Apportation eines Blogstöckchens

0190 22.11.13 blau

Ein Blogstöckchen ist bei mir gelandet. Mime ich also das brave Hündchen und apportiere es. Nein, das ist jetzt wirklich nicht abfällig gemeint! Aber ich muss mich schon nach Sinn und Zweck fragen, wie es auch schon Ramblingbrother machte, der mir das Stöckchen zuwarf.

So, wie er, komme ich vor allen Dingen auf die Neugierde, die eine Idee wie das Blogstöckchen gebiert. Die Begegnungen in Bloghausen lassen uns die Person dahinter nur erahnen, auch ich wünsche mir immer mal wieder den einen und die andere persönlich kennenzulernen, und erfreue mich noch an der einen und anderen persönlichen Begegnung, von der sich eine mittlerweile zu jahrelanger Freundschaft ausgewachsen hat. Ob nun aber mein Bild in der Welt dadurch klarer wird, weil ich hier die Fragen beantworte, wage ich zu bezweifeln. Und natürlich bleibt die Frage: wer will das wirklich wissen? Wer brachte es in Umlauf und warum? Habe ich etwas zu verlieren? Nein, eindeutig nicht, wenn ich diese Fragen beantworte … also tue ich es und vielleicht ist es ja wirklich für die eine und den anderen interessant …

1.                  Benutzt du einen Fernseher?

Ja, aber nur, um DVDs zu schauen und hier und da bei FreundInnen. Wenn, dann schaue ich bei Arte, 3 Sat und ZDF neo nach und lade mich auch gerne an einem Sonntagabend zu einem Tatort ein, freue mich besonders, wenn er aus Münster kommt. Ansonsten geht es mir, wie es  Istvàn Kemèny in seinem Gedicht  „Der Fernseher“ beschreibt: man hat ihm einen Ring durch die Nase gezogen …

2.                  Gibt es einen Fall, bei der dir der Film besser als das Buch gefallen hat?

Nein, aber es gibt die Verfilmung von Rainer Werner Fassbinder „Berlin Alexanderplatz“ nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Döblin, die ich damals großartig umgesetzt fand.

3.                  Wie ordnest du deine Bücher?

Nach Themen, hier die Sachbücher, dort die Krimis, dort die Romane, dort die Märchenbücher, hier die Kunstkataloge, da die Gedichtbände etc. Neben meinem Bett stapelt sich alles, was ich noch lesen will oder es gerade tue, da ich während des Tages in den Sachbüchern lese, so es meine Zeit erlaubt und am Abend dann mich der Literatur oder den Krimis, den Erzählungen oder Märchen zuwende.

 4.                  Gibt es ein Buch, das du immer wieder liest?

Es ist selten, dass ich Bücher mehrmals lese, dazu gibt es einfach zu viele, die ich noch nicht gelesen habe, die aber in der Warteschlange stehen und ich fürchte, das werde ich alles gar nicht schaffen. Aber ich lese immer wieder gerne in den Gedichtbänden.

Ich erinnere mich, dass ich von Siri Hustvedt: was ich liebte, schon zweimal gelesen habe, sowie in jungen Jahren von Gustav Meyrinck der Golem mindestens zweimal, auch Kafkas Erzählungen trug ich in meinen frühen zwanziger Jahren ständig mit mir herum und las manche Geschichten mehrmals. Ah ja und wenn ich mich schon erinnere, dann dürfen hier Michael Endes Bücher: Jim Knopf (beide Bände) und Momo nicht vergessen werden, auch nicht Krabat von Ottfried Preussler, die ich selbst las und dann meinen Kindern vorlas und das auch nicht nur einmal.

5.                  Gehst du lieber ins Kino oder ins Theater?

Ich mache beides gerne, allerdings seltenst in klassische Theaterstücke, es sind die kleinen und wilden Theater, die mich locken- wohl, weil ich selbst viele Jahre in Kellern, Kneipen und auf der Straße Theater spielte. Seit ich allerdings im Schwarzwald wohne hat sich das alles sehr eingeschränkt, mit ein Grund warum ich mich auf den Umzug freue.

