Für Emil

f. Emil

Es war der erste Morgen in der Bretagne, als ich über den Strand ins Dorf zum Bäcker ging. Ich baute dieses Steinwunschmännchen in den Sand. Und als ich es fotografierte, fielst du mir ein, Emil →

Ich fragte mich, ob du dir auch etwas beim Steinmännchenbauen wünschst. So nach dem Motto, wenn das Männchen hält, dann … und wenn nicht, dann war es der falsche Wunsch …

Das Meer ebbte und der Glanz des Wassers auf dem Sand ließ mich singen. Ich sang mein Lied leise. Ich ging. Da saß einer auf einer Bank. Die Kapuze auf dem Kopf, gegen den Wind. Unsere Blicke trafen sich, wir lächelten uns an. Wir nickten uns zu. Ich ging ins Dorf hinein. Er blieb auf der Bank. Ich fragte mich: Woran erkennt man sich?

Lieber Emil, hab einen guten Tag. Und den wünsche ich natürlich auch allen anderen meiner Leserinnen und Leser. Schön, dass es euch gibt!

Advertisements

13 Gedanken zu „Für Emil

  1. Liebe Ulli, ich habe schon lange kein Steinmännchen gebaut, da ich schon lange nicht mehr am Meer war. Diesen Satz von dir „So nach dem Motto, wenn das Männchen hält, dann … und wenn nicht, dann war es der falsche Wunsch …“ fand ich bedeutsam. Ich wäre traurig gewesen, dass sich der Wunsch (eventuell) nicht erfüllt, aber du sagst einfach: Es war der falsche Wunsch. Das merke ich mir hoffentlich.
    Dir auch einen schönen Tag – hier ist es wie immer nass und kalt.

    Gefällt 2 Personen

    • Oh, da schicke ich dir schnell ein paar wärmende Sonnenstrahlen ins Nasse und Graue- jau, ich erinnere mich, liebe Clara, Berlin um diese Zeit ist kein Spass, weder vom Wezzer her, noch von all den gestressten Weihnachtsmenschen- ich bin immer froh um diese Jahreszeit hier oben zu leben, wenigstens dann 😉 – und zu den Wünschen, die Erkenntnis kam mir letztens, als ich wieder weiter an der kleinen blauen Frau schrieb und ich mich an die erfüllten und die nichterfüllten Wünsche erinnerte … fein, dass ich dich inspirieren konnte!
      Herzliche Sonntagsgrüsse vom Sonnenberg
      Ulli

      Gefällt 1 Person

  2. Sich beim Steinmännchenbauen etwas zu wünschen, finde ich eine schöne Idee. Ich baue ja im Sommer ganz viele, überall, in Flussbetten am liebsten, aber eigentlich muss ich noch nicht mal Wasser drumrum haben. Die Ruhe, die mir die Beschäftigung mit Steinen befällt, mag ich sehr. Es ist eine Art Hingabe an die Beschaffenheit der Steine, an ihre Unperfektheit, heißt: an ihre Kanten und Ecken und Unebenheiten, Hingabe an meine Tagesform, die darüber bestimmt, wie ruhig meine Hände sind …
    Mir dabei etwas zu wünschen, würde dahinein wohl nicht passen, weil ich mich dann ja vom Augenblick in die Zukunft denke. Kurz: Steinmännchenbauen ist eine dieser Handlungen (neben Schreiben, 6 und sonst noch paar anderen Dingen) wo ich ganz und gar wunschlos bin. Vielleicht ist das ja dann Wunsch und Wunscherfüllung zugleich?
    Danke, für deine Input!

    Und ja, man erkennt sich … woran ist vielleicht eines dieser Geheimnisse, die geheim bleiben sollen? 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Soso, Steinmännchen bauen als meditativer Akt, das gefällt mir, das nehme ich jetzt mal zu mir, danke dir dafür- nein, auch ich wünsche mir nicht immer etwas, aber an diesem ersten Tag in der Bretgne schon und weisst du was: es hat sich erfüllt 🙂

      ganz liebe Grüsse
      Ulli

      Gefällt 1 Person

  3. Vielen Dank!

    Wünschen … Nein, wünschen tu ich nicht beim Männchenbau. Konzentriert abwesend sein kann ich währenddessen.

    Woran erkennt man sich? An der Resonanz (nicht als Antwort gemeint, sondern als das verstärkte Mitschwingen eines schwingfähigen Systems, wenn es einer zeitlich veränderlichen Einwirkung unterliegt — bei einer Begegnung). Was genau da schwingt und resoniert, das ist mir sowas von egal … Es ist die Resonanz, die man auch Geruch nennen kann …

    Gefällt 2 Personen

    • Gern geschehen, lieber Emil! Nun danke ich dir für deinen Input über die Resonanz- genau, da schwingt etwas, das glaube ich nämlich auch und die Neurobiologen können es bestimmt schon erklären und messen, aber das weiss ich jetzt auch nicht so genau und kann mir gerade eben auch egal sein … wichtig ist doch, dass man sich erkennt, selbst im www …
      herzliche Grüsse vom sonnigen Berg
      Ulli

      Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s