Reisenotizen – 4 – In der Blase

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Ich fahre in einer Blase von Abfahrt und Ankunft, von noch kühl, zu heiß, zu schwül, zu: ich brauche noch einen Espresso. Dieses Mal war es so, andere Male war es anders oder auch so. Ich meine die Blase, in der ich keine Musik will,  keinen wirklichen Schwung habe, selbst die Vorfreude auf die Ankunft nur in meinem Kopf ist, nicht im Bauch. Es will mir scheinen, dass ich in den letzten Wochen eh sehr viel in meinem Kopf unterwegs bin!

Manchmal ist es so.

Und dann leuchtet die blöde Kontrolllampe auf, die jetzt besser nicht aufleuchten sollte. Eine, die zwar sagt, dass ich weiterfahren kann, aber am besten zu einer Werkstatt. Will ich das? Und hat sie nicht schon einmal geleuchtet und ist dann wieder ausgegangen? Nur blöd, dass das Auto nach dem Espresso kaum anspringen wollte. Die Blase verengt sich, ich mich auch, Anspannung heißt das! Und dann dieser Verkehr! Es braucht nicht zwingend LKWs, um den Verkehr zu verlangsamen und Staus aus immer denselben Gründen zu verursachen. Ich sag nur Reißverschlussverfahren. Urlaubsmüde HeimfahrerInnen drängeln was das Zeug hält und Reißverschluss war eben vorgestern. Etwas bösartig denke ich: Egomanen vermehren sich wie die Schmeißfliegen. Ich bin wirklich nicht besonders gut gelaunt.

An den Raststätten hebt sich die Laune ein wenig, es wird dort viel gelächelt, selbst auf den Klos, was eher ungewöhnlich ist. Ob jede Frau bei meinem Anblick erleichtert lächelt, weil ich nur eine x-beliebige Frau bin und keine Terroristin? So Gedanken halt. Weiterhin fallen mir extrem freundliche Espressoservierinnen auf, ein lächelnder Müllboy aus welchem Land auch immer noch, sowie ein schon in die Jahre gekommener müde lächelnder Klomann, der vielleicht daheim ein Lehrer war oder Arzt oder Feuerwehrmann oder er hatte einen kleinen Laden… Welcher deutsche Mann würde als Klomann arbeiten, welcher als Müllboy?

Und dann die da oben auf den zwei Brücken. Jeweils drei Menschen, ganz in schwarz gekleidet, halten auf je einer Brücke ein Transparent in meine Fahrtrichtung:

  1. Nizza, München, Ansheim, stoppt den Terroristenwahn
  2. Stoppt den Asylantenwahn

Der Mann am linken Zipfel des Transparents auf der zweiten Brücke winkt wie verrückt, dass man auch ja diesen Mist lesen soll. Ich schaffe es noch gerade den Stinkefinger hochzukriegen (weil ich ja so friedlich bin!), dann bin ich durch die Brücke durch.

Terror, sagte am Morgen im Radio der Samstagprediger, heißt übersetzt Angst, auch Schrecken. Die Angstmacher sind also unterwegs und die, die uns erschrecken. Angstmacher nenne ich die sechs Menschen auf den zwei Brücken. Mut für Veränderungen, Anderssein und Andere war vielleicht auch vorgestern? In diesen Tagen denke ich oft über den Satz nach: Die/den anderen anders sein zu lassen-

Ich beruhige mich beim Anblick des mäßig gewellten Landes um mich herum, lasse meine Augen kurz im Blau des Sommerhimmels ruhen. So ein schönes Land, denke ich und dann muss ich doch noch einmal eine Pause einlegen. Danach springt das Auto problemlos an und die Kontrollleuchte ist wieder aus. Ob das Auto auch keine Hitze mag? Es ist merklich kühler geworden, es geht gen Abend. Der Hunsrückwald sieht sehr gesund aus, im Gegensatz zum Schwarzwald, wo das Eschensterben rasant fortschreitet und der letzte Sommer so manchem Nadelbaum den Garaus gemacht hat. Ich sah auch abgeknickte, ehemals stattliche Birken. Einfach so abgeknickt, in der Mitte durch (dazu werde ich noch einmal getrennt berichten). Mich trösten solcherlei Gedanken nicht mehr, die meinen, dass die Natur uns überleben wird. Ja, wird sie, aber…

