Nenne mich naiv

Trauer

Nach den Nachrichten von heute Morgen will ich nur eins: säckeweise Liebe säen- ja, nenne mich naiv!

Bei Jarg fand ich die Worte, die mir seit den Nachrichten durch den Kopf gehen, die ich nun nicht mehr ausformulieren muss, er hat es getan und ich wünsche mir, dass diesen Artikel viele lesen →

Hier ein Ausschnitt:

Auch wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unklar ist, wer genau hinter der Anschlagsserie steckt, scheint es islamistisch motivierter Terror gewesen zu sein. Doch ganz egal, wer letztlich hinter den Anschlägen steckt, die sich gegen die Freiheit richten, und bei allem Entsetzen, aller Trauer und – ja, auch der Wur über diese Feigen Anschläge verblendeter Fanatisten: entscheidend ist unsere besonnene Reaktion. Ich kann sie schon hören, die Eiferer, die die Anschläge zum Vorwand nehmen, gegen Flüchtlinge zu hetzen, Abschottung zu fördern und das alles mit einem dumpfen Nationalismus zu übergießen.

Terroristen wollen genau das: sie wollen, dass wir Angst haben! Sie wollen, dass wir sie so ernst nehmen, dass wir mit massiver Gewalt gegen sie vorgehen und sie damit als Gegner anerkennen. Denn ihre Anschläge sind durchaus wohlkalkuliert und auf bizarre Hinsicht rational, denn sie wollen eine massive Gegenreaktionen von uns. Das macht sie groß, dann fühlen sie sich ernstgenommen als Gegner, das verschafft ihnen Ruhm unter ihren Anhängern. Und wir dürfen nicht zulassen, dass wir das einschränken, was sie so hassen: unsere Freiheit: die Freiheit des Gedankens, der Überzeugung, des Glaubens oder Unglaubens. Dann hätten sie gewonnen, wie sehr gut und fundiert bei Louise Richardsons Klassiker “Was Terroristen wollen nachzulesen ist.

Liebe steht der Angst gegenüber, Liebe ist das Antidot.

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29 Gedanken zu „Nenne mich naiv

  1. Diese Gedanken, dass die Terroranschläge einigen Hetzern als willkommener Anlass dienen, Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen, hatte ich heute früh auch gleich. Vielleicht sollten man diese Hetzern mal sagen, dass das, was gerade in Paris geschehen ist, in einigen Ländern des Nahen Ostens alltägliche grausame Realität ist, zum Beispiel in Syrien, wo die Menschen schon lange nicht mehr in Sicherheit sind, wenn sie auf die Straße gehen, wo manche Städte nur noch Ruinen sind, und dass eben aus diesem Grunde die Menschen fliehen, vor dem IS und anderen Kriegern, und zu uns kommen.
    Nun werden sicher noch mehr Länder ihre Grenzen dicht machen… Attentäter, der IS, lassen sich aber von keinen Grenzen aufhalten, die haben ganz andere Möglichkeiten, die stehen nicht frierend im Dreck und in der Kälte, die brauchen auch keine Schlepper und müssen nicht auf morschen Booten übers Meer…
    Ich bin allerdings der Ansicht, dass man diese terroristischen Fanatiker, den IS sehr wohl ernst nehmen muss, auch wenn er dies will. Muss man etwa keine Angst vor solchen gehirngewaschenen Irren haben? Doch, muss man. Man muss sie auch bekämpfen, ich weiß nur nicht, wie, sie sind ja keinerlei Argumenten zugänglich. Aber ich bin auch keine Politikerin… Aber die Politiker haben es vorher schon verbockt und sie stehen auch heute – bis jetzt jedenfalls – nicht zusammen, zu feindlich gesonnen sind sich die USA und Russland. Einige Staaten, die sich heute entsetzt äußern, haben zur Entstehung des IS ja beigetragen. Es fing alles mit dem Einmarsch der USA in den Irak an, damals begann der Terror islamistischer Organisationen bzw. da gründeten sie sich erst. Aber auch wenn man durchaus Angst haben darf vor der Gewalt des IS, sollte man diese Angst dabei belassen und nicht ausdehnen und ungerecht werden. Die Sorge sollte nicht dazu führen, dass wir einen Polizeit- und Überwachungsstaat bekommen und genau das befürchte ich, für Frankreich, für Deutschland, nicht heute vielleicht, aber irgendwann…
    Danke für das Zitat und deine Worte, liebe Ulli.

