Oh mein Papa

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Dieser Artikel ist Gerda Kazakou gewidmet, mit der ich so einiges gemeinsam habe, wie zum Beispiel auch das Lied aus den Kindertagen: Oh mein Papa … dazu passt dieses Bild von einem Leipziger Künstler aus den neunzehnhundertzwanziger Jahren, das meine Freundin im Mai für 3 € auf dem Flohmarkt erstand … sie, die in den Neunzehnhundertachtzigern geboren wurde, sagte: Siehst du, das ist mein Vater und das Baby bin ich …

Dieser Artikel und meine Fotomontage sind auch all den Mädchen und Frauen gewidmet, die ohne Vater aufwuchsen und sich, wie wir, einen Clown als Vater gewünscht haben …

0132ab 07.06.16 oh mein Papa ..

Oh mein Papa war eine wunderbare Clown, oh mein Papa war eine grosse Künstler …

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20 Gedanken zu „Oh mein Papa

  1. Es ist merkwürdig, aber gerade der Clown ist für mich eine der traurigsten Figuren. Sehe ich einen, zieht es mich regelrecht in den emotionalen Keller. Ich konnte noch nie lachen über Clowns, über Zauberer schon eher, und sie sind für mich etwas regelrecht niederschmetterndes. Umso scöner, dass sie ganz offensichtlich anderen Menschen etwas geben und gegeben haben.

    Schöne Grüße an Dich und die wunderbare Gerda!

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    • Das ist die Ambivalenz mit den Clowns, auch ich empfand und empfinde sie oft als tragisch und dann wieder als komisch- und wie ich gerade so nachspüre denke ich, dass hier vielleicht meine Anziehung liegt- meiin Vater starb unter tragischen Umständen als ich 4 Jahre alt war, lachen musste ich erst wieder lernen …
      Als Mädchen habe ich zwar dieses Lied lauthals gesungen, aber wenn ich es nur hörte, hatte ich immer Pipi in den Augen …
      Ja genau … und was führen sie uns eigentlich vor? Die Tragik, die Unbeholfenheit und weil sich darin (vielleicht) jede und jeder wiederfindet lachen wir?

      Danke für deins, ich sinniere noch immer
      liebe Grüsse
      Ulli

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  2. Das sind schöne Bilder, für die ich von Herzen danke. Was ist der Clown für mich? Die Maske des Lachens aufziehen, um den Traurigen nicht im Abgrund seiner Traurigkeit (im emotionalen Keller, wie tikersherk sagt) hocken zu lassen, sondern ihn hervorzulocken und zu sagen: DENNOCH! Das zeigt mir so viel Güte und Verstehen. Clowns sind Helfer für die abgrundtief Traurigen, zB Kinder im Krankenhaus, Flüchtlingskinder, elternlose Kinder, Straßenkinder …Aber auch für Erwachsene, denen das Elend der Welt das Herz abdrückt. Der Clown sagt: Schau auf mich, den Elendsten der Elenden, dem nie etwas gelingt, und lach über mich.
    „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ (O.J.Bierbaum, 1865-1919, stellte dies seinen Erzeählungen „Yankeedoodles Fahrt und andere Reisegeschichten“ voran, erfuhr ich bei Wiki.

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    • Liebe Gerda, schön, wie du es so klar den Clwon definierst – für mich kommt noch das Aspekt dazu, dass er uns unsere eigenen Unzulänglichkeiten zeigt und uns damit zum lachen bringt, statt in das Gefühl des Falschseins – ich denke an die Freiheit der Narren und frage mich worin genau sie sich unterscheiden, ich werde da mal recherchieren, ging mir schon heute Morgen durch den Kopf, aber Zurzeit soll ich ja noch nicht sooo viel Bildschirmlesen. ich fürchte ich übertreibe eh schon wieder …
      Ich denke auch an die Zeit als ich Theater spielte, unsere letzte Aufführung war eine „Freakshow“, in einer Szene erhängte sich der Clown, weil nie jemand seine abgrundtiefe Traurigkeit gesehen hat. Das war übrigens die selbe Zeit, als ich sehr oft in die Wuppertaler Oper ging, um Pina und ihr Tanztheater zu sehen …
      so kommt eins zum anderen und bevor das jetzt hier ein Roman wird, höre ich mal lieber auf
      herzliche Abendgrüsse vom Unwetterberg
      Ulli

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    • Liebe Ulli,

      es tut mir sehr Leid zu lesen, dass Du Deinen Vater so früh und auf tragische Weise verloren hast. Sicher hat das Lied schon deswegen eine andere Bedeutung für Dich.
      Ich kann das „dennoch“ des Clowns sehen aber nicht fühlen. Da fehlt mir ein Rezeptor in der Wahrnehmung.
      Tatsächlich kannte ich, bis zu Deinem Blogeintrag heute, keinen Erwachsenen, der durch Clowns berührt wird. Und dann gleich zwei Bloggerinnen, die ich sehr schätze.

