Vom ersten Schnitt, Weichenstellungen und der Freiwilligkeit

Der Monat August neigt sich dem Ende zu. Er begann mit dem Tag der Lugnasad, auch Lammas oder Schnitterin genannt. Zwischen den 4 Sonnenfesten wurden (und werden) in den keltischen Traditionen die 4 Mondfeste gefeiert: in der Nacht zum 01. Februar- Imbolc, zum 01. Mai Beltane, Walpurgis, zum 1. August Lugnasad, Lammas und zum 1. November Samhain.

Lugnasad steht einerseits für das abnehmende Sonnenlicht, sowie für die erste Ernte von Heu und Getreide, aber auch für die Fülle in den Gärten.

Lugnasad trägt ein rotes Kleid, in das die ersten dunklen Töne hineingewebt sind, sie trägt eine goldene Sichel, ihr Schritt ist  noch leicht und tänzelnd- die Spätsommerfrau …

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Ja, die Tage werden kürzer, die Nächte schon merklich kühler, der erste Schnitt der Wiesen liegt in trockenen Folien, die Holunderbeeren färben sich nun langsam schwarz, erste Blätter, Pflaumen fallen, Äpfel auch. Zeit, auch für mich, den ersten Schnitt zu tun.

Am Anfang des Jahres gab ich mir u.a. die Überschrift: weniger ist mehr. Weniger Bloghausen, weniger Kocherei, weniger Abhängigkeiten, weniger Hetze- mehr Zeit für mich und meine Projekte, mehr gärtnern, sammeln und stromern, mehr Freiwilligkeit und mehr Stille. So habe ich begonnen Weichen zu stellen, habe gesät, dem Wachstum zugeschaut, geerntet, gesammelt, getrocknet, eingekocht und eingetütet. Eingefrorenes ist aufgetaut, Verschüttetes wurde ausgegraben, einige Türen habe ich geschlossen, andere angelehnt gelassen, neue haben sich geöffnet.

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Viel gab es über die Freiwilligkeit zu sinnieren und das kleine Wort „muss“, mit den großen Folgen … Wer zwingt mich zu was?
Wie subtil doch manche Dämonen sind, wie versteckt sich doch alte Muster wieder und wieder um die einst geschlossenen Synapsen wickeln, mich glauben machen es ginge niemals nicht anders, eine Umklammerung von entweder-oder, anstelle der Freiheit von sowohl-als-auch. Anstelle der Freiheit und der Freiwilligkeit, die Frieden schenken, den Raum weit machen und den Tanzschritt leicht.

344 28.11.

Keine Frage, dass der Brotjob notwenig ist, keine Frage, dass ich Verantwortungen habe, keine Frage, dass ich weiter will … doch all das einmal unter der Lupe betrachtet, muss ich erkennen, dass ich selbst Weichen stellte, träumte, wünschte und säte, wieso also hadern? Warum mich in Gedankengefängnisse von hätte, sollte, könnte stecken? Warum nicht Frieden schließen, mit dem, was ist? Warum nicht singend meine Arbeit verrichten? Und …
wer öffnet den Launen Haus und Tür? Wer lässt sich von wem bestimmen? Wer verbietet Kaiserin im eigenen Reich zu sein? Ego krümmt sich, Närrin lacht …

Der erste Schnitt ist ein reichhaltiger!

0151a 08.08.13 blüten

Und genau hier ist auch der Moment in Bloghausen einen Schnitt zu machen. Frau Blau, die olle Nomadinnenseele, geht wieder einmal auf Wanderschaft, will Bilder und Geschichten fangen, neue Lieder hören und Begegnungen haben. Der späte Sommer lockt. Darum: bye for now … bis Anfang Oktober im blauen Café  …

herzlich grüße ich in die Runde der kleinen Stadt

0162a 26.08.13 bye for now

und zum Schluss noch eine neue Lieblingsmucke von mir … lets dance, life is short

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34 Gedanken zu „Vom ersten Schnitt, Weichenstellungen und der Freiwilligkeit

  1. Feine Erkenntnisse, um damit in die Blogpause zu gehen.

    Ich wünsch dir eine schöne Zeit, einen reichlichen Fang, viel Lachen und Freude, genieß die Zeit.

    Herzliche Grüße, Szintilla

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    • ich find auch und ich wünsche mir am allermeisten, dass ich diese Erkenntnisse gaaanz fest in mir verankern kann 🙂
      danke für deine feinen Wünsche, die nehme ich gerne mit auf die Reise

      herzlichst zurück
      Ulli

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  2. Geschlossene, angelehnte & offenen Türen … nun nur noch durch gehen & hinaus. Denn findet tut man nur, wenn man den Fuß auf die Straßen setzt. Unterwegs sein mag ich so sehr, wie Deine Betrachtungen dazu, liebe Ulli.

