Was mir durch den Kopf geht

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Brexit …

Populist*innen schüren Ängste vor Überfremdung, spielen mit Zahlen, die zeigen sollen, dass die Zuwander*innen den Menschen, die in GB geboren wurden, die Arbeit wegnehmen und das Boot sowieso schon lange voll sei. Argumente, die sich auch in D, in F und anderen Staaten der Eu ausbreiten und das schon bevor Menschen aus den Krisengebieten der Welt in der EU begannen Zuflucht zu suchen, seitdem aber laut und lauter werden.

Globalisierung ist für viele Menschen unübersichtlich und beängstigend.

Globalisierung öffnete die Schere zwischen arm und reich in den letzten zwanzig Jahren auf unverhältnissmäßige Weise. Gespart wurde und wird auf Kosten der „Kleinen“. Die Großen schaufeln sich ihre Taschen so voll, dass sie ihr Geld weder in einem Leben ausgeben können, noch dass es in einem gesunden Verhältnis zu den Menschen steht, die den Reichtum überhaupt erst ermöglichen, Menschen, die wir Arbeiter*innen und Dienstleistende nennen.

Brexit wurde von Menschen entschieden, die sich von ihrer Regierung im Stich gelassen fühlen. Wie zum Beispiel im Norden Englands, in dem seit den neunzehnhundertachtziger Jahren, als der Kohlebergbau zusammenbrach, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit und damit verbundene Ängste und Nöte ausbreiteten. Die Finanzmetropole London wuchs, der Norden verarmte.

Schaue ich auf D, schaue ich auf die Parallele Ost-West. Während die Finanzmetropole Frankfurt a.M. wuchs und wächst (jetzt nach Brexit wohl noch mehr), sind die Arbeitslosenzahlen im Osten immer noch viel zu hoch, werden die Ängste der dort lebenden Menschen nicht gehört, der Perspektivlosigkeit kaum etwas entgegen gesetzt. Menschen wurden und werden mehr und mehr zu Spielbällen der sogenannten „Globalplayer“, die Monopoly spielen, die die Schlossstraßen der Welt ausbauen und abschotten, während die Badstraßen verkommen und sich gleich nebenan Slums bilden. Die Landwirte in der Eu und in der Welt werden mit Normen überschüttet, die sie nicht erfüllen können, sodass die Kleinbauern in der Regel aufgeben und die anderen mit Traktoren groß, wie Einfamilienhäuser über Feldstraßen donnern. Dazu kommt eine Nahrungsmittelindustrie, die mit Billigpreisen und schlechter, dick machender Kost in ihre Kaufmichfallen lockt, die so tut, als gäbe es keine Wahl und gleichzeitig eine Preispolitik forciert, die zum Beispiel Milchbauern zurecht zornig werden lässt.

Wer ist das Volk? Ein Volk setzt sich aus einer bunten Mischung von Menschen zusammen, nicht jede und jeder hat eine hohe Allgemeinbildung, nicht jede und jeder ist klug, nicht jede und jeder ist in der Lage über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Menschen sind lenkbar, werden gelenkt, lassen sich lenken und zwar zum Vorteil der Lenkenden, deren Macht mittlerweile so groß in der Welt geworden ist, dass humanitäre Lösungen fast unmöglich erscheinen.

Brexit … entschieden hat das Volk.

Gesprochen wird jetzt in den Medien zu 90% über Verunsicherung, über Wirtschaft und über Wachstum, Wachstum, Wachstum. Eigentlich noch schade, dass ich weder gestern, noch heute mitgezählt habe.

Wir wissen es doch: nichts wächst ewig, aber man kann Gewachsenes nähren, stabilisieren und für kräftige Wurzeln sorgen. Geburt, Wachstum, Fortpflanzung und Sterben in natürlichen Rhythmen beobachte ich in meinem Garten, in jedem Bannwald und überall dort, wo man lässt und mit dem geht was ist, hegt und pflegt, statt forciert, manipuliert oder gewaltsam eingreift.

