hundertjähriger Schlaf

Umarmung © Ulli

Umarmung © Ulli

In der Wüste fand ich die Worte wieder. Du aber bist verloren gegangen. Steine sprechen langsam, Gebirge nehmen sich Zeit, Flusslieder singen sich zum Meer, ein Vogel ist immer. Still ist das Zimmer, im Ohr das Rauschen des Nichts. Gedanken weben Netze in Ecken, Schweigen wird gebrochen. Im Traumgespinst haben sich braune Augen verfangen, bald schon wird der Ginster wieder blühen. Etwas Verlässliches im Sein ohne Verlass. Ein Versprechen, das ein Versprecher ist. Ich habe nichts gehört. Du hast nichts gesagt. Ich baue Schneetiere zwischen die Wolken. Ich male Suchbilder. Wenn ich geschlafen habe, den hundertjährigen Schlaf, wird nichts geschehen sein. Weit ist der Raum auf den Höhen der Berge und in den Tiefen der Meere.

 

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8 Gedanken zu „hundertjähriger Schlaf

  1. Wenn ich auch nicht immer dazu komme etwas zu schreiben, so gefallen mir Deine Bilder und Worte eigentlich immer sehr gut und zeigen mir, dass ich nicht allein mit meinen Gedanken bin. Vielen Dank Ruth

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    • liebe Ruth, und damit bin dann auch ich nicht allein … ich freue mich sehr, wenn dir meine Bilder und Worte gefallen und bald können wir uns ja mal in der Wirklichkeit austauschen, darauf bin ich gespannt!

      herzliche Grüße Ulli

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  2. ein schöner text. emotional, erstaunlich in seinen scheinbaren widersprüchen und assoziationen, warm, still, beinahe weise.
    ich finde den beginn auch so interessant: du findest in der wüste die worte wieder, das „du“ (und ich denke, du meinst damit deine liebe) ist aber verloren gegangen.
    ich fühle, was du meinst, rational wirklich verstehen kann ich es dennoch nicht.
    „Gedanken weben Netze in Ecken, Schweigen wird gebrochen.“
    ulli, dein text ist ein wunderbares mysterium.
    er berührt mich.

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    • diesen Text hätte ich noch mit assoziativem Schreiben kennzeichnen sollen, er entstand an einem Morgen, es webten sich Teile meiner Träume in real Gespürtes und ja … Träume sind und bleiben doch oft ein Mysterium …
      mit DU ist nicht immer unbedingt eine Liebe gemeint, ich benutze das DU oft für ein Gegenüber-
      ich freue mich, dass meine Schreibe dich berühren konnte …. danke, Eva!
      und alles Gute für dich
      herzlichst Ulli

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    • in der Zeit, als ich Theater spielte (lang ists her), war meine Einstellung: wenn ich/wir nur einen Menschen erreichen, dann hat sich alles gelohnt und so sehe ich das auch mit meinen Texten- mit diesem, der sich bei der einen weiterspinnt, die andere berührt, der nächsten das Gefühl gibt nicht allein zu sein und bei dir einen Nachhall erzeugt, bin ich froh, ja, dann war es gut, dass ich ihn eingestellt habe …
      ich danke dir
      und wünsche dir eine gute Zeit
      herzlichst Ulli

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