Die Schwarze

die Schwarze

Sie kommt als schwarzer Schatten. Sie kündigt sich nicht. Sie, die Schwarze, die Alte, die Weise, Kali, die Zerstörerin, die Erneuerin. Ungerufen fordert sie zu einem ersten Tanz. Sie kennt das Unbehagen, die Zögerlichkeiten, die Angst, die Panik. Sie kennt alle Spielarten der Abwehr, alles Dazwischen und lacht die Frage, wieso gerade jetzt, einfach weg.

Wann, wenn nicht jetzt, soll der erste gemeinsame Walzerschritt versucht werden? Wieviele Falten später wäre es denn genehm?

Sie geht, wie sie kommt. Lautlos. Aber jetzt hat sie sich gezeigt. Das ändert Vieles.

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23 Gedanken zu „Die Schwarze

    • nein, liebe Ruth, wirklich ist nichts passiert, mir wird nur klar, dass jetzt die Alte in mir gross wird und die Rote dabei ist sich endgültig zu verabschieden …

      liebe Grüsse vom Frühlingsberg
      Ulli

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  1. Die Erneuerin! Das lese ich für mich heraus. Wenn sie mich an die Hand nimmt und mich führt bei diesem Tanz, dann heiße ich sie willkommen!
    Herzliche Grüße,
    Elvira

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    • der Tanz vom Leben und Sterben, da ist die Erneuerung auch immer mit dabei! Wenn du bereit bist dich führen zu lassen, dann wird dich die Alte gerne an die Hand nehmen …

      liebe Grüsse an dich vom Frühlingsberg
      Ulli

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  2. Ein großartiger Text.
    Na, ich bin gespannt auf all das Andere, das wird. Und wie.

    Bei mir möge sie dann bitte nicht mit Walzerschritten kommen. Lieber einfach so. Walzer kann ich nicht.

    Möge es ein trotz allem lebensbejahender Tanz sein.

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  3. Ein sanfter Text, vor dem ich nicht schrecke. Ja, so könnte ein Umschwung oder auch ein Tod angekündigt werden. Ein zarter Trauerschleier vielleicht über kommenden Tagen.
    Da ich nichts über die Göttin Kali wusste, habe ich recherchiert. Und bin noch voller Entsetzen über Ketten aus Schädeln, Rock aus abgehackten Armen, am Ohr manchmal ein toter Säugling. Erstaunlich in den Darstellungen, wie die Göttin mit dieser Last leichte, tänzerische Schritte geht.

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    • Kali ist auch die Bezwingerin von Hindernissen, wenn wir uns gegen das Altwerden und den Tod wehren, dann kann es schweirig werden, lassen wir uns aber ein, dann ist sie da, schon lange denke ich, dass es nur dem Leben zugute kommen kann, wenn wir lernen den Tod als unausweichlich anzunehmen- und was ist Tod? Ist Tod gleich Tod oder ist Tod nur wieder ein Übergang, wohin auch immer noch!

      In unseren Breiten gab es früher den Glauben an die weisse, die rote und die schwarze Göttin, eine Göttin in dreierlei Gestalt, die sich auch in so mancher Sage um Frau Holle in ihr vereint und immer ist es die Schwarze, die die Menschen fürchten … ich habe nun meine Türe für sie geöffnet und bin gespannt, was kommt.

      ich grüsse dich herzlich
      Ulli

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  4. Wenn ich nicht gewusst hätte, was du meinst mit dem schwarzen Schatten und der schwarzen Alten, hätte ich mich vor dem Text erschrocken. So erschrecke ich also nicht über deine Worte, aber so wie du sie sagst, so weise und selbstverständlich, könnte ich sie (jedenfalls noch) nicht sagen. Bei mir ist noch zuviel Unbehagen und Verdrängen.

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      • Ich zolle deinem Versuch Respekt, liebe Ulli, weil ich, eigentlich schon weiter sein sollend, wegen der ollen Schwarzen, nicht mitkomme. Aber vielleicht ist das Bild, diese Symbolik auch nicht das richtige für mich, denke ich gerade. Obwohl ich die Nichtfarbe Schwarz sehr mag. Hmmm… Liebe Spätsonnengrüße aus dem Tal, Ute.

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      • witzig … ich habe gestern auch noch einmal über die Schwarze sinniert- wenn man Bilder von Kail anschaut, die ich hier ausgewählt habe, dann kann es einen schon gruseln, andererseits sehe ich sie auf Leichen tanzen, sie hat eine Schädelkette um, für mich heisst das den Tod ganz reinzulassen, um das Leben voll tanzen zu können- aber eben … da bin ich auch nur teilweise, aber ich bleib dran …

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