Mit dem gehen was ist, heißt für mich auf menschlicher Ebene meinem Gegenüber zuzuhören, Ängste wahr- und ernstzunehmen, in Konfliktsituationen Wege zu finden, die für beide Seiten gangbar sind. Heißt keine Versprechungen zu machen, die ich nicht halten kann, heißt gleiches Recht für Jede und Jeden.

Wir leben in einer getakteten Welt, deren Takt schon lange aus dem Takt geraten ist. Krankheiten psychischer und physischer Natur breiten sich aus. Menschen ohne Perspektive werden in die Arme derer getrieben, die keine Lösungsansätze aufzeigen, keine Perspektiven in petto haben, aber jede Menge falscher Versprechen. Die Feindbilder schaffen, wo keine Feinde sind, die nur eins wollen: Macht, Wachstum auf Deubel komm raus und verbarrikadierte Grenzen. Wem soll das dienen?

Schon lange weisen kluge Köpfe auf die Parallelen der Jetztzeit zu den Parallelen der neunzehnhundertzwanzigerunddreissiger Jahre hin. Wer hört das, wer nimmt das ernst? Wer hat vor zwanzig Jahren die Warnungen vor einem Klimawandel ernst genommen und redet jetzt, als wäre es das selbstverständlichste der Welt bei all den Unwettern, die uns heimsuchen von Klimawandel? Erst ein Unwort, eine Prophezeiung, der niemand Glauben schenken wollte und jetzt eben da ist.

Verzeiht, aber gerade eben ist mir wieder einmal Angst und Bange!

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48 Gedanken zu „Was mir durch den Kopf geht

  1. Hallo Ulli,
    mir wird auch Angst und bange, wenn ich sehe, wie diese rattenfaengerischen Demagogen [Musterbeispiel haben wir ja hier in den USA] mit ihren Hetzparolen Anhaenger sammeln. Und auch Deine Zukunftsaengste teile ich. Ob die Menschheit es je schaffen wird zu lernen? Da habe ich meine Bedenken. Sorry, wenn mir nichts Aufmunterndes einfaellt.
    Hab‘ (trotzdem) ein feines Wochenende,
    Pit

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    • Danke Pit, wer hat grad schon Aufmunterndes in petto, wenn man versucht realistisch auf die Welt zu schauen?
      ich glaube es hat vielen gerade die Sprache verschlagen, wenn ich mich so im Netz umschaue, erstaunlich wenige Artikel zum Thema und postings auf fb.
      herzliche Grüsse vom Gewitterberg
      Ulli

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      • Hallo Ulli,
        aber weißt Du, was ich heute am Spaetnachmittag und frühen Abend wieder mache? Ich werde mich auf die Terasse setzen und den Rehen und ihren Jungen in unserem Garten zusehen. Da kann ich dann einmal von den negativen Gedanken abschalten, vor allem Unsinn in der Welt die Augen verschließen, und mich nur noch erfreuen. OK, das bedeutet, Negatives einfach zu verdrängen, aber sei’s drum.
        Hab’s fein,
        Pit

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  2. ein bewundernswerter Text, Ulli, besonders der Teil, der beginnt mit „Wir wissen es doch: nichts wächst ewig, aber man kann Gewachsenes nähren, stabilisieren und für kräftige Wurzeln sorgen.“ Ich bewundere ihn (dich), weil ich selbst so müde bin und momentan überhaupt nichts mehr denken mag. Ein tiefes Bedürfnis nach Ausruhen. Und so geht dies ganze Brexit, Grexit, Schwexit an mir vorbei wie ein sehr lauter langer Güterzug, während ich an der Bahnschranke stehe und warte, dass sie sich hebt und ich meinen Weg fortsetzen kann.

