der Vergänglichkeit Farbe schenken

024 13.01.14

Wann haben wir aufgehört weh zu klagen,

wann den Tod aus unseren Häusern verbannt?

Wann haben wir Tod die Farbe genommen,

seine Lebendigkeit?

Erstarrt in Graublauschwarz,

im Weiß der Spitzenhandschuhe,

ein Tüchlein haltend, für die

Tränen aus Granit.

Wann haben wir Tod seine Gesichter genommen,

gaben wir ihm ein Geschlecht?

Wann haben wir aufgehört mit den Ahnen zu speisen?

024 14.01.14 Tod hat viele Gesichter

21 Gedanken zu „der Vergänglichkeit Farbe schenken

  1. und wann geben wir ihm das alles wieder zurück?
    … und warum hat er es sich nehmen lassen, das alles? oder hat er nur getan als ob? denn eigentlich haben wir es uns selbst genommen, dieses farbige, diese dimensionen des todes – aus angst.

    (ich hab deinen sehr feinen text einfach weitergesponnen …)

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  2. Wir haben ihm in seine Arbeit gepfuscht. Lassen ihn warten an Betten von Menschen, die so gerne mit ihm gehen würden, es aber nicht dürfen. Weil sie an Maschinen hängen, die ihre Körper am Leben erhalten, in denen die Seele sich quält und windet. Es würde mich nicht wundern, wenn das alles nicht im Namen der Humanität sondern der Wissenschaft geschieht. Und woanders muss der Tod Leiharbeiter anheuern, da er es nicht alleine schafft, die Verhungernden, die Kriegsverletzten , die Gefolterten und Misshandelten von ihren Qualen zu erlösen, die wir, die Menschen an Maschinen hängen, durch Waffen, die wir in andere Länder verkaufen, indirekt (und direkt) zum Tode verurteilen. In den letzten Jahren bin ich 2x dem Tod bgegnet, in Büchern, und beide waren mir sehr sympathisch. Der Tod bei Terry Pratchett genau wie der in „Die Bücherdiebin“.

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    • liebe Elvira,

      ich danke dir für diese Aspekte, die so wahr, wie unglaublich sind, eben das,was wir Menschen den Menschen und Tieren, Pflanzen tun … Herrschen über Leben und Tod, da gäbe es jetzt noch vieles zu benennen- doch weißt es und ich auch und manchmal macht mich das alles ganz fuchsig! Aber es nutzt nix, machen wir es eben anders, sofern wir es vermögen …

      ich grüße dich herzlich
      Ulli

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  3. Der Vergänglichkeit nicht nur Farbe schenken … vielmehr der Vergänglichkeit Deine grandiosen Farben schenken. Die Farben, die wir uns tragen & nicht begraben sollten. Denn es sind diese Farben, die einen schön machen, die Erinnerungen wecken & die Leben bedeuten. Weit über die Vergänglichkeit hinaus.

    Und ich mag den Gedanken, daß meine Farben weit nach dem ich gegangen bin weitertanzen. Vielleicht wäre es aber bei mir eher ein Schwarz-Weiß-Bild. Aber in diesem speziellen Fall, ist vielleicht dann doch schwarz.weiß genug Farbe (frei nach Barbara Klemm).

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

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    • lieber Florian, stimmt, ich hab gerne kräftige Farben, nicht pastell und kein wischiwaschi, nur hat es noch keiner bemerkt oder benannt. danke für dein aufmerksamsein- und dein schwarzweiß ist oft herrlich bunt!

      herzliche grüße
      ulli

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  4. Das ist wir eine Fortführung des Themas, was aquasdemarco aufgeworfen hat … „ist doch schon alt“…. alles was nicht der ewigen Jugend und dem Machbarkeitswahn entspricht, alles was uns an die Endlichkeit der Dinge erinnert wurde aus unserem Blickfeld verbannt …. Aber ich denke wir sind dabei uns die Dinge langsam zurückzuerobern, was Dein Beitrag beweist …….Deine Bilder gefallen mir 🙂

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  5. Wie wahr und wichtig deine Gedanken sind, Ulli. Der Tod wird doch, jedenfalls in der westlichen Gesellschaft, häufig tabuisiert, man spricht nicht darüber und wenn er sich dann doch einschleicht, der Tod, dann ist er schwarz. Zufällig habe ich gestern im TV ein Interview mit einer Bestatterin gesehen, das mich sehr berührt hat. Darin ging es unter anderem auch darum, dass man die Gestorbenen auch in ihrer (oft auch bunten) Lieblingskleidung beisetzen kann, was viele Menschen nicht wissen, zumal zumeist das weiße Totenhemd mitverkauft wird. Nur ein äußerlicher Aspekt, ich weiß, aber auch das gehört ja dazu, wenn man der Vergänglichkeit Farbe geben will. Die obere Collage finde ich übrigens wunderschön! Ein Leben(shaus) wird von der Vegetation allmählich „eingewachsen“, ist meine Assoziation.

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    • guten Morgen!
      mir gefällt deine Assoziation zum Haus, die meine Gedanken trifft, das macht mich immer wieder froh.

      Als ich 2012 im November das erste Mal über den tollen Friedhof in Freiburg schlenderte, fiel mir auf, dass der Tod und die Trauer dargestellt wurden, ganz anders, als heute, wo meist nur triste Grabsteine mit Geburts- und Sterbedatum darauf an den gräbern stehen … und schon da fragte ich mich all das, was jetzt Worte gefunden hat …
      es ist wunderbar, dass es mittlerweile alternative Begräbnisinstitute gibt, da sind selbst knallbunte Särge erlaubt.
      Im Wendland haben wir ein spezielles Projekt geplant, aber noch schweige ich hier und jetzt, aber es hat genau all das zum Thema … nur noch 2 Monate …

      herzliche Sonntagsgrüße aus dem Tal
      Ulli

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      • Ja, auf dem Alten Friedhof in Freiburg sieht man, dass früher auch der Schmerz dargestellt wurde, es gibt viele Grabfiguren, die das ausdrücken, so werden der Tod und die Trauer „lebendiger“.
        Liebe Sonntagsgrüße von Tal zu Tal (ob wohl bald was passier?), Ute

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        • aber ja, nun ist der Kleine da, er wurde heute Morgen geboren, fahre nachher ins Krankenhaus und bring dann bestimmt ein Bild mit … ich bin froh, alle beide sind gesund und munter!!!

          liebe Grüße und danke fürs nachfragen
          herzlichst
          Ulli

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