das Loch

0177

Jede und jeder kennt es, hörte ich sagen.

Ganz normal, sagen die Leute, das kommt immer mal wieder vor.

Das geht vorbei, sagen sie. Warum kommt es, wenn es doch nur vorbeigehen will?

Und wie heißt es eigentlich wirklich, was will es erzählen?

Wer fällt? Wer geht vorbei?

Advertisements

18 Gedanken zu „das Loch

  1. Ah, da hilfst du mir mit diesem Bild … weiter. Ich sehe einen einladenden Durchgang. Eine Drehung um 45° und man/ich gehe in diesen Gang. Der Boden hat zu beiden Seiten des Durchgangs die gleiche Höhe – also gibt es auch kein Fallen. Man kann aufrecht gehen.
    Anders als bei Frau Holle und den beiden Maries. 🙂
    Jetzt geht es mir gut – Vielen Dank! Uta

    Gefällt mir

    • das finde ich jetzt eine interessante Sichtweise, liebe Uta, dass es dir jetzt besser geht, freut mich, mir hat es auch geholfen, einfach nur deshalb, weil ich es in die Welt gebracht habe-

      herzliche Grüße Ulli

      Gefällt mir

    • „und wenn, warum?“ das war auch noch eine Frage, die mir im Nachhinein durch den Kopf ging- schön, dass dir der Text, den ich gerade ein kleines bisschen abgewandelt habe, gefällt, freut mich-

      herzlichst Ulli

      Gefällt mir

  2. Ich mag die Löcher irgendwie. Man weiß nie wohin sie führen und frei nach Jeff Bridges in dem großartigen Film „Crazy Heart“ … funny how falling feels like flying for a little while“.

    Vielen Dank für Text & Bild & das Gefühl nach der Betrachtung, Ulli!

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

    Gefällt mir

  3. Ich habe mal in so ein Baumloch fotografiert. Nachher habe ich mich gefragt: Was soll denn das sein?
    Manchmal fürchte ich, das Loch- bei mir jetzt, das, was ich nicht mehr weiß- in meinem Kopf wird immer größer. Der Baum hat was von nem schönen Rahmen um nix. Wie gut würde eine weiße Eule dort aussehen!

    Gefällt mir

    • du bringst mich auf eine Idee, liebe Blinkyblanky, mal schauen … und doch siehst du hier ein Mauerloch, kein Baumloch 😉
      was die Löcher in unseren ergrauten Köpfen angeht, nun denn … vielleicht helfen sie uns die Vergangenheit als Vergangenheit stehen zu lassen und mehr das Jetzt zu leben, wer weiß es …

      Gefällt mir

      • Jetzt, wo Dus sagst, seh ich es auch. 🙂
        Ich denke auch, dass man Leute, die man weniger gut leiden konnte,schneller vergißt. Nicht vergessen können, kann auch blöd sein.

        Gefällt mir

  4. Ups, es ist ein Mauerloch und kein Baumloch. 🙂 Schön gemacht, liebe Ulli, deine Worte wirken nach, da gebe ich Soso recht.
    Einen entspannten Feierabend wünschen wir dir aus Cley
    Dina

    Passt nur auf, dass die Maus das Loch sucht und nicht das Loch die Maus …

    Gefällt mir

  5. Liebe Ulli,
    der Herr Tucholsky hatte sich 1931 zur soziologischen Psychologie der Löcher geäußert. Viel Freude beim Lesen der folgenden Zeilen. Vorab schon mal herzliche Grüße aus einem novembergrauen, regnerischen wunderschönen Berlin. Und los gehts:

    Kurt Tucholsky – Zur soziologischen Psychologie der Löcher, 1931

    Ein Loch ist da, wo etwas nicht ist. Das Loch ist der ewige Kompagnon des Nicht – Lochs.
    Loch allein kommt nicht vor, so leid es mir tut.
    Wäre überall etwas, dann gäbe es kein Loch, aber auch keine Philosophie und erst recht keine Religion, als welche aus dem Loch kommt.
    Die Maus könnte nicht leben ohne es, der Mensch auch nicht – es ist beider letzter Rettung, wenn sie von der Materie bedrängt werden.
    Loch ist immer gut.