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    • Liebe Gerda, müde bin ich auch, sehr sogar. Nichts täte ich lieber als gerade entspannt in einer Hängematte unter schattenspendenen Bäumen zu liegen und die Seele könnte in das Himmelsblau fliegen. Stattdessen spüre ich meine schweren Knochen und schüttet es mal wieder aus Eimern vor dem Fenster, Blüten faulen an den Stengeln, herrjeh, was für eine Welt!
      Ich mag dein Bahnschrankenbild – danke und herzliche Grüsse, nähren wir die Perspektiven, stabilisieren wir unsere Bedürfnisse und Wünsche und kräftigen wir die Wurzeln als Menschen unter Menschen, was könnten wir sonst auch tun?

      herzlich grüsse ich dich

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    • Auch hier schüttet es jetzt aus Kübeln, liebe Ulli. Schluss mit dem Träumen unter dem Moskitonetz, direkt unter dem Sternenhimmel. Zeus donnert, dass es klingt, als wollte er jetzt mal ernsthaft mit der Menschheit reden. Aber vermutlich wird es wieder nur ein göttlicher Monolog. Die Menschheit hört ihm nicht mehr zu und beklagt sich, keine Ahnung bei wem und mit welcher Erfolgsaussicht, über Schlechtwetter. .

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  3. Liebe Ulli, du sprichst mir mit allem, was du schreibst, aus der Seele. Ich kann irgendwie verstehen, dass vor allem die Jungen für „remain“ gestimmt haben, denn sie sind eben jung und versprechen sich globale berufliche Chancen und wollen Reisefreiheiten und Austausch nicht eingeschränkt sehen. Aber sicher denken sie auch noch nicht darüber nach, dass die EU vor allem die Wohlhabenden pampert. Man sieht es ja an den britischen Unternehmen: Die ganz großen haben mehrheitlich für Bleiben gestimmt, die kleinen mehrheitlich für den Austritt. Leider machen die Regierungen mit den Völkern, was sie wollen und leider sind viele Bürger nicht klug oder wach genug, um sich umfassender zu informieren als über eine Quelle, die „offizielle“. Was ich vermisse in den Medien, ist genau das, was du sagst, nämlich Kritik an der Wirtschafts- und Bankenpolitik. Zum Beispiel die Grünen, sie sind unter den Parteien hierzulande die allergrößten EU-Freunde. Diese Partei ist eine Partei der Wohlhabenden geworden, der grünen Wohlhabenden und des Naturschutzes, aber die Menschen schützen sie nicht. Einzig von der Linken hat man mal ein EU-kritisches Wort gehört. Die SPD, sprich ihr Engel Gabriel, hat ja mal offen gesagt, dass die SPD eine Partei der Mitte sein soll. Arbeiterpartei, das war einmal. Man kann CDU/CSU, SPD und Grüne prima in einen Topf werfen, alles der gleiche Brei. In Frankreich ist es ähnlich mit dem Unterschied, dass die Menschen wenigstens noch auf die Straße gehen, doch leider werden sie manchmal niedergeknüppelt oder Demos werden sogar verboten – eine neue Diktator. Doch immerhin regt sich Widerstand und er hört auch noch nicht auf. Dort soll gerade unter anderem das Kündigungsrecht der Arbeitgeber erleichtert werden, aber angeblich soll die arbeitsrechtreform die Arbeitnehmer schützen, es darf gelacht werden. Aber was rede ich, nun rege ich mich doch auf und wollte dir eigentlich nur beipflichten. Liebe Grüße, Ute

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    • Bitte reg dich auf, du Liebe, wir müssen uns aufregen und überhaupt regen. Auch wenn wir uns wiederholen, auch wenn wir meinen, dass man „es“ doch besser wissen müsste. Sie wissen es eben nicht! Bildung ist etwas, das in meinem Artikel zu kurz gekommen ist. Seit Jahrzehnten gibt es wunderbare Erkenntnisse darüber wie Menschen lernen und das sogar gerne, wird davon auch nur ein Zipfelchen umgesetzt? Nein, heraus könnten ja selbst denkende Menschen kommen. Etwas, dass zu unserer Zeit, wenigstens im Ansatz, noch gefördert wurde, aber hinter den Normen der europäischen Lernziele zurücktreten musste. Noch mehr Menschen fallen durch die Maschen und haben keinen Bock, rutschen ab und …. und die anderen wählen AfD, weil ihnen die Welt zu komplex geworden ist, weil sie ihr Grundrecht nach Arbeit, Wohnung und Nahrung davonschwimmen sehen, das allerdings zurecht. Sie verstehen aber nicht, dass es nicht die Geflüchteten sind, nicht die Fremdarbeiter*innen, sondern ein Spiel der Banken und Konzerne ist.

