Der Klang der Zeit von Richard Powers

klang der zeit

Es ist zwar schon ein paar Wochen her, dass ich den „Klang der Zeit“ von Richard Powers zugeschlagen habe, aber noch immer bewegt mich dieses Buch.

Es prangte ein Aufkleber auf dem Cover: ein wunderbares Buch, befand Elke Heidenreich. In der Tat, es ist ein wunderbares Buch. Aber worin liegt das Wunder? Worin das Bare?

Eins der Wunder ist für mich, wie viele Worte Richard Powers gefunden hat, um Musik, ihre Rolle und ihre Magie in Worte zu fassen.

Das Bare ist das Aufzeigen der Realität von Schwarzen, Farbigen jeglicher Couleur, von Juden und irgendwie Anderen in einer weissen Welt, die hasst, die sich erhöht und zu den Auserwählten zählt. Weiss ist der Hass, wie das Innerste der Glut. Weiss ist der Wahnsinn, der die Welt regiert, weisse Wut auf alles Andersartige treibt ihn auf die Spitze.

Der Roman beginnt in den späten Neunzehnhundertdreissiger Jahren in Amerika und endet irgendwo in den frühen Neunzigerjahren, wenn er denn überhaupt endet …

Nein, nichts hat wirklich aufgehört, nicht der Rassismus, nicht das faschistoide Gedankengut mancher weissen Männer und Frauen, auch nicht die Ausgrenzung von „irgendwie“ Anderen. Erst vor ein paar Tagen hörte ich in einer Fussgängerzone Eine zur Anderen sagen: „Es sind und bleiben nun einmal Ausländer …“ (Es ging um die Kehrwoche-)

Doch zurück zum Buch, das mich mit einer Art Schwindel zurückgelassen hat, denn neben dem schon Genannten, geht es hier auch um die Zeit und um den Versuch die wissenschaftliche Behauptung, dass es Zeit in dem Sinne, wie wir sie begreifen, gar nicht gibt, zu beweisen. Immer, wenn ich mich mit dieser Theorie auseinandersetze wird mir schwindelig, und schwindelig wurde mir ganz besonders beim Ende des Romans…

Ja, ein absolut lesenswertes Buch, auch wenn die ersten vierzig Seiten etwas sperrig sind.

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4 Gedanken zu „Der Klang der Zeit von Richard Powers

    • das stimmt, es ist ein Buch, das man mehrmals lesen kann, es ist ja auch ziemlich dicht geschrieben- wer weiss was unser Nachwuchs lesen wird, meine, die schon längst erwachsen sind, lassen sich manchmal von mir überzeugen 😉
      übrigens, herzlich Willkommen im blauen Café, dein Name macht mich neugierig …

      herzliche Grüsse
      Ulli

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