    Wenn der Mensch „Loch“ hört, bekommt er Assoziationen. Manche denken an Zündloch, manche an Knopfloch und manche an…..Goebbels.
    Das Loch ist der Grundpfeiler unserer Gesellschaftsordnung, und so ist sie auch. Die Arbeiter wohnen in einem finsteren, stecken immer eines zurück und wenn sie aufmucken, zeigt man ihnen, wo der Zimmermann es gelassen hat. Sie werden hineingesteckt, und zum Schluss überblicken sie die Reihe dieser Löcher und pfeifen auf dem letzten. In der Ackerstrasse ist Geburt Fluch: Warum sind diese Kinder auch gerade aus diesem gekommen?
    Ein paar Löcher weiter, und das Assessorexamen wäre ihnen sicher gewesen.

    Das merkwürdigste an einem Loch ist der Rand.
    Er gehört noch zum etwas, sieht aber beständig in das Nichts.
    Das Loch ist eine Grenzwache der Materie! Das Nichts, aus dem das Loch besteht, hat keine Grenzwache: während den Molekülen am Rand eines Loches schwindlig wird, weil sie in das Loch sehen, wird den Molekülen des Loches…festlig? Dafür gibt es kein Wort.
    Unsere Sprache ist von den Etwas – Leuten gemacht, die Loch – Leute sprechen ihre eigene. Das Loch ist statisch; Löcher auf Reisen gibt es nicht.
    Löcher die sich vermählen, werden ein eines – einer der sonderbarsten Vorgänge, die sich nicht denken lassen. Trenne die Scheidewand zwischen zwei Löchern . gehört dann der linke Rand zum Rechten Loch – oder der rechte zum Linken -oder jeder zu sich oder beide zu beiden?
    Na, meine Sorgen möchte ich haben!

    Wenn ein Loch zugestopft wird: Wo bleibt es dann?
    Drückt es sich seitwärts in die Materie? Oder läuft es zu einem anderen Loch und klagt ihm sein Leid? Wo bleibt das zugestopfte Loch?
    Niemand weiss das – unser Wissen hat hier eines.

    Wo ein Ding ist kann kein anderes sein. Wo schon ein Loch ist – kann da noch ein anderes sein? Und warum gibt es keine halben Löcher?
    Manche Gegenstände werden durch ein einziges Löchlein entwertet; weil an einer Stelle von ihnen etwas nicht ist, gilt nun das ganze übrige nichts mehr. Beispiele:
    Ein Fahrschein, ein Luftballon, eine Jungfrau.
    Das Ding an sich muss erst gesucht werden, das Loch ist schon an sich. Wer mit einem Bein im Loch stäke und mit dem anderen bei uns, der allein wäre wahrhaft weise.
    Doch soll dieses noch keinem gelungen sein.
    Grössenwahnsinnige behaupten, das Loch sei etwas negatives.
    Das ist nicht richtig: Der Mensch ist ein Nicht – Loch, und das Loch ist das Primäre. Lochen sie nicht!
    Das Loch ist die einzige Vorahnung des Paradiese, das es hienieden gibt.
    Wenn sie tot sind, werden sie erst merken , was Leben ist!

    Gefällt mir

    • du lieber Georg!!! vielen, vielen Dank für diesen wunderbaren Text, der mich auch erheitert … und nachdenklich stimmt:: “… der Mensch auch nicht – es ist beider letzter Rettung, wenn sie von der Materie bedrängt werden. Loch ist immer gut.” … werde ich von der Materie bedrängt? Ich glaube schon …

      und gerade, bevor ich deinen Kommentar entdeckte, dachte ich an dich, wieso wirst du dieser Tage sehen 😉

      bis dahin herzliche Grüße aus dem Winterwald

      Gefällt mir

  6. Pingback: das Loch, zweiter Teil |

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s