      ach seufz …
      schön, dass du dich aufregst 🙂 und liebe Grüsse von mir an dich
      Ulli

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      • Wie könnte man sich nicht aufregen? 😉 Vor allem rege ich mich darüber auf, dass Menschen wegen der Migranten gegen den Verbleib in der EU stimmten und darüber, dass nun alle, wie du sagst, nun über Wirtschaftswachstum reden bzw. dass es in Gefahr wäre. Der Primat des Wirtschaftswachstums wird ja kaum in Frage gestellt. Leider. Dass die Briten aber überhaupt austreten wollen, finde ich im Prinzip nicht schlecht und schön aufrüttelnd. Nicht aber, dass jetzt alle Rechten auf den Zug aufspringen – wie erwartet. Der Brexit sollte anders zum Nachdenken anregen. Mit dem Ausstieg hat ja kaum einer gerechnet, die Börsenspekulanten ebenso wenig wie die Regierungschefs und die Medien. Der Spiegel musste über 300.000 bereits gedruckte Ausgaben einstampfen und ein neues Titelthema drucken, hihi!
        Was du zum Lernen sagst, bringt mich auf ein anderes Thema, das mich auch schon lange aufregt: Darauf, dass in D Bildung und sozialer Aufstieg wie kaum irgendwo anders an die soziale Herkunft geknüpft sind (habe mich darüber schon bei dir aufgeregt, glaube ich, und will das jetzt lieber nicht wiederholen). Komisch, in diesem „Wirtschaftswunderland“ mit einer Mutti an der Spitze, die aber doch – wie die meisten anderen etablierten Parteien auch – ihre schwachen Kinder vergisst.

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      • wenn ich jetzt bösartig wäre, dann würde ich jetzt schreiben, dass Mutti eine narzistische Störung hat, in dem Sinne, dass sie ihr Goldkind hätschelt = die Wirtschaft und Natoverbündete, die eine Diktatur geschaffen haben = Herr E., (du weisst schon) und alles andere sind eben ihre schwarzen Schafe = sozial Schwache, Kriegsgener*innen etc., p. p.

        ich nicke dir zu.

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  4. Vielleicht sollte man auch mal sagen dürfen, dass ohne einen Aufstand und dass war eine demokratische friedliche Entscheidung der Mehrheit, keine Änderung passiert.
    Und dafür werden alle Befürworter wieder diffamiert und diskriminiert, in dem man sie als dumm, kurzsichtige und rechts orientiert betitelt.
    Und dass insbesonders von einer grünen Partei, deren Vergangenheit, nicht immer diplomatisch gestaltet wurde!

    So, jetzt dürft über mich herfallen und es tangiert mich extrem peripher!

    Ich liebe Euch trotzdem Alle!😜

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      • Ich versteh schon, was Babsi meint (glaube ich zumindest). Ich kenne das Gefühl einer gewissen Freude, fast eines Triumphes, als hier in Griechenland die Menschen ein dickes OXI sprachen und die Pläne der neoliberalen Wirtschaftseliten damit zu durchkreuzen (X) meinten. Sie schrien NEIN gegen die Plünderung ihres Landes, gegen den Sozialabbau, gegen die Schuldenaufnahme um Schulden zu bedienen, gegen die Zerstörung der Kleinunternehmen und Kleinbauern, gegen die erschreckende Arbeitslosigkeit etc pp. Sie hatten es einfach satt, von „Berlin und Brüssel“ drangsaliert zu werden. Natürlich schnitten sie sich nur ins eigene Fleisch (X). Die hiesige linke Regierung, die fürs NEIN (OXI) gekämpft hatte, war richtig erschrocken, als es dann auch kam. Und unterschrieb flugs alles, um das OXI ungeschehen zu machen.

