen fotografieren. Mir fällt eine Furt ein hier in der Nähe- ich könnte mich also zur Spezialistin für – wie geht der Plural – Fürte, Furts – entwickeln?
    Dein Ziel war es, Hochhäuser und Häuserzeilen zu fotografieren. Ich bin gespannt, was demnächst hier gezeigt wird – kann mir schon in etwa etwas vorstellen…
    Gruß von Sonja

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    • Ich lache, Furt, Furte… Fürte und Furts gefällt mir natürlich auch. Ehrlich (?), ick wees et och nich- na auf alle Fälle aber weiss ich, dass es mir grossen Spass macht irgendwohin zu fahren und mich weiterhin in der Fotografie zu üben. Ob ich die Häuser zeige? Na schauen wir mal, liebe Sonja, Zurzeit liegen sie hier so rum.
      schönes Wochenende dir und herzliche Grüsse
      Ulli

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  7. Es ist schwierig, ein sehr schwieriges Thema, Menschen fotografieren zu wollen und es doch nicht zu dürfen. Es gibt so viele interessante Gesichter, Situationen und das sogenannte Fotografiergesicht macht immer das kaputt, was man eigentlich ablichten wollte.

    Da ich meinen Apparat auch immer dabei habe, werde ich manchmal gebeten, doch bitte ein Foto zu machen u. genau in dem Moment, wenn ich ein Posieren bemerke, verliere ich die Lust und die Bilder werden schlecht in meinen Augen.
    Oft fotografiere ich von hinten oder auch von unten herauf *lach*. Ich möchte wissen, wie die wundervollen Portaits zustande kamen, die von bekannten Fotografen zu sehen sind. Haben sie sich hinterher die Erlaubnis zum Veröffentlichen geholt und entsorgt, wenn sie auf Ablehnung stießen?

    Schwarz-weiße Bilder habe ich kaum, weil es mir wie Arno geht, ich liebe die Farben, aber das Schwarz-Weiße ist so wunderschön u. viel zu selten denke ich daran.
    Meine Kenntnisse der Fotografie sind bescheiden, aber ich liebe dieses Hobby sehr *hüstel*

    Meine Scherenschnitte, die ich mal gesammelt habe, sehen so anders aus *g*, als Deine hier,
    liebe Ulli.
    Eine grandiose neue Variante stellst Du vor, die mir in ihrer Schlichtheit außerordentlich gut gefallen.
    Die Fähre vor der Mittleren Brücke ist das schönste für mich in Deiner kleinen Serie.
    Als ich sie das erste Mal sah, konnte ich es kaum glauben. Ich fühlte mich, als sei ich Jahrhunderte zurückgereist 🙂

    Die Fähre mit dem Münster darüber ist der Anblick, den ich am meisten liebe bei der Einfahrt nach Basel über die Wettsteinbrücke. Aber jetzt war ich lange nicht mehr da.

    Herzliche Grüße an Dich, liebe Ulli

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    • Gell, liebe Bruni, das ist so ein Stück wunderschönes Basel. Ich mag die Stadt ja sehr, dafür bin ich viel zu selten da. Ich möchte noch viel mehr dort herumstromern, als ich es schon tat. Na schauen wir mal wann das nächste Mal ist.
      Die Rechte am eigenen gesicht oder wie sich das jetzt nennt ist ja noch ein relativ junges Gesetz, es hat eben viel mit der virtuellen Welt und der Mobbinglust vieler Leute zu tun, ich verstehe das! Ich möchte auch gefragt werden. Als ich in berlin lebte, die Mauer noch stand war ich oft mit den Kindern auf dem dortogen Kinderbauernhof. Hier spukten Reisebusse Touris aus, die ihre Kameras zückten und meinten alle und jede_n fotografieren zu können, da habe ich auch mal gebrüllt, ob ich denn hier im Zoo wäre … öhm ja.
      Ich glaube nicht, dass es prinzipiell nicht geht Menschen zu fotografieren, ich glaube es hat auch viel mit der Haltung dahinter zu tun. Ich mache zum Beispiel gerne „Spökes“ hinter der Kamera und schiesse gleich mehrere Bilder hintereinander, irgendwann sind die Menschen locker . Das habe ich mich allerdings noch nicht bei fremden Menschen getraut… Lebensfreude habe ich auch schon auf der Rheinpromenade in basel fotografiert, ich glaube nicht, dass das jemand moniert hätte. Aber wer weiss- so bleibe ich meist auch bei der versteckten Kamera, bzw. dem halverdecktem Menschen…
      herzliche Abendgrüsse
      Ulli

