Netze und lose Fäden

Winterstrasse

Knirschknarsch, knirschknarsch … nein, leise ist der Schritt über dem Schnee nicht. Überhaupt ist es gerade nicht leise. Termine lärmen in die winterliche Stille hinein. Ich fahre bergauf und bergab, mit und ohne Gesang, mit und ohne Geschichten. Bilder über Bilder fahren an mir vorbei: soviel Zeit muss sein! Ich halte an, knipse, fahre weiter. Einmal ist es der Himmelsspiegel auf der Straße, dann sind es die Nebel, die aus den Wäldern steigen (viel Kaffee wird bei Fuchsens dieser Tage gekocht).

Winternebel

Alte Verbundenheit steigt auf. Fleißig webt Großmutter Spinne, wirft mir einen Faden zu. Ich nehme den Faden auf, knüpfe und webe. Sie hockt wieder in der Zimmerecke, tut, als ob nichts wäre. Ja ist denn was? Ist es denn nicht das, was es immer ist? Ich höre:

„Netze müssen gepflegt werden und Fäden erneuert, sonst nimmt Staub den Platz.“

Fährfrau kommt im Ahnenboot heran. Sie singt das Lied der Schwarzen. Ich hole lose Fäden ein, knüpfe und webe weiter. Sie fährt davon und singt das Lied der Wiederkehr. Ich bleibe noch eine Weile und lausche dem leisen Lied der Segel.

0251 27.11.15 Fährfrau und das Ahnenboot

 

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14 Gedanken zu „Netze und lose Fäden

    • Das stimmt, liebe Susanne, starke Verbindungen halten Pausen aus, aber es gibt ja auch noch andere und da ist es von Zeit zu Zeit doch nötig den Faden wieder aufzunehmen, weiter zu knüpfen und zu weben. Verrückterweise ergibt es sich ja dann auch, gerade dann, wenn man erste Gedanken dorthin hat, flattert etwas ins Haus hinein und erinnert mich daran.
      Die Geschichte mit Zeit haben und nicht ist ja noch eine andere, wofür nehme ich mir Zeit, neben allen to-does, ist eine der Fragen …
      Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende, mit aller Zeit der Welt 😉 und grüsse dich herzlich
      Ulli

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  1. Liebe Ulli!
    Die Fährfrau im Ahnenboot: das beschäftigt mich, gerade auch deshalb, weil ich gestern so einen massiven Erinnerungsschub an all die skurrilen und einzigartigen Menschen hatte, die in meiner Verwandtschaftsgalerie herumgeistern. Schönes Wochenende. Und das mit dem Netz und dem Staub – sehr gut. Liebe Grüße Juergen

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    • Guten Morgen, lieber Jürgen! Das finde ich jetzt interessant. Ich habe in den letzten Wochen, gerade auch im Zusammenhang mit den Booten, oft an das Ahnenschiff gedacht, habe es aber in meinem Archiv nicht mehr gefunden- gestern dann, als ich nach etwas ganz anderem Ausschau hielt, stolperte ich darüber, just nachdem ich die Fährfrau gezeichnet hatte … das wäre jetzt wieder so etwas für dein wunderbares Projekt: was weiss ich schon von Zufällen … von Synchronizitäten und von der Ahnenwelt?!
      Es wird ja gesagt, dass ab November bis in den Januar hinein die Verbindung zur Ahnenwelt stärker wird, die Barrieren dazwischen weniger, kleiner, dünner (wie auch immer noch), es ist die Zeit in der wir an die Menschen denken, die vor uns waren, mal mehr, mal weniger intensiv, da passt deins doch wunderbar. Ich musste auch an dm denken und an sein Projekt vom Sommer, als er seine eigene Ahnengalerie einstellte … das wäre dann noch ein ganz anderes Projekt 😉
      Freue mich, dass meins zu dir hinschwingen konnte.
      Herzliche Grüsse und hab ein feines Wochenende, herzliche Grüsse vom Schneeberg
      Ulli

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  2. Boah, die Fotos, ich kriege voll den Frischeflash. Fantastisch!

    Was die Netze anbelangt, so stelle ich immer wieder fest, sind diese unterschiedlich beschaffen. Die einen bleiben tragfähig und stabil, überbrücken selbst sprachlose Jahre, andere zerstauben bereits beim leisesten Missverständnis. Doch wiegt das eine oft nicht weniger als das andere.
    Liebe Grüße – Samtmut

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    • ach schön … genau so meine ich es, gerade vorhin habe ich sehr intensiv an dich gedacht, dass du mir, deine Kommentare und Beiträge fehlen- ich habe einen losen Faden zu dir hingeworfen und schwupps bist du da 🙂
      ich grüsse dich ❤ lich und hoffe sehr, dass du neben allem Viel auch viele Räume für dich findest

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  3. Hallo.
    Das letzte Bild in der Galerie konnte ich erst nach dem Lesen des Posts zuordnen. 😉
    Wettermäßig ist es in meiner Region derzeit oft wenig einladend und ich bin erkältet. Doch ich habe ja direkt vor meiner Glasterrassentür dauerhaft ein wunderschönes Panorama; tagsüber, wenn die Vögel meinen Futterplatz besuchen und in der Nacht, wenn die Mäuse da sind.

    Liebe Grüße,
    Frank

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