        Da siegte eben endlich die wirtschaftliche Vernunft, sagen die, die das beurteilen können. So ist es wohl. Aber traurig ist es auch, dass all dieser Elan des OXI so unrühmlich verpuffte. Die Leute, insbesondere die Jungen, hatten sich eine Änderung der europäischen Spielregeln erhofft. Griechenland war (und ist) zu angeschlagen und klein, um so etwas zu erreichen. Es wird einfach zertreten. Bum, aus. Aber in Englands verarmten Schichten regen sich ähnliche Wünsche. Vielleicht glauben sie, die Spielregeln eher ändern zu können, wenn sie von der eigenen Regierung und nicht in Brüssel gemacht werden. Natürlich täuschen sie sich auch da, denn die Spielregeln werden eben nicht in einem Land gemacht und können auch nicht durch ein Land geändert werden. Wenn die Geld- und Warenströme globalisiert sind, müssen auch die Arbeitskämpfe globale Ausmaße annehmen. Wir erkennen es heute an den vielen Menschen, die aus allen Ecken der ausgeplünderten, zerstörten Welt heranströmen und hoffen, einen Fuß auf des rettende Floß Europa setzen zu können.
        (Das weitere ist im Schicksal der Menschen auf dem „Floß der Medusa“ vorgeprägt: die Überlebenden fressen sich gegenseitig auf, wenn sie abgehängt werden. Die Kommandostellen befinden sich längst nicht mehr in Europa, so wie sie sich auch damals nicht auf dem Floß befanden. Nicht mal auf der Medusa befanden sie sich, denn dort saßen auch nur Befehlsempfänger, die sich zu retten trachteten.).

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        • „Wenn die Geld- und Warenströme globalisiert sind, müssen auch die Arbeitskämpfe globale Ausmaße annehmen. Wir erkennen es heute an den vielen Menschen, die aus allen Ecken der ausgeplünderten, zerstörten Welt heranströmen und hoffen, einen Fuß auf des rettende Floß Europa setzen zu können.
          (Das weitere ist im Schicksal der Menschen auf dem „Floß der Medusa“ vorgeprägt: die Überlebenden fressen sich gegenseitig auf, wenn sie abgehängt werden. Die Kommandostellen befinden sich längst nicht mehr in Europa, so wie sie sich auch damals nicht auf dem Floß befanden. Nicht mal auf der Medusa befanden sie sich, denn dort saßen auch nur Befehlsempfänger, die sich zu retten trachteten.).“ für diesen Absatz möchte ich dich umarmen! Hiemit ganz virtuell geschehen, wenn du magst…

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        • Liebe Gerda,
          ja Du hast es in Teilen schon richtig gedeutet, wie ich es meine.
          Den Unterschied zu Griechenland und England sehe ich darin, dass England wirtschaftlich nicht am Boden liegt und damit eine andere Ausgangsposition hat.

          Ich wünsche mir einfach ein grundsätzliches Umdenken für ganz Europa, vielleicht ist der Brexit sogar eine riesen Chance, dass alle wieder an einen Tisch kommen. Denn sind wir ehrlich, ein ganzes Europa saß sowieso nicht am gemeinsamen Tisch, es waren 28 von 47 Ländern.

          Aber wir können eben nur wünschen!

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      • Ich finde den Brexit der Engländer absolut legitim. Es war eine demokratische Entscheidung und die derzeitige Panikmache kommt woher? Sie kommt genau aus den Lagern,die uns immer mehr beherrschen und reglementieren.

        Wenn ich mich als Fußball begeistert outen würde, dann gelte ich in bestimmten Kreisen als nationalistisch.
        Frau Merkel sitzt begeistert in der Loge beim Endspiel und geht danach stolz in die Kabine der Nationalmannschaft.