Als ich weiterfahre sehe ich im Rückspiegel wie ein junger Mann, ein Tramper aus welchem Land, von welchem Kontinent auch immer noch, von der Polizei kontrolliert wird. Schade, dass ich ihn nicht vorher gesehen habe, ich hätte ihn gerne ein Stück mitgenommen.

Am Ende des Tages schrieb ich: ach, ich schimpfe, darin gehen alle die freundlichen Lächler des Tages unter, das muss nicht sein!

Ich bin angekommen und ganz plötzlich ist da weder eine Blase, noch ein Unmut, noch ein mich dirigierender Kopf. Das Herz ist auf, ich lache mit der Freundin und ihrem Mann. Wir sitzen in einer kleinen Stadt auf einer der Promenaden am Rhein, essen Pizza und anderes, trinken Wein oder Bier, beobachten die Flanierenden, die tuckernden Fracht- und Ausflugsschiffe, schauen dem Licht beim Verblassen zu und sind alle Drei mir-nichts-dir-nichts in Ferienstimmung, wenigstens in diesem Augenblick.

(Ja, es geht hier ein bisschen durcheinander mit meinen Reisenotizen, das kommt davon, wenn ich eine Blogpause einlege und danach hier das einstelle, was ich unterwegs notiert habe, ich liebäugele zum ersten Mal mit dem Liveschreiben, schauen wir mal, denn andererseits tun mir Pausen immer gut und war dies hier ja nicht wirklich eine Ferienreise, aber dazu komme ich noch…)

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28 Gedanken zu „Reisenotizen – 4 – In der Blase

  1. Reisenotizen – allein dieses Wort weckt mein Fernfieber. Ich bin seit Wochen nicht mehr weiter als bis in die immer chaotischer werdende Innenstadt Bielefelds gekommen. Was ich dort erlebe, sehe und mitbekomme ist alles andere als harmlos- von beiden Seiten, leider. Auch derer, die zu Gast in diesem Land sind oder aufgenommen. Was wirklich ist, diskutiert niemand in den Nachrichten, die Politik der Straße zeigt wie die Leute wirklich denken…
    Umso besser, dass Du Freunde hast, Menschen, die gut tun.
    Mein Sommer geht unter in verschleppter Grippe, viel Arbeit und kühlem regnerischen Wetter. Der Sommer fiel dieses Jahr aus und mir fehlen die Radtouren sehr…ich huste immer noch, das Rippenfell tut beim Atmen weh. Ich arbeite dennoch weiter…was ist Urlaub?
    So. Jetzt hab ich doch tatsächlich mal abgejammert….und dann auch noch in Deinem Blog!😳
    Don’t panic und ich bin gespannt auf weitere Reiseimpressionen…
    Liebe Grüße von Stefanie Karfunkelfee ✨

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    • Liebe Stefanie, ich fand auch wirklich Vieles bedenklich, was ich beobachtete, auch später noch. Hier oben auf dem Berg bimmeln die Kuhglocken, kräht der Hahn am Morgen, gackern die Hühner am Tag, Esel und Pony spielen miteinander auf der Wiese, idyllisch, heimatmuseumartig, für Viele eine Urlaubswelt zum wandern und radeln. Das Sterben der Bäume sehen kaum welche.

