Miniatur – so viele Jahre

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So viele Jahre, bis ich dich fand, so viele Stunden, so viele Wünsche. Und dann warst du da. Für mich. Woher du kamst und wieso erst jetzt, das fragte ich dich nicht. Nahm nur deine Hände und wagte zaghafte Tanzschritte. Komm, komm tanz mit mir, flüsterte ich. Zart und leise tanzten wir, vergessen war die Welt und ihr Geschrei. Mondschein und Sternenglanz und du und ich. Ich dachte nicht an wir, das so schnell zerbricht, dachte nur an du und ich. All die vielen Jahre…

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15 Gedanken zu „Miniatur – so viele Jahre

  1. Komm tanz mit mir…

    Liebe Ulli, fast hätte ich geweint bei Deinem Text, aber nun sind sie zu den vielen ungeweinten gewandert, die ich im Laufe der letzten Jahre gesammelt habe und ich schlucke und schlucke und versuche heiter aus der Wäsche zu schauen.
    Du und Ich – ein Traum, ein Wunsch, ein inniger menschlich, sehr verständlicher Wunsch. Was ist einer denn ohne den andern. Ein halber bleibt, wenn der/die andere geht oder auch gehen muß…
    Als halbe Sache weiter zu leben will geübt sein (und wer hat es schon geübt…) und nicht immer geht es gut…
    Der Mann meiner im Januar leider viel zu früh verstorbenen Freundin sagte zu mir, Bruni, ich versuche nun als halber Mensch zu leben, und ich mache mir mein Tagesprogramm, damit der Alltag weitergeht, aber es ist so schwer…

    Deine Collage gefällt mir, sie passt zum Chaos unseres Herzens, wenn etwas auseinander gegangen ist…

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    • Liebe Bruni, ich weiss eigentlich nicht, ob ich mich als halber Mensch begreife, gehe ich doch, trotz langer Ehe mit vielen Hürden, auch meinen ganz eigenen Weg und er seinen. Wir haben uns immer wieder frei gelassen, sonst wäre es überhaupt nicht gegangen. Dazu kommen alle die Jahre in denen ich sowieso alleine und auch munter war. Aber so ganz ehrlich weiss ich es heute nicht, wie es ist, wenn ich mich wirklich ganz trennen, oder wenn er sterben würde. Ich sträube mich gegen das halbe Gefühl, aber ich weise es auch nicht ganz von mir!
      Die beschriebene Szene ist aus unseren Anfängen, manchmal hilft es sich zu erinnern …
      ich grüsse dich sehr herzlich und verbunden
      Ulli

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  2. Ich sehe die Scherben vor mir und denke an Spiegel. Viele kleine und große Scherben, in denen sich unser Leben widerspiegelt. Keine Scherben der Zerstörung. Eher die eines Puzzles. Würden wir es zusammensetzen, wären die Risse immer sichtbar. Ich denke oft, dass diese Risse eigentlich der Kitt sind. Oder sie sind die Straßen, Wege und Flüsse auf der Karte unseres Lebens. Dazwischen immer wieder die Spiegelungen. Manche Scherben klar, manche matt. Du hast wieder eine wunderbare Collage geschaffen! Mit einem passenden Text.
    Ich grüße dich ganz herzlich,
    Elvira

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    • Dieses Mal, liebe Elvira, habe ich die Collage nicht geschaffen, diese Scherben stammen von einem alten Gewächshaus, sie collagierten sich sozusagen selbst und ich musste sie nur fotografieren.
      Deine Sicht lädt mich ein noch einmal anders über Risse nachzudenken, da habe ich jetzt Futter, danke dir dafür!
      Herzliche Grüsse
      Ulli

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    • Symbiose ist mit mir nur in den ersten Wochen möglich, dann brauche ich auch schon wieder meinen Raum, gut, wenn das zusammengeht. Danke, liebe Maren und ganz herzliche Grüsse vom sonnigen Abendberg mit leichter Brise
      Ulli

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