Am Fenster

0189 08.10.15 sie sitzt am Fenster

Die kleine blaue Frau sitzt am Fenster mit den geschlossenen Flügeln ohne Vogelsang. Blüten flogen vorbei, jetzt sind es gelb gewordene Blätter. Später wird der Schnee die Immergrüns verschlucken. Sie wünscht, sie trommelt, sie singt, Gebete zum Wacholdergott.

Manchmal kommt einer vorbei, klopft an. Er, das Brüderchen mit den sich ihr reichenden Händen, den Tanzfüssen und den gold schimmernden Flatterhaaren. Drehen, wenden, biegen, ein Saus. Wir zerfällt. Später. Er reicht seine Hände denen, die sie nehmen. Sie sitzt am Fenster. Alte Weiber weben Tautropfen in Netze. Sie spinnt Frieden ins Rad.

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12 Gedanken zu „Am Fenster

  1. Diese Fotomontage ist wunderbar! Ich mag kaum die Augen davon lassen. Es gibt nichts Bedrohliches. Das Spinnennetz verliert seine Gefährlichkeit durch die Größe, seine Sichtbarkeit, niemand kann sich darin verfangen. Auch wenn die kleine blaue Frau noch kleiner wirkt, so scheint das Netz auch Schutz zu bieten.
    Ich mag aber auch das Foto sehr, das Du für die Montage benutzt hast. Die Sonnenstrahlen, das Licht- und Schattenspiel auf dem Fensterrahmen, den Nebel zwischen den Bäumen. Ich spüre Kühle und Wärme zugleich. Ein angenehmes Gefühl!
    Herzliche Grüße,
    Elvira

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