      Ich fände es ja noch spannend, wenn du einmal über deine Beobachtungen schreiben würdest. Dass du nun hier „gejammert“ hast, ist für mich total okay, es muss ja mal gesagt werden, nicht wahr?! Also sende ich dir einen Heilesegen und eine Portion Sommer, wir haben gerade was abzugeben. Hier wäre Regen sehr Willkommen! Eine Reisenotiz wird es noch geben, dann war es das, bis ich mich dann schon bald wieder auf die Socken mache, dann gehts nach Bayern, mal
      schauen was ich dort so aufsammel.

      liebe Grüsse an dich
      Ulli

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  2. Es ist spannend, was man erlebt, wenn man unterwegs ist und seine „heimische Blase“( ganz ne andere Bedeutung ) verlässt. Es klingt beklemmend was du schreibst, Transparente, PolizeiKontrollen, entwurzelte Menschen, Warnleuchten. Trotzdem weiterhin eine gute Reise mit Guten Momenten. Kat.

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    • Liebe Kat., danke dass du mich an dich heimische Blase erinnerst, die hatte ich ganz vergessen. Ich schrieb es schon gerade an Karfunkelfee, hier, auf dem Berg, meinem Wohnsitz, bekomme ich nur übers Radio, übers Internet und die Zeitungen mit, was in der Welt los ist, es selbst zu erleben ist dann wieder ganz anders, mir ist oft mulmig zumute.
      Herzliche Grüsse
      Ulli

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  3. Wie sich eine Reise anfühlt, die man eben beginnt – wie du das beschreibst, das vor allem hat mich gefesselt. Die Frage des Nachher-Schreibens hat auch mich nach meiner Hamburg-Lübeck-Reise beschäftigt. irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich das Wichtigste gar nicht angefasst habe, sondern, nun wieder daheim, im Vorfeld steckenblieb, und um heiße Breie herumging und wartete, dass sie abkühlten. Als sie dann kühl genug waren, hatten sich so viele Eindrücke zwischen die Reiseerlebnisse und das jetzt geschoben, dass es mir merkwürdig vorkam, noch drüber zu berichten. Und so blieben die für mich wichtigsten Erlebnisse unberichtet. Vielleicht soll ich jetzt, zwei Monate danach, doch noch das eine und andere nachtragen? In welcher Form könnte ich das tun? Die Frage beschäftigt mich.
    Ich freue mich über deine genauen Wahrnehmungen, auch die negativen, verstörenden, die ja dazugehören, leider, und gehe gern mit dir auf Reisen in deutsche Gegenden, die ich nicht gut kenne. Sitze gern mit dir und deiner Freundin am Rhein und schaue auf die Schiffe – ja, das vor allem. Dieses Gefühl des Angekommenseins zu teilen, tut mir wohl. Sei herzlich gegrüßt! von Gerda

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    • Guten Abend, liebe Gerda, ich könnte das alles jetzt nicht mehr so aufschreiben, wenn ich nicht während der Reise fast täglich meine Beobachtungen, Gedanken und Gefühle aufgeschrieben hätte. Ich bin ja sehr inspiriert von Irgendlink, der seit vielen Jahren immer wieder unterwegs ist, ob nun Zufuss oder wie meist mit dem Radel und dabei immer live bloggt, nachzulesen sind seine Reiseimpressionen unter irgendlink.de und neu unter flussnoten.de – siehe mein Blogroll, es gibt auch noch irgendlink 2, das war seine Reise mit dem Rad Anfang des Jahres von Zweibrücken bis Gibraltar- das ist das eine, das andere ist, dass ich vor 3 Jahren eine etwas längere Schreibkrise hatte, mir waren damals aus persönlichen Gründen die Worte abhanden gekommen, das war fürchterlich! Geholfen hat mir ein Satz von Knusgard: Erzähle deine Geschichte- seitdem erzähle ich die Geschichten, wie ich sie erlebe und siehe, die Worte wurden wieder mehr.
      So denke ich auch bei dem, was du geschildert hast: Erzähle deine Geschichte, denn du kannst das doch ganz wunderbar 😉
      Ich freue mich so unendlich, wenn ich im Februar zu dir fliege, Stift und Kladde, sowie die Kamera werden wie immer dabei sein! Alles andere, woanders…
      herzliche Abendgrüsse vom Mondberg
      Ulli