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  8. :-), die versteckte Kamera, ja, so geht es, liebe Ulli, und doch habe ich auch da auch noch ein wenig Angst, daß sie einer im Netz findet, frag mich nicht wie, und dann kommt hinterher noch was…

    Ich bleibe vorsichtshalber in der Natur u. manchmal wird es mir zu eintönig u. dann stoße ich schon wieder an alle möglichen Ecken und Widerhaken. Es ist verflixt schwierig, das Urheberrecht einzuhalten, denn da gibt es komische Auslegungen… und doch sind sie gerade noch legal – eine Grauzone.
    Also bewege ich mich so, daß ich denke, jetzt kann niemand etwas einwenden

    Einen schönen Sonntag wünsche ich Dir mit Deinen Lieben

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  9. Mir geht es eigentlich nicht um die Rechtslage, sondern um den Respekt. Es gibt ja Kulturen, bei denen das Fotografieren von Menschen und anderen Lebewesen ganz tabu ist. Bei manchen dürfen Menschen bekanntlich nicht mal gezeichnet werden. Im britischen Gericht werden Skizzierer zugelassen, keine Fotografen. ,
    Ich bilde mir ein, mit Respekt und Liebe zu fotografieren, ja bei Kindern sogar mit einem überwältigenden Gefühl von Zärtlichkeit. Aber ich scheue mich dennoch. Als ich vorgestern beim Tanzen diese wunderbaren Kinder sah – wie gern wäre ich näher getreten und hätte ihre Freude, ihre Schönheit, ihre Lebendigkeit auf Bildern eingefangen. Aber das traute ich mich nicht, so als würde ich ein Heiligen profanisieren. Die Mammas und Pappas fotografierten und videoskopierten natürlich nach Herzenslust. Sie werden, fürchte ich, diese Bilder den Kleinen vorführen und ihre Unschuld verderben.
    Auf der anderen Seite gibt es – zB – diese wunderbaren SW-Fotos von Dorothea Lange aus den 30er Jahren, der Zeit der schweren Rezession in den Staaten. Was täten wir ohne solche Menschenportraits?
    Von deinen Fotos, liebe Ulli, beeindrucken mich am meisten die beiden mit dem Brückengeländer. es ist wie eine Illustration zu: das Gegebene – und darin eilend wir, die Menschen, mit unseren Zielen und Wünschen.

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    • Liebe Gerda, deine Sicht auf die menschenbilder mit dem Geländer sind genau meine Sicht, eilend gehen wir von hier nach da, mit und ohne Ziel, wobei meistens wohl wenigstens mit einem örtlichen, es gehört zum Menschen, dieses eilen, Stille und der langsame Gang wollen geübt werden…
      Kinderblider, was meinst du wieviele herrliche Bilder ich von den Enkelkindern habe und ihren FreundInnen, aber ich zeige sie nicht, nicht hier und auf keiner anderen Plattform. Erst kürzlich wurde in den Medien eine Warnung ausgesprochen, dies zu unterlassen, es gibt sie, die Bösen… herrjeh, zum heulen.
      Dann der Respekt, die Toleranz daor, dass andere das Empfinden haben, dass ihnen ein Stück Seele genommen wird, wenn man sie abbildet. Ich habe schon oft darüber nachgedacht, und manchmal stimme ich dem zu. Als ich vor 2 Jahren in Berlin herumstrommerte stellte ich mir vor, wie bei jedem Foto, z.B. an der Gedächtniskirche, ein Stein ein Riss bekommt, bis irgendwann alles zusammenkracht. Die Fotografie wirft viele Fragen auf, besonders die: was wollen wir mit ihr, was wollen wir sagen, wem dient sie?
      Und ja, wir hätten noch weniger Ahnung von der Vergangenheit, wenn es nicht seit 170 Jahren Fotos und seit hunderten von Jahren die Malerei gäbe, die Bildhauerei nicht zu vergessen! Wieder eins der grossen Themen, ich wurschtel mich durch und höre gut in mich hinein, was ich zeige und was nicht, aber mittlerweile auch vermehrt was ich ablichte und was nicht…
      liebe Sonntagnachmittaggrüsse an dich Ulli