        Ich sehe sie z.B nicht bei der Leichtathletik Weltmeisterschaft oder anderen großen Sport Ereignissen. Mir geht dieses, mit zwei Massstaben beurteilten, verurteilen und aburteilen sowas von auf den Zeiger!
        Und diese ganzen selbst ernannten Moralisten mit ihrer Überheblichkeit Andersdenkende zu diskreditieren is langsam beängstigend.

        Vielleicht ist der Brexit für uns Alle eine Chance, weil man der Obrigkeit endlich die Grenzen setzt. Klar ist es mit
        Risiken verbunden, aber ich finde die Engländer rütteln auf und bewegen Brüssel jetzt nachzudenken, besser wäre zu Handeln!

        Würde ich dazu in die Tiefe gehen, dann würde ich Dir lieber gegenüber sitzen, denn hier auf der virtuellen Plattform wird so einiges falsch verstanden.

        Liebe Ulli abschließend möchte ich Dir nur sagen, ich finde der Austausch mit allen Vor,- und Nachteilen ist wichtiger denn je. Auch wenn man vielleicht und ich betone nochmals vielleicht, nicht der Mehrheit entspricht.

        Ganz herzliche Grüße Dir einen schönen Abend!

        Babsi

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        • Das ist wahrlich ein Thema für einen Abend am Feuer oder wo auch immer noch. Ja, da liegt viel Potential für Missverständnisse drin. Aber jetzt verstehe ich dich eben auch besser. Ich frage nach, wenn mir etwas unklar ist, will erst gar nicht anfangen zu spekulieren, was gemeint sein könnte oder gar irgendeine Schublade aufziehen wollen. Du hast schon recht, dass die Entscheidung kräftig rüttelt, aber in dem Punkt bin ich so gar keine Optimistin. es geht ja, wie wir hören, eben doch wieder nur um die Pfründe und nicht um die Menschen und ihren Bedürfnissen, nach mehr Demokratie und gerechtere Verteilung von Lohn und Brot und ganz zu schweigen von Wertschätzung und Anerkennung.
          Ich danke dir, dass du so ausführlich geantwortet hast. Herzliche Grüsse Ulli, ich gehe jetzt mal kochen …

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    • Den Aufstand an sich finde ich auch gut, wenn auch nicht alle Motive, wenngleich ich die Ängste verstehe. Nur fürchte ich, dass er zwar zum Nachdenken anregt, aber nicht tiefgreifend, sondern eher dazu, dass die anderen EU-Staaten ihre Völker mit scheinheiligen beruhigenden Argumenten versuchen werden, an der EU-Kandarre zu halten. Was ja schon geschieht – von wegen, das Wirtschaftswachstum sei in Gefahr. Nur wem nützt es, wie Ulli schon fragte… Die Grünen, die ich jahrzehntelang (nach der SPD) gewählt habe, sind für mich unwählbar geworden. Schade. Weder sie noch die SPD noch Mama Merkel haben es verstanden oder verstehen es, die Ängste vieler Deutscher, die nicht auf Rosen gebettet sind, überhaupt aufzugreifen. Ist mir unbegreiflich. Sie wettern zwar mit Recht gegen die Ausländerfeindlichkeit von Pegida und AfD, haben dem aber nichts entgegenzusetzen und scheinen die Ursachen nicht zu begreifen und ernstzunehmen. Ist das einfach Ignoranz oder pure Hilflosigkeit oder auch Dummheit? Wie wäre es mal mit Vorbeugen? Mit Fragen, mit einem Dialog? Aber da passiert rein gar nichts… Soviel ungeschickte Politik habe ich lange nicht erlebt. Von den Medien will ich lieber gar nicht erst reden.