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    • Liebe Ute, ich danke dir, du zeigst alle Facetten sehr deutlich. Vorhin sagte ich, ich will dass sie alle weggeschlossen werden, ab in die Anstalt- das ist meine hilflose Antwort auf das Böse- Was sonst ist das Böse? Als die Menschenverachtung, um sich selbst zu erhöhen- arme Würstchen zieht schon lange nicht mehr zur Abwiegelung! Ich schwanke heute den ganzen Tag zwischen grosser Traurigkeit, ja, zwischendurch liefen mir immer wieder die Tränen runter, und einer Art fassungsloser Wut-
      Wir sind nicht am Ende der Geschichte angekommen, wir stecken mittendrin und es gilt jetzt wirklich Verstand, Mut, Herz und Liebe zusammen zu bringen. PolitkerInnen sind auch nur Menschen und ich glaube gerade ziemlich überfordert- nichts stimmt mehr, nichts geht mehr auf- ich bete wirklich dafür, dass sie nicht aus Unwissenheit reagieren, wie immer- mit Gewalt …

      herzliche Grüsse
      Ulli – müde –

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  2. Heute ist der 14. November. Vor 75 Jahren haben 500 deutsche Bomberpiloten Terror nach Coventry gebracht und ihre Bomben in einem Zeitraum von 11 Stunden über der Stadt abgeworfen,

    Wir haben gelernt, in der Zwischenzeit, dass Terror nicht zielführend sein kann.
    … denn die Liebe ist stärker!
    1. Korintherbrief 13 – Uta

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  3. Du? Nennst Dich naiv? Diese islamistischen Idioten mögen perfide sein und am wenigsten geht es ihnen um Glaubensgrundsätze bei ihren Terrorakten auf der ganzen Welt.
    Wer säckeweise Liebe zu verschenken hat, lädt sich das Gewicht der Welt auf die Schultern und zeigt keine Angst vor einer Überlastung.
    Ich finde das mutig und sehe es als den einzig richtigen Weg an.
    Ganz liebe Grüße…✨

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      • Doch, Ulli…überlastet auf jeden Fall! Naivität hat den negativen Beigeschmack, unwissend, arglos oder blauäugig zu sein, unfähig eine Situation oder Handlung richtig zu erfassen. Das stieß mir sauer auf, vor allem deswegen, weil oft Menschen der Naivität bezichtigt werden, weil sie an die Liebe glauben. Diese islamistischen Vollpfosten glauben nur an sich selbst und vor allem an die Dummheit der anderen ,die sie einzuschüchtern gedenken. Das halte ich nicht nur für primitiv, sondern außerdem für ausgesprochen naiv.
        Viele liebe Grüße zu Dir…

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      • Ich schrieb es gerade schon an Gudrun: ich halte mich ja selbst auch nicht für naiv, aber ich weiss, dass manche Leute solche Gedanken, wie zum Beispiel säckeweise Liebe aussäen zu wollen, als naiv empfinden, vielleicht hätte ich noch dahinter schreiben sollen: mir doch egal!
        Im Moment denke ich, dass wir wirklich keine andere Wahl haben. Gewalt löst immer Gegengewalt aus und dieses Konzept kennt die Menschheit ja nun seit zigtausend Jahren, es ist Zeit etwas neues einzuüben … ist ja nicht so, dass ich nicht auch wütend wäre ob solcher Taten, aber die Traurigkeit überwiegt heute tatsächlich!

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      • Liebe Ulli, mir geht es wie Dir. Ich bin sehr traurig…
        Was mir Mut macht, ist es, die Verbundenheit zu sehen. In den vielen Beiträgen im Blogland, die ich heute las, in der spontanen Menschenkette, die sich heute in meiner Stadt zu einer Schweigeminute einfand, ohne große Vorankündigung. In den Fragen meiner Kinder, die sprechen und nicht schweigen wollen in ihrer Betroffenheit. Dass mir der türkische Nachbar von gegenüber heute wortlos die Hand schüttelte und ebenfalls sehr traurig war. Er ist ein strenger Muslim. Auch und gerade für diese Menschen, die ihre Religion friedlich und im Einklang mit uns Christen leben wollen, ist dies ein schwerer Schlag. Die lähmende Trauer ist überall spürbar, doch ebenso ein ruhiger Widerstand gegen Gewalt und Terror. Diese Menschen suche ich und sie finden mich. Das macht mir Hoffnung…