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    • Hallo Babsi, ich muss mich das Gerda anschliessen (siehe unter meinem Kommentar, er ist verrutscht und ich kann es nicht gerade biegen), was ist ein guter Vater und was ein schlechter? ich weiss aus Erzählungen, besonders von meinem Bruder, der 11 Jahre älter ist als ich, dass mein Vater in unserer Familie für viel Unfrieden gesorgt hat. Als er verünglückte war ich 4 jahre alt, ein kleines Mädchen, dass ihren geliebten Papa verloren hat. Das ist wie eine Narbe, die bei manchen Wetterlagen immer noch zwickt, obwohl ich mich später gefragt habe, ob es nicht sogar besser so gewesen ist. Das kleine Mädchen weiss von all dem nichts und schüttelt den Kopf!

      herzliche Grüsse
      Ulli

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      • Ich verstehe Deinen Kommentar nicht, denn das Empfinden ob gut oder schlecht ist doch immer subjektiv!
        Ein Elternteil oder auch Beide können für den Einen gut sein aber für den Anderen schlecht. Das gilt auch für Geschwister.

        Ein guter Vater sollte keinem Kind fehlen bzw. gute Eltern!

        In einer Zeit, als Gerda ohne Vater aufwuchs war es für Mütter eine schier unmögliche Aufgabe ihre Kinder groß zuziehen. Für mich sind diese Frauen Heldinnen!

        Ich hoffe, Du verstehst mich richtig!

        Ich wünsche Dir einen wunderbaren Abend!

        LG Babsi

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      • Ja eben, weil es subjektiv ist, das habe ich nur etwas ausgeführt. Für meinen Bruder war er ein schlechter Vater, für mich ein guter …
        Gerda schrieb: schlecht oder gut, Babsi, wer kann das wissen. Das sind Urteile, die man sich im Kopf zurechtlegt und von denen das Herz nix wissen will. – darauf habe ich mich bezogen. Hoffentlich ist es jetzt klarer geworden.
        herzlichst
        Ulli

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  3. Hallo Ulli,
    fuer mich war/ist ein Clown immer eine tragisch-komische Figur, ueber die man lachen und gleichzeitig weinen kann.
    Und bei dem Lied werden alte Erinnerungen wach. War es nicht Catarina Valente, die das einst gesungen hat?
    Hab’s fein,
    Pit

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    • Ich sah heute, dass dieses Lied von unglaublich Vielen interpretiert worden ist, aber ich weiss jetzt gar nicht ob Catarina Valenta auch dabei gewesen ist … Ich habe dieses Lied immer und immer wieder gesungen, allein schon wegen dem rollenden R und dem Wort „Kinstler“ …
      ich grüsse dich herzlich, lieber Pit
      Ulli

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  4. nur zwei Tage war ich unterwegs und Du warst so fleißig.

    Ein wunderfeines Bild hat sie da gefunden, in das man leicht viele Träume hineinweben kann.
    Wie wäre es gewesen, wäre er Clown gewesen?
    Ein sehr anderer als er war. Er hatte so viel erlebt und es war viel zu viel für einen einzelnen feinfühligen Menschen. Deshalb verpackte er seine Gefühle später in wasserdichte Kisten und verstaute sie auf dem Speicher, auf dem sie sicher ruhten. Keiner bekam sie noch zu Gesicht, seine leichten lockeren und lebensklugen Gedanken…

    Das Clownlied ist mir sehr bekannt und einen Teil des Textes kann ich immer noch mitsingen *lächel*. Aber gerade der Clown hat es so schwer. Wem gelingt es schon, wenn er traurig ist, andere Menschen zum Lachen zu bringen, es ist verdammt schwer… und doch muß er es tun…
    Ein viel zu schwerer Beruf und doch voller Lächeln.

    Liebe Grüße zum Abend
    von Bruni

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