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  10. Dass auch die Dinge Schaden nehmen können, wenn sie allzu oft abgelichtet werden – ja, das finde ich auch. Sie zerbröckeln vielleicht nicht sofort, aber sie verlieren nach und nach ihre Aura, durch die sie belebt sind – und dann werden sie irgendwann zur Leiche und zerbröckeln. Ich empfand das erstmals in Florenz beim Baptistirium, das ich vor vielen Jahren zum ersten und viel später erneut sah.
    Dein Satz „Die Fotografie wirft viele Fragen auf, besonders die: was wollen wir mit ihr, was wollen wir sagen, wem dient sie?“ trifft den Kern der Sache. Fotografieren ist eine Tat. Wie jede Tat kann man sie nur im Kontext von Motivation und Zielrichtung recht beurteilen. Das ist die subjektive Seite des Handelns, auf die man Acht geben kann. Die objektive Seite gibt es darüber hinaus. Wenn ich einen Menschen totschlage, fragt man mich nach meinem Warum, aber tot ist der andere auf jeden Fall. Wenn ich ein Menschenbild veröffentliche, kann ich zwar die besten Absichten haben (zB das berühmte Foto des Mädchens in Vietnam, das schreiend und nackt vor dem Napalmfeuer flieht), aber das Ganze habe ich erst, wenn ich die Wirkungsgeschichte des Bildes und vor allem die Geschichte, die ich damit für das betroffene Kind eingeleitet habe, vor Augen habe.
    Ich bin gegen Verbote (denn ich habe keine große Meinung über die Verbietenden) aber dafür, dass sich jeder Mensch möglichst bewusst ist, was er tut und bewirkt.

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    • Ich bin gegen Verbote (denn ich habe keine große Meinung über die Verbietenden) aber dafür, dass sich jeder Mensch möglichst bewusst ist, was er tut und bewirkt. Ja, genau so Gerda- ich werde mich noch einmal Susann Sonntag und ihren Schriften zuwenden, sie schrieb viel Kluges zur Fotografie, aber ich bin nie tiefer eingetaucht, jetzt ist die Zeit dafür!

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  11. Den Respekt vor der Privatsphäre der einzelnen Menschen, vor ihrem echten, unverhüllten Menschengesicht, habe ich in sehr hohem Maße u. wenn ich dort wäre, wo Fotografieren unerwünscht ist, wäre ich die letzte, die den Apparat zücken würde.
    Und wäre ich dort, wo Angst und Qual abgelichtet wird,würde ich mich schnellstens abwenden, wenn ich nicht helfen könnte, und ich verstehe die Gier nicht, die Not zeigen möchte und es schamlos in der Öffenltichkeit tut.
    Ich ziehe die Grenze sehr früh und achte das Persönlichkeitsrecht.

    Was mir mit dem Urheberrecht passiert ist, war eine sehr andere Geschichte, über die ich heute noch den Kopf schüttele…

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  12. Danke, liebe Gerda *lächel*

    Bei mir waren es keine Menschen, kein Bauwerk, das nicht abgelichtet werden darf, es war kein Gemälde, es war nur eine kleine Dekoration…
    Es ging um Geld, um sonst nichts. Weiter erklären möchte ich es hier lieber nicht.

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