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    • Liebe Gudrun, ich halte mich ja selbst auch nicht für naiv, aber ich weiss, dass manche Leute solche Gedanken, wie zum Beispiel säckeweise Liebe aussäen zu wollen, als naiv empfinden, vielleicht hätte ich noch dahinter schreiben sollen: mir doch egal!
      Im Moment denke ich, dass wir wirklich keine andere Wahl haben. Gewalt löst immer Gegengewalt aus und dieses Konzept kennt die Menschheit ja nun seit zigtausend Jahren, es ist Zeit etwas neues einzuüben … ist ja nicht so, dass ich nicht auch wütend wäre ob solcher Taten, aber die Traurigkeit überwiegt heute tatsächlich!

      Herzliche Grüsse
      Ulli

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      • Ich versteh dich schon, kenne das selber. Dieser Ausdruck gefällt mir viel, viel besser als die Headline der B***-Zeitung am heutigen Tag, die vom Krieg gegen unsere Art zu leben spricht.
        Eine Freundin kommt aus Palästina. Sie erzählte von dort und meinte, dass viel Zeit vergehen wird, um den Hass zu beenden. Das Gegenstück dazu ist nun mal Liebe. Was sonst.
        Liebe Grüße

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  4. Ich finde, Liebe ist nie naiv und Liebe „im Kleinen“ gibt es zuhauf, was man an der doch großen Hilfsbereitschaft vieler Deutscher gegenüber den Flüchtlingen sieht und ich bin sehr froh darüber. Diese Liebe ist wirklich ein Antidot gegen den Hass und die Angst – auch wenn ich nicht weiß, wie stark und lange es wirkt.
    Aber „im Großen“ bin ich so gar nicht froh und optimistisch und denke, dass Liebe in der Weltpolitik ein Wort ist, das nicht vorkommt. Bei Macht-/Wirtschaftsinteressen geht es nicht um Liebe und man kann sie beim besten Willen auch nicht in die Köpfe der Strippenzieher einpflanzen.
    Der Einzelne kann sich bemühen und das Leben unter den von „oben“, von den globalen Machthabern vorgegebenen Bedingungen menschlicher und wärmer machen, aber das ist alles nur Symptombekämpfung, so sehe ich das. Es ändert überhaupt nichts daran, dass die Mächtigen weitermachen wie bisher und sich keinen Deut um die betroffenen Menschen scheren. Denn warum fliehen die Menschen zum Beispiel aus Syrien? Wie ist es zu der Situation im Land gekommen? Welche anderen Staaten haben das mitverschuldet? Wer hat den IS groß gemacht und tönt nun laut rum, gegen ihn in den Krieg zu ziehen? Ja, schon spricht die Nato von „Krieg“… Und wer wird im Krieg getroffen, etwa die Schuldigen? Als sei der IS ein räumlich begrenzter Staat, denn man ausbomben könnte, lächerlich! Und ich erinnere mich an viele vergangene Kriege, die gerade von den USA angezettelt wurden…
    Tut mir leid, dass ich so pessimistisch bin, das heißt, ich halte mich eher für eine Realistin.

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    • liebe Ute, da kann ich dir nur in allem zustimmen- es sieht nicht so aus, als ob sich in den Köpfen von Machthabern schnell etwas ändert, trotzdem möchte ich an meiner eigenen Haltung festhalten und sie auch gerne immer wieder in die Welt senden-
      Ich glaube, dass auch die meisten die Zusammenhänge des Terrors und der Kriege verstehen, zumindest all die, die denken und davon gibt es ja, trotzallem, sehr viele. Ich mag den Artikel von Konstantin Wecker von vor ein paar Tagen, er schrieb, dass zwar die Rechten laut sind und es einem so vorkommt, als ob sie das Sagen hätten, aber im Stillen gibt es sehr viel mehr Menschen, die helfen, unterstützen und gegen diese Schreihälse auf die Strasse gehen. Wie Jarg so gut und treffend schreibt, es kann nicht angehen, dass wir unsere Haltung verändern, nur weil andere den Hass schüren-

