Kurze Zeilen – 2 –

0069 08.02.16 zu kurzen texten

Wie wenige Jahrhunderte, Jahrzehnte in all den Jahrtausenden und Zehntausenden Menschenjahre ist es her, dass aus einzelnen Stämmen und Fürstentümern Einland, Zweiland und wieder Einland wurde? Woher kam deine Großmutter, woher dein Großvater? Wie heißt „Heimat“ in deren Sprache?
Willkommen am Feuer im Kreis. Ach bitte, sing doch ein Lied in dem du heimatlich bist. Ich sing dann das von dem Abend und dem Frieden, der sich auf die Welt senkt und wo sich der Bach ergießet, wo er rauscht und fließet, immer immerfort. Und vielleicht kennst auch du das Lied vom Fluss und der Erde, die Mutter ist, die ihn trägt, bis zum Meer. Dort können wir uns treffen. Ja, am Meer unter dem weiten Himmel, damit wir spüren, wie klein wir sind.

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22 Gedanken zu „Kurze Zeilen – 2 –

  1. Und doch, liebe Ulli, sind wir auch groß, können wir groß sein. Groß in unseren Herzen, unseren Gedanken, in Wort, Schrift, Musik und Bild. Sieh die nur dieses Foto an. Mein Herz wird ganz weit, meine Gedanken entspannen sich und ich staune über dieses Wunder. Wir sind in der Lage, Schönheit zu erkennen. Wir lassen uns berühren von der Natur. Wenn wir es zulassen, können wir das Hässliche in der Welt ausblenden. Für solche Momente. Und wenn du dieses wunderbare Foto mit uns teilst, ein Foto, dass uns in der Tat zeigt, wie klein wir Menschen sind, dann zeigst du uns auch die Größe. Die Möglichkeit großer Gefühle. Dafür danke ich dir heute früh!
    Herzlich grüßt dich
    Elvira

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    • Liebe Elvira, ich habe gehofft, dass jemand widersprechen würde. Sagen würde, dass wir doch nicht nur klein sind und gleich der erste Kommentar, den ich heute lese, nämlich den von dir, sagt genau das. Ja, wir sind gross und wir sind klein … in Bezug auf die allgegenwärtige Situation denke ich oft, dass es mehr Menschen geben muss, die sich mal tüchtig klein fühlen sollen, damit ihr aufgeblähtes Sein und Handeln ein Ende findet.
      Ich danke dir und lese gleich meine Mails, war gestern unterwegs …
      herzliche Grüsse
      Ulli

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  2. Was für ein schönes Bild – und was für schöne Bilder in Deinen Zeilen. Ja, am Meer, an seiner Unendlichkeit spürt man, wie klein wir sind – am Meer überkommt mich immer auch ein Gefühl der „demütigen Gelassenheit“: All das, was einen umtreibt, ist dort nicht mehr wichtig.
    Dein Bild hätte ja wunderbar auch zu meinem Niederland-„Stamm“ gepasst 🙂
    Liebe Grüße Birgit

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    • Liebe Birgit,
      „demütige Gelassenheit“ stellst du in den Raum und ich nehme genau das gerne zu mir, weil es noch einmal anderes ausdrückt, als sich klein zu fühlen oder klein zu sein.
      Es stimmt, das Bild hätte wirklich gepasst, Bretagne hin oder her …
      Danke dir fürs reinschauen und dafür, dass du hier deine Worte „verlierst“ 🙂
      herzliche Grüsse
      Ulli

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  3. wie klein ich bin – dieses gefühl hatte ich auch in der wüste.

    und noch etwas zum symbolischen: wieviel zufliessendes wasser letztlich den fluss ausmacht und alles zusammen in einem gemeinsamen strom, der je nach licht immer wieder einmal die farbe wechselt, doch derselbe ist, mal schwächer, mal stärker, sich im meer einfindet und auch da zum ganzen wird. und weiter gedacht: zum kreislauf beisteuert.

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    • Liebe Barbara, ja die Wüste ist auch so ein Ort! Das Ganze: wenn doch die Menschen mehr Interesse am Ganzen hätten, statt an der Individualität und der Abgrenzung!
      Herzlichen Dank für deine Ergänzung, die mir sehr gefällt
      liebe Grüsse Ulli

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  4. Es regnet in Strömen und im Hintergrund läuft „Timing of the day“ und die Stimmung des Liedes rührt mich ebenso wie Deine letzten Sätze über das Lied vom Fluss und der Erde, über das Meer und das Gefühl wie klein wir doch sind.
    Liebe Grüße Juergen

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  5. Ich setz mich gern zu Dir ans Feuer, lausche Deinen Liedern, betrachte die Bilder, die Du mir zeigst. So einen Abend habe ich erlebt, er war unvergesslich: An einem karibischen Strand, trafen sich ausgerechnet Deutsche und jeder kam aus einem anderen Bundesland. Und jedes hatte seine Lieder, seine Witze, seine Geschichten. Wir hatten Feuer gemacht, einer hatte eine Klampfe mit. Erst den Anschein unter jungen Leuten wahrend, deutschem Volksliedgut eher kritisch gegenüberzustehen, verlor sich nach dem zweiten Cuba Libre die Scheu vorm Singen und jedem fiel ein Lied aus seiner Heimat ein. Einer von ihnen hatte schon jahrelang nicht mehr gesungen und sang herrlich schief das Badnerlied. Das alles unter Kokospalmen bei 35 Grad Nachttemperatur und 95 % Luftfeuchtigkeit. Seltsam, wie ich mich gleichermaßen heimatlich und verbunden fühlte mit Gleichgesinnten und dabei so weit fort war. Seltsam, wie wenig heimatlich ich mich in meiner Heimat fühle. Doch vielleicht ist es wie mit dem Wald, den man vor lauter Bäumen nicht sieht. Einen lieben Gruß von Stefanie

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    • Liebe Stefanie, Lieder gehören für mich zum Leben, wie der Tanz und die liedlose Musik, die Bilder, die stillstehenden, wie die laufenden, aber ist es nicht noch seltsam, dass viele Menschen erst einmal ein, zwei Gläschen brauchen, bis sie sich zu singen trauen?! Einst sagte ein Freund: der Wald ist traurig, weil niemand ihm mehr Lieder schenkt …
      Ich danke dir für deine Geschichte!
      herzliche Grüsse
      Ulli

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