Sonntagsbilder – Licht – 9 –

Spiel mit dem Licht

Letztes Jahr begann ich das Thema Licht in der Fotografie zu vertiefen. Ich arbeitete viel mit Überbelichtung plus Bewegung, jetzt ist es die Über- und Unterbelichtung ohne Bewegung. Wie sooft lege ich mein Spiel als Frage (oder Antwort) über mein Leben: was ist über-, was unterbelichtet, was ist Wahrheit?

Der Philosoph Hans Jonas zitiert hierzu Hannah Arendt sinngemäß:

Natürlich wollte sie gerne recht haben, daher war sie gelegenlich höchst streitbar; aber sie glaubte, wie sie mir gestanden hat, nicht daran, dass „die Wahrheit“ in dieser Welt zu haben sei. Vielmehr glaubte sie an den unendlichen, immer nur zeitweilig gültigen Versuch, dasjenige Gesicht der Wahrheit zu erkennen, das sie uns unter den gegenwärtigen Umständen gerade zuwenden mag. Es durchzudenken, hat seinen Lohn in sich selbst, wir lernen besser verstehen als zuvor. Wir werden mehr Licht haben, wenn auch immer noch nicht „die Wahrheit“.

gelesen in der Sonderausgabe des Philosophie Magazins – Sonderausgabe zu Hannah Arendt

 

Im Namen der Rosen

draufklick = große Bilder

Im Namen der Hortensie

Im Namen des Fingerhuts

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33 Gedanken zu „Sonntagsbilder – Licht – 9 –

  1. Hi Ulli! Der mütterliche Teil meiner Familie lebte in und arbeitete in Linden. Hannomagarbeiteradel. Sie wohnten um die Ecke von Arendts. Teichmann- und Dickbornstrasse. Nicht nur einmal schickte meine Urgrossmutter meine Mutter in die Kneipe zu meinem Urgrossvater und meinem Grossvater mit der Botschaft, sie sollten dort verweilen, die SA seit wieder unterwegs. Ich bin in der Alten Allee geboren. Hannah, ohne sie wäre mein philosophieren nichts. Dir einen schönen Sonntag Ruth

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    • Die Ambivalenz des Fingerhuts (und anderer sogenannter Giftpflanzen), Heilung und Tötung in einem, sie lehren uns: auf das Mass kommt es an!
      Ich wünsche dir einen erholsamen und sonnigen Sonntag
      Ulli

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      • grad gestern, in einem Vortrag zu den Heilpflanzen, hörte ich, dass das rechte Maß Voraussetzung für die heilende Wirkung ALLER Heilpflanzen ist. Im Griechischen ist pharmako=Arzneimittel, pharmaki=Gift. Der Übergang ist gleitend und für jede Pflanze anders. Selbst ein harmloser Bergtee (Salbei-Art) zerstört die Leber, wenn man ihn täglich trinkt.

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        • ja genau, und mit dem Fingerhut ist es noch diffizieler, nicht umsonst ist er heute standardisiert und ein unabkömmliches Herzmittel.
          Spannend finde ich dass nur ein Vokal am Ende die Richtung des Ists ändert!
          Auch das ist ein sehr großes Feld und ich zehre immer noch von meinem dreijährigen Besuch einer Schule für Phythotherapie- immer wieder mal denke ich, ich sollte das doch mal wieder alles auffrischen und beleben-

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  2. Ich las eben deinen Text über die Liebe zwischen Licht und Ton („so ging es lange Zeit“), dazu schwangen die feinen Glocken des Fingerhuts und tönten, und die feinen Antennen der gelben Rose nahmen die Töne auf und verdichteten sie in ihrem goldenen Herz. So entstand das Lied von der Erde.
    Ich hörte es nun noch einmal in der Version, die Gustav Mahler ihm gab, und grüße dich. Viel Licht und Ton und Liebe deinem Sonntag!.

