Es träumt sich

0015a 02.01.13

Samtmut träumt und Sofasophia träumt, Emil auch und ich bin inspiriert.

Wenn ich an meine Träume denke,

sehe ich golden leuchtende Maiskugelfelder, türkises Wasser, einen Prinzen aus dem Sand wachsen, eine ultramarinblaue Wand, die nicht vorhandene Fenster spiegelt. Ich sehe einen Weg in die Höhle der trommelnden Affen. Ich sehe Bahnhofsuhren, spüre mein Gerenne, sehe alte Häuser, lange Flure, viele Türen, einen Fingerknochen eine Wurzelstufe umklammern. Ich sehe escheraeske Stahlgittertreppen auf denen ein kleines goldenes Herz tanzt.

0219 09.12.14 nachts in der kleinen stadt

Ich sehe nächtliche Strassenszenen, weit geschwungene Brücken, wechselnde Fahrzeuge, es geht ums Suchen, Finden, Ankommen, Verpassen. Strassenbahnen, Autobusse, versagende Bremsen, rasante Abfahrten, woanders ankommen. Hohn und Spott, Umkehr, abwenden- ich mich, andere sich.

Ich sehe einen Fallenden in einem Turm, seine Verwandlung von jung zu tot, von weiss zu schwarz. Sehe ein Feuer, das nicht verbrennt, höre Worte, die in keinem Wörterbuch zu finden sind und meinen Gesang. Ich sehe einen Schützer, Millionen Regenbogensterne, Makrokosmen, verlorene Kinder, Skateboards und tröstende Brüste am Klavier. Partys, Segen, Rätsel, Mystik, Rauch und dicke Zigarren, ein Ur. Ich sehe eine Verwandlung von jetzt zum embryonalen Greis, weiter Raum, hohe Decken, luftige Scheunen, geräumiges Bett. Halten, bei Nacht das Hemdchen in der Kälte, einen Säugling im Arm, Hundezähne an der Brust, Gestapostiefel, Flucht. Ein Moped rast über altes Kopfsteinpflaster, ein Fluss, ein Fährmann, ein Seil über dem Fluss, eine Dampflokomotive im Tunnel, einen Hasen, der einen Jäger erschiesst, rotierende Betonröhren.

Ich sehe Anzeigetafeln, weite Fahrten mit sich verändernden Fahrzeugen, lange Wanderungen durch sich verwandelnde Räume und Landschaften, sich verwandelnde Menschen. Ich höre Musik, spiele wieder Theater, sehe geliebte Menschen, treffe auch solche, die schon lange nicht mehr leben.

0115 20.07.14 Närrin

Und immer wieder Bahnhöfe, leere Bahnsteige, eine Bank. Miniaturgebäck in Tierform, Lehrerinnen, grosse Schulhausflure, Treppenaufgänge, Paternoster fahren, einen grossen Fisch an der Angel.

0088 26.02.13 der fisch an der angel

Ich sehe Schneegestöber in fremden, engen Gassen, unerwartete Bekannte. Auftauchen, abbiegen, freie Fahrt, Frühlingsfelder gelb und grün, viel Farbe, ein Kristallpalast, weisses Rentier, durchsichtige Flügel, Rabe und Bärin winken, ein Uralter, Vater, Mutter, Sohn und Tochter, Grossmutter, liebste Tante, Kinderspiele.

0200 29.11.13 digitale höhlenmalerei

Ich sehe viele kleine Feuer, schwarz gekleidete alte Frauen, einen Schäfer wohlbekannt, Zugewandtheit, Entgegenkommen, Töchter und Söhne, grosse Töpfe, fallende Zahlen, ein übermütiges Stierchen, sich verhakende Regenschirme, Ortwechsel, Platzsuche, Entrümpelungen, Zärtlichkeiten.

Regenschirm

(alle Bilder habe ich hier schon einmal gezeigt, die meisten sind aus meinen Träumen entstanden und finden nun hier noch einmal einen neuen Raum zur Unterstreichung – draufklick = gross)

Manche Träume sind wie Erinnerungen. Klare Bilder haben sich eingebrannt, manche sind so mystisch, dass ich nicht von Verstehen sprechen kann, aber auch nicht von Nichtverstehen. Die Seele schwingt und resoniert mit Tönen und Melodien, mit Farben und Schwüngen, mit Linien und Brüchen, mit Licht und Dunkelheit, mit Weite und Enge, mit Worten und Rhythmen. Es ist ein Zupfen in den Zellen, es ist warm, es ist vertraut, es fliesst in wortlose Kanäle. Von dort steigen später Bilder und Zeilen auf. Es ist ein Sinken und Steigen. Nacht für Nacht wandel ich durch die inneren Räume, mit und ohne eingeschaltetem Monitor.

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10 Gedanken zu „Es träumt sich

    • Hach schön … ich bin dir total dankbar, dass du mich ans luzide Träumen erinnert hast, zwar klappt es gerade nicht wirklich, aber ich habe ja wirklich eine Fülle auf die ich jetzt erst einmal zurückschauen kann und ich habe durch dieses „Brainstorming“ erst richtig verstanden wieviel da in mir wohnt und wieviele Bilder noch auf ihre Realisation warten, wenn es überhaupt gehen sollte, ich muss mal wieder in die Städte, brauche neue Bilder!
      Schön, wenn du wiederkommst, dass du überhaupt hier warst 😉
      Habs guat heute, bei Tag und bei Nacht
      herzlichst Ulli

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