Opferlamm oder das schöne Leben …

0135 29.07.15 Begegnung Jürgen Küster u. ich -Opferlamm-

Ja, auch dieses Bild ist eine Weiterführung der Begegnung von Jürgen K. und mir. Aber darum geht es jetzt und hier gerade nicht. Es geht um das Opferlamm und den Satz „Das Leben ist schön“.

Ein Satz und ein Film. Den Satz las ich heute bei Soso und den Film sah ich einst.

Ich hörte und las in den letzten acht Tagen viele Sätze, unter anderem auch den, dass der Krieg wieder zurück nach Europa gekommen ist. Wer ist das Opferlamm, wo ist der Krieg und wieso ist das Leben schön?

Das Opferlamm sind all die Menschen, die heute auf der Flucht sind, die, nicht nur in unserem Land, stigmatisiert und weiter verfolgt werden, die zu Tausenden vor Europas Küsten ertrinken, die verhungern, an Seuchen sterben und so weiter und immer weiter fort. Das Opferlamm sind auch Mädchen und junge Frauen, die zu Tausenden und zum zigstem Mal vergewaltigt, verkauft und zur Prostitution gezwungen werden. Das Opferlamm sind die Fische und Vögel an den Meeresküsten, die am Plastik verrecken, das sind die Inuit, die unter dem Klimawandel leiden, andere Inselvölker, denen aufgrund des Selben, das Wasser nur noch einige wenige Jahre lässt, bis sie ihr Zuhause verlieren. Das Opferlamm sind aber auch all die Menschen, die keine Arbeit finden oder nur zu absolut unwürdigen Bedingungen und es sind die Menschen, die aufgrund der Welt, weil sie ist, wie sie ist, psychisch erkranken oder gleich aus dem Fenster springen. Mir fallen noch viele Opferlämmer ein, aber hierbei will ich es einmal belassen, ihr wisst, was ich meine, oderrr?!

Das Leben ist schön. Ist es das? Es ist dann schön, wenn ich vor die Türe trete und einen Gang durch den kühlen Wald mache und dabei die Augen nicht allzu weit öffne, um nicht zu sehen, was mich letztlich eines Anderen belehren will. Klimawandel, Waldwirtschaft und letztlich die Gier des Menschen nach immer noch mehr und vor allen Dingen noch mehr Bequemlichkeit und Schön-schön auf Kosten von schönem Leben.

Ich nenne es mal wahres Leben und denke, dass das Wahre nackt ist. Nackt, weil es wächst und lebt, weil es eben nun einmal so wächst und lebt, wie es das tut, ohne Wollen, ohne Ziel. Schönes Leben, das unter der Lupe betrachtet,auch nicht gerade immer nur schön ist, wenn ich es als Mensch betrachte, mit all meinen Empfindlichkeiten.

Das Leben ist. Und manchmal eben auch schön …

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Und der Krieg? Der ist auch. Ständig, irgendwo und immer und gerade eben auch direkt vor deiner Haustüre. Es ist die Geschichte mit der Gewalt und gerade die tobt sich immer heftiger aus, da muss ich nicht mehr weit gehen, da muss ich mich vielleicht nur einen Knopfdruck weiter in den sozialen Netzwerken tummeln … So, wie es gerade eben ist und zugeht in der Welt, ist die Schönheit des Lebens nur ein Aspekt von Dringlicherem. Wie es gehen kann zeigte sugar4all gestern.

Um nicht falsch verstanden zu werden, auch ich finde das Leben oft wunderschön, vielleicht gerade deswegen tut mir so Vieles gerade weh!

bitte lächeln

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12 Gedanken zu „Opferlamm oder das schöne Leben …

  1. Es ist wohl dieses „Beides“, das uns so wehtut.
    Und zu wissen, dass das alles eine Retourkutsche ist für … Nicht Busse, nicht Strafe, einfach Konsequenz.
    Nur trifft es wie immer die, die sich nicht wehren können. Auf dass wir andern laut werden, wann immer es wichtig ist.
    Um der Schönheit willen, die auch ist.

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    • Um der Schönheit willen, die auch ist. … ja genau! Und für das Leben … hast du eigentlich schon Wim Wenders Film über den Fotografen Saldago gesehen: Das Salz der Erde? Mir fällt das deswegen ein, weil sich Saldago nach Jahrzehnten als sozialer Fotograf der Schönheit der Welt zugewendet hat …

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  2. Das Leben ist schön…für uns, weil wir unter diesem „Gehts mir gut Dach“ leben können! Ich verstehe dich sehr gut, weil doch das alles um uns herum…sogar vor der eigenen Haustüre…so schrecklich traurig ist. Und es belastet und es macht nachdenklich und dann doch immer wieder voll Hoffnung! Daher mag ich auch DANKE für deinen Link zu meinem Beitrag sagen!
    Wir müssen an diesen Schönheiten des Lebens festhalten… ❤
    Lieben Gruß – Karin

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  3. Hast Du Sherrys Artikel gelesen? https://iranique.wordpress.com/2015/08/03/was-es-noch-zu-sagen-gibt/
    Zusammen mit Deinem und vielen anderen fasse ich wieder Mut. Denn wir sind viele, liebe Ulli. Ich will den Glauben nicht verlieren, dass wir vernunftbegabten Menschen, die wir fühlen und mitfühlen können, diese Welt doch noch retten können. Aber manchmal, eigentlich immer öfter, habe ich Angst. Angst davor, dass die Dummheit gewinnt. Und dennoch sehe ich das Schöne. Oder vielleicht gerade deswegen?
    Ich grüße Dich ganz herzlich gute Abend!
    Elvira

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      • liebe Elvira, guten Abend … 😉 nein, Sherrys Artikel habe ich noch nicht gelesen, werde ich jetzt aber gleich tun, danke, dass du mich aufmerksam machst ❤ deine Angst teile ich, unter anderem auch deswegen, weil uns die Geschichte nichts anderes (bislang) lehrt- ich vertraue dennoch auf Vernunft, auf Dialog, seufze und höre meine vielen Abers …
        ja, ich sehe auch das Schöne, erlebe die Freude und doch wird das Weh um die Welt in mir immer grösser, obwohl ich ja weiss, dass mein Weh erstrecht niemanden hilft.
        So, nun gehe ich mal zur Sherry …
        liebe Grüsse an dich
        Ulli

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  4. Solange das Feuer brennt, ist der Kampf um die Schönheit für Alle noch nicht verloren. So lange geht der Kampf weiter. Manchmal laut. Manchmal leiser. Immer aber bunt. Immer aber schön.

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

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