es ist ein Johnnybild und ein Emil

004 31.12.14 ein johnnybild

(danke an Dina für das Schiff)

Es ist ein Johnnybild

Und wieso denke ich jetzt an einen Zigarettenautomaten? Aaah ein bisschen blauen Dunst, eine bisschen schummerige Kneipe, eine Musikbox in der Ecke, klar. Später hängt ein feiner Nebel zwischen den Häuserzeilen, ein Arm, der hält, aber nichts verspricht. In der Ferne tutet und rummst der Hafen. Und immer ist es ein Johnnylied.

Emil hiessen die Väter, meiner und seiner auch. Es gibt mehr von ihnen, es gibt immer mehr. Wenn es weniger wird, ist es Zeit zu gehen- bevor nichts mehr hält. Versprochen wurde nichts und wenn, dann wurde es vergessen.

Es hört nicht auf, nie, vom ersten bis zum letzten Atemzug nicht. Nur im Schlaf ist es leiser. Nichts läuft wirklich im Kreis, nichts geradeaus, nicht von Natur aus, die Unwucht ist das Spannungsmoment, das Nichtgeplante, Nichtgedachte, das Haltlose. Hingabe kennt viele Arme.

Emil hat Johnny abgeholt, pfeifend verlassen sie das Blickfeld. Leer getrunkene Gläser klatschen an Wohnungswände.

Geschichten wie diese enden im Nebel. Tragödien und Melodramen durchtränken die Taschentücher von Millionen Frauen. Die Männer indes entwickeln den Seemannsgang.

Es ist ein Johnnybild und ein Emil.

005 31.12.14 johnny und emil

auf ein Neues …

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12 Gedanken zu „es ist ein Johnnybild und ein Emil

  1. Leergeweinte Herzen sammeln die Scherben auf, setzen die Gläser zusammen und warten auf den nächsten Johnny, den nächsten Emil, der ihr Herz wieder schneller schlagen lässt, während sie den Seemannsgang übersehen und doch schon die Taschentücher bügeln, fein säuberlich gestapelt.
    Ach, liebe Ulli, Du bist eine wahre Inspiration für mein Kopfkino. Ich freue mich schon so sehr auf Dein neues Blogjahr.
    Liebe Grüße,
    Elvira

    Gefällt 2 Personen

    • aber klar, liebe Clara, darfst du das, habs schon angenommen und freue mich noch, danke dir 🙂
      liebe Grüsse und auch für dich ein feines und spannendes neues Jahr
      herzlichst Ulli

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  2. Goodbye Johnny, fiel mir spontan ein, so schön melancholisch gesungen. Ich war sehr gespannt, was es mit dem Emil auf sich hat, ob er eine allgemeine Bedeutung hat, wie der Johnny. Jetzt verstehe ich, er steht für die Väter. Väter, die vielleicht nicht von Hafen zu Hafen auf dem Meer unterwegs, aber trotzdem nicht immer anwesend waren, wenngleich an Land…? Nein, nichts läuft wirklich geradeaus oder rund, aber vermutlich sind es die Unwuchten, die uns Erfahrungen ermöglichen, Entwicklung oder auch Kehrtwendung. Danke für diese schönen und nachdenklich machenden Worte und Bilder zum Jahresanfang, liebe Ulli!

    Gefällt 1 Person

    • ja genau, liebe Ute, Johnny und Emil glänzen durch Abwesenheiten und dass sie nichts versprechen, nie und wenn dann doch einmal versehentlich, dann vergessen sie das auch ganz schnell wieder- deswegen steckte ich sie in einen Schuh :), gut erkannt, was mich sehr freut 🙂
      liebe Grüsse vom Matschberg 😦 Ulli

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