      herzliche Grüße
      Ulli

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      • Ich finde es auch völlig richtig, dass du an deiner Haltung festhältst bzw. wir das tun und es noch viele andere gibt, die das auch machen. Es tut auch gut, sich nicht allein zu wissen! Und genau, die Rechten wirken nur so, als hätten sie das Sagen, weil sie in allem so laut sind. Aber dass ich persönlich die Zusammenhänge des Terrors und der Kriege verstehe, zweifle ich umso mehr an, je mehr Informationen ich habe und manchmal weiß ich wirklich gar nicht mehr, was ich glauben soll. Es gibt so viele Ungereimtheiten. So stolperte ich über den angeblichen Personalausweis des Syrers, der sich vorm Stadion in die Luft gesprengt hat. Seit wann gehen Terroristen (auch der aus Ägypten) mit Ausweisen zu Mordanschlägen? Vom Menschen bleibt nach der Sprengung nichts übrig, aber der Ausweis ist unversehrt (es wurde dann auch gesagt, er sei gefälscht, es stimmte etwas nicht damit)… Und einer soll natürlich ein über Griechenland eingewanderter Flüchtling sein, so ist von allen einer dabei, ein in Syrien ausgebildeter IS-Terrorist, einer, der sich als Flüchtling eingeschlichen hat…, Araber aus französischen Problemvierteln…, so werden alle Ängste bedient… Was stimmt, was nicht?
        Das erinnert mich auch an 9/11. Da war alles vollkommen pulverisiert, aber wie durch ein Wunder landete ein völlig unbeschädigter Personalausweis eines der Terrorpiloten auf dem Boden vor den eingestürzten Türmen… Dazu gibt es noch mehr zu sagen, man muss nur die Meinung von Sprengstoffexperten anhören (es gab neulich eine gute Dokumentation darüber auf zdfinfo oder Phoenix, weiß nicht mehr genau), die sicher sind, die Türme wurden von innen gesprengt (ein Turm stürzte ja sogar ein, obwohl kein Flugzeug eingeschlagen war). Aber wenn man solche Dinge äußert, wird man schnell in eine Schublade mit „Verschwörungstheoretikern“ gesteckt, ein Totschlagwort, das genauso gern benutzt wird wie das des „Gutmenschen“. Ich glaube gar nichts mehr…

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      • guten Morgen, liebe Ute,
        gestern war ich bei meiner Tochter, schaute Weltspiegel am Abend, Tagesschau und noch den Brennpunkt. Worüber du dich wunderst, wunderte ich mich auch!
        Auch ich dachte an nine-eleven- Europa hat jetzt sein eleven-fourteen und schon lange wissen wir nicht mehr wirklich was Wahrheit ist und was uns nur als solche verkauft wird, kann das sein, was wir (vielleicht nur heimlich) denken? Ich weiss es nicht!

        Ich finde deine Kommentare hier wichtig und danke dir dafür!!!
        Liebe Grüsse
        Ulli

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  5. Hallo.

    es ist erschreckend und bestialisch, was in Paris passiert ist; und es ist auch erschreckend und bestialisch, was zum Teil von unserer Seite aus mit den Flüchtlingen passiert. Ich denke da besonders an die Flüchtlingsboote.
    Und was spenden die Reichen in unseren Ländern, außer „tiefer Betroffenheit“? Und alles und jedes wird perfide vermarktet werden; so viel ist sicher…

    Und wir, die kleinen Leute, stehen da. Es gibt und gab in Deutschland auch Not, ohne die Flüchtlinge. Diese Not wird aktuell ausgeblendet. Man sollte auch dorthin schauen, wobei ich auch dafür bin, daß den Flüchtlingen geholfen wird, so gut es geht.

    Und auch ohne den Terror habe ich versucht und versuche es immer noch, ein wenig Licht, Freude und Freundlichkeit zu säen. Und ich freue mich, wenn das gelingt und erwidert wird.

    Liebe Grüße,
    Frank

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    • Hej Frank, wenn viele kleine Leute viele kleine Schritte machen, dann kann sich das gesicht der Welt verändern … ein afrikanisches Sprichwort, das ich nie vergessen habe und genau draum geht es. Wir leben in einer Spaltung von Politik und vielen kleinen Menschen …
      danke und herzliche Grüsse
      Ulli

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  6. Pingback: Rückblick – 11 – |

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