Alter Geist

0239 16.11.15 Flucht und Boote

Als ich wach werde steht das Traumbild klar vor mir: ein Himmel voller Zeitungsworte. Bomben fallen durch die Worte. Ich sehe das Meer und ein Boot, in dem Boot steht ein Mann, den ich nur als Silhouette von hinten sehen kann. Er ist seltsam verformt. Das war das Bild. Aus dem Off hörte ich eine Stimme, die monoton den einen Satz wiederholte:

„Glaub ja nicht, dass alte Männer neue Reaktionen zeigen würden.“

Der alte Geist reagiert gerade eben wie immer. Sie rüsten auf, sie werfen Bomben und reden von der Verteidigung „unserer“ Freiheit. Die Worte Freiheit und uns werden in den Nachrichten und Diskussionen inflationär gebraucht.Wie frei sind wir denn wirklich?

Wer mehr zur Freiheit lesen möchte schaue doch mal bei Achim Spengler vorbei →

Wer klare Worte mag, sollte auch einmal hier vorbei schauen literaturfrey→

(anfangs nannte ich den Artikel „alte Männer“- gemeint waren Männer, aber auch Frauen, die im alten Geist reagieren, deswegen habe ich das jetzt geändert- danke an alle aufmerksamen LeserInnen)

 

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17 Gedanken zu „Alter Geist

  1. Danke für die Links, denen ich gefolgt bin. Bei „literaturfrey“ habe ich mir spontan einen Satz „ausgeborgt“ für einen Kommentar.
    Deine Collage wirkt auf mich sehr beängstigend – ich möchte nicht in diesem Boot sein, so wie ich auch nicht in den vielen überfüllten Booten sein wollte, die über das Wasser flohen, um ihr Leben zu retten – und dabei haben sie es ernsthaft aufs Spiel gesetzt.
    Ganz lieben Gruß zu dir

    Gefällt 2 Personen

  2. Inzwischen hat sich die Situation weiter zugespitzt. Wir hier in Griechenland sind hautnah dran. Jetzt sollen 5 „hotspots“ auf den Inseln eingerichtet werden – vermutlich, um die Flüchtlinge zu kochen. Keine Ahnung, wie das Land mit diesen Herausforderungen fertig werden soll. Die linke Regierung wird gezwungen, vollkommen gegen ihre eigenen Vorstellungen zu handeln. Sonst fliegt Griechenland aus der Schengenzone – aus der Eurozone – aus der Europäischen Gemeinschaft – sonst ….Inzwischen schlagen sich die Flüchtlinge und die Arbeitsmigranten (o diese feinen Unterscheidungen!) an der Nordgrenze Griechenlands, hassen sich gegenseitig, demolieren die Eisenbahnlinie, die Importeure und Exporteure sind verzweifelt, die Touristikunternehmer auf den hauptsächlich betroffenen Inseln sowieso. Doch immer noch versuchen die einfachen Menschen – Ausländer wie Inländer – zu helfen, spenden Kleidung, geben Essen aus, Ärzte arbeiten freiwillig, denn staatlicherseits funktioniert kaum etwas.

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