Winter in Wort und Bild

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Der Sturm zerweht den Schnee, türmt, teilt, wellt, grummelt. Dann holt er Luft. Stille. Kurz nur, dann bläst er wieder.
Stromausfall am Freitagabend im Hochtal. Das kann jetzt spannend werden. Schrrrrt … und zack und weg.

Wieso ich gerade diesen Winter so mag? Diese Schneemassen, den stetigen Wind bis Sturm, alle die wachsenden Eiszapfen?

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Vielleicht weil es echt ist?

Das Leben auf sein Ist herunterbrechen. Auf die Notwendigkeiten, die Freuden, die Herausforderungen, die Geschenke, die Schönheiten. Das lehrt mich der Winter. Ich folge seinem Lied und dem Ritt der ewigen Wandelwellen. Mal hoch und wild, mal Sanftmut spielend. Mit den Wellen surfen. Mal nehme ich sie, mal sie mich.

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Keine Atemlosigkeit, keine Aufgeregtheit, keine Schnörkel bleiben ein Ziel.

Ich sehe eine rote Backsteinmauer, dahinter lugt Eine hervor. Sie schmunzelt. Sie weiss schon. Sie sagt, es hat noch Zeit. Sie nimmt sie sich. Sie winkt. Sie lacht. Sie geht.
Eine andere sitzt auf einem Stein, leicht vornüber gebeugt, die Füsse auf dem Boden. Sie raucht eine langstielige Pfeife. Sie lauscht. Nach innen und nach aussen. Eine, die in der Welt ruht, die nicht sagt es wäre leicht. Aber es muss auch nicht beschwerlich sein.

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Echtheit. Der Winter schenkt mir einen Geschmack davon. Von Jahr zu Jahr verdichtet er sich und wird gleichzeitig differenzierter.

Der Strom ist schon lange wieder da. Die Sonne ist zurückgekommen. Nun beginnt die grosse Schmelze. Es ist die Zeit dafür.

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16 Gedanken zu „Winter in Wort und Bild

  1. Klar, unbestechlich, gelassen… Ja, all das (und noch viel mehr) kann Winter sein. Richtiger Winter natürlich wie bei dir auf dem Berg, nicht so ein norddeutsches Winterchen… 😉 Schön, dein frostig-schneeiges Verdichten und Differenzieren. Und die Eiszapfen sind der Hammer. Benutzt ihr die Tür dahinter noch?

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    • lach, das ist nicht unsere Haustüre, das zuerst … manche schlagen die Zapfen ab, andere lassen sie nun abtropfen, wie es diese entfernten Nachbarn machen weiss ich nicht …
      der Winter, das ist auch einer der vier Pole im Medizinrad, ob nun Berg- oder Norddeutschwinter und ja, er erzählt von Klarheit, Gelassenheit, von erwachsenem Sein und Handeln, Verantwortung für sich und seine Leute (wer immer das alles ist, wie wäre es auch mit Bäumen, mit dem Land, das uns umgibt etc.), diese Qualitäten anzuschauen und in mir zu verankern, weit werden zu lassen, das ist die Übung, nun schon im dritten Winterzyklus … in diesem Jahr hat sich das Ganze eben sehr fein verdichtet, ist spürbar geworden und gleichzeitig sehe ich nicht mehr das ganze Paket aufeinmal und zugeschnürt, sondern Stück für Stück liegt im offenen Karton-

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  2. Liebe Ulli,
    du hast gut beschrieben, was ich vermisse …
    Mir fehlt Schnee, Winter, Kälte um aufs Wesentliche geführt zu werden

    … und dann das Jahresrad neu zu beginnen.

    Ohne winterPause fühle ich mich wie in einem Hamsterrad.
    Alles Liebe – Uta

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    • eine wirkliche Winterpause habe ich auch nicht, liebe Uta, aber das ist meinem Viel geschuldet und in Ordnung. Es fällt natürlich leichter sich zu verbinden, wenn das Aussen mit dem Innen korrespondiert, das wohl …
      habe heute schon gehört, dass ihr einen ziemlich grauen Winter hattet, so, wie wir die letzten zwei Jahre- heute habe ich schon frohlockt, ob wir dann vielleicht auch endlich mal wieder einen Sommer kriegen?! Die letzten zwei waren ja auch eine Katastrophe … na, schauen wir mal-

      liebe Grüsse
      Ulli

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