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  5. Ein toller Text, liebe Ulli, kein Wunder, daß es jetzt so gute und wohl auch ehrliche Kommis dazu hagelt.
    Ja, das Volk hat entschieden, aber vermutlich, genauso wie es auch in Griechenland war, von Gerda so vorzüglich beschrieben, sich zu wenig bewußt, was dadurch alles auf sie zukommen kann.
    So ist es jetzt aber und ich konnte es nicht fassen, hatte ich doch eher mit einer sehr knappen Mehrheit für ein Pro EU gerechnet…
    Die Wirtschaft wird ja nicht erst seit Frau Merkel hofiert und gefördert und ich finde, es ist wichtig, das zu sagen, sonst fehlt mir hier ein ordentlicher Tupfen Gerechtigkeit.

    Ich bin sehr gespannt, wie alles nun weitergehen wird.

    Herzliche Sonntagsgrüße an Dich, Du Fleissige
    von Bruni

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    • Da hast du so recht, liebe Bruni, Frau Merkel setzt auch nur fort, was Kapitalismus heißt, wenn auch auf ihre Weise, die mir oft überhaupt nicht gefällt! Nun überlegen die Briten ja tatsächlich das Referendum zu wiederholen und ich frage mich, ob das überhaupt geht?!
      herzlichst Ulli, die auch heute hiergeblieben ist, ach …

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  6. ach, da hat Dich wieder etwas aufgehalten, liebe Ulli, und manchmal ist man es auch selbst *g*

    Sie wollen vielleicht wiederholen? Aber vermutlich geht das nicht so einfach…
    Auf jeden Fall frage ich mich, wie das Ergebnis bei einer zweiten Abstimmung ausfallen würde.

    Auf jeden Fall sollten wir Ruhe bewahren, für Ängste ist noch Zeit genug

    Herzlichst Bruni

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  7. Politisch ist mein Wissen zu wenig fundiert, ich kann all diese Hintergründe nur zur Kenntnis nehmen, dankbar, weil es wiederum Spiegelscherben sind, die das EU-Bild ergänzen. Es ist erst einmal ein Wirtschaftsbild, ja. Die Kunst vereint Europa schon lange, Forscher und Wissenschaftler arbeiten gemeinschaftlich zusammen. Wie heißt es: Bei Geld hört die Freundschaft auf…?
    Nö, für mich noch nie…
    Idealistisch bis der Arzt kommt, ich weiß. Wie gern würde ich das alles verstehen können, wenn ich mal wieder nachrichtenreizüberflutet nix mehr richtig erkennen kann, außer dass ein Haufen Probleme auf die Britannier und den Rest des wackligen EU-Kahns zuwälzen und dass mir im Moment alle irgendwie erschrocken und durcheinander vorkommen. Bis auf diese heißluftaufgebürstete Hackfresse in Übersee, die weiß leider nur zu genau was sie will…pardon. heißluftaufgebürstete Hackfresse darf man nicht sagen, weiß ich…
    Und Du siehst ja, ich kämpf my way auf der ewigen Suche nach Gleichgesinnten, die wie ich die Verständigung der europäischen Völker und Mentalitäten unterstützen wollen. Weil ich nicht so gut erklären kann, aber versuchen will, näher mit den anderen zusammenzurücken. Im Angesicht der Bedrohungen aus der übrigen Welt jenseits Europas, kann eine starke Einigkeit untereinander ein guter Schutz nach außen sein.
    Kann…oder könnte…
    Oder so.

    Liebe Grüße von der Fee

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    • Liebe Fee, ich habe gerade lauthals gelacht und das ist ja immer gut! Und gesund eben auch. Glaub ich auch dran, hingegen, ob ich Shihuahuasamen brauche oder nicht, na lassen wir das … ich wünsche und arbeite bis ich umfalle an den Verbindungen, all das was uns als Menschen in und mit der Natur vereint, es ist doch jetzt wirklich mal genug zweitausendebbeskirchenundmehr Jeder gegen jeden und Gott gegen alle zu spielen, es gibt so viele erfrischend neue Spiele, die ja eigentlich alt sind, aber lassen wir das gerade auch mal weg, sowas wie Gott in Allen und Allem und jede und jeder für die und den anderen- „Idealistisch bis der Arzt kommt, ich weiß.“ ich auch …
      schmunzelgesichtige Grüsse
      Ulli

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