    Viele Grüße & wieterhin sichere Straßen, Fritsch.

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    • … und ich mag deine Kommentare immer wieder so sehr, danke dir, Florian
      der erste Ort ist schon erreicht, die Sonne scheint und nun setze ich schon gleich den Fuß vor die Türe … 😉

      bis bald
      herzliche Grüße
      Ulli

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  3. Liebe Ulli,
    lass es Dir einfach gut gehen bei Deinem Unterwegssein, beim Einfangen von Geschichten und Bildern. Wir wünschen Dir sehr, dass Du diese Zeit einfach für DICH genießen kannst !!
    Und wenn Du irgendwann zurückkommst, dann sind wir immer noch hier, wenn Du magst.
    Herzliche Grüße von uns, und gute Reise,
    dm und mb

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  4. Tolle Wanderschaft wünsche dir, liebe Ulli. Gerade habe ich übrigens ein Foto von dir gesehen, ja, du wurdest in Köln gespottet – you know: big brother is watching you 😉
    Hab`s fein on the road. Ich werde mit Dina und unseren liebfrechen Buchfeen auch eine blogfreie Zeit haben, aber erst in einem Monat. Da geht`s in den Lake District und in die Cotswolds. Wir freuen uns schon sehr darauf. Ich finde blogfreie Zeiten extrem wichtig, sonst bloggt man letztlich immer nur Ähnliches.
    Alles Liebe und Gute für unterwegs 🙂
    Klausbernd

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    • herzlichen dank und dass es ein Foto von mir gab, wundert mich nu nich 😉
      bin jetzt wieder in Sinzig und hatte einen sehr feinen Tag bei und mit Roswitha und Martin und dann eben in Köln- es war schön endlich einmal mit Hanne zu plaudern, Susanne und Ute kennenzulernen …

      habs gut, lieber Klausbernd
      herzliche Grüße, auch an die beiden Süßen
      Ulli

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      • Liebe Ulli, es war sooo schön mit dir zu plaudern, nur vielzuvielzu kurz.
        Herzlichen Dank für die tolle Mücke, das ist ja hammerschöne Musik! Für mich neu, eine herrliche Entdeckung. 🙂
        Alles ♥ Gute für dich unterwegs. Ich freue mich sehr auf ein Wiedersehen irgendwo, irgendwann
        – spätestens in Cley nächsten September.
        Dina

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      • liebe dina,

        entdecke gerade erst deinen kommentar, sorry- war jetzt aber auch länger offline und werde es ab dienstag auch schnell wieder sein … tut gut .)
        ich stimme mit dir in allem überein, es war total schön dich anzuschauen, mit dir zu plaudern und zu lachen nd es war etwas sehr kurz geraten … ob es wirklich im nächsten september klappt? bei mir ändert sich gerade so viel… wenn ich wieder aus der ferien zurück bin, schreibe ich dir eine mail.

        bis dahin sende ich dir einen herzensgruß aus hamburg, dieser wunderbaren stadt 🙂
        ulli

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  5. Liebe Ulli,
    gerade fällt mir noch etwas auf, als ich heute deinen Text nochmals las: Du schreibst, du willst weiter kommen. Hmmm, ist dieses Weiterkommen nicht auch solch ein Muss, so ein Psychomythos, mit dem wir uns unnötig unter Druck setzen. Warum muss man denn weiterkommen? Man kann doch auch mal genießen, wo man ist. Immer weiter, immer mehr, das entspricht natürlich dem Zeitgeist, aber relaxed macht es nicht gerade.
    Ich wollte nur mal zu bedenken geben …
    Liebe Grüße und viel Glück
    Klausbernd

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    • lieber Klausbernd, ja und nein … schon wieder ;o) es geht um meine Zeit auf dem Berg, die schon länger abgelaufen ist, dies aus unzähligen Gründen, die ich hier jetzt nicht ausbreiten möchte. Es geht bei mir um eine neue Verortung und so ist auch mein Wunsch nach Weiterkommen zu verstehen, da ich an dem Ort, an dem ich nun viele Jahre vieles versucht habe, schon länger nur Stagnation spüre. Ich denke, dass du verstehen kannst, warum ich dann von weiterkommen schreibe …

      allerliebste Grüße aus Hamburg
      Ulli

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