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      • Danke ganz herzlich für diese Zeilen. Ich komme eben aus dem Garten, ich hatte einen Stuhl vors Atelier gerückt, denn dort scheint keine Straßenlampe störend herein. Die Mondin spannte ihr Licht wie feinstes Gespinst zwischen meinem Garten und den fernen Bergen aus. Mein Hund kam leise zu mir und scharrte sich eine flache Grube, kühl zum Drinliegen. Die wilde Minze fühlte sich dadurch aufgerufen, doppelt zu duften, ebenso auch die Erde. Außer den Zikaden und Mücken und fernen Hunden schwieg die Welt. Nächtliche Grüße von Gerda

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        • Das klingt sehr schön, liebe Gerda, auch ich hatte heute einen ganz berührenden Tag, es ist eine Stille gerade, sogar in mir, schön ist das!
          Schlaf gut und tief…

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  4. Für ein Durcheinander hört es sich gut durchdacht aus, liebe Ulli, wie ein feiner, immer noch präsenter schreibender Rückblick .
    Wär´s noch genauer, wär´s vielleicht gar nicht so wie eine echte Reise, denn da gibt es doch auch immer kleinere und manchmal auch größere Pannen. Sind sie manchmal nicht sogar das Salz in der Suppe? *g*
    Nach all den Erinnerungsblitzen während der Fahrt (mich hat es beruhigt, daß Du den Autobahnverkehr auch nicht besonders magst) das schöne Ankommen, dort, wo Du schon erwartet wurdest. Die abendliche wundervolle Entspannung mit einem Ausblick, um den ich Dich gerade beneide, dabei hab ich ihn doch so oft, den Blick auf den Fluß und die vorbeifahrenden Schiffe.
    Ich muß unbedingt wieder hin, Sehnsucht wurde durch Deine Zeilen geweckt, liebe Ulli

    Liebe Mittagsgrüße von mir

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    • Liebe Bruni, das verrückte ist ja, dass auch hier der Fluss nicht weit ist, erst letzte Woche war ich in Basel und war an seinem Ufer prominieren, gestern sah ich ihn in Waldshut- es ist immer der gleiche Fluss, aber nie der selbe… ja, besuche ihn, ich finde an seinen Ufern wachsen Wunder 😉

      Wie ich gerade schon an Gerda schrieb, ich könnte heute nicht mehr alles so beschreiben, hätte ich nicht unterwegs in mein Gedankenauffangbuch geschrieben!
      Schön, dass du mit mir gereist bist und ich dich an den Fluss erinnern durfte.
      liebe Grüsse zur späten Stunden vom Mondberg
      Ulli

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      • Hier ist es vor allem der Neckar, dem meine Liebe gehört und doch kommt auch der Rhein dazu,
        da beide Füsse durch MA fließen, bzw. der Neckar mündet hier in den Rhein 🙂
        Wasserstraßen, die beide faszinierend sind und mit den Wundern an den Ufern hast Du vollkommen recht. Da ist so vieles zu finden, zu ernten und zu beobachten. Es ist toll.

        Ein Gedankenauffangbuch ist eine gute Sache. Ich habe Blöcke an allen möglichen Stellen u. doch ist es mir am liebsten, eine Tastatur zur Verfügung zu haben, weil ich nach einigen Tagen meine eigene Schrift oft schlecht lesen kann 🙂

        Gutenachtgrüße von Bruni an Dich

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  5. Meine Großmutter, die bereits verstorben ist, hat auch zeitweise ihren Lebensunterhalt als Klofrau bestritten. Es gibt soviele einheimische bettelarme Menschen, die ihr Leben lang für die Gemeinschaft gerackert haben und aus Cham keine Hilfe in Anspruch nehmen. Warum wird immer nur über die vermeintlichen reichen Deutschen gesprochen. Den Menschen, die zu uns kommen, aus welchen Gründen auch immer, wird eine völlig falsche Realität dargestellt. Und dass ist auch mit ein Grund, warum dann manch einer durchdreht, weil es nicht so läuft im Traum Deutschland.
    Wieder kann ich mich nicht zurückhalten und gebe meinen Senf ab, so wie mir der Schnabel gewachsen ist. Wann hört es endlich auf, mit zweierlei Maßstäben zu urteilen? Und dass sollte für alle, die hier leben und bleiben gelten!