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    • Liebe Gerda, magst du mir den Titel der Musik von Gustav Mahler senden?
      Ich danke dir dafür, wie du das eine und andere zusammenbringst und auf deine ganz eigene Weise nimmst, verdaust und dann mir sendest.
      herzliche Grüsse mit Licht und reinem Klang unterlegt
      Ulli

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      • Gustav Mahler, „Das Lied von der Erde“. Du findest eine Vielzahl von Ausführungen im internet. Ich habe es noch ganz altmodisch auf Platte. 😉 Es gehört zu meinen absoluten Favoriten.
        Bei Wikipedia kannst du lesen:
        Das Lied von der Erde entstand von 1907 bis 1908 in Toblach. In dieser Zeit beschäftigte Mahler sich mit Hans Bethges Sammlung Die Chinesische Flöte mit Nachdichtungen altchinesischer Lyrik. Mahler komponierte das Werk in einer Zeit privater Schicksalsschläge. So starb Mahlers ältere Tochter Maria Anna im Alter von vier Jahren an Diphtherie. Außerdem hatte er nach einer antisemitisch motivierten Pressekampagne gegen seine Person als Direktor der Wiener Hofoper zurücktreten müssen. Schließlich wurde in diesem Jahr eine schwere Herzkrankheit diagnostiziert, die wenige Jahre später zu seinem Tod führte. Kurz vor der Vollendung des Werkes schrieb Mahler an Bruno Walter: „Ich war sehr fleißig. […] Ich weiß es selbst nicht zu sagen, wie das Ganze benamst werden könnte. Mir war eine schöne Zeit beschieden und ich glaube, daß es wohl das Persönlichste ist, was ich bis jetzt gemacht habe.“[1] Diese Zeilen zeigen große Wertschätzung Mahlers für sein Werk und gleichzeitig Unsicherheit über die Einordnung der Form. Das Werk steht zwischen Orchester-Liedzyklus und Sinfonie.

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    • Ich danke dir Clara! Licht und Dunkel, es ist, wie es ist und es liegt an uns was davon wir in uns nähren, nicht wahr?!
      herzliche Sonntagmittaggrüsse an dich
      Ulli

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  3. Liebe Ulli,

    Bild Nr. 4 hat mich total eingenommen und bezaubert. Dieses Weiß und Gelb, dass schon fast gar verschmilzt und dann das Innenleben im Zentrum. Man möchte eintauchen und nie mehr auftauchen.

    Danke liebe Ulli für den Tauchgang!

    LG Babsi

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    • ich lieb sie auch sehr, ebenso wie die Hortensie, bei der es mehr Fabre als Form gibt … aber erfreulicher ist auf alle Fälle das gelb-weiße Bild
      ich danke dir und grüße dich von Herzen
      Ulli

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  4. Alle Deine Fotografien sind wunderschön, liebe Ulli und kunstvoll in Szene gesetzt. Schön sind sie von Natur aus, aber hier zeigen sie nochmal eine andere Wirkung. Sie leuchtet mir zu.

    DIE Wahrheit wäre die ultimative, den höchsten Ansprüchen genügend.
    Hanna Ahrendt hat es wundervoll in Worte gefasst.
    Gelegentlich fruchten die Versuche, sie zu finden, aber immer ist es Stückwerk, ein Teilchen einer Wahrheit, die in einem bestimmten Moment aus enem bestimmten Blickwinkel richtig erscheint und im nächsten schon wieder nicht zu 100 % stimmen mag

    Lieber Gruß zum sehr sonnigen Sonntagabend von Bruni

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    • Ja genua, liebe Bruni, das macht es so schwierig einerseits, andererseits so unendlich spannend. Selbst wissenschaftliche Erkenntnisse machen ja vor all dem keinen Halt, was noch vor 20 Jahren als DIE Wahrheit galt, ist heute schon wieder widerlegt…
      herzliche Abendgrüsse mit lauem Abendwind fliegen zu dir
      Ulli

      Gefällt 2 Personen

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