6.                  Liest du Krimis?

Aber ja, auch wenn meine FavoritInnen sich immer wieder ändern. Ich lese gerne Krimireihen, wenn mir ein Autor, eine Autorin gefällt. Ist es gerade Jo Nesbo, war es davor Hakan Nesser, Fred Vargas, Andrea Cavellieri … Abgesehen vom Plot selbst, sind für mich Krimis auch Spiegel von Zeit und Orten. So entdeckte ich vor ein paar Wochen Jean-Luc Bannalec, ein deutscher Autor, der in der Bretagne lebt und unter Pseudonym schreibt. Hier fesselten mich mehr seine Landschaftsbeschreibungen der Bretagne und die Lebensart der BretonInnen, als der Plot selbst, obwohl mir der kaffeesüchtige Kommissar Dupin schon sympathisch war …

7. Kannst du Noten lesen?

Leider nein. Meine Mutter erlaubte mir weder ein Klavier, noch Unterricht. So nahm ich, verbotener Weise, mit dem Akkordeon und der Melodica vorlieb und brachte mir die Lieder nach Gehör bei. Später in der Schule war es wohl wichtiger zu erfahren, wie denn ein Herr Beethoven und ein Herr Mozart gelebt haben, als die Notenschrift. Schade ist das!

8. Eine Prognose wagen: wie wirst du in zehn Jahren lesen?

Das gute, alte Buch werde ich nicht aus der Hand legen! Ich will es in der Hand halten, in den Seiten blättern und das Papier riechen. Gerade erstand ich drei Bände einer Sonderedition mit Erzählungen von Alice Munro,

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allein diese feine Bändchen in der Hand zu halten, wecken in mir Freunde und ein zärtliches Gefühl. Und ja, die eine und andere Erzählung von ihr werde ich bestimmt noch ein zweites, wenn nicht gar ein drittes Mal lesen 😉

Einen Reader wünsche ich mir nur für unterwegs und auch dann nur, wenn ich nicht mit dem eigenen Auto unterwegs bin.

Gerne gebe ich das Blogstöckchen weiter an:

Seedsrote Welt und Lakritze

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11 Gedanken zu „Apportation eines Blogstöckchens

  1. wow, da kenn ich dich nun schon so lange, und lerne doch noch ein paar neue dinge. *kicher* im ernst, neu schon, aber nicht überraschend, dass du deine bücher (wie ich) nach themen ordnest.

    liest sich schön, auch wenn ich, wie du bei stöckchen skeptisch bin.

    … und ich bin schon auf die nächsten stöcke gespannt!

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  2. Also wenn es um Bücher geht, die man mehrmals gelesen hat & ich in meine nach Autoren geordnete Bibliothek begebe greife ich schnell nach Thomas Mann – Unordnung und frühes Leid & natürlich immer wieder nach der Lyrik des Rainer Maria Rilke. Obwohl bei letzterem muss ich gar nicht in das Regal greifen … es liegt immer auf meinem Nachttisch oder in meinem Koffer … es ist einfach immer dabei.

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

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    • da sagst du was, Thomas Mann gehört zu den Klassikern, die ich nie las … shame on me, aber Rilke und Pessoa und seit heute Nerudas Liebesgedichte, die liegen auch gleich griffbereit, Hilde Domin nicht zu vergessen …

      herzlichst
      Ulli

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      • Also Thomas Mann … dafür ist es nie zu spät. Joseph und seine Brüder hat mich lange begleitet & nicht zu vergessen Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Je länger ich darüber nachdenke, umso mehr fällt mir ein. Unglaublich.

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      • Neruda mag ich aus sehr, Ulli. Neulich schauten wir uns „Il Postino“ wieder an, ich glaube ich habe den Film jetzt 4x gesehen.
        Liebe Grüße zu dir aus Bonn, Hanne

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    • genau, sie taucht immer wieder auf ,,, danke dir SEHR
      bin gerade vom Internet abgeschnitten und an fremden rechner fühle ich mich immer so gehetzt- darum heute nur in kürze …

      hab ein feiner WE du Guter
      herzlichst Ulli

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