    Sorry Ulli, ich finde Deine Toleranz wirklich gut, wenn sie für alle gilt um so besser! Es ist so wichtig alle Sichtweisen zu berücksichtigen und ich bin aufjedenfall offen dafür!

    Ganz ❤Grüße Babsi

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    • Da sagst du natürlich sehr viel Wahres, liebe Babsi! Die Bilder, die man sich von anderen Ländern macht oder Menschen in anderen Ländern von hier sind nicht das, was tatsächlich ist, dazu muss man immer tief eintauchen! Mir ging es damals so, als die Mauer fiel und sich so viele OstlerInnen wunderten, dass ich mir noch nie eine Reise über den Teich hatte leisten können, um nur ein Beispiel zu nennen.
      Auch ich bin nicht in Reichtum geboren und habe schon so manche Jobs gemacht, so wie auch schon meine Mutter und meine Grossmutter. Dienstleistende Menschen haben generell meinen Respekt, ob nun Klomann/-frau oder Müllmenschen oder oder oder –
      Die Darstellung der Realitäten ist glaube ich in nahezu allen Ländern falsch, Medien manipulieren, warum auch immer noch und deswegen finde ich es immer wichtig mir ein eigenes Bild zu machen, was natürlich nicht weltweit geht, aber ich bin immer offen für die Geschichten und Erlebnisse anderer, die mein Vertrauen geniessen. Ob ich nun immer tolerant bin? Nein, beileibe nicht, nicht bei Gewalt in keiner Form!
      herzliche Abendgrüsse
      Ulli

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  6. das ist ein wichtiger Aspekt, Babsi, denn bei der Ungleichheit geht es selten um ethnische Herkunft. Reiche und Arme, Ausbeuter und Ausgebeutete gibts hier und dort.
    Klofrauen und -männer haben meinen Respekt, weil sie eine unerfreuliche, aber notwendige Arbeit verrichten, schlecht bezahlt und unterirdisch. Ich glaube, da sind wir uns alle einig.
    In der 1-3. Grundschulklasse meines Sohnes (Jg 69) in Frankfurt war die Hälfte der Schüler Ausländer. Den deutschen Kindern ging es am schlechtesten, denn ihre familiären Verhältnisse waren zerrüttet: alleinerziehende Mütter, Alkoholiker als Vater, viel Arbeitslosigkeit. Die beste Schülerin, lauter Einsen, war ein Mädchen mit jugoslawisch-italienischen Eltern, die Mutter war Schneiderin.

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    • Ich habe schon einiges an Babsi geschrieben, das ich jetzt nicht wiederholen möchte, aber eins muss ich hinzufügen: Dumme Menschen gibt es in allen Nationalitäten, ebenso wie kluge! Zerrüttete Verhältnisse auch. Da ich eine alleinerziehende Mutter war, muss ich nun eine Lanze brechen, denn ich habe meine kleine Familie nie als zerrüttet begriffen, ich habe zwei wunderbare Kinder, die beide ihren Weg aufrecht gehen, mit allen Höhen und Tiefen! Natürlich ging das eine und andere schief, das ging es aber auch in den sogenannten intakten Familien!
      (Kleines Reizthema, liebe Gerda, du merkst es schon… – kommt noch bei den Mutterbildern, ich sitze dran!)

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      • Ich habe mich wohl unklar ausgedrückt. Mit „zerrüttet“ habe ich nicht alleinerziehend per se gemeint, sondern wenn sich die Probleme häufen (zB Alkoholismus, Arbeitslosigkeit, psychische Erkrankung, Mittellosigkeit, Prügel, üble Erziehungsmethoden) Meine Geschwister und ich sind unter schwierigen Bedingungen mit einer allein erziehenden Mutter aufgewachsen und durchaus „gelungen“. Unter meinen Freunden und Bekannten in Frankfurt gab es fast nur Scheidungsfamilien, aber die waren ebenfalls nicht „zerrüttet“ im obigen Sinne. Ich verstehe aber deine allergische Reaktion sehr gut.

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  7. Ich habe mir auch schon überlegt, nehme man den unermesslichen Reichtum der afrikanischen Herrscher zur Statistik des Einkommens der gesamt Bevölkerung der ärmsten der Armen in diesen Ländern, dann wären sie bestimmt nicht mehr so arm. Sicherlich auch ein Aspekt, der zu berücksichtigen nicht ganz falsch wäre.
    Gedanken, Gedanken, Gedanken, eigentlich zuviel für mein Seelengerüßt!😱

    Einen wunderschönen Resttag wünsche ich Dir, liebe Gerda!

    Und Dir liebe Ulli auch, ich habe mich früher auch immer, über das dumme fahren der Leute auf der Autobahn aufgeregt. Vor allem, wenn ich einen Termin absagen mußte wegen Stau. Heute ist das noch viel schlimmer geworden und die Außendienstler sind nicht zu beneiden auch wenn sie dicke Firmenwagen fahren!

    ❤Grüße Babsi

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    • Ich wollte mal in sehr jungen Jahren Fernfahrerin werden oder dicke Schlitten irgendwohin überführen, dem Himmel sei Dank ging dann dieser Krug doch an mir vorbei – wovon man so als junges Ding alles träumt 🙂
      Heiner Geissler hat vor kurzem sinngemäss gesagt, dass es nicht stimmt, dass nicht genügend geld da wäre, um das Elend in der Welt zu ändern, es gäbe Geld wie Dreck, nur in den Händen der falschen Leute …
      In diesem Sinne guats Nächtle
      Ulli

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  8. Gut, daß Du es so konkret sagst, liebe Ulli, Dummheit und Intoleranz haben nichts mit Nationatiät zu tun, die gibt es unter allen Menschen und in allen Schichten.
    Wir sind hier kein Traumland, es scheint vielleicht aus der Entfernung so, aber wie oft sieht es aus, als wären aus Träumen schon lange Alptäume geworden.

    Ich lebte lange relativ behütet in einem Nest von Dorf bei HD, in das nur Familien zogen, denen es nicht schlecht ging. Der Rhein-Neckar-Kreis zieht an u. viele kamen und blieben auch.

    Dann kam ich wie die Jungfrau zum Kind zu einem Job, der mich mit einer anderen Welt in tägliche Berührung brachte u. dafür bin ich dankbar. Ich lernte einfache, sehr einfache und andere Menschen kennen, viele von östlicher Herkunft und siehe da, ich lernte schnell, über den Tellerrand zu schauen und hörte von Problemen, die mir bisher fremd waren.
    Es war eine Männerdomäne und ich jahrelang die einzige Frau dort, zuständig für die unmöglichsten Dinge und es ging sehr gut . Ich konnte helfen und brauchte nie jemanden in die Schranken zu weisen. Der Respekt kam von alleine. Sie merkten, daß ich verstehen konnte und dieses Verstehen untereinander ist das, was wir lernen müssen.

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    • Ja, Bruni, jaaa! Es gibt einen feinen Satz: to be tough, stay open! Mit dem lebe ich, wie mit anderen auch…
      Meine Sozialisierung war genau anders herum, vom Arbeiterviertel in einer Grossstadt, in eine kleinstädtische Vororteigenheimsiedlung- es ist gut in vielen verschiedenen Welten gelebt zu haben und zu leben!

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  9. *lächel*, es gibt so viele Wege und mir scheint, viele münden dort, wo sich Gedanken und Gefühle treffen, die sich miteinander verbunden fühlen

    Einen schönen Morgen wünsche ich schnell noch, bevor er vorbei ist :-), liebe Ulli

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